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H-on anderer Seite auch Projekte auf, welche einer größeren ^«Bereinigung entgegen arbeiten und statt derselben einen ent- litaegengesetzten Stâatenbund Vorschlägen. Dieser letztere soll teauS den südwestlichen Ländern, nämlich Bayern, Würtemberg, ieBaden, Hessen und Nassau bestehen, und es wird deßhalb häufig mund vielfach die Frage aufgeworfen, zu welchem der beiden Staatenbunde beizutreten Nassau sich entschließen solle? Es Mist eine Lebensfrage für unser Land und unser künftiges Wohl ) Lybet Wehe von deren Entscheidung abhängig. Ich habe nur mdaher die Mühe gegeben, viele erfahrene und intelligente Ge- mschâftsmänner und Landwirthe über diesen Gegenstand zu spre- enchen und ihre Meinung darüber zu vernehmen, und von allen r< bei welchen nicht besonderer Preußenhaß aus politischen >e-odrr gar konfessionellen Gründen vorherrschte daS einstim- a-mige Urtheil vernommen:

tizWenn denn vor der Hand der allgemeine Wunsch nach H einem einigen ganzen Deutschland noch nicht erreichbar ist, so wollen wir doch lieber einem großen, kräftigen, als einem klei, sr nen und schwachen Staatenbunde angehören."

ls Besonders würde dann der materielle Punkt noch hervor, Htgehoben, was haben wir von einer Verbindung mit ck-Nord- oder Süddeutschland zu erwarten? Wohin ^eLeht der Absatz unserer Produkte, wer kaust unser Getreide, n, unsern Wein, unser fettes Vieh nebst übrigen Lebensmitteln, >er'wovon wir besonders auf der rechten Seite der Lahn und auf n, dem Westerwald Ueberfluß haben? Doch wohl niemand n-Anders, als die großen Rheinstädte Rheinpreu- je, ßens und überhaupt der Norden Deutschlands, n. Wo zirkulirt das meiste Geld, wo wird mehr gekauft und fon# He sumirt als in den Fabrikdistrikten des Bergischen und der ich Grafschaft Mark? Wohin sind wir daher als meist Ackerbau te. treibendes Land und Produzenten von der Natur angewiesen? en doch wahrlich nicht an den Süden, der Alles, was wir crzcu« en:gen, in noch größerem Ueberfluß besitzt, und der noch billiger als wir verkaufen kann. Man müßte daher mit.Blindheit 'ge, eu schlagen seyn und die eigenthümliche Lage unseres Herzog, nd Hums gar nicht kennen, wenn man auch nur einen Augenblick ter zweifelhaft über die Wahl seyn könnte u. s. w.

W Ich war zwar vorher schon derselben Meinung, nachdem ser ich aber wie aus einem Mund ein und dieselbe Ansicht ich vernommen hatte, stieg der heißeste patriotische Wunsch bei mir be- auf, daß unser Gouvernement nicht länger anstehen möge, dem m, Anerbieten der genannten drei Königreiche sich anzuschließen, as und bin bei mir überzeugt, daß eS sich des DankeS des über- ie- wiegend größeren Theils deS Landes zu erfreuen haben würde. )re â 9»

en, Karlsruhe, 22. Juli. (K. Z.) Die aus demSchwäb. ol* Merk." in viele Blätter übergegangene Nachricht über die Be- M schlagnahme schweizerischen Eigenthums in Baden entbehrt bis fitzt jeder Wahrheit. Die neuesten Beschlüsse der schweizerischen lnd Bundes-Behörde lassen im Gegentheil erwarten, daß die Flücht- lings-Angelegenheit, so wie die Frage über die Auslieferung der 'fle Waffen, Munition und Gelder zur Zufriedenheit unserer Re­gierung entschieden werde. Thatsache ist, daß die preußischen ^rte Waffen den schweizer Bürgern einen gewaltigen Respekt ein- flößen; namentlich sind es die reichen baseler Herren, welche ?le in einem feindlichen Zusammenstöße mit Preußen eine Okku- en. pation ihrer Stadt und der am Rhein zunächst liegenden Kan­in tone mit Recht befürchten, und alsdann voraussehen, daß sie die Zeche allein bezahlen können.

ten, Von der Niederelbe, 22. Juli. (W. Z.) Schleswig­oie Holstein rüstet lebhaft. Schon morgen werden aus allen Theilen er# des Landes die 2630jähr. unverheiratheten und die 20jähr. Ft# Dienstpflichtigen, sowie zahlreiche Freiwillige nach Rendsburg an- sich begeben. (AuS Altona allein gehen morgen 450 Waffen- ttel fähige dahin ab.

fast . Auch die Kieler Universität hat offen mit dem König von Dänemark gebrochen. Vor einigen Tagen hat sie nämlich dem Superintendent Probst Nielsen in Schleswig honoris causa den Doktortitel verliehen, und zwar unter den AuSspicien der Statthalterschaft (sub anspiciis summi magistratus Slesvico- Holsatici, imperii Germanici auctortiate instituti).

im

Dänemark.

ter' _ . Kopenhagen, 20. Juli. Ein gefangener SchleSwig-Hol, bie ll.emer rühmt in einem Schreiben, das der A. M. mittheilt, chen oie humane und ritterliche Behandlung, welche Graf Holck und

dessen Truppen ihm und seinen Leidensgefährten angedeihen ließen. Der Kopenhagener Pöbel dagegen, darunter feingeklei« dete Herren und Damen, insultirte und bespie die an'S Lanh steigenden Gefangenen. Die Offiziere sind in strengster Haft; sie wohnen in einer Kaserne und dürfen nur eine Stunde tâg, lich promeniren, wo dann die fanatischen Unteroffiziersfrauen ihre Freundinnenzum Thee auf Jnsurgcnters" einladen. Die Hauptleute erhalten einen Bankthaler Zehrgeld täglich und so abwärts.

Empörend war die Behandlung, welche einige gefangene Marketenderinnen aus Hadersleben in Fridericia,' Middelfahrt und hernach auf Alsen erfuhren. Der Kommandant von Mid­delfahrt, Krosing mit Namen, schlug sie auf's Brutalste; Tage lang ließ man sie ohne alle Nahrung; in Sonderburg wurden sie von den Soldaten geprügelt und bespieen. Als sie am 8. d. Nachmittags Fridericia verließen, war die Mehrzahl der ar# men verwundeten Gefangenen noch unverbunden! Ohne Ueber, Hebung kann man sagen, in Schleswig-Holstein ist so etwas nie vorgekommen.

Italien.

Rom, 15. Juli. (O.-P.-A.-Z.) Eine Proklamation Oudi- notS verkündet, daß er heute den Römern ihr rechtmäßiges Oberhaupt wieder geben werde, Pabst Pius IX., dessen Edel- muth das römische Volk früher kennen gelernt habe und jetzt weiter erkennen werde. Das Vertrauen werde nicht getäuscht werden,Frankreich weiß es". Diese groß gedruckten Worte scheinen die Garantie für die Erhaltung liberaler Institutionen gewähren zu sollen. Heute Nachmittag um 4 Uhr wird die päbstliche Fahne von 100 Kanonenschüssen begrüßt werden. Die französischen Truppen mit den römischen Truppen zu ihrer Linken begeben sich nach St. Peter, wo ein feierliches Tedeum angestimmt wird; nachher Parade, Abends Beleuchtung der Peterskuppel und der öffentlichen Gebäude, denen sich die Stadt anschließen wird. Der Corso ist schon jetzt festlich geschmückt. Das Festprogramm wird allem Anscheine nach ohne die min# beste Störung ausgeführt werden, und Pius IX. hätte sonach Gelegenheit, morgen, am Jahrestage der Amnestie, seine Milde von neuem zu bewähren , die ihm bisher mit so schnödem Un­dank belohnt ward. Die letzte noch anerkannte revolutionäre Behörde, das Municipium, hat sich jetzt freiwillig zurückge, zogen. Emo neuernannte provisorische Kommission hat zwar ganz die demokratische Färbung verloren, enthält aber von früher her geachtete Männer.

Nachschrift.

München, 22. Juli. DieNeue Münchener Zeitung« theilt halboffiziell mit: Wie wir vernehmen, hat Preußen laut Artikel IX. der Waffenstillstands-Konvention auch die bayerische Regierung zu derselben aufgefordert. Wir sind in den Stand gesetzt, hierauf zu bemerken, daß die bayerische Regierung sowohl aus formellen, wie materiellen Gründen diese Aufforderung ab# schläglich beantworten zu müssen glaubte. Ausfor­mellen Gründen, weil die Zentralgewalt, als allein berechtigt zum Abschlusse eines Waffenstillstandes mit Dänemark, von Preu­ßen gänzlich umgangen worden, aus materiellen Gründen hauptsächlich deßhalb, weil gerade die Rechte der Herzogthü- mer, das ungeteilte Beisammenbleiben derselben, durch den zwischen den Kronen Preußen und Dänemark abgeschlossenen Waffenstillstand gänzlich unbeachtet geblieben, ja verletzt wor­den sind.

Was die kgl. bayerische Brigade betrifft, welche an dem Kampfe gegen die Dänen so rühmlichen Antheil genommen, so wird dieselbe, sicherm Vernehmen nach, zurückgezogen wer, den, um nicht bei längerem Verbleiben in den Herzogtümern in den unlieben Fall zu gerathen, gegen die Herzogtümer für die Durchführung des Waffenstillstandes sich verwenden lassen zu müssen, sowie andererseits, um nicht Verwicklungen mit Preußen und andern deutschen Staaten herbeizuführen, welche die bayerische Regierung weder vor ihrem eigenen Lande noch im Interesse Deutschlands zu verantworten gewillt seyn dürfte. Was den von mehreren norddeutschen Blättern ge, meldeten Uebertritt des königl. bayerischen Oberstlieutenant- v. d. Tann in die Dienste der Herzogthümer betrifft, so können wir denselben bis jetzt direkt widersprechen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.