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gen Gefechten bemerkt, daß die Insurgenten mit Hohlgeschütz- I Granaten und Bomben die kaiserl. Armee nicht mehr belästi- ] gen, sondern mit vollen Kugeln und Kartätschen feuern. Sie scheinen also nicht im Stande, jene Gattung zu erzeugen In­deß wird ihre Artillerie gut bedient, und für Pulver sorgen die Debrecziner Pulvermühlen in Menge.

Ungarn.

Pesth, 17. April. (A. Z.) Feldmarschall-Leutenant Weiden sollte über Neuhäusel herabreisen, und wurde von der Garni­son in Gran in voller Parade erwartet. Diese Parade be­weist, daß Görgey auf dem halben Weg zum Entsatz von Komorn stecken blieb. Die Festung wird noch immer unaus­gesetzt beschossen. Die große Armee von Pesth hat ihre Stellung noch nicht verändert; selbst die zwei Bataillons In­fanterie, die nach St. Andrä beordert waren, sind gestern Mit­tag, da sie nirgends auf Ungarn stießen, zurückgekehrt. Sie sehen also, die Berichte waren falsch, welche daS erste Armee­korps unter dem Ban bereits über die Donau sich zurückziehen ließen. Wahr aber ist, daß Ofen verbarrikadirt werden soll, zu welchem Behuf fortwährend viele mit Wollsäcken befrachtete Wägen über die Schiffbrücke gebracht werden.

Gestern kam es zu einem Tressen. Das österreichische Zentrum wurde um halb vier Uhr Nachmittags lebhaft ange­griffen, doch zog sich das Gefecht in Bälde nach dem Stein­bruch gegen den rechten Flügel hinüber. Die Kanonade war heftig und währte bis sechs Uhr Abends. Die Insurgenten wurden auf allen Punkten weit zurückgeworfen und mit Ra­keten und Shrapnells mörderisch begrüßt. Der Ban ritt erst gegen fünf Uhr nach dem Steinbruch, da er die Nichtigkeit des Angriffs in voraus prophezeihte.

Uebrigens geht ein Gerücht unglaublicher Art durch das kaiserliche Heer. Selbst Oberoffiziere erzählen, Kossuth sey feldflüchtig geworden und habe in seinem Scheidebrief an den Reichstag geschrieben: da Ungarns Banner nie sieghafter flat­terte, könne man seine Flucht nicht Feigheit schelten, er fliehe aber um weiteres Blutvergießen zu sparen, weil nach seiner Ueberzeugung nach dem Fall von Genua Oesterreich über Streitkräfte zu verfügen habe, denen Ungarn auf die Länge nicht widerstehen könne. Ich für meine Person glaube nicht an die Wahrheit dieser schönen Sage.

Frankreich.

Paris, 22. April. Der Moniteur veröffentlicht den gestrigen Beschluß der Nationalversammlung rücksichtlich der Zeitungspresse, der uns 45 Tage lang vor den Generalwahlen freie Hand läßt.

Das Journal des Debats ruft aus:Der Handel möge sich freuen; bald werden Flugblätter, wie le Robespierre und der L'ainiable faubourien oder das Journal de la Canaille aus ihren Gräbern wieder erstehen und das kaum erwachte Vertrauen verscheuchen."

Seit acht Tagen tragen sich mehrere Pariser Journale mit der Idee eines allgemeinen Kongresses in Mailand (statt Verona), in welchem ein lombardisch-venetianisches Königreich, mit dem Großherzog Leopold von Toskana an der Spitze, ver­faßt werden soll.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Dem Herzoglichen Generul-Commando ist ein Packet Charpie für die deutschen Truppen in Schleswig von einigen Frauen in Montabaur zugeschickt worden.

Indem dasselbe den unbekannten Geberinnen öffent­lich dankt, bringt es zugleich zur allgemeinen Kenntniß, daß ähnliche Gaben gerne in Empfang genommen, und für deren Uebersendung und zweckmäßige Verwendung gesorgt werden wird. Alefeld.

Bekanntmachungen.

423] Die dem Walter Messerschmidt zu Oberursel zugehörigen Im­mobilien, als:

1) ein zweistöckiges Wohnhaus nebst Mahlmühle, Scheune, Stallung und Hofraum, in der Mühlgaffe daselbst gelegen, tarirt 3600 fl.

2) 4 Aecker, tarirt 620

3) 4 Wiesen, tarirt 790

Summa 5010 fl. werden Mittwoch den 6. Juni l. I., Mittags 2 Ubr, in dem dasigen Rathhaus versteigt.

Königstein, den 23. April 1849.

Herzogt. Rass. Landobcrschultheiserei.

Langsdorfs.

424] Montag den 4. Juni l. I., Morgens 9 Uhr, werden dem Philipp Henrich, Musikant, zu Niederhöchstadt, seine Hofraithe und Feldgut zusammen tarirt zu 3574 st. in der dasigen Gemeinvestube versteigt. Königstein, den 23. April 1849.

Herzog!. Raff. Landoberschultheiserei. Langsdorfs.

4221 Generalversammlung

des

Deutsche« Vereins heute, Mittwoch den 25. April, Abends 8 Uhr, im Adler.

Frankfurt a. M., den 24. April. Mittags 1 Uhr.

Papier.

Geld.

Oesterreich, 5 Mètalliques 4 " 2%% "

......

-777 60% 41'/.

77% 607, 41

3 % Bankactien o. D.....

1189

1184

500 fl. Loose .

1297.

129

250 st. Loose .

817

80%

Preußen, 50 Thaler Prännenscheiue ....

37i% Staatsschuldscheine â 105 kr. .

Bayern, 37i% Obligationen.......

81

80

10071

80 7, 797.

Berbacher-Elsenbahn

-Actl

en .....

73%

73%

Würte m berg, 37, 4 VC

% Obligationen.....

7871

7871

/ neue Obligationen . . .

94%

9471

Bao en, 37, % Obligationen von 1842 ....

787

78

Lotterie-Anl

â 50 fl. bei G. u. S. . .

487

487,

35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

Darmstadt, 3'/- V» Obligationen.....

4 % "

28%

87%

28% 7971 87%

50 st. Loosè

72%

72

25 fl. Loose

227

22

Kurhessen, Friedrich-Wilhelms

-Nordbahn-Actien

3571 287.

357*

40 Thlr. Loose bei

Rothschild. . .

27%

Nassau, SA % Obligationen bei Rothschild . .

25 Loose ..........

817

21

807.

207.

Frankfurt, 3% Obligationen

77%

777.

3%%

von 1839 . . .

937

927.

von 1846 . . .

897,

887.

Taunus-Eisenbah

n-A

ctien

â 250 ff. . . .

294

292

üolland, 271 % Integralen ..

......

507

497»

Spanien, 3 % Innere Schuld .......

5 Ardoin incl. 16 Coup..... «ölen, 300 fl. Lotterie-Loose .......

24%

24%

98

.. . 500 fl.

74/

7471

Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann Dis conto . ......... . -

267

267.

1

Gold.

st.

fr.

Silb er.

fl.

kr.

Pistolen........

9

56

Gold al Marco .

382

Pr. Friedrichsd'or . . .

9

57

Laubth., ganze. .

Holl. 10 fl. Stücke . .

10

4

Preuß. Thaler. .

Rand- Ducaten ....

5

39

5 Frankenthaler .

20 Francsstücke ....

9

38

Hochhaltig Silber

24

30

Fngl. Souverains. . .

12

4

Gering u. mittels. . .

14

20

Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes welche an jedem Werktage, Vormittags um 10 Uhr, aus­gegeben wird.

Wie Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden.