wurden ohne Weiteres von Unbefugten als Erklärungen an das Volk gedruckt angeschlagen)) von unsern Ministern gewiß mit aller Strenge zurückgewicscn werden.
Dem „Schwab. Merkur" zufolge sollte Staatsrath Du- vernoy am 24. Abends nach Ludwigsburg gehen, um Se. Mas. den König zu veranlassen, aus obiger königl. Erklärung die von dem Fünfzehnerausschuß mit 14 gegen 1 Stimme und auch von den Ministern beanstandeten Worte: „Unter der sich von selbst verstehenden Voraussetzung, daß die Reichsverfassung in Deutschland in Wirksamkeit trete" — zurücknehmen zu wollen. Es sey anzunehmen, daß der König kein Gewicht auf diesen Zusatz legen werde.
Regensburg, 20. April. Uebermorgen den 22. d. findet auf Anlaß des Vereins für „deutsche Einheit und gesetzliche Freiheit in Regensburg" ein Zusammentreffen der politischen Vereine von Straubing, Regensburg und Landshut in MallerSdorf statt, womit zugleich eine allgemeine Volksversammlung verbunden seyn wird. Es handelt sich hierbei um Verständigung zu gemeinsamen Schritten in der deutsch, vaterländischen Angelegenheit. (Volksversammlungen zu gleichem Zwecke werden in München, Augsburg und andern Städ, ten Bayerns statt finden.) (Augsb. Abdztg.)
Hamburg, 22. April. (O.-P.-A.-Z.) Zu unserer besonderen Befriedigung vernehmen wir heute, daß von den die schleswig- holsteinische Marine bildenden Kriegsfahrzeugen 4 Kanonen, böte detachirt sind, um in einer kombinirien Operation mit einer bedeutenden Jnfanterieabtheilung, die nach Husum und Bredstedt hin dirigirt ist, die Inseln Föhr und Sylt, die Wohnsitze der kräftigen frisischen Seefahrer, den Dänen wieder zu entreißen.
Auf den Düppeler Schanzen, 20. April. (F. I.) In verwichener Nacht fand hier eine spaßhafte Erpedition statt. Die bei der Einnahme der Düppeler Schanzen demontirten beiden 12pfünder Kanonen und drei Munitionswagen wurden heute den Dänen wieder abgenommen. Man hatte es schon die vorhergehende Nacht durch ein Bataillon Sachsen zu bewerkstelligen gesucht, das Mißlingen mußte aber an der schlechten Einleitung des Vorhabens liegen. Nun wurde gestern Abend der hannov. Oberstlieutenant Riefkugel mit seinem Bataillon vom 5. Infanterieregiment dazu kommandirt, diese beiden Geschütze den Dänen wieder abzunehmen, und durch seine vortreffliche Leitung gelang eS vollkommen, sich der Verlornen wieder zu bemächtigten. Riefkugel hat dabei eine große Umsicht gezeigt; die Sache wurde um Mitternacht vorgenommen und kein Schuß ist dabei gefallen.
Schleswig, 21. April. (D. Z.) In wenigen Worten beeile ich mich, Ihnen die Nachricht mitzutheilen, daß die Stadt Kolding am gestrigen Tage von der Avantgarde der schleswig-Holsteinischen Truppen nach hartnäckiger Vertheidigung genommen worden ist. Der Kampf begann Morgens auf den Höhen vor der Stadt; nach mehrstündigem Tirailleurgefecht wurden die Dänen in die Stadt zurückgeworfen, deren Straßen verbarrikadirt waren. Die Häuser waren von dänischen Truppen besetzt, welche die Fensteröffnungen (die Fenster waren sämmtlich ausgenommen) als Schießscharten benutzten. Die Barrikaden wurden von unsern Truppen dergestalt umgangen, daß sie durch die .Jpâufer selbst durchbrachen. Die Dänen wurden dadurch gezwungen, die Stadt zu verlassen, nahmen aber vor der Stadt, hinter der daselbst belegenen und stark verschanzten Brücke eine neue Position. Die Brücke ist von unsern Truppen mit Sturm genommen, wobei sich namentlich das zweite Jägerkorps ausgezeichnet hat. Am Abend war ganz Kolding in unserer Gewalt, dieDänen im Rückzüge begriffen. Das 9. und 10. Linienbataillon und das 2. Jägerkorps haben hauptsächlich am Kampfe Theil genommen.
Nähe des Staabsortes „Titel" erfochten. Der Kampf war äußerst heftig; denn die Serben wußten wohl, daß von dem Erfolge desselben ihr „Seyn oder Nichtseyn" abhänge. Die Waagschale des Glückes neigte sich auf ihre Seite. Der Feind wurde, .wie Berichte sagen, aufs Haupt geschlagen und genöthigt, in eiliger Flucht, mit einem großen Verlust an Todten und Verwundeten, sich nach Neusatz unter den Schutz der Geschütze der, in seinen Händen befindlichen Festung Peterwar- dein zurückzuziehen. Damit wurde das Chzaikisten - Bataillon — der Kern der serbischen Nation — von weiterer Verheerung gerettet, unv eine drohende Gefahr von den blühenden Gefilden Sirmiens abgewendet. (Cvnst. Z.)
Sprechsaal
für Stadt und Land.
Entgegnung.
(Fortsetzung.)
4) Ich komme nun zu einer Beschuldigung, deren Beantwortung mich in einige Verlegenheit setzt, indem ich fürchte, wollte ich auf dieselbe antworten, wie sie es verdient, so würde dies einen Vorwand abgeben, dieser meiner „Entgegnung" die Aufnahme zu verweigern: es ist die Beschuldigung „niedriger Volksspeichelleckerei." Ich lasse daher einfach die Thatsachen sprechen und dann das unbefangene Publikum ent- fcheiden, was für einen Namen eine solche Beschuldigung verdient.
Ich verweise für's Erste auf mein, schon erwähntes, Verhalten bei der, im Anfang d. J. erneuerten, Zehnagitation. Ich führe ferner an, wie ich dem Verlangen nach, Wiederabschaffung des Instituts der Gerichtsvollzieher, wiewohl ich das- felbe nicht in jeder Hinsicht billige, entgegengetreten bin, was Alle, die zu jener Zeit mich hörten, wissen. Ich verweise weiter auf meine Stellung in der Theaterfrage. Die „Nass. Allg. Ztg." suchte mich zwar zur Zeit der Hochheimer Wahl als einen Gegner des Theaters zu qualifiziren: in No. 22 (zweite Ausgabe) wird geradezu gesagt: „in vielen Bauern- versammlungen, namentlich und ganz besonders auch in denen an der Weil, wurde mit wahrhaft evangelischem Eifer gegen die aristokratische Bevorzugung der Stadt Wiesbaden durch Verwilligung einer so bedeutenden Summe zur Unterhaltung ihres Theaters deklamirt;" und in No. 27 („(/ Wiesbaden") wird wenigstens hervorgehoben, „ein Abgeordneter aus dem Dillthal, der entschiedenste Widersacher des Theaters" (diese Worte wurden, damit sie ihren Zweck besser erreichten, gesperrt gedruckt!) habe meine Wahl befördert ! Indessen es wurde s. Z. in der „Freien" und sogar in einem Artikel der „Nassauischen Zeitung" ausführlich berichtet, daß ich von Anfang an für die Unterstützung des Theaters gesprochen habe. Das mußte die Redaktion der „Nassauischen Allgemeinen", wissen, wenn es auch nicht noch zum Ueberfluß daraus hervorginge, daß dieselbe einen von Hochheim datirten Artikel in No. 38, welcher mir den entgegengesetzten Vorwurf macht, nämlich: daß ich „für die Unterstützung des Theaters auf Landeskosten sprechen und stimmen" werde, ohne irgend eine Bemerkung aufnahm.
(Schluß folgt.)
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
In der L. Schelleilberg'schen Hofbuchhandlung in Wiesbaden ist erschienen und in allen Buchhandlungen vorräthig:
Ueber die Demokratie in Frankreich. Antwort an Herrn
Guizot von Pierre Margry. Preis 18 kr.
Donaufürstenthümer.
Agram, 19. April. Am 13. d. haben die Serben einen glänzenden Sieg, über den Magyarentrupp unter Perez el im Gebiete des Chzaikisten- Gränzbataillons in der
Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Erp editionslokale abgeholt werden.
Die Expedition der Haß. Mg. Aeitung.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.