^rektionShauSstrafe von einem Jahre und neun Monaten ver- ^irtheilt, wovon wegen nicht verschuldeter längerer Unter- '"suchungShaft drei Monate in Abzug kamen.
Jnkulpat, der während der ganzen Anklage wenig innere '"Bewegung verrathen hatte, hörte mit Ruhe das Urtheil an und "verließ, an der Seite des Gardisten mit einer Verbeugung >"gegen den Präsident, in stolzer Haltung den Saal.
Die Fortsetzung der Verhandlungen, die eine „Schrift- ""verfälschun a" betraf, wurde bei vorgerückter Tageszeit auf ""den folgenden Morgen bestimmt *).
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en Bruchsal, 9. Okt. (Darmst. Z.) Der neuliche Versuch einer Befreiung der politischen Gefangenen hatte zur Folge, ""daß diese sämmtlich in das Zellengefängniß gebracht worden Erfind.
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tei Rastatt, 10. Okt. (D. Z.) Vor dem Standgericht er« ""schien heute der Dragoner Schlagecker, der Anstiftung zur ^Meuterei beschuldigt. Er war schon vor und während dem nZAuSbruche der Revolution hier und hatte sich wesentlich an vaden Meutereien der Infanterie betheiligt. Man hatte allge- 'l^mein die moralische Ueberzeugung , daß er einer der Haupt- ^meuterer war. Da aber die Zeugenaussagen seine Schuld '""nicht hinlänglich darlegten, so nahm das Gericht Umgang von "wdem Antrag des Staatsanwalts auf Todesstrafe und verur« -""theilte den Angeklagten zu 10 Jahren Zuchthaus.
ai Berlin, 9. Okt. (O.-P.-A.-Z.) Der Antrag Preußens, ^die bald ige Aus schreib ung derWahlen zumReichS- •^tag betreffend, ist in dem deutschen Verwaltungsrath mitAus- ^'nahme Hannovers und Sachsens von den Vertretern der '""übrigen dem Bündnisse beigetretenen Staaten angenommen ) worden. Hannover und Sachsen haben erklärt, daß sie für den Fall der Ausschreibung der Wah- len und d er Zusa m m en b e r ufung des Reichstags von ihrem beim Eintritt in das Bündniß aufgestellten Vorbehalte Gebrauch machen würden. , Preußen an der Spitze von etwa 24 Millionen Deutschen wird nun zur Gründung eines deutschen Bundesstaates schreiten.
.Die für die Wahlen anzuberaumende Frist wird vom Lerwal- ?IU tungSrath näher sestgestellt werden, nachdem die nöthigen Ein
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leitungen von den verbündeten Staaten hinsichtlich der zu be- obachtenden Wahlbestimmungen in den einzelnen Staatsgebie- ten getroffen worden sind.
•'n walt ungSra16 * für einen Vergleich “mit Hannover und- SaH>n tzli gesprochen, indessen dürste ein solcher bei der Abneigung der genannten beiden Staaten gegen eine baldige Zusammerberw funa des Reichstags schwer zu erzielen seyn. Preußen stellt übr?genS die Befugniß Hannovers und Sach,ens, von ihrem Vorbehalte gegenwärtig Gebrauch machen zu können, entjchie- den in Abrede, und es dürfte diese Angelegenheit dem Bundesschiedsgericht zu Erfurt zur Entscheidung vorgelegt werden.
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Wien, 7. Oktober. (D. Z.) Es ist seiner Zeit viel davon gesprochen worden, als der Präsident der l""dsilchen Republik seine Adjutanten, Herrn von Persigny, nach Tun sch- land sandte. Die französischen Zeitungen haben denselben schon vor acht Tagen in Paris wieder eintreffen lassen, der Portier im „Römischen Kaiser" in Wien behauptet aber har « nackig, daß Herr von Persigny fortwährend in seinem Hotel sich befindet und man hat um so mehr Grund, diese Versicherung für die richtige zu halten, als der Vertraute LomS Bonapartes, der übrigens mit dem Ministerium in keinerlei Verbindung getreten ist, auf heute eine Privataudlenz beim Kaiser nachgesucht und bewilligt erhalten hat, „um Allerhöchst demselben seine Ergebenheit zu bezeugen/ Man wird wohl eben nicht fehl schließen, wenn man annimmt , daß Herr v Persigny nicht ausschließlich, um Sr. Majestät dem Kai er feine Ergebenheit zu bezeugen, nach Wien gereist ist und sich länger als eine Woche dort aufgehalten hat, sondern daß er zu gleicher Zeit etwas persönliche Politik für seinen Herrn und Meister zu treiben den Auftrag hat, und daß diese Politik sich speziell auf die deutsche Frage bezieht. In Einem Punkte ist die Politik Frankreichs seit Jahrhunderten konstant gewesen: sie hat um jeden Preis und auf jede Weise ein einiges mächtiges Deutschland zu hintertreiben gesucht, und LouiS Bona-
*) Da obiger Bericht nur das Wichtigste niittheilen soll, habe ich geglaubt , Einzelnes, wie die Verurthcilung zum Schadeuersatz, m die Untersuchungskosten u. A. als minder bedeutend übergehen zu dürfen.
Parte ist der Erbe dieser Politik, welche noch im vorigen Jahre die provisorische Regierung der Republik mit demselben Eifer trieb, wie einst Ludwig XIV. und Napoleon. Der deutsche Einheitsstaat ist einstweilen ohne Zuthun Frankreichs in weite Fernen gerückt, aber es scheint, als ob die französische Regierung versuchen werde, die theikweise Entfremdung Oesterreichs und Preußens zu einem völligen Bruche zn treiben, um für eine lange Zukunft das zu beseitigen, was ihre traditionelle Politik sie fürchten gelehrt.
Sonst ist wieder wenig zu berichten. Die Deputationen der Slowaken dauern fort die Zigeuner aber haben zur Zeit noch nicht um die Konstituirung zu einem eigenen Kronlande gebeten. Dagegen ist jetzt auch eine romanische Deputation in Wien, welche gegen das sächsische Element in Siebenbürgen gerichtet ist und mit Zugrundelegung des Bevölkerungsverhalt- niffeS auch auf dem „Sächsischen KönigSboden" eine vorwie- genbe Geltung für die romanische (walachische) Nationalität in Anspruch nimmt. Die Hauptstadt selbst freilich ist aller dieser Deputationen bereits zu gewohnt, um sich noch weiter um sie zu kümmern; sie hat jetzt vollauf zu thun , die neuen Einrichtungen zu bewundern, welche die Regierung im Polytechnikum und im Theresianum trifft, wo sie, im Interesse der Lehr- und Lernfreiheit, — Wachstuben für 12 Mann in Angriff nimmt.
Wien, 7. Okt. (A. Z.) Das neulich schon verbreitete Gerücht von der Verurtheilung und Hinrichtung der ungarischen Jnsurgentengenerale DamjanicS, Aulich, Kiß und Pöltenberg wird heute wiederholt; ja es heißt sogar, daß auch der ehemalige Premierminister Graf LouiS Batthyany gestern in Pesth hätte hingerichtet werden sollen. Indessen scheint weder über die Ersteren noch über*ben Letzteren erwâS Sicheres bekannt. Möchte eS sich nicht bestätigen!
Feldzeugmeister Haynau ist gestern hier eingetroffen, um dem Kaiser die Schlüssel Komorns zu überreichen. — Die offizielle Wiener Zeitung beobachtet indessen über die (am 27. v. M.) abgeschlossenen und bereits in Vollzug gesetzten Kapi- tulationSbedingungen noch immer ein unerklärliches Stillschweigen. — Se. Maj. der Kaiser wird von seinem Ausflug nach Ischl (also nicht nach Prag) heute zurückerwartet. — DaS vor einigen Tagen einen Augenblick in Umlauf gekommene Gerücht von der Abreise deS türkischen Gesandten zeigte sich gleichbald als falsch. — Die Subskriptionen auf das neue An- lehen sollen gestern Abends mit den verschiedenen auswärtigen "obe an 102 Millionen betragen haben.
Frankreich.
Paris, 7. Oktober. (O.-P.-A.-Z.) Der bevorstehend« Prozeß der Juniangeklagten nimmt schon jetzt allgemeine Theilnahme in Anspruch. Versailles füllt sich mit Fremden, namentlich Engländern, die sich dort einmiethen, um den Debatten beiwohn/n zu können. Auch haben sich dort in nicht geringer Anzahl Leute von verdächtigem Ansehen gezeigt, die von der Polizei, die in ihnen an ihren langen Bärten und spitzen Hüten Clubisten, Demagogen rc. zu erkennen glaubt, scharf überwacht werden. Die Nationalgarde von Versailles hat um die Befugniß angehalten, die Mitglieder deS höchsten Gerichtshofes durch einen feierlichen Empfang ehren zu dürfen; doch ist ihr dieses nicht gestattet worden. Zur Sicherung der Ruhe sind alle Maßregeln getroffen; die Besatzung von 5 biS 6000 Mann wird mit der Nationalgarde und der Gendarmerie dazu hinreichen. . c ,
Der Ausbau im Justizpalast und in den beiden Schloß- flügeln , die der Behörde zum Aufenthalt dienen sollen, ist vollendet, und schon die Kisten, welche die Aktenstücke enthalten, in der GerichtSstube niedergelegt. Dir beiden ersten Sitzungen werden der Hübert'schen Angelegenheit gewidmet werden, und somit die Verhandlungen erst am 12. b. SR. beginnen. Dw Mitglieder deS GeneralkonseilS von Seine und Oise find nach Versailles berufen, um verfassungsmäßig die Zahl der Geschwornen zu vervollständigen, falls am Tage der Eroffnmtg weniger als 60 Geschwornen anwesend seyn sollten. Die Angeklagten sollen nach einem diesen Morgen verbreiteten Gerücht in der letzten Nacht in aller Stille nach Versailles abgefuhrt worden seyn. ___________ ___
Verantwortlicher Redakteur: SB. H» Riehl.