bind Personen erkrankt, und davon 39 gestorben. Die Epidemie ist t (id stark im Abnehmen.
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nter Berlin, 30. August. Die Nachricht von einem Schlag- ostei anfall des Großfürsten Michael bestätigt sich, falsch war dagelb gen das Gerücht von seinem schon erfolgten Tode.
ideS Wien, 29. Aug. (Wiener Z.) Nach Privatbriefen aus eaei Semlin vom 25. hatte man dort die Bestätigung der Nachricht dèm von der Ankunft Koffuth's, Bem'S und Dembinski's in Alkali i^er (Alt-Orsova) erhalten. Man vernimmt, daß der dortige Pascha, §nd unter dessen Schutz sie sich begaben, am 22. ihre Weiterreise noch nicht gestattet hatte. —
di Aus Jassy wird gemeldet, daß die polnische Legion, 800 Zieh Mann stark, an der Moldauer Gränze die Waffen gestreckt und ige« sich ergeben hat. Sie wird als eine Raubritlerhorde geschil- dem dcrt, in welcher die Elite polnischer Propaganda sich befunden irled habe. Offizielle Daten liegen uns hierüber nicht vor. Nach brieflichen Berichten aus Pesth vom 28. d. war die (amtlich ieser noch nicht bestätigte) Nachricht dort angelangt, daß Orsova von ichei den kais. Truppen besetzt sey, und daß sich Kossuth mit Bem dem und Dembinski noch am 24. in Neu-Orsova befand.
Am ipen ----
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dem Preßburg, 27. August. (A. Z.) Daß der Ungarijche Jn- lie- surrektionskrieg im Verscheiden ist, beweisen wohl die vielen )ird, Gefangenen und Ueberläufer, die fast täglich in großer Anzahl von hier eingebracht werden. Heute erst sahen wir eine solche
Schaar, halbnackte Gestalten, Kossuth-Husaren, Honved, Czi, löb, kos, alles durcheinander. Selbst vom Görgey'schen Korps ka- lsten men bereits Einzelne hieher, die, vom Oberkommando mit raße Reisegeld versehen, in die Heimath geschickt wurden. Obgleich das die Feindseligkeiten bei Komorn gänzlich eingestellt wurden, so daß die kaiserlichen und magyarischen Vorposten sich gegenseitig Besuche abstatten, kann die Straße nach Pesth bis zur Stunde uw nur auf Umwegen befahren werden. Kaiserliche Lieferanten, sich, die bei dem letzten Komorner Gefecht in die Gefangenschaft der Isin, Insurgenten gèriethen, sind gestern hieher zurückgekehrt. Nach igen ihren Aussagen könnte die Besatzung nur durch die vortheil- rher Hastesten Bedingungen zur Kapitulation bewogen werden, fe^r Ein Umstand, welcher die Aufmerksamkeit des Ministeriums ven, jn vollem Maße in Anspruch nimmt, ist die ungarische Bank« her- notenfrage. Täglich werden in Pesth vom Kriegsgericht Strafen von für djx Verausgabung dieser Noten vekretirt; und doch kann richt es nachgerade nicht durchgeführt werden, daß der arme Mann dem sein letztes Geld ohne alle Entschädigung vernichtet sehen soll, clusi In einem so geldarmen Land wie Ungarn, kann eine Maßregel, lber- j^ so lange sie dem Feinde schaden konnte, nothwendig war, ceis- vas größte Unheil herbeiführen. Die Insurrektion ist in voller Amt Auflösung begriffen und ganze Truppenkorps ergeben sich an sehr die Russen. Diesem letztern Umstand wird hier große Wichtig- ende feit beigelegt; obgleich die Magyaren sich schon aus dieser Ur- 'eiö» fache lieber den Russen ergeben, weil sie von dieser Macht als mter Kriegsgefangene, von den Kaiserlichen dagegen als Rebellen )erd behandelt werden.
Der Pesther Zeitung berichten Augenzeugen, daß die sich eä zerstreuenden Honved's des Görgey'schen Korps durch die aus- t i2 gestandenen Entbehrungen und Strapatzen in einem wahrhaft >|U11 erbarmungswürdigen Zustände sich befinden. Man sah sie in
Ortschaften, durch welche sie kamen, Melonenschalen von der ibe« @4K aufheben, um daran ihren Hunger und Durst zu stillen, eise- Reisende von Debreczin erzählen, daß die Straßen von ganzen iteii, 3ügen heimkehrender Honveds und Landstürmler bedeckt sind, voi! welche um Spottpreise Pferde, Monturstücke und andere Hab- ir6(i seligkeiten verkaufen, um nur einén Zehrpfennig zu erhalten, indem ihnen schon längere Zeit her kein Sold auögczahlt wor- . den. Unbeschreiblich soll die Verwirrung, Bestürzung und >aie- Rathlosigkeit, welche nach der Temesvarer Schlacht, der Ab- Mi dankung und der Flucht Koffuth's und der darauf erfolgten dem Waffenstreckung des Görgey'schen Korps unter den mitgezogenen und- Beamren herrschte, gewesen seyn. Viele derselben haben durch cin teilweise oder völlige Wegnahme deS Bartes, Beschneidung der Haare, Verkleidung u. s. w. die absonderlichsten Mctamor« . phofin an sich vorgenommen, um ihre Personen unkenntlich zu nnt« ^‘^^1'.- Niedergeschlagenheit, stumpfes Hiubrüten wechseln mit 68 Ausbrüchen des ZorneS, Sewssamlagen, gegenseitigen Be
schuldigungen, Verwünschungen gegen die Urheber ihres und des allgemeinen Unglücks. Szemere selbst soll in einen dem Wahnsinn nahen Zustand verfallen seyn.
Arad, 20. August. (P. Z.) Allgemeine Verwunderung erregt das Benehmen der russischen Offiziere gegen die durch Kapitulation gefangenen ungarischen Offiziere. So z. B. lud letzthin G.L. Graf Rüdiger den A. Görgey nebst allen den gefangenen Koryphäen der magyarischen Insurrektion zum Dine: ein und saß während desselben zwischen Görgey und Kiß. An Görgey lobt Alles sein ruhiges, bescheidenes und dabei doch bestimmtes würdevolles Benehmen, das sich schon in seiner äußeren Erscheinung kundgibt; denn während die andern Rebellenchefs in glänzenden Uniformen, bedeckt mit Schärpen, Orden und allerlei Flitter erscheinen, trägt er blos den einfachen HonvedSrock und den gewöhnlichen grauen Calabreser, ohne alle Abzeichen eines frühern Ranges. Er trägt seinen Kopf, der noch an der am 2. Juli erhaltenen Wunde leidet, verbunden, und sieht sehr ernst auS.
Die Nachrichten aus Ungarn verlieren nun ihr Interesse; die Ergebung einzelner ungarischer Abtheilungen, die Verbrennung von Koffuth-Noten, Verurtheilungen und Hinrichtungen: — das wird von jetzt an der monotone Inhalt dès ungarischen Artikels seyn, wenn die Reorganisation noch längere Zeit auf sich warten läßt.
Leider sehen wir die Oesterreicher ihren Sieg nicht durch Milde vervollständigen. Zwar ist der gesummten Mannschaft vom Feldwebel oder Wachtmeister abwärts vollständige Amnestie ertheilt, aber natürlich war ein anderes Verfahren unmöglich; wir lesen übrigens dennoch, daß Tausende von Ungarn nach Italien geschickt werden.
Italien.
Die Stadt Venedig hat über 1 Mill. Zwanziger zusam- mengelleuert, um sie unter Diejenigen zu vertheilen, welche von der Amnestie ausgeschlossen sind und für den Augenblick nach Alerandrien abgehen. Bis zum 31. Aug. darf Jedermann die Stadt verlassen, außer den dazu Autoristrten aber Niemand hineingehen. (C, Bl. a. B.)
Monza, 20. Aug. F.-M. Graf Redetzky hat die eiserne Krone des lombardisch -venetianischen Reichs nebst den dazu gehörigen Königsattributen, welche Schätze vor Beginn der Feindseligkeiten mit Piemont (im März l. I.) der größern Sicherheit wegen von hier nach Mantua geschafft wurden, wie.« - der hierher bringen und gestern, am Geburtstage des Kaisers, feierlich unserer Domkirche übergeben lassen. Die Aufbewah- i rung dieser Reichskleinodien erfolgte nach dem abgehaltenen j Tedeum. (W. Z.)
Türkei.
Konstantinopel, 15. August. Die Kawasse der österr. ■ Gesandtschaft sind seit einiger Zeit Tag und Nacht beschäftigt, eine Ausübung der Blutrache zu verhindern, welche eine große ! Zahl der hier wohnenden Kroaten an einem Peroten ausüben ■ will. Ein Kroat hatte nämlich im Dienst eines Peroten , der ein Haus vor den Thoren hat, wegen übermäßiger Forderungen seines Dienstherrn Streit mit diesem; darüber kommt der Sohn des Hauses von der Jagd, legt daS Gewehr auf den Diener an und zerschießt demselben den Arm. Während nun der Unglückliche im Spitale daniedcrliegt, sind einige fünzig Kroaten vor dem Hause erschienen, haben den Sohn gejucht, um ihm das Gleiche zu thun, und weil er nicht gefunden - wurde, das Haus stark dcmolirt, mit der Drohung, sie würden ; wiederkommen und es müsse auch dem Sohne der Arm kosten. , Seitdem halten einige zehn Kawasse alle Nächte Wache in dem i Hause.
! Verantwortlicher Redakteur: W. H« Riehl.