und herzlichen Vivats für Se. Maj. den Kaiser, welcher den Verirrten wieder die Pforten der geliebten Heimat öffnen ließ, ward die Reise angetreten. Sämmtliche Magyaren, galizische Polen und aus Oesterreich gebürtige Italiener schifften sich ein, zurück blieben im Ganzen höchstens 700 Mann, fast durch, gehends russische Unterthanen. Kossuthnoten, die sonst in Widdin noch um 3V2 pCt. ihres Nominialwertheâ CourS hatten, werden nun gar nicht mehr angenommen. Solchergestalt sind sowohl die physischen als pecuniären Kräfte, auf welche die Jnsurgentenhäuptlinge bei einem unzweifelhaft beabsichtigten künftigen Freischaarenzuge rechneten, gänzlich zu nichte geworden."
Deutschland.
^* Wiesbaden, 9. Nov. Die neu ernannten Landjäger, welche bisher sämmtlich noch in hiesiger Stadt lagen, haben nicht nur bei den Assisensitzungen gute Dienste gethan, sondern auch zur Herstellung der so tief erschütterten öffentlichen Sicherheit höchst Ersprießliches geleistet.
Es ist bekannt, daß noch vor wenig Wochen die Zahl der nächtlichen Diebstähle mit Einbruch und Einsteigen, deren in einer Nacht manchmal drei verübt wurden, namentlich auch in der hiesigen Stadt auf eine höchst bedenkliche Weise sich vermehrt hatten. Der Grund lag, wie sich jetzt gezeigt hat, einzig und allein darin, daß wir seit Einführung der neuen Gesetze so gut wie keine polizeiliche Aufsicht mehr hatten; denn seit dem Momente, als die reitenden Landjäger dem Kreisamte zur Verfügung gestellt sind und von ihren nächtlichen Streifzügen aus Gaunerherbergen und Strohhaufen auf dem Felde Schaa- ren von Vagabunden einliefern, haben diese Diebstähle gänzlich aufgehört.
Wie wir hören, werden in den nächsten Tagen von den reitenden Landjägern Detachements von 3—4 Mann nach Höchst und Hadamar, wo solches der Zustand der öffentlichen Sicherheit vor allen Dingen erheischt, abgehen, und kann man sich in dieser Beziehung von ihrer dahier bereits bewährten Thätigkeit, Energie und Gewandtheit nur den besten Erfolg ver- sprechen.
* Wiesbaden, 10. Nov. Der Todestag Robert Blu m's wurde von den hiesigen Republikanern in einer gestern Abend im Saale der „Vier Jahreszeiten" veranstalteten Zusammenkunft festlich begangen.
Q Amt Marienberg. *) Die Rekommandationen des Hrn. Sühn zu Rennerod als LandeSdcputirler finden nicht den ge- zvüsichlen Applaus. Wir wollen keineswegs die Fähigkeiten und praktischen Kenntnisse seines Faches als Rezepiurakzessist, ^o wie seine Unbescholtenheit in Zweifel ziehen, haben aber seit der Wahl deS Hrn. Krämer gelernt: daß es nicht die bäuerlichen Elemente sind, welche zur Kammer befähigen, son- beru daß eine umfassende Intelligenz, welche wir freilich von -er leeren Phrasenmacherei und Juristerei unserer Worthelden unterscheiden, das erste Bedürfniß ist. Ob wir eine solche Intelligenz und geistige Kraft, wie sie namentlich der Standpunkt gegen unsere Linke erheischt, bei Herrn Kühn vorauS- jetzen können, wollen wir unberührt lassen; so viel ist indessen gewiß: daß sich in dem Wahlbezirke noch andere Männer auf, ffinden lassen, welche neben ihren praktischen Erfahrungen eine weil höhere Intelligenz und geistige Energie besitzen. DeSfallS sind die Stimmen und Ansichten über die bevorstehende Wahl so vielfach getheilt. Im Amte Marienberg erhebt sich der Name deS Herrn Pfarrers Stähler zu Höhn, in Rennerod die Namen des Hrn. Kühn und des Hrn. KaplanS Stähler, in dem Kirchspiele Neunkirchen der Name des Hrn. Redakteurs Oppermann und in dem bedeutenden Distrikte deS Wahlbezirkes, in der Grafschaft Westerburg der Name des allerdings allseitig gebildeten Medizinalassistenten Santlus zu Westerburg. Es wäre zu wünschen, daß sich die konstitutionelle Partei über einen Kandidaten verständigte, sonst wird eS ihr am Ende widerfahren , daß die Ultraliberalen, deren eS Versteckte genug im Bezirke gibt, Herrn Oppermann durchsetzen. Ein Wahl mann, der es offen meint.
*) Wir theilen diesen, von geachteter Hand uns zugehenden Artikel mit als ein Warnungszeichen, damit die konstitutionelle Partei daraus erkenne, welche Gefahr der Stimmcn-Zersplitterung ihr wieder auf dem Weßcrwalèe droht, und um so dringender Anlaß nimmt, sich auf den Mann zu einigen, der die meisten Chancen für sich hat, und das scheint uns im vorliegenden Falle denn doch Herr Kuhn zu seyn.
Die Red.
Frankfurt, 8. Nov. In dem nahen Hanau haben preussische Pioniere auf dem Schlachtfelbe der Hanauer Schlacht gegraben, und fanden nicht sehr tief unter der Erde viele Kanonenläufe, Laffetten, gefüllte Kartätschen, Kanonenkugeln und andere Ueberbleibsel der fürchterlichen Schlacht. In einem hohlen Baume aber fand sich das Skelett eines französischen Kürassiers in voller Rüstung mit Stahlpanzer, Helm und Stulpstiefeln, — Alles im besten Zustande. Der Unglückliche war wahrscheinlich im Laufe der Schlacht verwundet in jenem Baum gekrochen, und dort gestorben. Das Skelett wurde mit der Rüstung mit kriegerischen Ehren begraben.
Darmstadt, 8. Novbr. (D. Z.) Die Angeschuldigten in der Zerstörungssache der Weinheimer Eisenbahn halten die am Montag eingeschlagene Richtung fortgesetzt inne. Die guten, unschuldigen Leute haben zwar Alle vor dem Untersuchungsrichter die umfassendsten, zusammenhängendsten Geständnisse gemacht, aber nun behaupten sie, es sey die Unwahrheit gewesen, ober Mißverständniß, oder sie seyen krank gewesen u. dgl. Durchweg dieselbe Melodie, nur in den Motiven einige Variationen. Dadurch wird dann auch die Verhandlung sehr schleppend. Denn nachdem die Angeschuldigten auf Verlesung des ihn betreffenden Theils der Anklageakte seine neuere abgekürzte Darstellung des Thatbestandes den Geschwornen zum Besten gegeben und Präsident wie Staatsprokuralor vergebens gesucht, sie zu ihren früheren Geständnissen wieder hinzuleiten, bleibt nichts übrig, als diese Geständnisse aus den Akten ihnen und den Geschwornen vorlesen zu lassen, wo dann regelmäßig nur noch wenige Randbemerkungen folgen. Bis jetzt standen nur die Aktuare als persönliche Vertheidiger der angegriffenen Protokolle den Angeschuldigten entgegen; eS wäre interessant, dieS Seitens des Untersuchungsrichters, eines geistvollen und kräftigen jungen Mannes, selbst zu sehen, der aber freilich in Amtsgeschäften zu Gießen abwesend ist. Manche wollen behaupten, daß ihm gegenüber manche Stirne blasser würde. UebrigenS hat der Präsident heute Mittag Aussicht gegeben, daß morgen die Verhöre der Angeklagten aus der Birkenauer Kategorie ihr Ende erreichen würden: freilich die hauptsächlichste Kategorie, aber boch sinb dann noch zwei übrig, während man für die Äbhör aller Angeklagten im Ganzen vier Tage voraus veranschlagt hatte. Und diese vier Tage sind heute schon vorüber. : Indessen ist allerdings jenes von den Angeklagten — gegen Erwarten — eingehaltene System an dem Verzug wesentlich schuld.
El ti st
E b d v g g
i ft )i )< ir u
!t
II
ft r )i ß re >e ie
a a ie in II Fl
Wie der „Deutschen Reform" geschrieben roirb ,. traf der Erzherzog Reichsverweser bei seiner Rückreise aus Belgien auf > dem Rheinbampfschiffe zwischen Köln und Mainz mit den aus Norbdeutschland Hsimreisenden Herren v. Gagern und Mathy zusammen. Das zufällige Zusammentreffen des Reichs- Verwesers mit dem ehemaligen Präsidenten seines Ministeriums war nicht ohne Interesse. Sie sahen sich auf dem Verdeck beim Aus- und Niedergehen. Nach dem beiderseitigen Gruß fragte der Reichsverweser den Herrn v. Gagern, woher er komme. Von Hamburg zurück, war die Antwort. Und ich komme aus Belgien, entgegnete der Erzherzog. Noch ein Gruß und die Unterredung war zu Ende und wurde nicht wieder angeknüpft.
Koblenz, 7. Nov. (K. Z.) So eben, Nachmittags 4 Uhr, ist der Prinz von Preußen, mit dem Dampfschiffe von Mainz kommend, mit Gefolge hier eingetroffen und im Schlosse abgestiegen. Der Prinz wird nur einige Tage hier verweilen und eine Rundreise sowohl in der Rheinprovinz als in West- Pfahlen antreten.
Karlsruhe, 8. Nov. (O.-P.-A.-Z.) Ueber die von einigen preußischen Soldaten in dem Hackh'schen Bierhause vorgestern Abend verursachten lärmenden Szenen erfuhr man noch folgendes: Der Wirth ersnchte die Soldaten zu wieberholtenma, len, daS Singen des HeckerliedeS einzustellen und sich ruhig zu verhalten, richtete aber mit seinen Bitten so wenig aus, daß er sich genöthigt sah, auf der Ralhhauswache von jenen Vorgängen Anzeige zu machen. Eine Patrouille, welche von dort sofort abgeschickl wurde, erreichte auch nichts und erst nachdem der Kommandeur des Regiments die unruhigen Gäste zum sofortigen Nachhausegehen aufforderte, entfernten sie sich, nahmen jedoch ihre Gläser mit und warfen sie unter Schreien und Lärmen auf die Straße. Die ganze Sache war indeß nichts, als ein gewöhnlicher Soldatenerzeß, wie er sich in den
re ei ii iC'. ek »i Ze E r M ei n
ti 3t Hl o! •t 5t rh 5i in 5b te la af )C le el to
td in ar at ie to