Nassauische
Allgemeine Zeitung.
^U 230, Freitag den 28. September 18419,
Zweite Ausgabe.
t
Uebersicht.
Amtl ich er Theil.
Dienstnachrrcht.
Nichtamtlicher Theil.
Deutschland. Wiesbaden (Die Geschwornen). — Mannheim (Theater-Polizei). — Stuttgart (Der Prinz von Preußen. Freundschaftliche Beziehungen zu Oesterreich). — Nürnberg (Die Lehrer- Bersammlung). — Altenburg (Das Volksblatt). — Meiningen (Die Schullehrer). — Sigmaringen (Die Unterhandlungen mit Preußen. Die Domänen). — Dresden (Politische Verbrecher). — Berlin (Deputation aus dem Lande Angeln. Die deutsche Frage. Vermischtes. Neue Erfindung). — Von der Elbe (Aufhebung des schleswig-Holsteinischen Staatsgrundgesetzes. Die Flaggen - Angelegenheit. Mißtrauen gegen Preußen). — Wien (Graf Stadion).
Schweiz. Luzern (Brentano). Frankreich. Paris (Tagesbericht).
Großbritannien. London (Die Ackerbauverhâltniffe in Ulster. Antwort der Pforte auf die Forderung der Auslieferung der magyarischen Flüchtlinge. Mordthat).
Ungarn. Pesth (Der Schachspieler Grimm). — Aus dem Bivouac vor Ko morn (Mangel in der Festung).
Amtlicher Theil.
Dem als Erpeditor für die Posterpeditioii zu Eltville prä- sentirten Postverweser Nikolaus Faßbender zu Hattersheim ist die landesherrliche Bestätigung ertheilt worden.
Nichtamtlicher Theil.
Deutschland.
* Wiesbaden, 26. Sept. Die Hauptgeschwornen des hiesigen Bezirkes sind folgende: Bürgermeister Johann Leimer von Schwanheim. Johann Krämer von Stierstadt. Adam Messerschmidt von Flörsheim. Jacob Gerhard von Watzelhain. Heinrich H e im e S von Hattenheim. Schreiner Wilhelm Löw von Wiesbaden. Bürgermeister Heinrich Fleck von Zeilsheim. Assessor Usenet von Eltville. Bernhard Mai von der Hammermühle. Johann Rubröder von Oberlahn- stein. Feldgerichtsschöffe Wilhelm Poths von Wiesbaden. Bürgermeister Wilhelm Pfeifer von Oberliederbach. Philipp DieSl e r von Osterspai. Johannes Müller von Naunstadt. Philipp Rüben ach von Wisper. Gemeinderath PH. Chr. Sofmann von Wiesbaden. Friedrich Wagner von.St. oarshausen. Johannes Bangert von Laubach. Johann Georg Spriestersbach von Lollschied. Georg Pfaff ledig, von Oberursel. Joh. Adam Scheuermann II. von Langenschwalbach. Jacob Schwarz von Breckenheim. Muller Jos.
Moog von Eltville. Metallvreher Wilhelm Knefeli von Wiesbaden. Bürgermeister Schmidt von Hasselborn. Christ. Redhardt jun. von Miehlen. Bürgermeister Vollberg von Grävenwiesbach. Bürgermeister Kopp von Münchenroth. Georg Ernst von Anspach. Peter Wilhelm Besier I. von Lindschied.
Er satzg e s ch w orne: Professor Kirschbaum von Wiesbaden. Kaufm. Otto Schellenberg von da. Graveur Christian Z o l l m a n n von da. Kaufmann Heinrich Ritzel von da. Gemeinderath Wörner von da. Oeconom Daniel Stuber von da. Bierbauer Anton Kögler von da. Müller Adam Volz von der Steinmühle und Gemeinderath G. PH. Birk von Wiesbaden.
Aus der rheinhessischen Pfalz, 23. Septbr. (Mannh. I.) Eben kommt das hessische Militär nach Hause, und da an vielen Orten der Pfalz um die gegenwärtige Jahreszeit Kirmeß ist, so mögen harte Zusammenstöße zu erwarten seyn. An manchen Orten ist ihnen der Durchmarsch ober die Ankunft bereits in ähnlicher Weise verbittert worden, wie in Gießen. So unter Andern in Weinolsheim, wo einige Freiheitshelden an mehreren ihrer friedlichen Heimath zuwandernden Soldaten durch die brutalsten Schimpfworte, wie es mir von den jungen Männern selbst erzählt wurde ihre Rache zu kühlen suchten, bis sie von einem angesehenen Bürger der Gemeinde gebührend fortgeschickt wurden. Auf die Herren „Volkslehrer" sind sie nicht gut zu sprechen, und von Manchem werden Erklärungen gefordert werden wegen ehrenrühriger Aeußerungen, die sie damals, als das hessische und mecklenburgische Militär bei Ladenburg der weit überlegenen Anzahl auf kurze Zeit weichen mußte, erlaubten. Für ihre Offiziere sind unsere Soldaten begeistert und einge- nommmen, vielleicht mehr als bei jedem andern deutschen KorpS, was allerdings der beste Beweis einer guten und geziemenden Behandlungsart ist, dagegen hört man über General Peucker klagen, er habe dort bei Ladenburg nur eine Kanone, die alsbald demontirt wurde, und nur eine Schwadron Chevaur- legers nebst geringer Anzahl Infanterie dem bei weitem überlegenen Feinde entgegengeschickt und dadurch, wohl nickt absichtlich, den damals erlittenen Verlust unseres vierten Regiments und der Mecklenburger veranlaßt.
Mannheim, 26. Sept. (O.-P.-A.-Z.) Die Aufführung der „Stummen von Portici," und einige mißliebige Stellen in Stücken des jüngsten Repertoirs, veranlaßten die hiesige Stadtkommandantur j das Mannheimer Hoftheaterkomite, mit Inbegriff der Mitglieder, unter Strafandrohung vor „Anspielungen" zu warnen, „auch wenn solche in der Rolle stehen," wenn solche geeignet sind, das Verhältniß zur Obrigkeit lächerlich zu machen und aufzulockern, oder sonst dazu beitragen können, eine politische Begriffsverwirrung von Neuem herbei- zurufen oder zu fördern.
Stuttgart, 25. Sept. (Mannh. I.) Preußen wird nun dennoch die würtembergische Gränze überschreiten. DaS heißt, der Prinz von Preußen ist zum Besuche bei Hof angesagt und wird während deS Geburtstags des Königs und des am fol-