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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

â. 137» Dienstag den L2 Juni 18LS

Zweite Ausgabe.

Uebersicht.

Amtlicher Theil.

Vom Kriegsschauplätze in Schleswig-Holstein.

Nichtamtlicher Theil.

Das wohlunterrichtete Frankfurter Journal.

Die Demagogen im Chorrock.

Aufruf an das badische Volk. Deutschland. Wiesbaden (Der Landesausschuß). --Frankfu rt (Truppen). Bensheim (Die Reichstruppen). Karlsruhe (Bren­tano. Die Gegenrevolution. Widersetzlichkeit der Wehrmänner). Stuttgart (Fickler und Steinmetz. Die Gegenbewegung in Würtem- berg). Berlin (Denkschrift. Wähler oder Nichtwähler. Entmuthi- gnng in Baden und Rheinbayern. Gedungene Meuchelmörder).

Dänemark. Kopenhagen (Die russische Flotte).

Nachschrift.

Amtlicher Theil.

Biebrich, 11. Juni. Nach einer gestern Abend eingegan­genen Meldung aus Schleswig hat dort nachstehendes Gefecht ân den Düppeler Schanzen stattgefunden:

Am 6. v., des Morgens um 8V2 Uhr, wurden die vom ersten Bataillon Nassau zur Schanzarbeit kommandirten Leute plötzlich durch 30 bis 40 dänische Jäger, welche auf 50 Schritte über ihre Vedetten hervorbrachen, beschossen.

Unsere Vorposten erwiederten sogleich das Feuer, während dem Obrist Gerau aus den auf Vorposten stehenden Bataillo­nen (1 Bataillon Nassau, 1 Bataillon Braunschweiger und Bataillon Waldecker) ungefähr 30 der besten Schützen sammelte und dieselben mit dem Befehl vor die Mitte placirte, durch wohlgezielte Schüsse die Arbeiter zu decken; wodurch sich nun ein Tirailleurgefecht entspann.

Nachdem dieß Feuer mehrere Stunden gedauert hatte, brachen die auf unserem rechten Flügel stehenden Braunschwei­ger hervor, trieben den Feind mit dem Bajonnett zurück und behaupteten die genommene Position.

Hierauf debouchirten 250300 Dänen aus dem Brücken­kopf mit 6 Stück Espagnoletten (kleine Geschütze), welche sie paarweise placirten und sogleich das Feuer eröffneten, welches unseren linken Flügel etwas zum Zurückweichen nöthigte.

Als gegen Mittag unsere Tirailleure abgelöst und zugleich verstärkt wurden, wurden aus der gegenüber liegenden Batterie zwei Bomben geworfen. Dieß war daS Signal zur Kanonade. General Ludwig befahl, das Feuer sofort aus den Batterieen zu erwiedern, welches denn auch mit Freuden geschah und bis Mittag 3 Uhr ohne Unterbrechung dauerte.

DaS Tirailleurgefecht währte nach öfterem Ablösen, Vor- und Zurückgehcn bis gegen 5 Uhr fort, ohne daß auf einer Seite ein Vortheil errungen war.

Um diese Zeit rückten zugleich die in Düppel stationiren- den drei Bataillone, welche Anfangs durch das Anzünden eines Fanals allarmirt worden, wieder in ihre KantonementS ein.

Da das Tirailleurfeuer, obgleich schwach, noch immer fort, dauerte, die Bataillone Braunschweig und Waldeck größten-

theils seit Beginn des Gefechts int Feuer waren und letzteres Bataillon sich zum Theil verschossen hatte, ließ der Vorposten­kommandant gegen 6 Uhr den äußersten rechten Flügel durch die erste und zweite, und den linken Flügel durch die vierte Kompagnie des ersten Bataillons Nassau ablösen.

Zu gleicher Zeit wurden vier glühende Kugeln in die Oldenburger Batterie gebracht, um das vor der Mitte der Aufstellung gelegene Gehöfte, welches den Dänen immer zum Sammlungspunkt ihrer Verstärkungen diente, in Brand zu schießen.

Schon die zweite Kugel zündete, und so wurde das Ge- Höfte bis auf den Grund zerstört.

Da es nicht in der Absicht des Kommandirenden lag, die eroberten Terrainabschnitte zu behaupten, so bekamen die Trup­pen den Befehl, in ihre frühere Aufstellung zurück zu gehen.

Die Dänen machten noch mehrmalige Versuche, gegen un­sere beiden Flügel vorzudringen, wurden aber immer wieder zurückgewiesen.

Hierauf dauerte das Tirailleurfeuer bis halb 9 Uhr noch schwach fort, wo es gänzlich schwieg, ohne daß die Stellung noch weiter verändert wurde und das Gefecht beendigt war.

Aus unseren Batterien waren im Ganzen 70 bis 80 Schuß geschehen. Die Geschütze wurden sehr gut bedient und rich­teten dieselben, dem Anscheine nach, sowohl in den feindlichen Batterien, als auch in Sonderburg erheblichen Schaden an.

DaS Feuer aus den feindlichen Batterien war sehr schwach. Der Verlust dieses Tages war:

A. An Gefallenen:

1) ein Schiffer , welcher durch Observiren der feindlichen Schiffe uns wesentliche Dienste geleistet hatte; 2) ein Braun­schweigischer Soldat und 3) drei Waldeckische Soldaten.

B. An Verwundeten:

a. vom zweiten Regiment Nassau:

1) Soldat Joseph Stahl von der I.Kompagnie einen Schuß durch eine Spitzkugel durch die Mitte der Unterlippe, welche am Kinn wieder auSdrang;

2) Soldat Wilhelm Pfaff von der 2.^ Kompagnie mit einer in der rechten Schulterblattgegend in die breite Rückenmuskel eindringenden Wunde;

h. vom Braunschweigischen Bataillon:

1) der Oberlieutenant Rittmeyer,

2) acht Unteroffiziere und Soldaten;

c. vom Walbeckischen Bataillon:

fünf Soldaten.

Nichtamtlicher Theil.

Das wohlunterrichtete Frankfurter Journal.

Das Frankfurter Journal, welches in dem Aufraffen un­verbürgter Gerüchte mit wahrhaft beispiellosem Leichtsinne ver­fährt und deßhalb gar so kein großes Geschrei erheben sollte,