Ion Infanterie; Anhalt 2 Bataillone Infanterie; Hessen- Darmstadt 1 Batterie von 6 Geschützen; Lipp e- D e t- mold 1 Bataillon Infanterie; Waldeck 1 Bataillon Infanterie; Hessen-Homburg! Kompagnie Jäger; Bückeburg ein halbes Bataillon Infanterie, worunter ausgezeichnete Schützen; die Hansee st âdte 2 Eskadrons Dragoner.
Deutschland.
§ Vom Rhein, 6. Juni. Die deutsche Zeitung enthielt neulich einen Artikel vom Kriegsschauplätze in Ungarn, nach welchem nur allein der Vorpostendienst der österreichischen Armee dieselbe in kurzem aufreiben müßte. Die armen Leute leiden Mangel an Allem, haben weder Tag noch Nacht Ruhe, während die magyarischen Vorposten bequem in ihren Betten schlafen!! Einsender dieses hat fast wöchentlich Briefe von einem nahen Verwandten, welcher, als Offizier eines österreichischen Kavalerie-Negiments, seit Anfang Mai auf der kleinen Schüttinsel in der Gegend von Gran steht, woselbst daS Regiment den Vorpostendienst versieht.
Ob diese braven Leute bequeme Betten haben, darüber schweigen die Nachrichten, sie sagen nur, daß sie über sonst nichts zu klagen haben, als daß ihre Thätigkeit sich auf unbedeutende Vorpostengefechte beschränken müsse, und daß es noch nicht ernstlich vorwärts gehe. Wenn die deutsche Zeitung ihrem Hasse gegen Oesterreich und ihren Sympathien für die Magyaren durchaus Luft machen will, so sollte sie doch wenigstens ein andres Mittel ergreifen, als solche lächerliche Zeitungsenten zu veröffentlichen, welches sie den unvergleichlichen Blättern für Geist, Gemüth und Publizität, Didaskalia genannt, überlassen sollte, welches Blatt denn auch begreiflicher Weise seine erleuchteten Leser mit diesem höchst interessanten Artikel regalirt hat.
* * Hachenburg, 5. Juni. DaS eine halbe Stunde von hier gelegene Nisterlhaler Eisenwerk war, wie ich Ihnen früher mittheilte, an einen gewissen Dr. Albert Lange für 60,000 Pfd. Sterling verkauft worden. Allgemeine Freude herrschte darüber in hiesiger Gegend, weil man hoffte, daß durch den erneuerten Betrieb dieses Werkes, der ziemlich verbreiteten ArbeitS- und NahrungSlostgkeit abgeholfen würde. Diese Hoffnung schien in Erfüllung zu gehen, indem fast sämmtliche früher bei dem Werke beschäftigt gewesenen Personen aufs Neue angestellt wurden. Neues Leben kehrte in den Eisenhandel der größeren Umgegend ein, indem bereits bedeutende Quantitäten Roheisen angekaust wurden, und andere derartige Geschäfte dem Abschlusse nahe waren. Indessen erschienen die Pläne des Dr. Lange manchen Geschäftsmännern etwas bedenklich, zumal sich in denselben eine gewisse Rennomage kund gab. So wollte er anfänglich die Abtei Marienstatt zu seiner Wohnung kaufen, ja der Kamm stieg dem Herrn Doktor so sehr, daß er sogar Unterhandlungen einleitete, daS hiesige Herzog!. Schloß nebst dazu gehörigem Garten anzukaufen. Eine eigene Kirche sollte daS Werk erhalten, besondere Schulen u. s. w. Kurz, sollten alle die Pläne in Ausführung kommen, so müßte das Vermögen deS übrigens sehr kenntnißreichen Mannes unermeßlich seyn. Dabei mußte es auffallen, daß noch Niemand von diesen Reichthümern Etwas zu sehen bekommen hatte, und daß bei mehreren Käufen ein 6monatlicher Zahlungstermin von ihm ausbedungen wurde. Dem hier anwesenden Herzogl. Kommissär, Herrn Hofrath Henoch von Wiesbaden, gelang es nun, in Herrn Dr. Albert Lange einen großartigen Betrüger zu entlarven, so daß in verflossener Nacht die Verhaftung dieses saubern Industriellen erfolgte, leider wohl zu spät für die bereits Betrogenen. Die Untersuchung wird daS Weitere ergeben.
Mainz, 5. Juni. Unsere StaatSregierung scheint entschlossen, der Bewegung in Rheinhessen mit eiserner Strenge entgegentreten zu wollen. Sind wir recht unterrichtet, so sind bereits gegen die Führer und Leiter der Bewegung Verhastö- befehle erlassen, so daß den Verhaftungen selbst/ sobalv den Betreffenden nur beizukommen ist, nichts im Wege steht. Gegen Die, welche zur Volksbewaffnung angeregt, sollen Untersuchungen eingeleitet werden.
Frankfurt, 6. Juni. (D. Z.) Die hessischen Truppen haben Weinheim eilig wieder verlassen. Im Laufe des gestri
gen Tages ward in Weinheim von der Bürgermeisterei auSge- schellt, daß am Abend 9000 Mann badische Truppen ankommen würden. Heute Morgen, so berichtet ein eben ankommender Reisender, standen 16 Geschütze in Weinheim aufgefahren. Es heißt allgemein, daß die Badener im Laufe deö Tages einen Angriff beabsichtigen.
Darmstadt, 5. Juni. (D. I.) Einem auS Schleswig- Holstein kommenden Privatbrief entnehmen wir, daß die badischen Soldaten daselbst den von dem aufrührerischen Landesausschusse für alle meineidigen badischen Truppen gebotenen vier, fachen Sold mit Verachtung zurückgewiesen haben. Der Law desausschuß erließ hierauf ein Reskript, wonach die Soldaten, welche sich ihm nicht unterwerfen wollen, zur Rückkehr nach Baden und zum Nehmen ihres Abschiedes auffordert. Wer in Schleswig-Holstein bleibt, soll als den Landesausschuß nich! anerkennend betrachtet werden!
Mosbach (im Badischen), 2. Juni. (A. Z.) Unsere provisorische Regierung macht mit ihren Angestellten mannichfach Fiasko; namentlich ist der junge Schlöffel der ganz verlorene Sohn der Revolution. Als Kommissär von Heidelberg durch den Bürgermeister Winter ausgewiesen, obgleich Winter von jeher Republikaner war, trieb er sich bis jetzt im Odenwalde in seiner amtlichen Funktion umher. Allein die Bauern dort sind für diesen elegischen Jüngling mitunter gar zu roh. So hatte er vor einigen Tagen in der Umgegend von MoSbach in dem bekannten Jangon in einem Dorfe eine Guillotinenrede gehalten, und der Kreis seiner Zuhörer schaute noch ganz verdutzt auf ihn darein, als sich ihr Bürgermeister nun auch seinerseits daS Wort erbat. Schlöffel hatte deutsch gesprochen, und der Bürgermeister antwortete auch deutsch; allein ich muß Ihnen doch seine Rede lateinisch hersetzen. Sie lautet: „Com- missarie spectatissime! nos omnes, idque maxime memet ipsum , in intimo Iambe ano; quo probe accurateque facto, insuper in vultum tibi cacabo. Dixi et animam salvavi.“ Die Bauern jauchzten auf, und der Hr. KommiffariuS stand so verstört da, als ob die Operation bereits vollzogen wäre.
Karlsruhe, 4. Juni. (Darmst. Z.) Der selige Landes- ausschuß hat den Finanzen der Badener die eifrigste Sorge gewidmet. Ein hiesiges HauS hatte an ein Basler 25,000 ff. Silbergeld in fünf Fäßchen zu je 5000 fl. gesendet; aber nur zwei dieser Fäßchen sind in Basel eingetroffen; auf der Begleitkarte hatte das Eisenbahnbureau Esringen wegen der fehlenden drei Fäßchen bemerkt, sie seyen auf Befehl deS LandeSauS- schuffeS mit Beschlag belegt worden und würden später nachfolgen; vier Tage später war aber noch nichts nachgefolgt. Man fragt: warum mit „Beschlag" belegt, wenn sie doch „nachfolgen" sollen? Over wollte der LandeSauSschuß durch Einhalt dieser Dreifünftel den Maßstab der künftigen Gütertheilung andeuten ? oder ist eS ein, noch genügsamer Diebstähl eines ge- sinnungStüchtigen Bevollmächtigten ?
Stuttgart, 4. Juni. (D. Z.) Daß die Reichsversammlung hier beschlußfähig seyn wird, ist wohl außer Zweifel; jeder Bahnzug von Heilbronn bringt neue Abgeordnete; heute sind beim Bureau etwa 80 eingeschrieben, und mit den theils heute schon Angekommenen (unter ihnen Uhland), aber noch nicht Eingeschriebenen, theils heute Abend noch zu Erwartenden wird die Zahl 100 voll werden. Wie lange freilich diese Zahl beisammen bleiben wird, steht dahin. Ueber die Stimmung in Betreff unserer Gäste schrieb ich Ihnen bereits; derselben entsprechend ist auch die Aufnahme — lau zum Mindesten! WaS hätte sonst Stuttgart aus dem Empfang der ReichStagSabge- ordneten ein Fest gemacht! Von Feierlichkeit ist aber keine Rede; kaum vermehrt ist die Zahl Derer, welche am Bahnhöfe die Züge abwarten, und löblich ist eS wenigstens keineswegs, daß der Stadtrath nicht einmal zum Behuf der Unterkunft für Empfang der Abgeordneten sorgt. Die Bürgerwehr wird ihrerseits bei der ersten Sitzung der Versammlung auSrücken und für die aufziehenden Abgeordneten Spaliere bilden. ES handelt sich zur Zeit noch um das Lokal; unsere Abgeordnetenkammer, deren Saal für die kleine Zahl von hundert oder wenig darüber wohl ausreicht, kommt wegen einer Mittheilung des Reichstagspräsidiums heute Abend zu vertraulicher Besprechung zusammen. Vermuthlich handelt es sich um Ueberlassung ihres Saales, für welche zwar starker Widerstand der Ritterbank vorhanden seyn, die aber doch schließlich beschlossen werden wird. Ueber die Stellung der Regierung dem Parlamente gegenüber