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Hauptbestreben deS feindlichen Geschützes, und diese Absicht wäre schon längst vollkommen erreicht, wenn nicht diese Lagu- nenstrecke sehr seicht wäre, so zwar, daß die von den Kugeln getroffenen Pontons zwar ein- aber nicht untersinken. Von 21 derselben sind nur noch 3 in gutem Stande. Dessen unge­achtet wird diese gefährliche Passage fortwährend benützt.

von Paris. Die vom Minister deS Innern (wie schon früher erwähnt) im Schooße der Kommission abgegebene Erklärung über die gegenwärtige Lage von Paris lautete,, wie folgt: Die Aufrührerischen, durch die so rasche und kräftige Unter stützunq des strafbaren und unsinnigen Versuches vom 13. ^uni, durch die Flucht ihrer Führer und besonders durch dre unerschütterliche Hingebung der Nationalgarde und der Armee an die Sache der Ordnung außer Fassung gebracht, scheinen einem verzweifelten Kampfe entsagt zu haben ; ihre furchtbare Organisation beginnt sich aufzulösen; das Vertrauen wachst von Tag zu Tag und stempelt von Neuem den Geschäften die fortschreitende Bewegung auf, welche durch die immer sich Ji ei* geraden Aufreizungen der Klubbs und der anarchischen Presse »um Bürgerkriege aufgehalten worden war; wenn daher durch­aus kein beunruhigendes Anzeichen sich kundgibt, so wird die Regierung in naher Zukunft die Herstellung der gewöhnlichen Herrschaft der Gesetze beantragen." Nach dieser so klaren und förmlichen Erklärung hat die Kommission cinmuthig beschlossen, die Verwerfung des Vorschlages zu beantragen , um der Re­gierung, welche am besten über den zweckmäßigsten Zeitpunkt urtheilen kann, die Initiative der Maßregel zu überlasten. Der Berichterstatter spricht die Ansicht der Kommission in fol­genden Worten aus:Die Regierung zu entwaffnen, so lange ihr nicht die öffentliche Ruhe völlig befestigt erscheint, wäre zugleich eine ernste Unklugheit und eine durch nichts gerecht­fertigte Handlung des Mißtrauens. Der Belagerungszustand hat nicht bloß die Besiegung der Emeute, sondern auch die Verhütung ihrer Wiederkehr zum Zwecke. Wir haben die schmerzliche Gewißheit erlangt, daß ein ungeheures Komplott, dessen Mittelpunkt zu Paris war, seine Verzweigungen über ganz Frankreich ausdehnte. Die Regierung muß alle Fäden desselben erfassen und zerreißen können. Um dieses so wichtige Werk vollführe» zu können, muß sie noch eine Zeit lang diese außerordentlichen Vollmachten behalten, deren Anwendung, weit entfernt zu beunruhigen, die ungeheure Majorität der Einwoh­ner unserer großen Stadt beruhigt." ~

Nach demMoniteur de l'Armee" soll eine Division der Alpenarmee nach dem Elsaß abgehen, um dort Kantoni- rungen zu beziehen. ,

Die Zahl der in Folge des Attentats vom 13. Juni nach der Polizeipräfektur gebrachten Verhafteten beträgt 450, worunter 3 Frauenzimmer, 8 Repräsentanten und 43 Auslän­der (5 Preußen) sind. Der älteste Angeklagte zählt 65, der

jüngste 15 Jahre.

Italien.

Ungarn.

Preßburg, 27. Juni. (A. Z.) Der Kaiser hat in Per­son das erste Armeekorps von Ungarisch-Altenburg gegen Hoch, straß geführt. In Ungarisch-Altenburg hatte der Kaiser Heer­schau über die Russen gehalten, von denen er mit tausendstim­migem Hurrah empfangen wurde. Feldmarschall-Lieutenant Schlik hat sein Hauptquartier in Miklosch. Görgey steht mit etwa 30,000 Mann und 80 Kanonen bei Raab, in dessen Nähe sich eine bedeutende Truppenmacht vom österreichisch-russischen Heere konzentrirt. Einige Grenadierbataillone, welche über die Freyendorfer Brücke (drei Stunden unterhalb Preßburg) gegen Raab vorrückten, bilden die Vorhut der Armee.

Briefen aus der Moldau zufolge sind die Russen mit 12,000 Mann und 40 schweren Geschützen auf der Hermann- städter Straße, und haben am 16. d. ihr Hauptquartier in Laiden aufgeschlagen. Das Gebirgsterrain von Zalatna-Dowa bis Feketeto hinter Klausenburg ist^von 20,000 Wallachen unter Jankul's Leitung besetzt. Sie führen der kaiserlichen Be« satzung in der Festung Karlsburg Lebensmittel zu. In der Festung und Stadt Komorn herrscht die Pest. (?)

Baden-Baden, 3. Juli, Morgens. (Darmst. Z.) Am 1. war Rasttag; um 1 Uhr Mittags schlug Alarm und die in Baden liegenden Truppen rückten vor Sr. k. Hoh. dem Prinzen von Preußen aus. Alle Regimenter und Korps, in der Allee aufgestellt, empfingen denselben mit einem lauten Hoch! und defilirten nun in folgender Ordnung: Pionierab, theilung des Oberlieutenants Coulmann, das zweite Bataillon des 1. Infanterieregiments, das 4. Infanterieregiment (die übrigen großh. Bataillone sichen vorwärts in und bei Oos), ein Bataillon Nassauer, Frankfurter, Kurhessen, Hohenzollern- Liechtensteiner, mecklenburger Dragoner, hessische Cheveaurlegers, mecklenburger und hessische Artillerie. Der Prinz hat sich sehr zufrieden mit den Truppen gezeigt.

Das Neckarkorps marschirt nunmehr (die Avantgarde unter General v. Bechtold hat diesen Marsch am 2. Morgens 8 Uhr bereits angetreten) wieder nach dem Schwarzwalde, dessen höchste Punkte ès überschreitet, und nach folgender Ordre weiter: die erste Division am 2. nach Forbach, am 3. nach Reichenbach, am 4. Fluor», 5. Rottweil, 6. Willingen, 7. Donaueschingen. Die Bestimmung des Korps scheint also zu seyn, Die linke Flanke, der gegen Offenburg und Freiburg vorrückenden Preüs- sen zu decken und an den Quellen der Donau für die weiter nöthig werdenden Operationen Position zu nehmen. Die zweite Brigade ward am 2. auch noch nach Baden gelegt und tritt mit dem Gros deS Korps sofort den bezeichneten Marsch an. Aus Rastatt, welches nur zwei Stunden von Baden entfernt ist und das man vom alten Schlosse vor sich liegen steht, wurde von Zeit zu Zeil ein Kanonenschuß gegen die preußi­schen Truppen, die zernirt haben, abgefeuert. Diese Stel­lung dort, sowie .dre Bewegung des Neckarkorps nach aufwärts zeigen am deutlichsten, daß-an der Murglinie, mit Ausnahme der Festung, kein Feind mehr hält.

In Beziehung auf das Gefecht vosi Gernsbach am 29. v. Mts. wird, nachträglich noch der Eifer und die Tapferkeit der mecklenburgischen Scharfschützen sehr gerühmt. Dieselben wa, teten kühn durch die Murg, die Patrontaschen um den Hals legend und brachten den Feind bald zum Weichen; ähnlich das Bataillen unseres dritten Regiments. Die beiden Kompagnien der mecklenburgischen Scharfschützen haben seit Beginn deS Feldzuges bis jetzt 3 Todte und 31 Verwundete. Der größte Theil der Reserve, die zwei mecklenburgischen Bataillone und eine mecklenburgische Schwadron marschiren über Pforzheim, Weil d. St., Herrenberg, Sulz, Rottweil, Villingen. Der Brückenzug unter Oberl. Coulmann ist bestimmt von Baden- Baden aus nach Darmstadt zurückzukehren.

Karlsruhe, 2. Juli, Abends 5 Uhr. In einer Stunde ist die der Festung Rastatt zur Uebergabe gestellte Bedenk­zeit abgelaufen. Erfolgt bis dahin die Unterwerfung nicht, so wird um 6 Uhr das Bombardement beginnen. Die neuesten Berichte aus der Festung sind von heute Mittag IHA Uhr, wo die Uebergabe noch nicht erfolgt war. Dieselbe ist auch leider nicht zu erwarten, denn die Insurgenten haben wieder­holt erklärt:Siegen oder Sterben." . (Abgang der Post.)

Straßburg, 1. Juli. Die Dampfschiffe der Kölnischen Gesellschaft haben vom 29. Juni an ihre regelmäßigen Fahrten zwischen hier, Mannheim und Mainz, und zwar in direktem Anschluß an den ersten Morgenzug in Basel, wieder begonnen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

AuS Malghera erfährt man, daß die Insel San Giuliano, auf der unsere Batterien aufgeworfen sind , nunmehr mittelst einer langen Schiffbrücke, oder vielmehr eines blosen Steges,, der auf einer Kette von Kähnen angebracht ist, mit erstem j Orte verbunden ist. Diese Verbindung zu vernichten, ist das'

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