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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

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Samstag den. November

1819.

Zweite Ausgabe.

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Geld.

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Uebersicht.

Zeitungsschau.

Zur Sittengeschichte.

Kossuth als türkischer Dolksredner.

Deutschland. Karlsruhe (Konsolidirung des Kriegszustandes). Kassel (Das Kontingent soll sich marschfertig halten). Dessau (Wünsche vom Lande). Berlin (Preisstiftung). Breslau (Denk- mal). Aus österreichisch Schlesien (Die Cholera). Wien (Schmuggelhandel. Reise des Kaisers nach Prag. Bestand der Armee. Die Pesther Kettenbrücke. Observationskorps an der böhmischen Gränze, Steckbrief. Das deutsche Theater in Pesih. Vermischtes).

Dänemark. Kopenhagen (Befürchteter Wiederausbruch des Krieges). Frankreich. Paris (Vermischtes).

Großbritannien. London (Charles Lyell. Die portugiesische Regie­rung und das Haus Baring. Ungarische Auswanderer).

Ionische Inseln. Korfu (Neue Todesurtheile).

Türkei. Konstantinopel (Die Verhandlungen Rußlands mit den Zirkassiern).

Zeitungsschau.

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In einer Wiener Korrespondenz der Allg. Ztg. werden einige Andeutungen darüber gegeben, in welchem Zusammen­hänge das Wiener Handels- und Zollprojekt mit den öster­reichischen Absichten gegen Deutschland steht. Es heißt darin: Die Berufung" deS kl ein d e utschen Reichstags nach Erfurt hat die österreichische Regierung bestimmt, rasch mit ihrem Handelsprojekt hervorzutreten.

Man ist hier in Wien durchdrungen von dem Gedanken, daß Oesterreich sich selbst rettet und erhält, wenn es seine ehemalige Stellung in Deutschland nach und nach wieder zu erobern sucht.

Man wird Alles aufbieten, den Erfurter Reichstag zu verhindern, bevor man nicht über den so­genannten weitern Bund abgeschlossen. Bon Hannover erwartet man entschiedenen Beistand, auf den festen Charakter deS Königs rechnend, der von jeher großdeutsch gewesen, und schon vor dem Dreikönigsschwank einige wohlgefällige schwarzgelbe Demonstrationen ge­macht hätte. Sachsen aber denkt man und mit Recht, durch die Zvlleinignng gewonnen zu haben. So bliebe denn Preußen allein mit den untertänigen Souveränetäten."

Jahren verkündigt; denn bei vielen Flüchtlingen macht sich der krasseste Atheismus breit. So wurde jüngst in Zürich Blums Todtenfeier im Kreise der Flüchtlinge und mehrerer ihrer Freunde begangen. Unter Andern sprach auch der katholische Pfarrer Kälin in gemäßigten Ausdrücken einige Worte zum Andenken BlumS und berührte hierbei dessen religiöse Richtung. Sogleich entgegnete ihm ein Flüchtling:Von einem Siege der Freiheit in Europa könne keine Rede sey, so lange der von Pfaffen eingeimpfte Glauben an Gott und Ewigkeit bestehe. Dieser Wahnglaube müsse vor Allem aus der Seele des Vol, kes gewühlt werden, ehe der Sturz der Throne, die Brechung der Sklavenketten eintreten könne. Um an die Fürsten zu kommen, müsse man zuerst mit den Pfaffen fort." Einer der gemäßigteren deutschen Freiheitsmänner wollte gegen diese An­sicht sprechen, erntete aber Zischen und Gemurmel. So berichten verschiedene Blätter. Wollen Sie eine Probe der atheistischen Poesie, wie sie in den Handwerkervereinen verbreitet wird, so hören Sie:

Fluch dem Gotte, dem blinden, dem tauben, Zu dem wir vergeblich gebetet im Glauben, Auf den Wit vergeblich gehofft und geharrt, Er hatt uns gefoppt, er hat uns genarrt, Wir weben, wir weben.

Fluch dem schlechten Vaterlande, In dem unser Erbtheil nur Elend und Schande. Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreifachen Fluch, Wir weben, wir weben u. s. w.

Kossuth als türkischer Dolksredner.

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Zur Sittengeschichte.

Ein Berner Korrespondent der Deutschen Ztg. schreibt: Alle Religion ist Aberglaube und muß auSgerollet werden, wenn die Freiheit der Völker gedeihen soll", diese Lehre hat Hemzen und seine Gesinnungsgenossen nicht ohne Erfolg seit

Die neue Landsteiner'sche, in Wien erscheinende ReichSzei- tung bringt die Rede, welche Kossuth am 29. Oktober in Widdin vor dem Abmarsch nach Schumla gehalten: Ich fühle mich glücklich, meine Herren, indem ich Ihnen den Gruß und Segen des guten und glorreichen Sultans kundgebe. (Eljen! Eljen!) Gestern ist der Bote deS großherzigen Monarchen mit folgender ersreulichen Nachricht hier angelangt:Der Sultan hat beschlossen, den Anforderungen Rußlands und Oesterreichs betreffs unserer Auslieserung (Gezische) durchaus nicht Gehör zu geben, ja, er hat sogar auf seinen Glauben geschworen, uns in jeder Beziehung seinen väterlichen Schutz angedeihen zu lassen, selbst dann auch, wenn dieser den gänzlichen Sturz seines großen Reiches zur Folge hätte." (Eljen! Eljen!) Meine Herren! Daß wir Widdin verlassen, ist bestimmt. Der Krieg, den wir Alle sehnsuchtsvoll wünschen, der unser armes Vater­land aus den Sklavenketten befreien soll, und der bisher in Frage gestanden, hat nun seine Gewißheit erreicht. Es han­delt sich nur noch um die Zeit, wann dieser zum Ausbruche kommt, über was unS aber Fuad-Efendi bald Gewißheit brin­gen wird, denn darin besteht feine Mission nach Petersburg. Brüder! Unser Tag ist noch nicht zu Enve; noch leuchtet unS ein Sonnenstrahl, noch ist unsere Rolle nicht ausgespielt. Die