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Komorn.

Komorn. DasKonst. Blatt aus Böhmen« bringt fol­gende Beschreibung der Festung Komorn: Komorn, auf einer durch den Einfluß der Waag in die Donau gebildeten Land­zunge gelegen, ist von der österreichischen Festungöbaukunst so vorzüglich ausgerüstet worden, daß es nun den Meistern des Baues selbst als ein Riesenwerk erscheint, denselben mit be­waffneter Macht zu bezwingen. Die gegen Osten sehende Spitze der Landzunge ist von Erdfestungen und der Enveloppe einge­nommen. Von dieser Seite ist an gar keinen Angriff zu denken. Sie bildet, von Osten gen Westen gezählt, die erste Reihe der Werke. Auf sie folgt, jedoch durch einen mit Grä­ben versehenen Raum geschieden, die zweite Reihe der Werke, die sogenannte alte Festung, von welcher die Geschütze selbst über die Enveloppe und Erdfcstung hinausreichen. Auf die alte Festung folgt wieder ein freier Raum, zu dem man aus der alten Festung durch ein Thor gelangt; hierauf folgt die neue Festung, ein Meisterwerk der Befestigungskunst. Aus der neuen Festung gelangt man über Wälle und Gräben in die eigentliche Stadt. Am allerwestlichsten endlich trifft man aus die Palatinallinie, die sich vom linken Ufer der Donau bis an das rechte der Waag erstreckt. Das rechte Donauufer und das linke Waagufer hängen mit der alten Festung durch Brücken zusammen, an deren Endpunkten auf bcm rechten Donauufer der große, auf dem linken Waagufer der kleinere Brückeukopf sich befinden. Ein Sturm war nur an der Waag­seite der Palatinallinie möglich, so lange diese noch nicht vol­lendet war. Nun diese, wenn auch nur provisorisch, ausge­baut ist, dürfte auch dieser Sturm nicht leicht ausführbar seyn. Nach alldem kostet die Einnahme Komorns jedenfalls Zeit, Geld, Mühe und eine namhafte Zahl Menschenleben. Selbst wenn man die Palatinallinie hätte, müßte man, bei allenfalls fortgesetztem äußerstem Widerstände erst die neue, dann die alte Festung durch Brescheschießen nehmen.

Deutschland.

Frankfurt, 22. Sept. (K. Z.) Mit dem nahen Schlüsse des laufenden Quartals wird das einzige größere Organ, wel­ches die Demokratie im westlichen Deutschland noch besitzt, die hier herausgegebeneNeue Deutsche Zeitung« zu er­scheinen aufhören. Auch ein Zeichen der Zeil!

Mannheim, 25. Sept. (Mannh. I.) Vor dem heutigen Standgericht erschienen Joseph Schaaf, Droschkenkutscher aus Heidelberg und Jakob Kappler, Gastwirth von ebendaselbst. Beiden wird von dem Staatsanwalte von Freydorf in der gegen sie erhobenen Klage des HochverratHS hauptsächlich eine Betheiligung an den gegen die Reichstruppen, nach Verkündi­gung deS Standrechts, errichteten diesseitigen Heidelberger Neckar-Verschanzungen zur Last gelegt, thr freier Wille aber im Lauf der Verhandlung nur höchst mangelhaft erwiesen, wes­halb das Standgericht sich auch, auf die Vertheidigung des Hofgerichtsadvokaten Weller jun. hin, veranlaßt sah, von der beantragten 10jährigen Zuchthausstrafe Umgang zu nehmen und die Angeklagten vor die ordentlichen Gerichte zu ver­weisen.

Mannheim, 25. Sept. (O.-P.-A.-Z.) Die Cholera trat von gestern auf heute wieder mit besonderer Strenge auf. Es starben in dem Zeitraum von nicht 12 Stunden zirka 20 Per­sonen in Folge dieser Krankheit.

Amtlicher Bericht über den Stand der Brechruhr- Epidemie. Am 24. Septbr. Zugang 20 genesen 4 gestorben 12.

Rastatt, 21. Sept. (Schw. M.) Nicht die Cholera, sondern der Typhus fordert unter unsern armen Gefangenen sehr viele Opfer. Nach dem jüngsten Wochenblatt starben in der vergangenen Hälfte des Monats über 40 Soldaten und Wehrmänncr. Die Jahreszeit, das enge Zusammenwohnen, der Jammer und die Sehnsucht nach Hause, die volle Reue der Meisten und die Trostlosigkeit drücken die Leute nicht nur an Körper, sondern im Gemüthe nieder. Wie hat man vor der Revolution, ohne zu strafen, durch die Volksvereine und durch die Blätter, z. B.den Volksführer,« wühlen lassen und

so systematisch die Söhne des Vaterlandes in den wüsten ètrom geführt! Die. Verführer sind meistens entflohen; die Verführ­ten aber büßen nun schwer, daß sie sich den Verlockungen Jener hingegeben.

Tübingen. Das Gesetz über die Geschwornen macht es nur ganz bemittelten Männern möglich, sich dieser neuen Ein­richtung mit Liebe hinzugeben; um jedoch auch weniger Be­mittelten die Theilnahme zu erleichtern, haben sich hier meh­rere Bürger entschlossen: Männern, welchen die Ausübung dieser Bürgerpflicht wegen des Aufwandes sauer werden könnte, freies Quartier anzubieten; sie sind zugleich versichert, daß die hiesigen Geschwornen auswärts auf Gegenseitigkeit würden rechnen dürfen. (Schw, M.)

Regensburg, 21. Sept. (Naturforscherversammlung.) Zweite öffentliche Sitzung im Rathhaussaale. Auf der Tages­ordnung stund die Wahl des nächstjährigen Zusammenkunfts­ortes, und wurden in Antrag gebracht: Greifswalde, Eisenach und Rostock. Nach erschöpfender Debatte ergab die Abstimmung 27 Stimmen für Greifswalde; 41 statutenmäßig Stimmbe­rechtigte hatten sich dabei betheiligt. Von den angemeldeten Vorträgen wurden drei abgehalten: Dr. März von München, über die geographische Verlheilung des Lichtes. Professor Dr. v. Schmöger dahier, über die Oskillationen der Temperatur von Regensburg. Dr. Weissenborn von Jena, über eine neue Aus­gabe des PliniuS. Das Mitglieder-Verzeichniß zählt heute 89 Fremde und 98 Regensburger. (Rgsb. Z.)

Es ist nunmehr definitiv bestimmt, daß am 1. Oktober die ganze Eisenbahnstrecke von München bis an die Nord- gränze des Reichs dem Verkehr übergeben wird. Am Sonn­tag den 30. Sept, ist die feierliche Eröffnung.

Berlin. Die Nationalzeitung sagt: Von der Konstitu­tionellen Zeitung namentlich ist es der Erklärung des Staats­raths Römer sehr verübelt worden, daß darin gesagt wird, der Dreikönigsentwurf gehe auf Erhaltung der Adelsvorrechte aus. Von andern Seiten her ist schon darauf entgegnet, daß die dem Dreikönigsentwurfe beigegebene Denkschrift das Streben nach Erhaltung der AdelSvorrechte deutlich kund gibt. Dieselben bestehen ja auch noch zur Stunde in Preußen. Soeben geht uns der Oeffentliche Anzeiger deS Amtsblattes der Regierung in Marienwerder zu, worin wir lesen: Durch die Erkenntnisse vom 27. Septbr. 1847 und 16. Juni 1848 ist der Taglöhner Nikolaus v. Wentoch-Reckewski aus Schwornigatz wegen Dieb­stahls unter erschwerenden Umständen zu einer Freiheitsstrafe und dem Verluste des Adels und der Nationalkokarde verur- theilt. Mittels allerhöchster KabinetSorbre vom 7. Juli 1849 sind die oben gedachten Erkenntnisse von Sr. Maj. dem König hinsichtlich deS erkannten Avelsverlustes bestätigt, und wird dieses der ergangenen Entscheidung gemäß hierdurch zur öffent­lichen Kenntniß gebracht. Konitz, 28. August 1849. Königl. KreiSgericht. I. Abtheilung.

Berlin, 22. Sept. (K. Z.) Ein hochstehendes Mitglied der zweiten Kammer hat sich zum Herrn Minister v. Man­teuffel begeben und ihn um den Stand der deutschen An­gelegenheit befragt. Die Besorgnisse, welche.im Laufe dieser Woche jedes deutsche Herz erzittern machten und die von der wahrhaft liberalen Presse nicht verschwiegen worden sind, ver­anlaßten diesen Schritt. Der Herr Minister erwiederte: Wir halten fest an unserem Programm. Der Abgeordnete sprach von einer Interpellation, die von der Tribüne herab an das Ministerium gerichtet werden könnte, und Herr v. Man­teuffel sagte: er wäre darauf gefaßt. Wir vernehmen, daß morgen Abend eine Generalversammlung der Partei Beckerath- Simson stattfinden wird und daß hier über die Form der In­terpellation berathen werden soll. Ueberdieß ergehen Beruhi­gungen von ministerieller Seite her (so heute in derKousti- tutionellen Korrespondenz"). Es gibt ein magisches Wort, das Preußens Regierung nur zu sprechen braucht, um die Gemü­ther wieder frisch zu beleben. Dieses Wort ist die Beru­fung des Reichstages gleich nach Vollendung der VerfassungSrevision, die Berufung deS Reichstages, und wäre es zuerst nur mit den kleinen Regierungen, die uns sieben Millionen Deutsche zuführen. Das Prinzip wäre dann gewährt, bethätigt, die Phrasen zu Ende, und wir wollten sehen, wie lange Hannover und Sachsen österreichisch blei­ben, wenn wir echt und wahrhaft deutsch geworden.