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darauf hindeutet, daß die Wühlereien nach wie vor fortdauern, und daß was früher an den badischen Soldaten mit so gün­stigem Erfolge versucht wurde, jetzt den preußischen gegenüber fortgesetzt wird. Die Untersuchung muß wohl herausstellen, wer diesmal die Verführer waren, und wir zweifeln nicht, daß sie den gebührenden Lohn erhalten werden; ein trauriges Zeichen ist es, daß jene Bemühungen überhaupt noch fort­dauern.

DieKölnische Zeitung" hat, wie bereits vor einigen Mo­naten in einem auS Mainz datirten Artikel, so jetzt in einer von hier auS an sie gerichteten Korrespondenz die Nachricht von dem Gerücht einer Abdikation des Großherzogs gebracht, und diesmal mit dem Zusatz, daß Baden seine Selbstständigkeit auf­geben , und Oesterreich, Bayern und Hessen zufallen würde. Die Nachricht ist an sich so unwahrscheinlich, daß wir ihre Widerlegung nicht für nöthig hielten, wenn sie nicht eben in einem so viel gelesenen und obendrein so akkredirten Blatte stände. Wir wollen deßhalb nur kurz bemerken, daß sie von Anfang bis zu Ende unwahr ist.

Rastatt, 8. Nov. (D. Z.) Nachträglich theile ich Ihnen mit, daß der vorgestern durch einen Schuß in den Kasemat­ten Getödtete von einem 'Schrotkorn getroffen wurde, das ihm in das Gehirn drang. Sämmtliche andere Verwundete haben gleichfalls nur Schrotwunden. Ob das Gewehr nur mit Schrot oder auch mit einer Kugel geladen war, wird die Untersuchung, die hoffentlich eingeleitet werden wird, ergeben.

Trotz der strengsten Maßregeln sind gestrige Nacht wieder zwei Kriegsgefangene aus dem Lazareth entsprungen.

Stuttgart, 3. Nov. Die Probefahrten auf der Alpbahn zwischen Geißlingen und Amstetten wurden vorgestern begon­nen, gestern fortgesetzt, indem das von Ludwigsburg in zwei Zügen nach Geißlingen gebrachte Infanterieregiment von da nach Amstetten hinauf, das von Ulm in Amstetten angelangte Regiment aber von da nach Geißlingen hinab mit Benützung der neuen Eisenbahnstrecke befördert wurde. Die Fahrt auf­wärts geschah in zwei Zügen von beziehungsweise fünf und vier achträderigen, zusammen mit etwa 600 Mann besetzten Personenwagen. Dem ersten Zug waren die MaschineAlp" von schwerem Kaliber und die MaschineTeck" der leichtern Klasse, dem zweiten Zug zwei Maschinen der leichtern Klasse (Eßlingen" undStromberg") vorgespannt. Beide Züge ge­langten ohne den geringsten Anstand, der erste in 15, der zweite in 13 Minuten auf die Hochebene der Alp. Im Herab­fahren wurde dem Zug von fünf Wagen die LokomotiveAlp", dem Zug von vier Wagen die LokomotiveTeck" vorgespannt, und die Fahrt wurde mit gleichmäßiger Schnelligkeit in 15 Minuten vollbracht. Eine weitere Fahrt geschah endlich mit der LokomotiveAlp", welcher vier mit etwa 200 Personen Gesetzte Personenwagen angehängt wurden. Mit diesem Zuge erreichte die Maschine die Station Amstetten in 20 Minuten und vollbrachte die Rückfahrt in 17 Minuten. Das Ergebniß der angestellten Versuche kann durchaus als ein sehr günstiges angesehen werden. Sie haben praktisch erwiesen, was Männer von Fach, denen die Leitung des würtembergischen Eisenbahn» bauwesens übertragen worden, an der Hand der Wissenschaft und Erfahrung längst für zweifellos gehalten und hingestellt haben. Die Möglichkeit, den nördlichen Abhang der Alp durch Lokomotiven mit ausreichendem Nutzeffekt und vollkommener Sicherheit zu betreiben, ist nun außer Frage gestellt; auch un­terliegt schon jetzt keinem Zweifel, daß sobald Maschine und Bahn einige Zeit benützt seyn werden, erstere im Stand seyn würde, eine Bruttolast von 2000 oder eine Nettolast von über 1000 Zentnern von Geißlingen aus auf die Höhe der Alp zu fördern eine Leistung, für welche die Alpmaschinen berechnet sind, und welche in dieser Größe von der mit ihrer Fertigung betrauten Maschinenfabrik in Eßlingen garantirt wurde.

Leipzig, 7. Nov. (D. A. Z.) Die Redaktoren und Heraus­geber der hiesigen Zeitungen, Lokal- und Anzeigeblätter sind gestern auf das Rathhaus berufen und dort amtlich beschieden worden, daß nach einer Verordnung der königl. Kreisdirektion ihnen untersagt werde, Aufforderungen und öffentliche Einla­dungen zu einer Feier des Todestags B l u m 'ö in ihre Blätter aufzunehmen. Es ist das offenbar eine Präventivmaßnahme in Preßsachen.

Berlin. Die Berlinische Zeitung bemerkt: DaS Jahr 1848 bringt noch täglich eine Menge trauriger Nachwehcn.

Von allen Seiten erhält man Nachrichten über weitverzweigte Kriminaluntersuchungen, welche aus jener Zeit herstammen. So ist in diesen Tagen wiederum ein Riesenprozeß gegen eine Menge Einwohner aus Lübbenau entschieden worden, welche am 18. Sept. v. I. einen Angriff auf die Justizbehörde der Stadt Lübbenau und auf die dortige Gutsherrschaft, den Grafen Lynar, unternommen hatten. ES sind in diesem Pro­zeß 35 Personen zur Untersuchung gezogen und an 250 Zeugen verhört worden. Das Erkenntniß lautet gegen etwa fünf An­geklagte auf vorläufige Freisprechung, gegen die übrigen auf Zuchthausstrafen von 6 Monaten bis 4 Jahren. In Gne- s e n sind 80 Personen wegen Theilnahme an den letzten Er­eignissen im Großherzogthum Posen zur Untersuchung gezogen. Auch in unserer Nähe, in Landsberg a. W., bereitet sich ein solcher Prozeß vor den dortigen Geschwornen vor, indem daselbst gegen 40 Personen aus dem Flecken Vietz wegen Auf­ruhrs zur Untersuchung gezogen sind.

Berlin, 5. Nov. (D. Z.) Eines längst erwarteten Werkes erster Band verläßt die Presse: Das Leben des Ministers Stein, aus Familiendokumenten und andern reichen Quellen beschrieben von Pertz. Es erscheint in G. Reimer'S Verlag. Wenn man die wahrhaft denkwürdige Denkschrift desHelden" and den König Friedrich Wilhelm III. über die Mängel der Verwaltung und über die Persönlichkeit der Männer, in deren Gewalt sich der Monarch befand, die das Land verriethen und zu Grunde regierten, mit einem Seitenblick auf die Zustände der Gegenwart liest, wie man denn kaum noch anders lesen kann; so wird man sich sagen müssen, es sey der Irrthum vieler vaterlandsliebender Männer, daß ein Staatsmann im gewöhnlichen Sinn Diplomat seyn müsse. Wenn man ferner nachliest, auS welcher Entfremdung und Ungnade Stein hervor­ging, als er zur Rettung des trotz seiner Warnungen zu Grunde gerichteten Staates berufen wurde, da fällt vielleicht außer Ihrem Berichterstatter noch Manchem ein, daß ein Freund des edeln Stein einen Sohn hinterlassen, welcher in diesem Augenblick seinem Fürsten nicht näher steht, als der Freiherr von Stein nach seinem freimüthigen Worte vom 10. Mai 1806.

Ueber das in Bremerhaven gegenwärtig im Bau be­griffene Auswanderer-Haus enthält die Berliner Konst. Korr, detaillirte Angaben. Bekanntlich ist das Gebäude darauf berechnet, daß 2700 Personen darin logirt und bis zu 3000 Personen darin beköstigt werden können. Der Betrieb wird einer strengen obrigkeitlichen Inspektion unterworfen, welche auch die Verpflegungs-Tare zu bestimmen hat. DaS Ganze ist zwar ein Privat-Unternehmen, hat aber neben dem Lebens. Unterhalte des Leiters den Zweck, durch eine Muster-Verpfle­gung für den größten Theil der jährlich über Bremen gehenden Auswanderer die allgemein gute und billige Verpflegung der­selben in allen übrigen Logir- und Kosthäusern durch alle Konkurrenz zu erzwingen und dadurch den Strom der Ans, Wanderung ferner an Bremen zu fesseln, und sich mit dieser thatsächlichen Sorge dafür an die obrigkeitliche Aufsicht würdig anzuschließen, welche diesem Gegenstände bereits seit einer Reihe von Jahren gewidmet ist. Das großartige Unternehmen wird daher auch mit den erforderlichen Geldmitteln vdn einer Anzahl der dortigen Kausmannschaft unterstützt, welche seinen großen Nutzen für den Staat, wie für den Auswanderer wohl begreift. Das Gebäude enthält auf einer Grundfläche von 30,000 Qua­drat-Fuß im Erdgeschoß und drei Stockwerken außer 10 groß­artigen Sälen, in denen sehr zweckmäßig für Ventilation ge­sorgt ist, sehr bedeutende Gepäckräume im Souterrain und Böden, zwei getrennte Lazarethe, jedes mit drei Krankensälen, Bade- und Wärterzimmer ic., Wasser-BassinS, die alle Säle und Waschzimmer versorgen, bei FeucrSgefahr jeden Raum inundiren, große Dampfküche, eine Kapelle oder Kirche, die über 300 Personen faßt, Predigerwohnung, WirthschaftSlokal, bedeckte Ankauföhallen 2c.

Ueber Graf Stadions Zustand schreibt man der Allg. Ztg. aus Gräfenberg.Der Körper ist thätig, daS heißt: es sind Ausschläge und Krisen vorhanden , und Prießnitz ist damit zu­frieden. Zwischen >em Körper und dem Geist mit der Sprache ist fortwährende Wechselwirkung. Ist der Geist Heller und die Sprache geläufiger, dann st stiren die Krisen und verschwinden die Ausschläge. Sind diese wieder zu Tage und also der Körper thätig, dann ist der Geist stumpfer und die Sprache stockt. Prießnitz sagt noch immer, er könne sich über die Wahrschein«