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Hj, Stuttgart, 26. Oktober. (Bad. Merk.) Die politischen mdlntersuchungen werden in unserem Lande mit aller Strenge üchNd rastloser Thätigkeit fortgesetzt. Fast täglich erfolgen Ver- 6 Haftungen oder werden Transporte der Gefangenen von einem scherte des Landes zum andern, d. h. von einem der zu den ver- RHiedenen Untersuchungen niedergesetzten Gerichte zum andern elbprgenommen. Sogar wegen bloßer Preßvergehen wird in ge- ln Men Fällen Voruntersuchungshaft verhängt, wie dies gestern

^gen den hier ansäßigen Lithographen Krauß geschehen ist, er wegen eines Artikels des Hochverraths angeklagt ist, welcher st dem schon seit mehr als einem Vierteljahre eingegangenen Dießtatte dieSonne" bei Gelegenheit der von der provisorischen lt zmdischen Regierung verbreiteten falschen Nachricht über daö gelingen der pariser Revolution am 12. Juni erschienen war . demd dessen Verfasser er ist. Doch wurde er sogleich gegen Kaution wieder freigegeben.

â Hannover, 25. Oktober. Gestern hat eine ungewöhnliche stfäfnge Sitzung des Ministerrathes stattgefunden, in welcher Hr.

Wangenheim über feine Wirksamkeit im VerwaltungSrathe u Berlin Bericht erstattet, und seine Haltung dem preußischen. ^i^^evollmächtigten gegenüber, gerechtfertigt haben soll.

J Berlin, 20. Akt. Hr. Wangenheim soll sich durch den f^Ausspruch Bodelschwinghs bei der Rechtsansicht, welche , D. vorgetragen, sey es unbegreiflich, wie die hannoverische ?(Megierung dem Bündniß vom 20. Mai habe beitreten können! uchè_ persönlich beleidigt fühlen und Hrn. v. Bodelschwingh "Erdern wollen!

Wii Berlin. DieDeutsche Reform" vom 25. d. M. ent» )iebtzimmt derKonst. Korresp." folgende Mittheilung:Die un# ausyarischen Flüchtlinge scheinen ihre Auswanderung nach Amerika lt imicht ganz mittellos angetreten zu haben. Klapka hat hier in gunKZerlin die Summe von 200,000 Thlr. Gold in Wechseln auf

England umgesetzt." Da diese Mittheilung darauf berechnet leilcheint, mein Wirken in Ungarn zu verdächtigen, so glaube ich henstvwohl meiner Ehre, als der meiner Unglücksgenossen die iateisöffentliche Erklärung schuldig zu seyn, daß jene Mittheilung deLine freche Lüge ist. Ich und meine Genossen haben kaum so Piel gerettet, um unsere allernächste Zukunft nothvürflig sicher du stellen. Uebrigens war ich bekanntlich in Berlin gar bericht in der Lage, frei über meine Handlungen zu disponiren, aletzèda ich während der kurzen Zeit meines dortigen Aufenthaltes voytetö von einem Polizeibeamten begleitet und bewacht worden.

Last, Klapka. kreis

las- Berlin, 24. Okt. (D. Z.) Verfasser der preußischen Denk- lung schrift, die den hannoverischen Auseinandersetzungen den Boden Er-unter den Füßen hinwegzieht, soll der braunschweigische Be- Hungvollmächtigte Herr Dr. Liebe seyn. DaS Aktenstück ist seit , der langer Zeit das wichtigste nicht blos für Preußen, sondern für v ge- Deutschland überhaupt, und Niemand wird leugnen, daß es . mit dieBrücke zum alten Bundestage" und zumvölkerrechtlichen ünfh Verein der deutschen Fürsten und freien Städte" abbricht.

Mai

schon Von der Niederelbe, 22. Oktbr. (W. Z.) Man ist in inge* den nordschleSwig'schen Städten mit den schwcdisch-norw. gebot Truppen im Ganzen recht zufrieden, nur über ihren unaus- nden löschlichen Durst wird überall geklagt. Die Offiziere sind meist päter gebildete, höfliche, schlichte Leute; ein großer Theil der schwe- I ge- bischen stammt auS Familien, die dem Adel im ehemaligen ingen Schwedisch-Pommern angehörten. Diese sprechen vorzugsweise bean- ein fließendes und ziemlich korrektes Deutsch. Die Zahl der i in* Offiziere ist bei dem schwed.-norw. Okkupationskorps eine un» dem gleich größere als es sonst bei einer so geringen Truppenmacht (4000 Mann) der Fall seyn dürfte. Die Disziplin ist bei den skandinavischen Truppen eine äußerst strenge; die Gemeinen tzung werden viel und stark geprügelt.

An-

chstcn Wie man aus Stettin berichtet, sind in Ostpreußen die Preu- Kartoffeln wirklich mißrathen; man bezahlt in Königsberg und >rhes- ^tlsit 25 bis 26 Sgr. für den Scheffel; in Stettin sind die- iieften ^lben von 16 auf 20 Sgr. gestiegen.

ndeS-

Serses ( âen. Die Wiener Zeitung enthält zwei kaiserliche, gegen "Om Gefammtministerium unterzeichnete Manifeste vom 20. mit Stober, betreffend die Ertheilung eines geordneten n da- G ru ndsteuer-Ka tasters für Ungarn und Sieben- r. bürge n.

Belgien.

Brüssel, 23. Oktbr. Der Fürst Metternich ist gestern vom König empfangen worden.

Frankreich.

Paris, 25. Okt. L. Napoleon soll dieser Tage, als einer seiner Freunde ihn ermahnte, den monarchischen Parteien zu mißtrauen und sich lieber den Republikanern anzuschließen, geantwortet haben:Ich werde nie vergessen, daß ich Artillerie« Kapitän einer Republik (der Schweiz) war."

DieGazette de France" will wissen, durch die gestern aus Petersburg und Wien der Regierung zugegangenen De­peschen sey ihr die Meldung geworden, daß die Bemühungen der Gesandten von England und Frankreich, ein Annäherung zwischen Rußland, Oesterreich und der Türkei bezüglich der ungarischen Flüchtlinge herbeizuführen, erfolglos geblieben seyen.

In der gestrigen Sitzung des hohen Gerichtshofes zu Versailles wurde das Zeugenverhör fortgesetzt, bot jedoch wenig Interesse dar, da es meistens nur untergeordnete Vorfälle betraf.

Großbritannien.

London, 24. Oktbr. Die Königin hat den Lord Mayor der City auf dessen Anfrage und Einladung davon in Kenntniß setzen lassen, daß sie, um den Bürgern eine Freude zu bereiten, sich auf ihrem Besuche der City von dem Prinzen von Wales und der erstgeborenen Prinzessin begleiten lassen werde. Dieser Besuch wird bekanntlich Dienstag am 30. d. stattfinden. Gestern saßen die Magistratspersonen den ganzen Tag beisammen, um sich über die Vorbereitungen zu diesem Tage, der wie ein all­gemeiner Feiertag und mit Stillstand aller Geschäfte begangen werden soll, zu berathen, wobei der Lord Mayor den Vorsitz führte. Auch der Herzog und die Herzogin von Cambridge und der Herzog von Wellington haben die Einladung des Lon, doner Magistrats angenommen.

Ungarn.

(Presse) ES ist beweinenswerth, welches namenlose Un­heil über das früher so blühende Ungarn gekommen. So frug ich jüngst einen verstümmelten und bettelnden Honvedmann, warum er nicht lieber in sein Heimathsdorf hinke, und dort die Pflege und Güte seiner Verwandten oder seiner Nachbarn in Anspruch nehme? Der arme Bursche antwortete mit nassen Augen: Ich habe keinzu Hause" mehr, dort, wo ich geboren, giebt eS nur mehr Trümmer und Asche." Möglich, daß er mich belog, aber die Unzahl abgebrannter Dörfer und Flecken, namentlich in Südungarn, wo der Nationalhaß den Krieg bis auf Messerstiche führte, macht seine Angabe mehr als wahr­scheinlich. Und das unglaubliche Elend ohne Geburtsort zu seyn, ereilte nicht blos den Dörfler, sondern auch den Städter. Ein guter Freund von mir, der auS einem sehr reichen Hause aus dem gleichfalls abgebrannten Neusatz bei Peterwardein stammt, sucht noch jetzt vergeblich nach seiner alten Mutter, nach seiner einzigen Schwester, ja er kann nicht einmal eine Spur auffinden, ob und wie sie umgekommen.

Türkei.

Konstantinopel, 10. Okt. (A. Z.) Nach den neuesten Berichten aus Samos standen dem türkischen Admiral Mustafa Pascha, der daS bei jener Insel stationirte Geschwader befeh­ligt, alle Mittel zu Gebote, um den daselbst ausgebrochenen Aufstand zu unterdrücken. Die Pforte hat überdies Kommis« sarien dahin abgesenvet, um über die Beschwerden der Bevöl« kerung eine Untersuchung einzuleiten.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.