Ner völlige Ungrund dieser geradezu verleumderischen Gerüchte sollte von vorn herein. einem jeden klar seyn. Sie waren auch der königl. Regierung von der Statthalterschaft in Kiel mitgetheilt worden, aber wie es sich gebührte, unberücksichtigt geblieben; die königl. Regierung konnte einer solchen Anschuldigung gegen den Kommissar der ermittelnden Macht ihr Ohr nicht leihen. Die königlich dänische Regierung aber hat durch ihren hiesigen Gesandten in außerordentlicher Mission, Freiherrn v. Pechlin, ausdrücklich und schriftlich erklären lassen, daß sie ihrerseits an keine Veränderung des Status qua in Bezug auf diese Fregatte denke; sie hat es überdies wiederholt ausgesprochen, daß sie dieselbe als eine durch kriegsrechtliche Erwerbung in das Eigenthum des deutschen Bundes übergegangene Kriegsbeute ansehe und keinen Anspruch auf Herausgabe derselben mache.
Hiernach könnte es keinen Anstand haben, die Fregatte ruhig im Hafen von Eckernförde behufs weiterer Ausbesserung -zu lassen, da sie, sofern der Waffenstillstand besteht und wirk- tich ausgeführt wird, dort keiner Gefährdung ausgesetzt erscheint.
Da aber die Zustände in Schleswig der Art sind, daß die nächsten Eventualitäten sich nicht mit Sicherheit vorausbestim- men lassen, hielt die königl. Regierung es für wünschenswert!), Laß die Fregatte zur Ueberwinterung in einen preußischen Ostseehafen gebracht würde, weil sie nur dort mit voller Sicherheit die Erhaltung derselben für die Gesammtheit des deutschen Bundes verbürgen und sie der BundeSgewalt zur Disposition stellen konnte. Sie war aber weit entfernt, eine gewaltsame Beschlagnahme derselben zu beabsichtigen, daß sie die Verwendung der kaiserl. österreichischen Regierung in Anspruch genommen bat, um die Zustimmung Sr. kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Johann zu einer solchen Herbeiführung, welche natürlich nur unter der anerkannten preußischen Flagge mit Sicherheit geschehen kann, zu erlangen. Sie hat lieber formelle Rücksichten bei Seite setzen, als bedauerliche Konflikte herbckführen und auch nur den Schein einer eigenmächtigen Verfügung über Bundeseigenthum auf sich ziehen wollen.
Da inzwischen die königl. dänische Regierung die Ansicht ausgestellt hat, daß in Bezug auf die Fregatte „Gefion", welche bei Abschluß der Konvention vom 10. Juli zwar von den kriegführenden Regierungen genommen, aber noch nicht geborgen sev, während des Waffenstillstandes der Status quo aufrecht erhalten werden müsse, und in Folge dessen Protest gegen die Wegführung aus Eckernförde eingelegt: so hat die königl. Regierung diese Rechtsfrage der vermittelnden Macht Großbritannien, deren Entscheidung in Fragen des Seerechts von be- fonkerm Gewicht seyn muß, zur Beurtheilung vorgelegt,. und steht deren Antwort in kurzer Frist entgegen.
Deutscdland.
A3$om Scharfenstein, 9. Nov. Verflossene Nacht wurde in der nahen Irrenanstalt „Eichberg" der Versuch gemacht, Dleiröhren, weiche sich dort vorfinden, zu entwenden. Ein Wächter hat, als er dies bemerkte, auf den Thäler gefeuert, und zeigten sich bald auch in dessen Folge Blutspuren in der Richtung nach Kiedrich, ohne daß man jedoch biS jetzt dem Thäler auf die Spur kam.
Die Traubenernte hat begonnen und wollen Sachkenner Lie Qualität zwischen die 1847r und 1848r stellen, während Lie Quantität sehr gering ist. Ein richtiges Urtheil läßt sich zwar noch nicht abgeben, da die Kreszenz sehr verschieden ist.
Mainz, 9. Nov. Die Anklage gegen Adam Schneider II, Schreiner von Niederringelheim, wegen Versuches eines Meuchelmordes an Sr. königl. Hoheit dem Prinzen von Preußen und wegen schwerer Verwundung des Postillons Frieß, welche zur Verhandlung in der heutigen und morgigen Asstsenstyung bestimmt war, ist auf den Antrag des Herrn Generalstaatsprokurators Parcug durch Den Präsidenten des Assis.nhofes Herrn Obergerichtsrath Jung vertagt worden, und wird daher erst bei Den nächsten Assisen zur Verhandlung kommen.
Darmstadt, 9. Nov. Wie man vernimmt, sind nun die Wahlen zur zweiten Kammer auf Freitag, den 30. November angeordnet.
Darmstadt, 9. Nov. (Darmst. Journ.) Nachdem die Befürchtung, Der Eintritt des Herrn v. Schäfer möchte Herrn
Jaup aus dem Ministerium vertreiben, sich als ungegründBeti erwiesen hat, bleibt dennoch die Aussicht, daß eS beiden atuga die Dauer unmöglich seyn wird, Hand in Hand zu gehen unund daß das Weichen alsdann nicht an dem festgegrünbelen Einvon flusse des Generals seyn dürfte. Ein Anlaß zum offnen ZwitMa spalte scheint bei der Revision gewisser Artikel der Verfassung auf welcher der Landtag bestehen wird, beinahe unausbleiblich
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Köln, 9. Nov. (K. Z.) Unsere Stadt, noch mehr abefurt Die Bevölkerung der Umgegend, wird wieder einmal durch Lider unsinnigsten Gerüchte in Aufregung versetzt. Man fabelt z. Bdaß davon, die Staatsregierung habe sich zu Maßregeln gegeper die katholischen Bischöfe veranlaßt gesehen, und doch liegübe durchaus nichts vor, waS als Anlaß zu solchen Maßregel« gedeutet werden könnte, so wenig wie ein Akt irgend eineLas Behörde jenem Gerede irgendwie zum Anhaltspunkt dieneiMc könnte. Diejenigen, welche sich nicht entblöden, geflissentlichen diese Gerüchte zu verbreiten, obwohl sie von ihrer Falschheirag selbst überzeugt seyn müssen, suchen damit nur Den kirchlichger frommen Sinn des Rheinländers zu mißbrauchen, um ihiunl systematisch mit fanatischem Haß gegen den Staat zu extut füllen. Der gesunde Sinn der Bevölkerung aber — so hoff»eS wir — wird auch in diesem Falle mehr als jene sittenlos»bld Umtriebe vermögen.
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Aus Baden, 7. Nov. (K. Z.) Die Ueb ereinku nf in mit Preußen über die Neubildung des badische r vv' Heeres ist abgeschlossen. Preußen vermehrt feinen Effektivbestand nach allen Waffengattungen um so viel, als Dai badische Bundeskontingent beträgt. Dieser Mehlbestand wird, W ganz auf badische Kosten, aus badischer Mannschaft gebildet £, Wo eS etwa einstweilen fehlen sollte, namentlich an Offizier» n( und Unteroffizieren , hilft Preußen ergänzend aus. Die ganz« j0 Neubildung geht in den preußischen Provinzen vor sich unl bleibt dafür während dessen eine entsprechende preußische Heeres- Abtheilung in Baven, bis dieselbe allmählich durch die neuge bildete badische Armee abgelöst werden kann. $
Aus dem Badischen, 9. Nov. (D. Z.) Von einem it der Regel sehr gut unterrichteten Freunde erfahre ich, daß Dit A Frage, ob die badische Ständeversammlung aufgelöst. oder ot w die zweite Kammer ergänzt werden soll, zu Gunsten der Er „ gänzung entschieden, und daß die Stänvèversammlung geg» ’ Neujahr berufen werden soll.
In Braunschweig vermählte sich dieser Tage Hoffmanl : von Fallersleben mit seiner Nichte, einem Fräulein zuo | Berge, der Tochter eines Pastors im Hannover'schen. Hoff mann hat jetzt sein Wanderleben aufgegeben und sich in Bin J gen häuslich niedergelassen. 1
Berlin, 8. Nov. Am 7. d. M. Vormittags 11 Uhr ver starb in Rogau in Schlesien Der Staatsminister a. D. vor ' Rother im beinahe vollendeten ein und siedenzigsten Lebens 5 jahre. ' (
Berlin, 7. Novbr. Im Kriegsministerium soll et < jetzt sehr lebhaft hergehen. Nach der „Demokratischen Zeitung' ' ist eine Auflösung veS Armeekorps im Werke. Dieselben solle« l anders organistrt und zwei große Truppenkörper, eine West ' und eine Ostarmee, gebildet werden. Die eine soll der Prin von Preußen, die andere der General Wrangel kommandiren
In Stettin werden die AusrüstungSarbeiten der Preuß Kriegsschiffe „Adler" und „Amazone" sehr lebhaft betrieben Die lithographische Korrespondenz bringt Diese Ausrüstung mi der Angelegenheit der „Gesso"" in Verbindung.
Berlin, 7. Nov. (O.-P.-A.-Z.) Die Verhältnisse in bei Herzogthümern SchleSwig-Hol st ein gestalten sich naij den neuesten hier eingegangenen Berichten in so schroffe« Weise, baß zu befürchten stehen dürfte, daß Preußen wegei der mißlichen Stellung Der preußischen Truppen ii Schleswig dieselben gänzlich zurückzuziehen sici veranlaßt sehen werde. Eine gleiche Maßnahme Dürfte in Be zug auf die schwedischen Truppen von Schweden getroffer werden. Ein etwa ausbrechender Kampf zwischen den Schles W>g-Holsteinern und Den Dänen würde Preußen und Schweder Dann nicht berühren.
Wien, 6. November. Den Redaktionen der sämmtliche« größern Blätter wurde von Der Militärbehörde eine kritisch«