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:t zustand von Landau und Gemersheim soll aufgehoben, dagegen ), der Kriegszustand in der Pfalz vorerst noch aufrecht erhalten ß werden. Die Fcstunqsbesatzungen haben sich durch einige bis- n her außerhalb gestandene Truppenabiheilungen zu verstärken, u während andere durch Baden und Großherzogthum Hessen in t, ihre Garnisonen diesseits des Rheines einrücken sollen. Neben d den ansehnlichen Festungsbesatzungen werden ein Jnfanterie- s Regiment, ein Jägerbataillon, ein EhevaurlegerSregiment und r, eine Batterie im Kreise verbleiben. Das pfälzische Armeekorps >- steht auch fernerhin unter dem besonderen Kommando deS u Generallieutenants Fürsten Taris. Im diesseitigen Bayern d treten deßgleichen einige Städte-Garnisonswechsel ein.

g Berlin, IO. Nov. (K. Z.) Das preußische Kabinet wird sich durch die hannover'schen Noten, welche jetzt dutzendweise in einem ziemlich brüsken Tone ankommen sollen, nicht aus seinem ruhigen Fortgange bringen lassen. Dieselben werden ohne Weiteres dem Verwaltungsrathe zugefertigt, der sie ohne Zwei- k fel gebührend beantworten wird. Es scheint aus den letzten hannoverschen Bestrebungen hervorzugehen, daß man eine ekla- tante Abfertigung in verletzender Form von Seiten Preußens gar nicht ungern sähe, um sie vor den Augen der Stände als n günstigen Rückzugsgrund zu benutzen. Das gänzlich aus der n Lust gegriffene Gerücht, als ob Kurhessen mit dem Austritt $ aus dem engeren Bunde umgehe, hat in hannover'schen Wün- n schen und Bemühungen seinen Ausgangspunkt. Höchststehende b Persönlichkeiten geben sich große Mühe mit ihren Briefen nach k Kassel, aber bisher ohne Erfolg. Wie ganz ungegründet ein .' Umschwung in der deutschen Frage in Kassel ist, ergibt sich am ie besten aus dem Eintritt v. Wintzing erode's in das Mi- n nisterium. Denn bekanntlich sind beide Gebrüder, der hessische wie der nassauische Minister, die entschiedensten Anhänger des von Preußen betretenen Weges der deutschen Verfassungs- 1C Resorm.

,, Am 4. Nov. feierete die schlesische Provinz ial- g Bibelgesellschaft daS Fest ihres 34jährigen Bestehens. re In dem zuletzt verflossenen Rechnungsjahre hat die Gesellschaft ausgegeben: ganze Bibeln 911 und zwar 832 deutsche, 65 g polnische, 10 böhmische , 2 Hebreische und 2 englische; Neue T Testamente 282 und zwar 219 nach der Uebersetzung Luther's, [t [20 nach der Uebersetzung Leander's van, 41 polnische und n 2 französische. Seit der im Jahr lßl5 erfolgten Gründung der Gesellschaft sind von derselben verabreicht worden: 38,438 ganze Bibeln und 23,365 Neue Testamente. (Brsl. Z.)

5 Wien, 9. November. Ich muß heute meinen Bericht mit n Ungarn beginnen, denn Reisende bringen die interessanteste ie Nachricht auS Arad, welchen Ort sie anfangs d. MrS. ver- >f ließen, daß Dort wieder 15 kriegsrechtliche Urtheile gefällt wur- i- den! Wenn es Todesurtheile sind, so zweifle ich jedoch nicht, ld daß sie in Festungsstrafen verwandelt werden, denn obschon n man der öffentlichen Meinung weder bei Einführung noch bei h, Aufhebung der Todesstrafen für politische Verbrechen Rechnung l- tragen mochte, so glaube ich doch zu meinem und anderer )= Trost nicht oft genug wiederholen zu können, daß die TodeS- er strafen für dergleichen Vergehen sistirt sind.

Ht General Langenau ist von Kopenhagen zurückgekehrt und erzählt folgendes pikante Abenteuer, welches er in Ratibor er­lebte. General Langenau war in Ratibor mit dem franzö- h, schen Gesandten Herrn Lacourt zusammengetroffen und beide e- Herren bewohnten denselben Gasthof und halten sich eben zu »n einer freundschaftlichen Besprechung zusammengefunden, als ir ein Unbekannter zu ihnen eintrat und eine lange Anrede an m den General hielt. Er hielt ihn augenscheinlich für Klapka. r- Der General versuchte wiederholt ihm seinen Irrthum zu be- n- nehmen, aber der Unbekannte ließ sich im Flusse seiner Rede er nicht stören. Erst als er seine ganze Bewunderung und Be, ie geisterung ausgeströmt hatte, gelang eS dem General zu Worte l- zu kommen:Hätten Sie mich früher reden lassen, so hätten in Sie früher erfahren, sagte nun Langenau, daß ich österreichischer er General bin, folglich nicht Klapka seyn und daher auch keinen ib Anspruch auf ihre spezielle Bewunderung machen kann." Der Fremde schien über seinen Irrthum . in großer Verlegenheit l« und gab einige unartikulirte Töne von sich, welche die Lachlust cg des Hrn. Lacourt erregten. Dies gab dem Fremden die en Sprache wieder, und er erklärte, es nicht dulden zu können, von diesem Herrn verhöhnt zu werden.Ich verhöhne Sie nicht, sagte der französische Gesandte, ich lache nur über Ihre en Verwechselung," und er lachte und) stärker. ^Wahrscheinlich, sie polterte der Fremde, sind Sie einer der übermüthigen Aristo- S, kraten, welche glauben, das Privilegium zu haben, über Alles

lachen zu dürfen." Der Gesandte konnte vor Lachen nicht mehr antworten und Langenau nahm für ihn das Wort:Mein Herr, Sie irren sich schon wieder: dieser Herr ist nichts weniger als ein Aristokrat, sondern ein Republikaner; er ist der Re­präsentant der französischen Republik." Dieser neue Mißgriff brachte den Fremden vollends aus der Fassung und vermehrte die Heiterkeit der beiden Verkannten. Der Erstere suchte daher so schnell als irgend möglich die Thüre zu gewinnen und da­mit endete das Zusammentreffen eines Demokraten mit einem konstitutionellen Gesandten, den die absolute Monarchie, und einem Republikaner, den die konstitutionelle Monarchie erzogen und gebildet hat.

Wien, 9. Novbr. (A. Z.) Ein trauriges Zeichen unserer Zeit ist jene denunziatorische Speichelleckerei, welche vor den jeweiligen Machthabern seyen es revolutionäre oder legi­time in den Staub kriecht. So war es im vorjährigen Winter in Wien, und so ist es gegenwärtig in Pesth. Der wackere Feldzeugmeister Melden wies zu seiner Zeit in einem sehr energischen Erlasse auf dieses Treiben hin, und erhöhte dadurch die allgemeine Achtung, die seinem Namen schon ge­zollt wurde. Feldzeugmeister Haynau machte in Pesth ähnliche Erfahrungen, und erließ deßhalb an die betreffenden Militär­kommandanten den gemessenen Auftrag, keine Verhaftung vor- zunehmen, wenn nicht sichere Männer die Wahrheit der ge­machten Anzeige verbürgen.

Die Stadt Triest will dem Feldmarschall Radetzky daS Ehrenbürgerrecht ertheilen, und der hiesige Handelsftand be­absichtigt den Bau eines Kriegsschiffs, welches den Name« des Helden von Custozza tragen soll. Aus Mailand wird gemeldet, daß die Herzogthümer Modena und Parma einen Handels- und Zollvertrag mit Oesterreich abgeschlossen haben, nach der gegebenen Frist nun in Vollzug tritt. Die österreichische Zolllinie ist dadurch bis an die Gränze von Tos­cana, mit welchem ebenfalls Verhandlungen gepflogen werden, ausgedehnt. Der Handelsminister v. Bruck hat durch seine genaue Kenntniß Italiens und seinen seltenen Scharfblick die österreichischen Suterreffen auf der Halbinsel sehr gefördert. Betrachtet man nur die Anordnungen eines einzigen Tages, so muß man über die Thätigkeit dieses Staatsmannes er­staunen.

In den heutigen Blättern lesen wir folgende Verfügungen des Handelsministeriums : es werden in Oderitalien drei Eisen­bahnlinien , und zwar eine Eisenbahnlinie von Verona über PcSchicra nach Brescia, eine andere von Verona über Mantu« gegen Casalmaggiore, und endlich eine dritte von Mestre über Treviso, Udine nach Triest tracirt werden. Für das Handels, Publikum in Graz, Laibach, Triest, Prag und Brünn werde« nun nach dem Schluffe der Börse nicht nur die Kurse, sonder« auch die Notizen, welche ein Steigen oder Fallen der Papiere bewirken, durch den Staatstelegrapben gemeldet,

Von der Frau Erzherzogin Sophie wird folgender interef, sanier Zug mitgetheilt. Sie besuchte in Begleitung ihrer königlichen Gäste die bedeutendsten Modewaarenhandlungen, machte große Einkäufe und äußerte sich mit großer Zufrieden­heit über die deutsche Industrie, indem sie versicherte, durchaus keine französischen Waaren kaufen zu wollen, da die deutsche« Arbeiten in jeder Beziehung den Vorzug vor jenen verdienen.

DaS Abendblatt derPresse" meldet, daß die Pesther Juden die strenge Weisung erhielten, binnen 48 Stunden 200,000 fl. C. M., als eine Rate der ihnen auferlegten Kon­tribution zu zahlen. In Pesth verbreitete sich das abenteuer­liche Gerücht, die Türken wären mit den Ungarn über die Gränze marschirt und hätten die Kaiserlichen geschlagen! ES bedarf keines Wortes um diese einfältige Sage zu widerleg,»^

Türkei

DaS Journal de Constautinople berichtet aus Konstant^ nopel vom 19. Okt.: Die Denkmünze, welche der Sulla« zum Andenken an die Restauration der Sophienmoschee z« prägen befohlen und Die zur Vertheilung an Potentaten, Groß, würdenträger des Reichs, Gesandte und die vorzüglichsten Be­amten der Administration bestimmt ist, ist nun vollendet; der erste Abdruck derselben wird demselben bei Gelegenheit dëH nächsten Kurban-BciramfesteS überreicht werden. Der Künstler, der diese Denkmünze verfertigte, ist ein Engländer Ramen- Robertson. _____

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.