I
es» Baron Kraus nannte eine solche Maßregel einmal gegenüber U dem Reichstage, wenn ich nicht irre, eine gehässige Besteuerung in-der Volksbildung, und wir erinnern ihn jetzt daran.
li- Unsere Journale stimmen heute einmal alle überein in na- Die Zonalem Bewußtseyn. Sie jubeln insgesammt über die Eren folge eines deutschen Oesterreichers Namens Johann David, H welchen der König von Persien zu seinem Faktotum vor allen Inländern auSersehen hat.
Die Zufuhren, welche Wien jetzt an Lebensmitteln re. er- èi hält, sind außerordenllich und erregen immer wieder die Frage „ W warum im kleinen Verkehr noch keine Erleichterung eintritt.
ifr!
th N!
■tu 5t M
ie IM
rr- h' ni af «I et lt, ec d,
e» lS
>ii 16 'S a.
’n in in ?n rs
h
16 t,
h' ni n p et n, ii
t fr ji
5 < f' e et fr
in ft
v n
ec
Gestern passirten z. B. die Taborlinie 300 Wagen, welche einen Zug bis Florisdorf bildeten. Sie brachten uns 1500 Eimer Wein, 400 Zentner Mehl und eine große Menge Körnerfrüchte. Ueberdies sandte uns Bessarabien den ersten Transport Schlachtvieh (1317 Stück).
Wir dürfen seit vorgestern sogar den seit November v. I. aus politischen Gründen unzugänglichen Stephansthurm wieder besteigen, da nun keine Signale für die Ungarn mehr zu fürchten sind. Seit der unglückliche Messenhauser seine Leuchtkugeln von der Spitze des Thurmes durch die Nächte des 23., 28. und 30. Oktobers gegen Schwechat leuchten ließ, hat ihn Niemand mehr betreten, als der Thurmwächter und die Stabthauptmann« schaft, als sie die deutsche Fahne entfernte, welche die Bürger nicht eigenhändig entfernen wollten.
Gestern ging die Adresse der hiesigen Bürgerschaft, welche die Kaiserin Mutter zur Rückkehr nach Wien einladet, mit mit 22,000 Unterschriften bedeckt, durch eine Deputation nach Salzburg ab. Der Handelsstand wird" eine Adresse in demselben Sinne an den Kaiser Ferdinand absenden. Die Pesther Zeitung bringt heute wieder 8—10 Verurtheilungen, worunter jedoch glücklicher Weise kein Todesurtheil.
Wien, 9. Sept. (A. Z.) Seit gestern ist alle Welt auf den Beinen um Görgey der auf der Durchreise begriffen seyn soll zu sehen. Um doch wenigstens etwas von ihm erzählen zu können behaupten viele Enthusiasten die historisch gewordene Nachtmütze, in welcher der ungarische General seit der Schlacht Von Komorn seinen verwundeten Kopf gewickelt, gesehen zu haben.
Die Allg. Ztg. Korrespondenz meldet die am 5. Sept, erfolgte Unterwerfung Peterwarbeins. Die Komorner Besatzung, jetzt von Graf Paul Esterhazy befehligt, scheint noch immer zum äußersten Widerstand entschloffen.
Des Kaisers Reise nach Teplitz und Pillnitz wird mehr und mehr auf eine beabsichtigte Verlobung desselben mit einer Prinzessin von Sachsen (der zweiten, in demselben Jahr wie der Kaiser gebornen Tochter des Prinzen Johann, nämlich 1830) bezogen. ES soll auch von einer Verbindung mit der Großfürstin Katharina, Tochter des Großfürsten Michael, die Rede gewesen seyn. Möglich, daß die in der letzen Zeit eingetretene Spannung mit Rußland dazu beitrug, dieses Projekt das einen in Petersburg lang gehegten Wunsch erfüllt hätte, in den Hintergrund zu schieben, so daß die deutsche Verbindung den Vorzug erhielt, die auch in staatlicher Beziehung segensreich wirken kann, wäre es auch nur, indem sie den Kaiser Franz Joseph von den russ. Familieninteressen fern hält. Die Vereitelung des früheren russischen Projekts dieser Art (in Bezug auf den Palatin Erzherzog Stephan) verdankt man bekanntlich der Kaiserin Mutter, die auch auf den von Unständen gebotenen Rücktrilt des Kaisers Ferdinand und den Verzicht des Erzherzogs Franz Karl den entscheidendsten Einfluß geübt haben soll. Es ist daher ein glückliches Zusammentreffen, daß eben eine Deputation von Vertrauensmännern von Wien nach Linz abging, um der Kaiserin Mutter eine Adresse zu überreichen, worin sie um Rückkehr nach der Kaiserstabt gebeten wird.
Von Fürst Metternich heißt es, er wolle von England nach Florenz übersiedeln. Deutsche Blätter berühren wiederholt das Gerücht, daß er an den Denkwürdigkeiten seines Lebens arbeite. Wer könnte Denkwürdigeres schreiben!
Triest, 5. Sept. (Wnd.) Gestern war die erste Fahrt nach Venedig; 160 Passagiere eilten mit der Venezia über den Golf, theils um theure Freunde oder Verwandte wiederzusehen, theils um die lange zerrissene Bande tzeS Verkehrs wieder zu knüpfen. Heute wird das erste Dampfschiff von Venedig herüber kommen. So findet nach und nach Alles wieder die gewohnten Fugen.
Frankreich.
Paris, 10. Sept. Man spricht sehr stark von der Erhebung Jerome Bonaparte'S, des früheren Königs von Westphalen, zur Marschallswürde von Frankreich. Eine im „Mo- nilettzr" der Armee dieser Tage veröffentlichte biographische Notiz über seine Laufbahn scheint als Vorläufer zu der Ernennung zu dienen. Jerome Bonaparte ist gegenwärtig der älteste französische Divisionsgeneral.
Italien.
Trotz der Fassung des Briefes Louis Napoleon'S, welche denselben als ein rein konfidentielles Schreiben erscheinen läßt, ist es nach dem übereinstimmenden Zeugnisse von pariser Blättern, die halb-offizielle „Partrie" mit eingeschossen, kaum länger zu bezweifeln, daß das gesammte französische Kabinet, Fallour nicht ausgenommen, ihn vor der Absendung kannte, mithin gegen seinen Inhalt nichts cinjv« wenden hatte. In Italien hat der Brief einen eigenthümlichen Eindruck hervorgebracht ; die meisten italienischen Journale halten ihn nämlich für unrecht. Im „Giornale di Stoma* war er vor dem 31. Aug. weder veröffentlicht, noch überhaupt erwähnt worden, obgleich er um jene Zeit schon die Runde durch ganz Rom machte.
Zu diesem Dokumente, den großen französisch-italienischen Ereignissen der letzten Zeit, hat sich nun ein anderes, nicht minder bedeutendes, gesellt, welches möglicher Weise d i e römische Frage in ein neues Stadium führen, ja, sie völlig umgestalten kann: der beabsichtigte Fürst en-Kongreß zu Laibach. Oesterreich, Neapel, Toskana und vielleicht — der Pabst wollen dort über die Geschicke Italiens rathschlagen. Frankreich ist seinen eigenen Weg gegangen; es wendet sich die Lage der Dinge, und es scheint, als wollten die übrigen katholische« Mächte Frankreich hinwiederum von ihrem Rathe ausschließen. Allerdings wird nicht gesagt, daß die Angelegenheiten des Kirchenstaates in Laibach den Gegenstand der Besprechung bilden sollen; doch wird dies nothwendig der Fall seyn.
Großbritannien.
Loudon. Der englische „Globe", das halboffizielle Orga« des britischen Ministeriums, enthält in einem Artikel über die deutsche Angelegenheit Folgendes: „Vor sechs Monaten hatte keine nichtdeutsche Macht ein Jnterrcsse daran, Preuße« die Oberhoheit im Reiche zu sichern. Jetzt hat Fürst Schwarzenbergs Politik jedem Staatsmanne, dem an der Aufrechthaltung des europäischen Gleichgewichts liegt, und jedem kleine, ren Lande, welches für seine Rechte und Eristenz besorgt ist, ein direktes Interesse gegeben, die Vollendung dieses Planes ! zu fördern. Fürst Schwarzenberg und seiner Patronin, der ! Erzherzogin Sophie ist es glücklich gelungen, Oesterreich in ! diese gehässige Stellung zu bringen, wo jeder Schritt, den daS i Land zu seiner eigenen Erhaltung thut , uns mit Besorgniß erfüllen muß über die gleichzeitige Machterweilerung seines Besitzers.
In unserm Lande (England) wenigstens wird man schwerlich in diesem Punkte sorglos zusehen. Die Debatten der letzten paar Monate haben die englischen Liberalen mit der Hinfälligkeit der österreichischen Regierung und mit ihrer Mißachtung für die Freiheiten, die sie zu bewahren verhieß, bekannt gemacht. Obwohl die englischen Liberalen nicht Willens sind, irgend eine thätig eingreifende Theilnahme zu zeigen bei der Wendung, welche die innere Politik fremder Länder einschlagen mag, so können sie doch unmöglich mit Gleichgültigkeit dem Kampfe zuschauen, der noch in Deutschland zwischen den Prinzipien deS KonstitutionalismuS und der Willkür schwebt — so müssen sie doch der Regierung deS Grafen Brandenburg allen mögliche« Erfolg wünschen in ihrem patriotischen Bestreben, die Frage zu einer friedlichen Lösung zu bringen."
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.