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gabte er 16,000 Scudi, um sich hier standesmâßig einzurichten. DaS ist nun weggeworfenes Geld. Es ist indessen irrthümlich, daß bas Thciner'sche Werk gegen Rosmini'sFünf Wunder der katholischen Kirche" seinen Fall veranlaßte. Rosmini'S ge, Heime und offene Machinationen gegen die österreichische Re­gierung zogen ihm die Ungnade der Kardinäle zu.

Das Resultat der jüngst im Ghetto auf empörende Art und mit Anwendung der gewaltsamsten Maßregeln vorgenom­menen Untersuchung nach dort verborgen seyn sollenden, während der Revolution abhanden gekommenen Gegenständen ist sehr mager ausgefallen. .Einige Stücke Tuch, welche die Garibaldischen Legionaire in einem Kloster requirirt und vor ihrem nothgedrungenen Abzüge mehreren unglücklichen Jjraeliten zum Kauf aufgezwungen hatten, so wie einige Stücke Kupfer, wie sie auf jedem Trödelladen sich finden, war die ganze Aus­beute, um derentwillen man das Ghetto in Belagerungszustand gesetzt, 4000 Menschen als Diebe behandelt und das Hausrecht auf die gemeinste Weise verletzt hatte. Von Gold- und Silber­waaren, von Kirchengeräthen und priesterlichen Gewändern war auch nicht eine Spur zn finden.

Großbritannien

London, 5. Nov. (A. 30 Heute ist der Guy Fawkes- Tag, v. h. der Jahrestag der Pulververschwörung; dieser sonst für die englischen Katholiken gefährliche Tag ist aber nachge­rade in England selbst ein harmloses Kinderfest geworden, an welchem sie Puppen oder Strohmänner unter dem Namen Guy Fawkes durch die Straßen schleppen und ein Liedchen dazu fingen. Hingegen ist man nicht ohne Besorgniß, wie dieser Tag, bei der jetzigen Aufregung der Oranicnmänner, in Nord-Irland verlaufen werde. Sie hatten die letzte Woche her auf mehreren Punkten des Landes, so auch in Dublin selbst, Meetings gehalten und Adressen an Lord Roden beschlossen, der jedoch seinerseits alles that , um die Ruhe zu wahren. Die Besatzungen in Nord-Irland sind verstärkt.

Sufist« d.

Aus den russischen Ostseeprovinzen, 1. Nov. Der syste­matisch betriebene Auflösungsprozeß der lutherischen Kirche ist im Allgemeinen im Fortschritte begriffen; eine all­gemeine Niedergeschlagenheit hat sich der Gemüther bemächtigt. Namentlich auf der Insel Oesei und in den esthnischen Kirch­spielen Livlands hat die Neigung des Landvolks, zur griechi­schen Kirche übcrzutretcn, noch zugenommen, und zum wirkli­chen Uebertritt ist es mittels der griechischen Firmelung mit nicht Wenigen gekommen. Von den Bethörten unter den Uebergehenden kehren Viele zur lutherischen Kirche zurück, nicht Wenige empfinden große Gewissensbisse und möchten zurück, wenn der Rücktritt nicht ungemein erschwert würde; Andere endlich befinden sich in der Schwebe und warten auf die Er­scheinung der gehofften materiellen Vortheile. Entschieden kann man behaupten, daß die allermeisten Apostaten der festen Mei­nung sind, es werde sich ihre ökonomische und politische Lage bessern, während sie nichts von ihrem lutherischen Glauben aufzugeben brauchten. Ueber einen Katechismus in lettischer Sprache, der die Unterscheidungslehren verschleiert und dagegen die gemeinsamen aller christlichen Kirchen hervorhebt, har zwar der heilige dirigirende StModus in Petersburg das Anathema ausgesprochen und nur die Erlaubniß zum Abdrucke von 200,000 Exemplaren gegeben, indessen wird es jedem Prote­stanten in die Hand gegeben und thut die erwünschteste Wir­kung. Hier, wo der Protestantismus fast ohne Kampf vor beinahe 350 Jahren Eingang fand, und was am geistigen Leben erblühte, eine Frucht des Lulherthums war, hört man jetzt auS dem Munde übergeführter Nationalen Luther und seiner Lehre fluchen, und die griechische Kirche als die ur-apo- stolische, einzig wahre preisen. Dagegen sind andererseits die treugebliebenen Lutheraner konfessionell entwickelter geworden, ! und unter den protestantischen Geistlichen herrscht ein löblicher! Eifer. (Berl. Z.) i

I Von der russischen Grenze, 18. Okt. Eine der wohl­thätigsten Bestimmungen für das Gemeinwohl ist jüngst in St. Petersburg zu Stande gekommen, die Gründung eines Pensionsfonds für betagte und durch Krankheit un­fähige Volksschullehrer des ganzen Reichs. Seit mehreren Jahren schon war der Minister des DolkSunterrichts für Bildung dieses Fonds bemüht. Jetzt beläuft sich derselbe fast auf 200,000 S. R. und wächst jährlich durch speziell ihm zugewiesene Quellen. Ein Ukas bestimmt genau die Fälle und Bedingungen, bei welchen Elementarlebrer künftig an Volksschulen berechtigt seyn sollen, auf Leibrenten Ansprüche zu machen. Das ganze Lehrerpersonal in Rußland darf jetzt, gleich den Staatsdienern, nur zu einer bestimmten Frist im Jahr seine Dienstentlassung nehmen, nach beendigten jährlichen Lehrkursen und darauf,bezüglichen Prüfungen, um die regelmäßigen wissen­schaftlichen Vorträge nicht zu unterbrechen.

Vereinigte Staaten.

In Kalifornien gewinnen die geselligen und staatlichen Zustände allmählig eine regelmäßigere Gestaltung. In St. Francisco hat sich Anfangs August eine Art Gemeindeverwal­tung gebildet, und zwar hat man darin im Allgemeinen daS mexikanische System befolgt. An der Spitze der Exekutivgewalt steht ein Alkade, welcher als Richter fungirt. Alle bedeutende Fälle, auch Zivilsachen, kommen vor eine Jury, wenn ine der Parteien verlangt. Das durch größere Sicherheit bi Person und des Eigenthums hervorgebrachte Vertrauen wuo schon merklich sichtbar. Der wohlgesinnte Theil der Einwohner ist fest entschlossen, dem Gesetze Geltung zu verschaffen, und die Uebertreter desselben nicht unbestraft zu lassen. Zwei berüch­tigte Räuber, die im Innern des Landes ihr Wesen trieben, sind gefangen, vor Gericht gestellt, der ihnen zur Last gelegten Verbrechen überwiesen und gehängt worden.

H a y t i

Hayti. Auf dem SchiffEuropa," welches von Port au Prince in Havre ankam, befand sich auch der junge Ardouin, Sohn des Generals Ardouin, frühern Ministers SoulouqueS, der zu den Schlachtopfern des neuen Haitischen Kaiserreichs gehörte, zu jenen mulattischen Generalen, die, weil sie dem Kaiserplane Soulouques hinderlich waren, auf seinen Befehl erschossen wurden. Der Minister Ardouin rief vor der Hin­richtung seinem Sohne zu:Stelle dich etwas fern und schaue zu, wie ein Mann sterben muß! Höre meinen letzten Rath: entferne dich so schnell als möglich aus diesem Lande, denn unter dem Despoten, welcher über Haiti herrscht, gibt es für die Bürger keine Sicherheit mehr, kann die Zukunft nur Un­glück bringen!" Mit demselben Fahrzeuge kam die Nachricht, daß der Kaiser Faustin I. in einem Einfall schöpferischer Re­gentenlaune sechs Fürsten und ein ganzes Schock Herzöge, Barone und Marquis je nach Verhältniß ernannt hat. Einen Günstling belieh er mit dem neuen Herzogthume Trou-Bon- bon! Wenn es übrigens wahr ist, daß, wie man erzählt, Kai­ser Faustin Frankreich mit einer Kriegserklärung bedroht hat, insofern es Anstand nehme, ihn unverzüglich anzuerkennen, so bleibt wohl kein Zweifel übrig, daß dieser gekrönte Schwarze um seinen Verstand gekommen ist. Das Ende dieses blutgie­rigen Possenreissers ist dann wohl auch unschwer voraus zu sehen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

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