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seyn." Gleich wie bei dem Gewerbe Arbeitskraft mit Kapital­kraft, Werkzeug und Material verbunden seyn muß, um zu produziren: eben so kann, bei gesellschaftlicher Produktion, der Einzelne so wenig des Allgemeinen, als dieser der Einzelnen entbehren.

Es ist ein erhebender Gedanke, daß wie in solchem Wege aller Verwirrung im Geldwesen gesteuert werden kann, so dem­nächst auch ein Zustand im Lande herbeizuführen ist, der aller Unbehaglichkeit ein Ende macht und die Gesellschaft auf die höchstmögliche Stufe von Wohlstand bringt. Kaum darf noch hinzugefügt werden, daß die sichere und feste Begründung des Wohles der Gesellschaft, so wie die Unabhängigkeit des Staa­tes von äußeren Ereignissen, seine Selbstständigkeit und seine Macht, übereinstimmend heischen, daß der innere LandeS- Verkehr durch un verzinst es und ungedecktes Pa­piergeld, der äußere Weltverkehr dagegen durch Me­tall besorgt werde. Dabei ist wohlverstanden, daß für den innern Landeödienst nur ein so großes Quantum Lanveöpapier erschaffen werde, wie es der Verkehr innerhalb des Landes und daS gesellschaftliche Interesse erheischt. Von anderem und zwar solchem Papiergelde, welches lediglich speziellen Bedürfnissen des Staats und gebieterischen Umständen sei» Daseyn verdankt, ist hier nur insofern die Rede, als bei den Verrichtungen des Landesgeldes sich noch die Aussicht eröffnen kann, etwaige Staats­schulden, wo nicht gänzlich zu tilgen, doch allmählig zu ver­ringern und späterhin unnötig zu machen. Sofern nämlich die eigenthümliche Wirksamkeit des LandeSgelbes eine breitere Unterlage im Sinne ächter Staatshaushaltung bekommt, kann dieses Papiergeld auf einen Weg führen, wo die Bedürfnisse der Gesellschaft uqb des Staals sich gleichmäßig beherrschen lassen, und es kann somit ein Vehikel zur Erzielung bedeuten­der ökonomischer Resultate abgeben. Die Vorausbestimmung ähnlicher Maßnahmen liegt indessen außerhalb des Gebietes dieser Betrachtungen; wohl aber können die handgreiflichen Er­gebnisse summarisch bezeichnet werden.

Zuerst schließt solches Landesgeld jede Besorgniß von Erzeß in der Kreation und von Mißbrauch in der Verwendung aus; es gewährt vollkommene Sicherheit; in Betracht seiner Bequem­lichkeit und festen Wertherhaltug ist eS selbst dem Golde und Silber vorzMehen.

Das durch Landesgeld abgelöste Quantum Metallgelwckann dem auswärtigen Verkehre zugewandt oder, falls dieser dessen nicht bedarf, anderweitig produktiv verwendet werden.

Bei der unfehlbar erfolgenden Vermehrung der Kapitalien im Lande wird für die Anwendung derselben eine Konkurrenz entstehen, woraus sich nothwendig die wohlthätigsten Wirkun­gen für Handel und Wandel im allgemeinen Landesverkehre, namentlich die natürlichen Mittelpreise aller Dinge ergeben werden; Vortheile, die besonders deßhalb von großem Werthe sind, weil sie nichts auf Kosten der Konsumenten errungen werden.

Allen Schwankungen der Wcrthvcrhälinisse im Lande, in- sofern sie dem Metall angehören, wird auf die kräftigste Weise Einhalt gethan.

Die Steuerfreist und sonstige Quellen des Staats- Ein- kommens werden in entsprechenden Verhältnissen vermehrt. werden.

ES werden, im Nutzen der Gesellschaft und deS Staates, kostspielige und deßhalb oft unterbleibende Einrichtungen und Unternehmungen leicht auSzuführen seyn.

Unleugbar wird unter so günstigen Auspizien die Geldkraft deS Landes sich unglaublich vermehren.

Doch nicht wird sich voraussichtlich ermitteln und in Zah­len darstellen lassen, in welchem Maße das in den ökonomischen sittlichen Bewegungen des Verkehrs und iheilweise auS der Fremde gewonnene Geld bis in die feinsten Adern des Gesell- schaflskörpers sich vertheilt und moralisch verzinset.

Deutschland

Darmstadt, 6. Oktober. (O.-P.-A.-Z.) Die heutige Ver­handlung der Anklage gegen den Redakteur derNeuen Deut­schen Ztg." Dr. Lüning, wegen Verletzung der Amtö- und Dicnstehre deS Ministerpräsidenten Jaup einigte damit, daß die Geschwornen dasNichlschuldig" aussprachen, worauf der Ge­richtshof den Angeklagten freisprach. Von beiden Seiten wur­den alle geistigen Waffen ins Gefecht gebracht; namentlich führte der Angeklagte, der nach seinem Vertheidiger das Wort

ergriff, seine Sache mit Geschick und Talent. Es handelte sich von der Auslegung des Wortes:Prellerei", das in einem Artikel derN. D. Z." in Bezug auf die Vertagung der zwei­ten Kammer durch den Minister im August 1848, während die Mehrheit derselben die Auflösung verlangt hatte, gebraucht worden war. Der Vertheidiger ließ durchleuchten, daß es dem Minister, als einem Mann, der die ungeteilte Hochachtung genieße, zunächst darum zu thun sey, durch das Geschwornen­gericht, dessen Verehrer er immer gewesen, einen Ausspruch darüber zu erhalten, ob jener Ausdruck eine Ehrenverletzung enthalte. Man kann also sagen, daß beide Theile zufrieden gestellt sind.

Karlsruhe, 3. Oktober. (N. Fr. Z.) Mit Vergnügen melde ich Ihnen, daß von den Staatsgelbcrn, welche'die Häupter des Aufstandes nach Frankreich verschleppt haben, 80,000 fL wieder beigebracht wurden. Auch soll eine bedeu­tende Anzahl von Gewehren, welche von Agenten der fg. pro­visorischen Regierung in französischen Fabriken aufgekauft und nach der Schweiz gesendet worden, an Baven ausgeliefert werden. Generallieutenant von Scharnhorst hat die Stelle eines Gouverneurs der Festung Rastatt nicht angenommen; man sagt, er habe die Absicht ausgesprochen, aus dem Dienst zurückzutreten.

Freiburg, 3. Oktober. (Köln. Z.) Peter Do rl, Sattler aus Köln, hatte als Freischärler im sogenannten Blum'schen ober Rächer-Korps gedient, war aber auch in die polnisch- beulsche Legion eingeschrieben. Er wurde nicht im Gefechte ge­fangen , sondern auf der Flucht von Bauern bei dem Dorfe Wiehre, wo sich ein anderer Freischärler Gewaltthätigkeiten hatte zu Schulven kommen lassen, die man ihm, aber ungerechter Weise zur Last legte. Unter den furchtbarsten Mißhandlungen brachten die Bauern ihn nach Freiburg. Karl F. Schroot auS Kevelaer war Kavalerie - Führer der Aufständischen und Adjutant Mieroslawski's. Er wurde imZähringer Hofe,, in Freiburg von Dragonern festgenommen, ohne den mindesten Widerstand zu leisten. Beide wurden am 23. August vom Kriegsgerichte in Freiburg zum Tobe verurtheilt. Sie kann­ten ihr Urtheil. Auf die bringende Verwendung des katholi­schen Militär-Pfarrers I. I. Kremer aus Trier wurde bas Urtheil nicht vollzogen. Aus zuverlässiger Quelle wissen wir, baß sich General-Lieutenant v. Hirschfeld dahin geäußert hat, er könne, seitdem ein Kinkel begnadigt worden, cs nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren, ein Todesurtheil zu be­stätigen. Dieses Wort ehrt den edlen Mann. Vier lange Wochen brachten die Unglücklichen nun in der bangsten Erwar­tung zwischen Leben und Tob zu, als ihnen, die sich der Hoff­nung der Begnadigung schon hingegeben, am Morgen des 26. Septbr. das TobcSurtheil publizirt wurde. Es wurde ihnen gestattet, ein Gnadengesuch einzureichen, was aber auf der Stelle geschehen mußte. Ihr Gesuch wurde auch noch von anderer würdiger Seite auf das beredtste unterstützt. Die Un­glücklichen duldeten jetzt die Schrecken deS Todes, nachdem ihnen die Hoffnung des LebenS wieder aufgedämmert war, zum zweiten Male. Am Nachmittage des verhängnißvollen Tages besuchten wir die Verurteilten. Dort bat, wenn er erschossen würde, doch beka in zu machen, daß er unschuldig sey an den in dem Dorfe Wiehre verübten Gewaltthätigkeiten. Die Bauern, deren Eigenthum verletzt worden, hatten ihm selbst das Zeug­niß gegeben, daß er der Thäter nicht sey, und ihm vom ersten Tage seiner Verhaftung täglich daS Essen in'S Gefängniß ge­bracht. Nachdem ein Kinkel begnadigt, nachdem preußische Offiziere, welche Hauptführer der Aufständischen gewesen, wie ein v. Rango, v. SchlupSky, v. Corvin Wierbitzky, nur zu zehnjähriger Festungshaft verurtheilt worden, kann die Gerech­tigkeit unmöglich noch das Blut dieser Unglücklichen fordern! Der Beispiele sind genug gegeben, und die Gerechtigkeit, wie streng sie auch sey, muß sich gleich in ihren Urtheilen bleiben, soll sie nicht zur Ungerechtigkeit werden. Da daS Urheil Dorl's und Schroot's nicht in vierundzwanzig Stunden nach der Publikation vollstreckt wurde, so darf man gewiß seyn, daß ihnen das Leben geschenkt wird; denn eS wäre mehr als unmenschlich, geschähe es nicht, nachdem die Unglücklichen schon zweimal alle Qualen und Schrecken deS Todes durchlebt haben.

Man schreibt aus Dresden: Bei der neulichen Anwesen­heit des Grafen von Palavicini, außerordentlichen Gesandten und bcollmächtigteu Minister deS Königs von Sardinien, am