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kreis ist zu beschränkt, um es in politischer Anschauung weiter als bis zum ordinären Oppositions-Liberalismus zu bringen, und an das Fassen und Durchfuhren eines großen patrioti­schen Gedankens ist nun vollends gar nicht mehr zu denken, wie aus den, man möchte sagen tollen Bestrebungen der sogenannten Kleindeutschen leider nur zur Genüge hervorge­gangen ist."

Deutschland.

Main;, 27. Juni. (O.-P.-A.-Z.) Heute Abend sind 25 sechsspännige preußische Munitionswagen, begleitet von einer Abtheilung des 29. preußischen Landwehrregiments, hier einge- lrosfen; dieselben werden hier befrachtet und werden morgen zur Armee nach Baden zurückkehren. Von der hiesigen preußi­schen Artillerie sind heute einige Geschütze, nebst der dazu ge­hörigen Mannschaft, nach Frankfurt abgegangen.

Frankfurt, 26. Juni. (F. I.) Fast stündlich kommen Frei­schärler, jedoch ohne Waffen und Turnerhüte, hier an, und werden, wo sie einkehren, durch Geldgeschenke zur Weiterreise unterstützt.

Der Abgeordnete und frühere badische Bevollmächtigte bei der Reichszentralgewalt, Welcker, beabsichtigt eine Reise nach England, und wird keinen Theil an den Konferenzen der Gothaer Versammlung nehmen.

Frankfurt, 22. Juni. (Allg. Z.) Außer Westendhall, dem ehemaligen Gasthofe an der Taunuseisenbahn, welcher seit etwa acht Tagen zur Aufnahme kranker und verwundeter Soldaten eingerichtet worden, soll nun auch die Kaserne in der Hasen­gasse zum Lazareth eingerichtet werden. Sie liegt ziemlich in der Mitte der Stadt, und zwar ihres volkreichsten Theils, nicht gar weit vom Judenviertel, näher noch an der Dönges- und Schnurgasse. Die Kunde von dieser Absicht erregt nicht geringe Besorgnisse, daß dieses Krankenhaus ein Herd zur Verbreitung ansteckender Krankheiten werden möge. Die pfälzischen Aus­wanderer verschwinden wieder. An Fremden ist im Vergleich zu andern Jahren Frankfurt leer. Im ganzen Jahr 1848 und bis in den Frühling war eS der Aufenthalt einer nicht ge. ringen Anzahl fürstlicher Personen^ wie der Fürstens. Lekningens v. Wittgenstein, v. Löwenstein, v. Wied, v. Hohenlohe, des Grafen v. Solms-Laubach und anderer Standeshcrren; mit den veränderten Verhältnissen sind sie sämmtlich abgezogen.

Darmstadt, 27. Juni. (F. I.) Ministerialrath Ei­genbrodt, der seitherige Bevollmächtigte bei der Zentralgewalt zu Frankfurt, begibt sich nach Gotha und von da nach Berlin. Die Politik unserer Regierung ist hierdurch, wenn man hinzunimmt, daß Eigen­brodt der vertrauteste Freund Gagerns ist, genügend angedeu­tet. Eigenbrodt wird übrigens voraussichtlich an den Berathun­gen zu Gotha keinen offiziellen Antheil nehmen, wohl aber dort seine eigentlichen Instruktionen erhalten. Daß unsere Regie­rung sich bereits dem preußischen Bündniß angeschlossen, dürfte hiernach wenigstens insofern ungegründet seyn, als ein for­meller Anschluß noch nicht vorliegen und ein solcher erst durch Eigenbrodt vermittelt werden möchte. An einem inneren Ein­verständnisse dürfte dagegen nicht zu zweifeln seyn.

Mannheim, 26. Juni. (O.-P.-A.-Z.) Die Stadt erfreut sich fortwährend der vollständigsten Ruhe, obgleich die Stimmung der untern Volksklaffen, trotz des verkündeten Be­lagerungszustandes, in sehr drohenden Aeußerungen sich Luft macht. Die Preußen sind sämmtlich in der Richtung nach Karlsruhe, über Schwetzingen, abmarschirt, dagegen ist ein Bataillon Bayern von Ludwigshafen hier eingerückt._ Nach einer Bekanntmachung der Eisenbahnverwaltung ist die Ver­bindung mit Karlsruhe wiederhergestellt, worin wir die Be­stätigung finden, daß der Prinz von Preußen dort eingerückt ist. Was jeder Einsichtsvolle vorhersah, ist nun eingetroffen: provisorische Regierung, Landesversammlung, Zivilkommissäre, Befehlshaber, kurz der ganze Apparat des Erperimentalregi- ments ist wie ein Fastnachtsspuk verschwunden ; leider wird das Volk noch lange davon die Nachwehen spüren. Es ist für unsere Volksfreunde, Demokraten rc. sehr bezeichnend, daß sie den Kassen eine so große Sorgfalt zugewendet und stets zu­nächst aus deren Sicherheit bedacht gewesen sind, dagegen ihre bebauerungswürdigen Werkzeuge, die Freischärler, Turner,

Soldaten rc. den Kanonen und Zündnadelgewehren überlassen haben. So war es schon früher und so ist es noch jetzt. Die leichtgläubige Menge wird immer betrogen.

Sinsheim, 24. Juni. (O.-P.-A.-Z.) Der Name des ein, gebrachten Freischärlerhauptmanns ist Heinrich Dietz (nicht Dietzsch); so wenigstens unterzeichnete er die folgende Quittung über zwei Pferde, welche er angeblich auf Requisition holte: Heute Morge 7 Uhr habe ich 2 Reit Pferd von Herrn Bezirk Förster Wahl nachm Moßbach bcortert, welche 10 im Moßbach eintrefen müsen Hauptmann Heinrich Dietz. Nekar Scharzsach (Schwarzach) den 13/6 49. An Civilsär (Zivilkommissär) Löhr im Moßbach." Mit dem Schreiben dieses Dokuments brachte er, wie mir der Bezirksförster sagte, über eine Viertelstunde zu; v. Löhr wußte jedoch nichts von der Sache und die Pferde wurden als Dienstpferde dem Eigenthümer wieder zugestellt. Da ging Dietz hin und versuchte sein Glück im Schloß der Gräfin Schaumburg-Degenfeld, der er 2 Schimmel, jeden im Werth von 80 Louisdor, auS dem Stalle holte und wahr- scheinlich verkaufte.

Karlsruhe, 26. Juni. (Karlr. Zeit.) Der Oberbefehlsha- ber der hiesigen Bürgerwehr, Oberst Gerber, welcher in Be­gleitung seiner beiden Adjutanten gestern Nachmittag den an­rückenden königl. Truppen zur Bewillkommnung entgegengerit- ten war, wurde von Sr. königlichen Hoheit dem Prinzen von Preußen aufs freundlichste ausgenommen und eingcladen, sich an seiner Seite dem Einzug in die Stadt anzuschließen. Die Bürgerwehr wurde darauf mit Erlaubniß des Prinzen durch Generalmarsch zusammengerufen, defilirte auf dem Schloßplätze vor demselben, und erfreute sich der anerkennendsten Aeußerun­gen deS hohen Führers der preußischen Heerschaaren, den ein dreimaliges lautes Lebehoch, in das die zahlreiche Zuschauer­menge lebhaft einstimmle, aus allen Reihen der vorüberziehen­den Bürgerwehrmänner herzlich begrüßte. Zum Beweise seines Vertrauens und Wohlwollens hat der Prinz die Bürgerwehr eingeladen, die bisher von ihr besetzten Wachtposten gemein­schaftlich mit den königlich preußischen Truppen fortwährend besetzt zu halten. Der Sicherheitsdienst der Stadt geht in dieser Weise im erfreulichsten Einklang mit unsern Befreiern fort. Se. königl. Hoh. der Prinz von Preußen ist mit seinem erlauchten Neffen, dem Prinzen Friedrich Karl, im großheV^gkl Schlosse abgestiegen.

Die Hauptagenten und thätigsten Anhänger der proviso­rischen Regierung, welche hier gewesen, haben zum Theil ge­stern unsere Stabt verlassen. Andere, welche sich verspätet, sind heute schon.festgenommen worden.

Karlsruhe, 25. Juni. Was die Kassen anbelangt, so müssen wir leider die Mittheilung machen, daß die provisorische Regierung in Karlsruhe glücklicher war, als unser Mannhei­mer Zivilkommissär. Die int Lande Baden zurückgebliebenen Anhänger der provisorischen Landesregierung werden sich freuen, zu vernehmen, daß besagte Landesregierung aus der General­staatskasse 200,000 fl., aus der Postkasse 70,000 fl. auf ihrem umgekehrten Siegeszug mit sich fortgeführt hat. Gögg war der letzte unter den Mitgliedern der provisorischen Landesregie­rung, den man in Karlsruhe gesehen hat. In Ettlingen ist die Bürgerwehr durch Mördes entwaffnet worden. Die preus­sischen Truppen haben theilweise schon am heutigen Morgen Karlsruhe wieder verlassen, und marschiren auf Ettlingen los,

Stuttgart, 26. Juni. Der Kriegsminister Rüpplin macht heute bekannt:Das Vorrücken der preußischen, hessi­schen 2C. Truppen im Rheinthale, wodurch die Operationen der kriegführenden Theile sich näher an den würtembergischen Schwarzwald gezogen haben, und ebendamit die Möglichkeit gegeben ist, daß Freischaaren oder bewaffnete Korps die diessei­tige Gränze überschreiten, hat die Aufstellung eines Beobach­tungskorps zum Schutze der Schwarzwaldthäler in der Gegend von Neuenbürg bis Freudenstadt nothwendig erscheinen lagen. Diese Stellung wird sich nach der ferneren Operation in Ba­den ändern, um unter allen Umständen das diesseitige Gebiet gegen Verletzungen zu sichern."

Gestern Abend erhielt Gouverneur General-Lieutenant v. Miller ein Ständchen vom Militär. Heute bezog wieder Bürgerwehr die Wachen. (Schw. M.)

Trier, 25. Juni. Die hiesige Zeitung Nr. 150 enthält zum großen Erstaunen der Stadt einen Steckbrief, auf Ludwig Simon lautend.