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Bundes von 1815, und es wird nothwendig ein engerer und ein weiterer Bund.

Bisher habe ich nur von Oesterreich gesprochen, weil ich mich der Hoffnung nicht entschlagen konnte, daß alle andern deutschen Staaten noch beitreten werden. Sollten Einzelne sich nicht entschließen, einen Theil ihrer Souverânetâl für das Ganze zu opfern, so wird ein gemeinsames Zentralorgan zu bilden seyn, welches auf der bisherigen Basis errichtet werden muß, ein völkerrechtlicher Verein.

Durch HcrKrllunng eines solchen würde der engere Bund nicht verlieren, er ruht auf Gesammtregierung und Parlament.

Im innern Bundesstaate ist so lange unverbrüchlich am Gegebenen festzuhalten, bis ein Anderes gemeinschaftlich be­schlossen worden.

Ermessen Sie, meine Herren, ob und in wie weit sich hiernach die Vorbehalte einzelner Regierungen rechtfertigen lassen.

In den Grundbedingungen wird Preußen nicht weichen und wanken, im Detail sich nachgiebig erweisen. Sollte das Werk nicht gelingen, so soll man nicht den Haß gegen Preußen aufstacheln. Wir wollen dann nicht durch Formen das Volk zu täuschen suchen und wollen ihm ein klägliches Schauspiel ersparen. Sobald diese Staaten sich werden entschieden haben, werden die Regierungen mit der Berufung des Parlaments vorschreiten. Bis dahin bedarf cs eines interimistischen Or­ganes, da jetzt An solches nicht mehr besteht. Der auf Be­schluß vom 28. Juni v. I. geschaffenen provisorischen Zentra- gewalt fehlt die Grundlage ihrer Eristcnz, die Verantwort­lichkeit.

Meine Herren, die Regierung wird ihre Mission bis an die äußersten Grenzen des Möglichen verfolgen. Ob auch dieser welthistorische Augenblick vorübergehen wird, ohne die tiefe Sehnsucht der Patrioten zu erfüllen, hängt zunächst von der Beurtheilung der öffentlichen Meinung ab. Ihr Urtheil wird schwer wiegen. Sie und alle unbefangenen Männer werden der Regierung nicht vorwerfen, daß sie Oesterreich habe hinausdrängen wollen. Sie werden nicht voraussetzen, daß Preußen seine Verbündeten unterdrücken werde. Sie werden auch den Vorwurf der Hegemonie-Gelüste zu'würdigen wissen, weil sie die Lage Preußens vom 3. April kennen. Preußen erfüllt schwere Pflicht. Es will nicht nehmen, es will geben.

Es ist stark genug gewesen, nicht blos sich selbst zu retten, sondern auch feinen Bundesgenossen beizustehen, den dank­baren wie den undankbaren. (Bravo.). Es kommen Zeiten, wo man uns wird Gerechtigkeit wiederfahren lassen, wenn die patriotischen Wünsche auf das Maaß des Erreichbaren zurückge­führt sind.

Preußen wird bis zur äußersten Grenze deS Möglichen gehen, es wird die Rechte der Großen, wie der Kleinsten wahr­nehmen, am meisten aber die Rechte der großen Nation! (Leb­hafter, anhaltender Beifall).

Deutschland.

Wiesbaden, 1. September. In No. 207 d. Bl. wird von Weilburg ans ein Gegenstand zur Sprache gebracht, der von hoher Wichtigkeit ist; cs ist der Religionsunterricht an den höheren Lehranstalten des Landes, insbesondere an den Gym­nasien. Wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, hat die obere evangelische Kirchenbehörde diesem Gegenstände bisher schon ihre volleste Aufmerksamkeit gewidmet, und namentlich in der letzten Zeit wiederholte Schritte gethan, die aber, wie cs scheint, bis jetzt noch nicht zum Ziele geführt haben.

Bis zur Organisation des Schulwesens im Jahr 1817 waren bekanntlich nicht blos die unteren, sondern auch die höheren Lehranstalten deS Landes in enger Verbindung mit der Kirche. Die Lehrer an den Gymnasien waren meist ordinirte Theologen und ertheilten als solche den kirchlichen Religions­unterricht. Nach seiner Organisation, wodurch der Verband der höheren Lehranstalten mit der Kirche sehr gelockert, aber doch insoweit noch festgehalten wurde, daß man bei Errichtung und Besetzung der Pädagogien aus die Konfession Rücksicht zu neh­men versprach, wurde der kirchliche Religionsunterricht an den Pädagogien den Geistlichen hingewiesen, wofür dieselben eine Renumeration auS dem Zentralstudienfonv empfingen. An dem Gymnasium wurde dieser Unterricht, so viel wir wissen, in den

oberen Klassen von dem Direktor der Anstalt ertheilt. Erst vor einigen Jahren wurde auch bei dem Gymnasium die Ein­richtung getroffen, daß, wie in den Pädagogien, der ReligionS, unterricht einem Geistlichen übertragen wurde, welcher als Leh­rer der Anstalt einen Gehalt dafür aus dem Zentralstudien, fond bezog. Daß diese Vergütung aus dem Zentralstudienfond zu leisten sey, konnte um so weniger bezweifelt werden, als dieser Fond seinen Hauptbestandtheilen nach aus ursprünglich- kirchlichem Vermögen, welches dem kirchlichen Nnterrichtswescn gewidmet war, gebildet worden ist, und als sowohl vor, als nach dem Jahre 1817 die, welche diesen Unterricht ertheilten, daraus besoldet worden sind. Erst im vorigen Jahre wurde dieser Unterricht auf eine Weise angegriffen, die wir hier nicht näher bezeichnen wollen, und wurden in Folge dessen die Ren- numerationen aus dem Zentralstudienfond gestrichen. Daß die Regierung, soweit auS den ständischen Verhandlungen zu er­sehen ist, nicht kräftiger in dieser Beziehung ausgetreten ist, kann nach unserm Ermessen nur bedauert werden, findet aber wohl in den damaligen Zeitverhältnissen Entschuldigung. In­deß ist zu Würstchen, daß die Regierung nicht unterlassen möge, zu geeigneter Zeit den Gegenstand wieder aufzunehmen, inzwi­schen aber DaS einstweilen vorzukehren, was für den Augen­blick nothwendig ist.

Rastatt, 26. August. (B. M.) Den Frauen Kinkels und Corvins, welche vor einigen Tagen wieder hierhcrgekommen waren, wurde der längere Aufenthalt in der Festung nicht ge­stattet. _______________________

Frankreich.

Paris, 27. August. Die Verlobung deS Präsidenten der Republik mit einer schwedischen Prinzessin wird nun als ab­geschlossene Sache betrachtet. Ein engeS Bündniß zwischen Rußland, Oesterreich, Preußen, Schweden und Frankreich, um die Welt vor allen weiteren Uebcrgriffen der Anarchie zu be­wahren, soll das Resultat des letzten lebhaften Depeschenwech­sels zwischen den Großmächten seyn. Ein allgemeiner Fürsten- kongreß soll demnächst veranstaltet werden.

Der Präsident der Republik hat einen -^

Abbe Corsini, zu seinem Almosenier ernannt. Dies schmeckt etwas nach dem Hofstaat eines Monarchen. Der Minister des Innern ist dafür um so republikanischer. Er hat so eben einen Unterpräfekten abgesetzt, weil derselbe zu Rambouillet den durch­reisenden Präsidenten mit einer Rede begrüßte, deren Schluß lautete:Dies prächtige Dampfboot trägt den Casar und sein Glück! Es lebe LouiS Napoleon!"

Ungarn.

Der Presse entnehmen wir folgende Notiz, die ihr ohne Datum von Preßburg geschrieben wird:Ein aus der Ge­fangenschaft von Komorn Entlassener erzählt, daß während deS Ausfalls am 3. die in der Festung befindlichen gefangenen kaiserlichen Truppen den ernsthaftesten Versuch gemacht haben, sich der Festung zu bemächtigen. Sie unterlagen jedoch der Uebermacht, ein kais. Major wurde zum warnenden Beispiel gehängt, die übrigen Soldaten mußten mit blutendem Herzen der Erekution beiwohnen."

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl

Frachtpreise.

Namen der Städte.

Datum der Pr elfe.

Waizen pr. Malter

Psdlflstkr.

Korn vr. Malter

Gerste vr. Malter

WM st Ifr.

Hafer pr. Malter

WM st |fr.

WM st

kr.

Bingen

29. August

260

7

12

266

5

6

147

3 56

129

3

32

Diez.....

24. Auguit

310

11

58

290

8

22

260

7

10

Dillenhâ . . .

25. August

300

13

10

300

9

40

260

8

190

6

10

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31. August

215

6

58

196

4

59

75

4

136

3

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21. Jul.

14

30

8

50

7

4

15

Herborn . . .

18. August

320

13

360

9

260

7

40

200

5

20

Mainz.....

17. August

200

7

31

200

5

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200

4

30

200

6

14

Wiesbaden ... .

30. August

170

6

15

160

4

15

144

4

96

2

50

Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.