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dahin zu wirken, daß, unbeschadet dieser Aufgabe, vor allem die industriellen und handelspolitischen Verhältnisse und Be­dürfnisse aller deutschen Staaten unter geeigneter Betheiligung des Volkes gemeinsam geregelt werden. (Forndranscher Antrag.)

Deutschland.

A* Diez , 8. Novbr. In der verflossenen Nacht bot unsere Stadt das Bild der größten Bestürzung und Verwirrung. Um 1 Uhr schlug es plötzlich Generalmarsch, die Sturmglocken läu­teten und der SchreckensrufFeuer" erschallte durch alle Stra­ßen. Es brannte in der Kaserne.

Zum Glück war die Angst größer als das Feuer und die­ses nach Verlauf von kurzer Zeit gelöscht, ohne daß außer einigem Bettzeug und ähnlichen Dingen etwas verbrannte.

Wurde, was ohne schleunige Hülfe gewiß geschehen wäre, die Kaserne in einen Schutthaufen verwandelt, dann würde ohne Zweifel gleich dem alten Republikaner Marius , als er auf den Trümmern Karthago's saß, jeder der von Vaterlands­liebe und Soldatenhaß zugleich glühenden bekannten Männer der Freiheit den Schauplatz der Zerstörung mit urkräftigem Wohlbehagen überblickt haben, weil die erbauung Einer neuen Kaserne dahier schwerlich erfolgt wäre und also die Macht des Feuers ihn von der täglichen Qual des Anblickes der Solda­ten befreit hätte, namentlich solcher Soldaten wie die unseres jetzt hier liegenden bewährten Bataillons, welche alle Künste der Verführung mit Verachtung zurückweisen, den ihrem Fürsten geschworenen Eid der Treue heilig und insbesondere höher achten als die bittersüße Freundschaft der Straßenbeherrscher, und sich durch eine musterhafte Haltung in jeder Hinsicht aus­zeichnen.

Und sie hätten Recht gehabt, denn man würde das Mi­litär gewiß verlegt haben, und zwar an einen Ort, wo man nicht sieht, daß eine durch die Gassensouveräne demoralisirte ^Jugend den Arzt, welcher ihnen das Leben rettete, den Geist­lichen , welcher sie zum Tische des Herrn führte, den Offizier, ^welcher sein Blut für sie vergoß , in dankbarer Anerkennung mit einem Ständchen'des Heckerliedes und mit Aeußerungen des rohesten Hohnes beglückt, an einen Ort, wo man nicht die Treue gegen den Fürsten besudelt, an einen Ort endlich, wo man nicht Wohlthaten mit Undank lohnt, sondern in allen Handlungen die Anerkennung der durch eine Garnison darge­botenen großen materiellen Vortheile ohne Unterschied der Per­son freudig beweist.

Wir wünschen aufrichtig, daß die braven Bürger der Stadt Diez niemals auf solche traurige Weise die Folgen eines un­heilverkündenden Treibens treffen möge.

Daß ein bekannter hiesiger Wühler, trotzdem, daß er schon seit Juli d. I. wegen schwerer Beleidigung des Amtes zu einer dreiwöchigen Arreststrase verurtheilt und dieses, allerdings sehr milde Urtheil von dem Oberappellationsgericht bestätigt wor­den, noch immer nicht zur Verbüßung dieser so wohl verdien­ten Strafe gebracht werden konnte, macht einen nach jeder Richtung hin üblen Eindruck, indem man sich dieses Verfahren nur durch Schwäche der Staatsbehörden erklären kann, und von dem verurtheilten Wühler selbst auch offen dafür er­klärt wird!

Frankfurt, 9. Nov. (D. Z.) Auf der Mainbrücke und an verschiedenen Häusern von Sachsenhausen waren heute Morgen schwarze Fahnen auögesteckl: es ist der Tag, an welchem Robert Blum in der Brigittenau endete. Die Polizei hat indeß dieser öffentlichen Betrübniß bald ein Ende gemacht: die Fahnen waren schon vor Mittag verschwunden.

Hannover, 7. Nov. Morgen w erden die Kam mern eröffnet. Schon treffen von allen Seiten die Abgeordneten ein. Spannung, große Spannung hat Jedermann ergriffen, welcher Verlauf der ständischen Verhandlungen eintreten wird.

Berlin, 7. Nov. In der Stadtverordnetenver­sammlung kam gestern das Gutachten der Deputation zur Prüfung der Gemeindeordnung zum vorläufigen Vortrag, ob­wohl die Berathung darüber erst in nächster Woche stattfinden wird. Der Antrag der Deputation lautet auf Ausrechthaltung der Städteordnung vom Jahre 1808. (B. Z.)

j Wien, 5. Nov. Hr. v. Mussurus hat feine Zusam- I menkunft mit dem Fürsten Schwarzenberg gehabt. Es handelte sich um die Zurückkunft jener nach der Türkei geflüchteten ehemaligen kaiserl. Offiziere, welche jetzt der Aufforderung des Generals Hauslab folgen wollen, aber das Kriegsgericht fürch­ten. Hr. v. Mussurus wünschte eine Amnestie oder wenigstens beruhigende Zusagen für sie zu erhalten. Die Antwort soll dahin gelautet haben, daß eine solche Begünstigung nur von dem Kaiser allein abhänge. (Wnd.)

Der Oesterreichische Korrespondent sagte jetzt: Hofrath Hurter lebt ruhig und unangefochten in Wien, und die Nachricht von seiner Ausweisung ist eine boshafte Erdichtung.

Man schreibt dem Konstitutionellen Blatt aus Böhmen aus Wien vom 4. Nov.: Der Prozeß gegen Dr. Fi sch Hof wird baldigst zu dessen Gunsten beendet werden. Dem Krimi, nalgericht wurde nämlich vor acht Tagen die allerhöchste Ent, schließung mitgetheilt, daß alles Das, was im Reichstage und in dessen Permanenz geschehen und beschlossen worden ist, keiner kriminalgerichtlichen Untersuchung unterzogen werden darf. Das Justizministerium hat sich außer den Akten über Fischhof auch noch die Referate der gegen andere Reichstags, Abgeordnete eingeleiteten kriminalgerichtlichen Untersuchungen vorlegen lassen, wahrscheinlich um zu ersehen, wie weit die erwähnte allerhöchste Entschließung auf deren Schicksal Einfluß nehme. So wie ich gehört, sollen nur zwei Armeekorps, nämlich in Ungarn und Italien, auf dem Kriegsfuß bleiben. Hierdurch würde allerdings eine bedeutende Ersparniß den Finanzen erwachsen.

Sprechsaal

für Stadt und Land

§ Limburg a. d. Lahn. Am 4. b. Mts. wurde ein regie­render Dorfbürgermcister aus hiesiger Gegend von dem tüch, tigen Gensdarmene-Wachtmeister Meyer dahier in fremdem Jagdrevier getroffen, und zugleich in höflicher Weise zur Vor, zeigung des Jagvpasses aufgefordert. Der Paß war unterm 18. August 1848 ausgefertigt, also abgelaufen; das Wort August indeß in November korrigirt. Die Untersuchung ist eingeleitet, und wird bald an's Kriminalgericht gelangen.

Wer zunächst in der Gemeinde zur Handhabung der Ge­setze berufen ist, sollte sich auch zunächst hüten, solche so gröb, lich zu verletzen.

Dem Manne war von seinen sogenannten demokratischen Freunden zum Dienste verhelfen worden, obgleich er einer der wenigst Befähigten in der Gemeinde ist, und kaum lesen und schreiben kann.

Für die Behörden des Bezirkes ist ein solches Verhältniß schon lange dienststörend und lästig, und wir hoffen, daß die Gemeinde, welche nun auch größtentheils die Absichten der demokratischen Wohlthäter wird kennen gelernt haben, und in ihrer Mitte viele tüchtige Gemeindebürger zählt, bei neuer Wahl ihr Interesse besser zu wahren verstehe.

Verantwortlicher Redakteur r W. H. Riehl.

Fruchtpreise.

Namen der Städte.

Datum der

Pr eise.

Walzen vr. Malter

Pfd I Rjfv.

Korn pr. Malter

Pfd fl.|fr.

Gerste vr. Malter

Pfdl g. ist.

Hafer vr. Malter

Psdl g.

kr.

Bingen ....

7. Nov.

260

7

24

266

4

56

147

4

129

2

34

Diez .....

2. Nov.

310

11

17

290

8

10

260

6

15

4

19

Dillenburg . . .

3. Nov.

300

12

20

300

9

20

260

7

30

190

5

Friedberg . . .

9. Nov.

215

6

40

196

4

58

75

3

136

2

50

Hadamar....

21. Jul.

14

30

8

50

7

4

15

Herborn ....

28. Okt.

320

12

211

360

10

260

7

20

200

4

30

Mainz.....

9. Nov.

200

7

13

200

5

3

200

4

41

200

5

54

Wiesbaden . . .

8. Nov.

170

6

15

160

4

10

144

3

30

96

2

25

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden