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ächt verfassungsmäßigen Regierung, werden alle wahren Freunde der Freiheit und des Vaterlandes zu ihm stehen und eS mit allen ihnen zu Gebote stehenden Waffen unterstützen und schützen, damit endlich dem lange darnieder getretenen Gesetze wieder die gebührende Achtung zu Theil werde, und durch Wiederherstel­lung eines strenggesetzlichen Zustandes, Ruhe, Ordnung und allgemeines Vertrauen wiederkehre, durch die allein das Land vor einem sonst unvermeidlichen Ruine gerettet werden kann!

Der Worte sind genug gewechselt, Laßt uns nun endlich Thaten sehn!

Deutschland.

§ Wiesbaden, 11. Juni. Sicherem Vernehmen nach ist eine sehr determinirte preußische Note bei unserm Mini­sterium eingelaufen, worin dasselbe nachdrücklichst aufgefordert wird, geordnetere Zustände im Nassauer Lande wieder herzu- steven, widrigenfalls sich Preußen in die Nothwendigkeit ver, setzt sähe, diese Ordnerberuf in Nassau selber zu übernehmen.

* * Wiesbaden, 12. Juni. Eine Deputation der Idsteiner Versammlung überreichte gestern dem Herzoge die dort aufge­stellten Sortierungen. Der Herzog soll ihnen erwidert haben, er werde das neu ernannte Ministerium, von dem er daS Beste für das Wohl des Landes hoffe, zu stützen wissen: er sey außerdem gesonnen, der fortwährenden Unruhe im Lande end­lich ein Ziel zu setzen. Da diese Antwort den Beifall der souveränen Herren Abgeordneten natürlich nicht finden konnte, so nahm sich Einer derselben (Dr. Gerau von Weilburg) noch heraus, seinem Groll in Gegenwart des Herzogs in höchst un­ziemlicher Weise Luft zu machen, worauf die Deputation ent­lassen wurde.

Aus dem Maingrund, 10. Juni. Die beiden Städte Hochheim und Hofheim scheinen sich überbieten zu wollen, welche von ihnen die größten Wühler in ihrem Weichbilde zählt; denn während Georg Hofmann in Hochheim ein Aus­schreiben an sämmtliche Bürgermeister deS Amtes Hochheim erlassen'hat, wegen einer auf heute in Erbenheim abzuhalten­den Volksversammlung, folgte gleich hintendrein eine gedruckte Aufforderung der Demokraten in Hofheim zu einer ebenfalls auf heute anberaumten Versammlung in Idstein, und da, wie ich höre, nunmehr die Versammlung in Erbenheim nicht statt­findet, so sind die Leute, welche thörigt genug sind, der Hof- männischen Aufforderung zu folgen, in den April geschickt. Durch die Vermittelung eines guten Freundes bin ich in den Besitz deS Hosmännischen Ausrufes gekommen, und ich lasse solchen hier wörtlich folgen:

An Herrn Bürgermeister in N.

Beauftragt von der gestern in Folge der am verflossenen Sonntag in Sonnenberg abgehaltenen Volksversammlung zu- sammengetretenen Kommission zu Wiesbaden, mache ich Ihnen hiermit die Anzeige, daß beschlossen wurde, für die Aemter Hochheim und Wiesbaden nächsten Sonntag, Nachmittags 3 Uhr in dem Mittelpunkt beider Aemter: in Erbenheim eine Volksversammlung abzuhalten.

ES kommen für die gegenwärtige Zeit wichtige Ange­legenheiten zur Besprechung und insbesondere soll eine Abbe- rufungSadresse der von den Aemtern Hochheim und Wiesbaden gewählten Abgeordneten zur Ständekammer: Bertram und FreseniuS zur Unterschrift vorgelegt werden.

ES ist deßhalb nöthig, daß sämmtliche Wahlmänner erscheinen. Sie werden ersucht, Ihre Bürger von der Volks­versammlung in Erbenheim sogleich in Kenntniß zu fitzen, denselben die Wichtigkeit der Sache an daS Herz zu legen, und dieselben zum Besuch derselben aufzufordern.

Die Versammlung wird von tüchtigen Rednern besucht werden. Die Herrn Bürgermeister, als Väter der Gemeinden, dürfen natürlich nicht fehlen."

Gruß und Handschlag NamenS der Kommission:

Hochheim, denk. Juni 1849. Das Mitglied G. Hofmann.

Soweit der Aufruf, und da ich vermuthe, daß die meisten der Herrn Bürgermeister die Schreib - und LeeSart Hofmanns noch nicht zur Genüge kennen, so mögen denselben folgende Randglossen dieselbe erläutern:

1) Wichtige Angelegenheiten heißt in dem Hosmännischen Wörterbuche: Wühlerei und Unruhe stiften re.

2) Die Abberufung zweier Abgeordneten der gemäßigten

Partei, wozu weder Hoffmann noch seine Gesinnungsgenossen berechtigt sind, ist eine indirekte und schon oft an die Wahl­männer vergebens gerichtete Bitte Hofmanns, ihn selbst zu wählen, damit die Partei der Wühler in unserer Kammer die Majorität erlangt und Nassau ein zweites Baden wird.

3) Das an's Herzlegen der Wichtigkeit der Sache ist eine weitere Bitte an die Herren Bürgermeister, den Weg der Ord­nung zu verlassen, und ihre Bürger selbst zu revolutionärem Treiben auszumuntern also ganz das Gegentheil von dem zu thun, was ihnen obliegt.

4) die tüchtigen Redner, darunter versteht Hofmann sich selbst, sowie die mit Struve und Konsorten harmonirenden Volksapostel.

5) Die letzte Phrase soll eine Schmeichelei seyn, womit die Bürgermeister für den Vollzug der Bekanntmachung ge­wonnen werden sollen.

So, ihr Herren Bürgermeister! müßt ihr diesen und wei­tere Aufrufe Hofmanns, des intimen Freundes von dem Roth­republikaner Struve, verstehen, und es ist nur zu bedauern, daß Einige von Euch sich zur öffentlichen Publikation dieses Aufrufs haben bereit finden lassen, statt eS, wie ihre Kollegen zu machen, welche nur dem Rufe der zuständigen Behörde Folge geben.

Kein Wunder, wenn bei solchem Treiben endlich der Wunsch mancher Bauern gerechtfertigt wird, welche sich dahin aussprechen, daß es ihnen lieb wäre, wenn sie einige Soldaten in der Behausung hätten, denn in diesem Falle wäre doch ein Ort vor einem Putsche der Rothrepublikaner gesichert.

Manche Gemeinden geben jährlich ein Sümmchen aus, um die Maulwürfe zu vertilgen, damit die Wiesenw. nicht allzusehr unterwühlt werden. Doch hinsichtlich der politischen Maulwürfe werden sich die Gemeinden erst dann zu helfen su­chen, wenn der Boden so sehr unterwühlt ist, daß jedes Pflänz­chen auf demselben verdorrt.

** Don der Dill, 8. Juni. Verschiedene Gemeinden der Aemter Dillenburg und Herborn haben erklärt, daß sie keine Wahlen für die nassauische Kammer mehr vornehmen würden. Sie haben auch die auf vorigen Sonntag ausgeschriebenen Ergänzungöwahlen nicht abgehalten. Die Bürgermeister ließen schriftliche Anzeigen davon an das betreffende Amt ergehen, worin sie die Nutzlosigkeit unser Kammerverhandlungen als Motiv angeben, aber nicht, wie unlängst in Badens, weil die Kammer ihnen in radikalem Sinne eine zu geringe Wirksam­keit gezeigt hätte, sondern weil sie aus Konservatismus nicht mit derselben zufrieden sind.

Mainz, 10. Juni. (O.-P.A.Z.) Trotz deS halben Be­lagerunszustandes, in welchem sich unsere Stadt seit etwa drei Wochen befindet, haben die hiesigen Republikaner für gut be­funden, für den nächsten Dienstag auS eigner Machtvollkommen­heit die Wahl eines Deputirten zur deutschen Nationalversamm­lung auszuschreiben. Man zweifelt nicht im Geringsten, da sich außer den Demokraten niemand an der Wohl betheiligen wird, daß Hr. Bamberger, welcher sich im Lager der Freischaaren in Rheinbayern befindet, erkoren werden wird, die Stadt Mainz im Rumpfparlamente in Stuttgart ic. zu vertreten; vorausge­setzt, daß die hiesige Militär- und Zivilbehörde dieser Operation kein Hinderniß entgegenstellt.

Von den Lügen, welche hier zu jeder Stunde über den Stand der Dinge an der Bergstraße verbreitet werden, kann man sich auswärts keinen Begriff machen (tout comme chez nous!) Tag für Tag bringen dieMainzer Zeitung" und daS Mainzer Tagblatt" fingirte Berichte über vorgefallen seyn sollende Gefechte, in welchen unsere Landsleute und Brüder, die Hessen, die manFürstensoldaten" nennt, von demVolkS- heer" auS Baden total geschlagen worden und Tausende von Leuten verloren haben; die Badenser stehen bereits in Darm­stadt, der Großherzog sey geflüchtet, ganze Regimenter seyen zum Volke übergegangen ic. Und solchen Unsinn verbreitet man hier in der Nähe der Ereignisse. In Baden ist daS Stand­recht publizirt für alle diejenigen, welche ungünstige Nachrich­ten vom Kriegsschauplätze verbreiten; bei unS nimmt man von dergleichen gar keine Notiz, und so wird denn fortwährend frisch darauf losgelogen und daS gläubige Volk in der grafft' ften Unwahrheit gehalten; alles zur größten Ehre derMail? zer Zeitung."

Frankfurt, 11. Juni. (D. Z.) Eine Verfügung deS Reichsministeriums betrifft, dem Vernehmen nach, die Ver-