Nassauische
Allgemeine Zeitung.
M 2SS Samstag den 27. Oktober
18419»
Zweite Ausgabe
Uebersicht.
lrc Damjanich.
Die englische Industrie.
— Die Forderung von bayerische» Hülfsgeldern an Preußen.
V Deutschland. Mainz (Die Cholera). — Frankfurt (Gauner
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Industrie. — Bruchsal (Herausforderung im Zuchthause). — Aus Thüringen (Die Herzogin von Orleans). — München (Amnestie- gesetz). — Hannover (H. von Gagern). — Berlin (Oesterreichisch- preußische Note in Betreff der Schweiz. Der Kirchentag zu Wittenberg. Ein Ausspruch des Ministers Manteuffel). — Königsberg (Dr. Jakoby).
— Flensburg (Erzeffe). — Aus dem Sundewitt (Die Verbindung mit Alsen. Besatzung der Insel). — Aus Holstein (Die Beamten). — Wien (Die Cholera. Die Ausweisung Hurters).
)'/, Schweiz. Bern (Die Flüchtlinge).
»7i Frankreich. Paris (Tagesbericht).
V* Großbritannien, èondo N (Oesterreich erkennt die Unabhängigkeit des
. 1 Bey's von Tunis an).
»yj Spanien. Madrid (Lola Montez sitzt verlassen von Tolosa).
'3 Griechenland. Ath en (Rückkehr der Königin. General Nikitas ff).
;Türkei. Konstantinopel (Die Unruhen auf Samos noch nicht ge- , dämpft. Unruhen in Syrien und SamoS).
* Aegypten. Alerandrien (Die englischen Kriegsschiffe sollen nach den 7i Dardanellen gewiesen seyn).
> Kopf schießen, auf daß Keiner übrig bleibt, den raizischen ! Volksstamm fortzupflanzen!" Seine glänzendste Waffenthat war der Sieg bei Szolnok. Als er nach der Affaire bei Tapio Bicske beordert wurde, dem daselbst geschlagenen Klapka zu Hülfe zu eilen, äußerte er sich gegen Görgcy: „Soll ich dem Freund Klapka immer aus der Tinte helfen?" ^Görgey antwortete lakonisch: „Nein, diesmal wird er Dich aus der Schmiere ziehen." Und so geschah cs auch noch an demselben Tage. Damjanich war es auch, der Waitzen mit Sturm nahm, wobei der tapfere kaiserl. General Götz tödtlich verwundet in die kurze Gefangenschaft der Insurgenten fiel. In Komorn brach sich Damjanich bei einer Spazierfahrt den Fuß. Diese Verletzung zwang ihn, der letzten ungarischen Kampagne, so zu sagen, als müßiger Zuschauer beizuwohnen. Sein letzter Akt als selbständiger Befehlshaber war die Uebergabe der Festung Arad an die Russen, die auch nach Görgey's Rath gleich nach dessen Kapitulation bei Villagos erfolgte. Am 6. Oktober, am Todestage des österreichischen Kriegsministers, Grafen Latour, trat auch Damjanich den letzten Gang an. Schade, daß er seine Begabung als General, seine Bravour als Soldat nicht auf legitimem Pfade so glänzend entfaltete, als es auf den Jrrgängen des Aufruhrs geschehen.
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Damjanich
Die englische Industrie
Dem Konstitutionellen Blatt aus Böhmen wird aus Pesth zur Charakteristik deS Generals Damjan ich geschrieben, daß keiner der ungarischen Generale sich besser zum populären Helden der Republikaner eignete. Schon als Hauptmann int kaiserlichen Dienste verscherzte derselbe durch seine Allianz mit der magiarischen Opposition die Gunst seither Vorgesetzten. Trotz des Mißfallens, mit dem man alle Offiziere betrachtete, die sich in die Politik mischten, war Damjanich ein eifriger Besucher der Oppofitionsklubbs, und als die unheilvolle Sonne der Märztage die breite Kluft zwischen den Kaiserlichgesinnten und den sogenannten Patrioten erhellte, schlug sich der serbische Riese Hauptmann Damjanich so offen zu den Vertheidigern der Kossuth'schen Errungenschaften, daß sich der kommandirende österreichische General bewogen fand, ihn nach Italien zu be< ordern. Die Dazwischenkunft des Battyany'schen Ministeriums wußte jedoch den gefährlichen Degen im Lande zu erhalten und er wurde damals zum Major in jener Zeit noch irregulärer . Truppen avancirt. Die Temeswarer Nationalgarde erbat sich ' Damjanich gleichzeitig als Obristwachtmeister. Später zum Obristen, endlich zum General ernannt, zeichnete er sich in dem Feldzuge im Südosten Ungarns aus, und an seinen Namen knüpfte sich so mancher Sieg. Er war der SchreckinSland, der Knecht Ruprecht für seine serbischen Glaubensgenossen gewor- — den, welche er, räthselhast genug, so glühend und unversöhnlich haßte, daß er einmal eine Proklamation des abenteuerlichen Inhalts erließ: „Ich komme, euch zuerst sammt und sonders auözurotten„ und werde mir dann selbst eine Kugel vor den
Die vom Prinz Albert angeregte große Industrieausstellung , die im Jahre 1851 stattfinden soll und zu der schon mannichfache Vorbereitungen getroffen werden, veranlaßt die Times zu folgenden Bemerkungen: Wir erwarten von diesem friedlichen Kongreß der Industrie aller Länder wohlthätige Folgen, die für uns besonders angemessen sind. Wir sind eine Insel und bedürfen des internationalen Verkehrs. Unsere Kaufleute und unsere Vornehmen bereisen das Ausland in Geschäften oder zum Vergnügen; aber die große Masse deS Volks kennt unsere nächsten Nachbarn auf dem Kontinent nur dem Namen nach. So gewerbfleißig und sinnreich unsere Landsleute sind, fehlt es ihnen doch an manchen Eigenschaften, die nicht nur zu größerer Förderung, sondern auch zum kommerziellen Erfolge beitragen. Wir verschwenden jährlich große Summen vergeblich, um eine Zeichenschule zu begründen, aber noch heute sind unsere Fabrikanten genöthigt, französische Mu, ster zu entwenden , und schätzen sich außerordentlich glücklich, wenn sie die Erfindungen von Paris und Lyon nachahmen können, ohne sie zu verderben. Im Allgemeinen haben unsere einheimischen Fabrikanten keine anderen Ressourcen als eine bet- telhafte Abhängigkeit vom Auslande, ein serviles Festhalten an klassischen und andern konventionellen Formen, und die trockensten Kopien. Unsere Lage, unser Reichthum an Mineralien, an Maschinerien, unser Handel und unsere unerschöpfliche Energie machen uns zu Gebietern auf allen Märkten; aber der unS eigene Mangel an Geschmack wirkt stets als ein Hemmschuh bei unsern Unternehmungen. Der öftere Anblick, namentlich französischer Produktion, ist geeignet, diesem Man-