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die Füße waren zwei Mal mit andern Tüchern zusammenge­knebelt. Spuren einer an den Schlössern und Thüren der: Wohnung verübten Gewalt fehlen gänzlich , und der oder die z Verbrecher müssen sich daher durch List mh Eingang verschafft; haben. Die Ermordete ist schon früher Gegenstand eines Mord« anfallS gewesen. (B. Z.)

Ein Verwandter de^ wegen deS früheren Mordversuchs auf die Wittwe Hirsch zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilten Lehrburschen Tempel soll gestern plötzlich von der Ramme weg, an der er arbeitete, verhaftet worden seyn. (N. Pr. 3 )

Berlin, 3. Nov. DieVossische Ztg." will wissen, daß am 20. Novbr. die Wahlen für den deutschen Reichstag stattfinden sollen. Ein von dem Minister des Innern, Hrn. v. Manteuffel, ausgearbeitetes Wahlgesetz werde morgen: dem Slaalö-Ministerium zur Berathung und Genehmigung। vorgelegt werden. Wir werden uns freuen, wenn di^se Nach- - richt sich bestätigt. Die Ausschreibung der Wahlen wäre in : der That die beste Antwort auf den Rath Oesterreichs, von' der Zusammenberufung des Reichstages abzustehen.

Breslau, 2. November. (Br. Z.) Heute früh reiste die i Königin in Gesellschaft der Königin von Sachsen und der Prinzessin Amalie von Sachsen vor Abgang deS gewöhn­lichen MorgenzugS mit einem Ertrazuge der oberschlesischen Eisenbahn von hier ab. Die fürstlichen Schwestern hatten, umgeben von ihren Hofdamen, in dem königl. Eisenbahnwagen Platz genommen, während das übrige zahlreiche Gefolge in einer großen Reihe von Wagen nachfolgte. In dem Grânz- stâdtchen Oderberg wird für die hohen Reisenden der k. k. Eisenbahnwagen bereit gehalten, um dieselben nach der öfter, reichischen Hauptstadt zu bringen.

Posen, 31. Oktbr. Unsere Festung wird in Folge Re- skripts des Kriegsministeriums demobil gemacht, indem die bisher auf den Wällen aufgestellten Geschütze in die Verwah- rungsräume abgefahren werden. (Pos. Z.)

Hochverraths, in Gemäßheit der in Kraft bestehenden Gesetze, nebst dem Verfalle seines sämmtlichen Vermögens, zum Tode durch Pulver und Blei verurtheilt, und diese Strafe über er­folgte Ratifikation der Kriegsrechtssentenz von Seite des Feld­zeugmeisters und Armeekommandanten in Ungarn und Sieben­bürgen , Freiherrn v. Haynau, am 25. Oktober an demselben vollzogen worden.

Wien. Alle Mitglieder des debrecziner Konvents werden ohne Ausnahme eingezogen, auch jene, welche schon gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt waren. Mehrere der­selben haben sich freiwillig dem Kriegsgericht in Pesth gestellt. Bemerkenswerth ist, daß keiner von ihnen am 14. April in Debreczin zugegen gewesen seyn will und fast alle durch Zeu­gen ihre damalige Abwesenheit zu beweisen suchen, was sich wohl daraus erklärt, daß der 14. April in die Osterwoche fiel, welche die meisten Deputaten zu Urlaubsreisen benutzten, und auch die damalige Unabhängigkeitserklärung nur mit 83Stim­men beschlossen ward. Unter denen, welche sich freiwillig stell­ten, befindet sich auch der Wechselgerichtsadvokat Mayercsak aus Preßburg, der Deputirte für den Bezirk der Arva war. Man glaubt, daß sein LooS minder hart ausfallen wird, weil feine Fürbitte dem in Debreczin zum Tode verurtheilten Lieu­tenant Scharitzer das Leben rettete und die Berücksichtigung verdient.

Die Abnahme der Brechruhrepidemie hat sich in Triest so deutlich herausgestellt, daß die Sanitätskommisston sich ver, anlaßt gesehen, die Verordnung, der zu Folge sämmtliche Apotheken der Stadt die Nacht hindurch geöffnet bleiben mußten, dahin zu modifiziren, daß fortan nur zwei Apotheken mit Erfüllung dieser Verpflichtung beauftragt werden. Die Sterblichkeit unter den von der Brechruhr befallenen Indivi­duen hat sich ebenfalls bedeutend vermindert, da am 30. Okt. bloß in den Spitälern zwei Todesfälle, und in derzStadt gar keiner mehr vorgekommen war.

Danzig, 28. Okt, Der hiesige Kaufmann Blum, in dessen Speicher der große Branv der Nacht vom 27. zum 28. April ausgebrochen war, und der sein kaum 500 Thlr. Werth ha­bendes Waarenlager mit 6000 Thlrn. versichert hatte, wurde gestern vom Schwurgerichte der Brandstiftung und des s Betrugs schuldig erkannt, und vom Gerichtshöfe zu lebens- i länglicher Zuchthausstrafe und zum Verlust der Nationalko, l karde verurtheilt. Sein Dienstknecht Kolberg ward von der, Theilnahme freigesprochen. (N. P. Z.) i

Königsberg, 1. Nov. (K. Z.) Jacoby hat drei Verhöre i zu bestehen gehabt, in deren einem sonderbarer Weise der In- > quirent auf Verlangen der Staats-Anwaltschaft die Frage an j ihn richtete,ob er sich des Hochverraths für schuldig erachte." j Daß Jacoby mitNein" antwortete, brauchen wir nicht hinzu- zufügen. Auf Grund dieser Verhöre hat nunmehr der Staals- i Anwalt die Anklage gegen Jacoby aufHochverrath" erhoben, s Derselbe befindet sich übrigens in anständiger Haft und darf; einzelne Besuche empfangen. Der -Arbeiter-Verein hat eine i Adresse an ihn gerichtet und ihn zum Ehrenmitglid des Ver­eins ernannt.

Aus Mecklenburg, 2. Nov. (C. Z.) Der sogenannte Protest deS Königs von Preußen besteht in einem Schreiben an unsern Fürsten, in welchem diesem Vorwürfe wegen der Publikation deS Staatsgrundgesetzes gemacht werden.

Ludwigslust, l. Novbr. (H. C.) Der Großherzog ist am 28. Oktbr. von StonSdorf, wo derselbe seiner Braut einen Besuch gemacht hat, hierher zurückgekehrt. Die hohe Verlobte (Auguste Mathilde Wilhelmine, geboren den 26. Mai 1822, Tochter deS verstorbenen Fürsten Heinrich LXIII. von Reuß« Schleitz, Köstritz) wird morgen hierselbst eintreffen und aus das festlichste empfangen werden. Die Vermählung findet am 3. November statt.'

Wien, 2. Nov. Ludwig Ka czinczyi vonSzephalom, aus Szephalom, Zempliner Komitats in Ungarn gebürtig, 29 Jahre alt, reformirter Religion, ledigen Standes, ehemals Obcrlieute- nant im 9. Husarenregiment und i. J. 1846 aus dem Militär, stand ohne Charakter ausgetreten, ist in dem am 3. Oktober abgc- haltenen Kriegsrechte in Arad wegen deS Verbrechens des

Schweiz

Bern, 31. Oktober. Gestern hatten wir einen förmlichen Flüchtlingskrawall. Am 28. Oktober gerieten nämlich beim Tanze hiesige Handwerker mit einigen Fremden in Streit; einer der Letztern zog das Messer und verwundete zwei der Gegner so stark, daß der Eine, wie man sagt, gestorben seyn soll, der Andere hoffnungslos darniederliegt. Natürlich muß­ten, ohne daß es erwiesen war, diese Fremden deutsche Flücht­linge seyn. Von verschiedenen Seiten wird aber mit Bestimmt­heit behauptet, eS seyen Franzosen und keine Flüchtlinge ge­wesen. Genug, die Masse wurde gegen die auf dem hiesigen Kornboden einquartierten Deutschen aufgeregt; gestern Abend sammelten sich mehrere Hundert Männer und machten Miene, daS Kornhaus zu stürmen. Ein furchtbares Unglück hätte ent­stehen können, wenn nicht die Eingänge zum KornhauS stark mit Polizeimannfchaft besetzt gewesen wären. Nach langem Toben und Pfeifen verlief sich die Menge. Die Untersuchung über den Vorfall ist im Gange und wird, so hoffen wir, die Unschuld der deutschen Flüchtlinge an den Tag dringen.

Frankreich.

Paris, 2, Nov. (D. Z.) Die Mehrheit kommt, wenn auch nicht von ihrem Erstaunen, doch von ihrem Schrecken allmälig zurück; sie tröstet sich damit, daß daS neue Mini- i sterium Louis Bonapartes doch von ihrem Fleisch und Bein I sey. Auch das Journal des Debats räth zum Zusammen- I halten. Frankreich, meint diese Zeitung, habe einmal mit dem ! Februar 1848 die gefährliche Bahn gewagter Versuche betreten, ! und so dürfe man nicht über jeden unvermutheten Theater­streich in Verzweiflung gerathen. Zwar könne eS auf den ersten Blick beunruhigend erscheinen, wenn man sähe, wie ein Ministerium abgcsetzt würde, welches in der Nationalversamm­lung über eine Mehrheit von 300 Stimmen verfüge; aber un­gesetzlich und gegen die Verfassung sey daS Verfahren des Präsidenten nicht. Ein verantwortlicher Präsident müsse natür­lich mehr Freiheit haben zu handeln als ein konstitutioneller Souverän. Dies möge nun freilich vom Gesichtspunkt des Dogma der Volkssouverânetät bizarr erscheinen, aber man