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Aufregung ist durch die Vereine, welche auch eine Märzerrun, genschast sind, künstlich hervorgebracht. Wollen Sie mich zwin­gen, ich muß eS darauf ankommen lassen. Sie kennen meinen Muth. Es ist nicht um meinetwillen, ich habe nur noch we­nige Jahre zu leben, aber mein Vaterland, mein Haus, meine Familie legt mir diese Pflicht auf. Ich wurde es sehr be­dauern, wenn gerade jetzt in dieser wichtigen Sache die Stände mit der Regierung nicht Hand in Hand gingen.

Stuttgart, 23. April. Eine Ertrabeilage zumSchwä­bischen Merkur" enthält folgende

Proklamation:

Württemberger! Seit 32 Jahren habe ich die Geschicke unseres gemeinschaftlichen Vaterlandes gelenkt, habe ich nur Einen Gedanken, nur Eine Aufgabe, die Eurer steigenden Wohlfahrt und Zufriedenheit verfolgt! In ernsten und in gu­ten Tagen habt Ihr mir vielfache Beweise Eures Vertrauens und Eurer Liebe gegeben, habt Ihr ein Beispiel von Eintracht zwischen Fürst und Volk geliefert, welches der Ruhm des Lan­des bei unsern Nachbarn und zugleich mein Stolz, sowie daS beständige Ziel aller meiner Regierungsmühen war.

Württemberger! Die Zeiten sind ernst, das Vaterland, daS gemeinschaftliche, wie daS besondere, ist von vielen und großen Gefahren bedroht. Mehr als je gilt es, baß wir fest und einträchtig Hand in Hand gehen. Wie Ihr, will auch ich ein großes, einiges und starkes Deutschland. Ich werde jedes Opfer freudig zu Gunsten eines so gemeinnützigen Zieles bringen. Wo eS daS wahre Wohl des gemeinschaftlichen Va­terlandes gilt, müssen alle Interessen, die großen wie die klei­nen, schweigen. Die Nationalversammlung hat das Versas- sungswerk ihrerseits vollendet; allein Ihr wißt, daß zwischen ihr und den größeren Regierungen Deutschlands zur Zeit noch eine. Nichtverstänbigung über diesen hochwichtigen Gegenstand besteht. Ich für meine Person habe eine solche Verwicklung in keiner Weise herbeigeführt; da sie aber leider vorhanden ist, so gebieten Klugheit und Vorsicht, so erheischen das wahre Wohl und eine gesicherte Zukunft unseres Vaterlandes, daß wir die Entwicklung derselben mit Ruhe und Zuversicht ab- warten. Verlaßt Euch aus mein Fürstenwoit, eS ist weder für Euch, noch für Deutschland keinerlei Gefahr in einem sol­chen Verzüge. Eine vorschnelle Entschlußnahme von unserer Seite würde im Gegentheil die friedliche Lösung der Frage eher verhindern und verzögern, als beenden und fördern. Ohnedies kann und wird die Ungewißheit darüber nicht lange mehr andauern.

Württemberger! Vertraut Eurem Könige, der es wohl mit Euch meint; mißtraut den Einflüssen und den Reden aller Ehrgeizigen und aller Wühler, die sich selbst und Euch auf den Weg des Verderbens führen würden. Es lebe die deutsche Einigkeit und die allseitig friedfertige, ruhige Lösung des Reichs- verfassungSwerkcS. W i l h e l in."

Stuttgart, 22. April, Abends. (O.-P.-A.-Z.) Der heutige Nachmittag verlief ruhig; eine Versammlung der Jugend Stuttgarts, so weit sie nicht bürgerwehrpflichtig ist, rief eine Masse Einheimischer und Fremden zusammen. Wir haben die Hoffnung aus eine friedliche Lösung nicht aufgegeben, in der deutschen Frage sind wir Alle Eines und eines guten Rechts uns bewußt, und apPelliren getrost von der nicht gut unter­richteten Krone an die besser unterrichtete. Der unendlich wichtige Eifluß, den Württemberg auf das ganze übrige Deutschland ausüben wird, wenn es als das erste der König­reiche mit dem deutschen Banner vorangeht, steht allen vor Augen.

Aus Niederschlesien, 20. April. (Pr.-M.) Auch bei uns ist die Niedergeschlagenheit über die zagende Annahme der deut­schen Kaiserwürde eine weit verbreitete. Ist man mit dem red­lichen Vorbehalte freiwilliger Zustimmung der übrigen Fürsten und Regierungen ganz einverstanden, so beklagt man um so tiefer daS gefährliche Hervorrufen sofortiger Ausstellungen an der Verfassung, weil man die Aenderung dieser augenblicklich für unmöglich und ihre Verschiebung für gefahrlos hält. Man bedauert, und von der loyalsten Seite, sehr ernst gewisse pein­liche Rücksichten, welche den Theil retten möchten, und daS Ganze darüber zu Grunde gehen lassen. GewissenSskrupel, welche die Mücke säugen und der Wittwen Gut verschlingen, können nur die Zustimmung befangener oder schwacher Gemü­ther finden.

Welches Elend wäre z. B. in materieller Beziehung vom Handels-, Gewerbe- und Arbeiterstande nicht minder als von den Landwirthen bereits abgewandt worden, hätte man gleich kräftig als redlich dem begeisterten Vertrauen Deutschlands entsprochen, und mit Befestigung deutscher Einheit, wenigstens in der Hauptsache, der Rückkehr des Vertrauens einen Anhalt gegeben! Noch ist die Möglichkeit gegeben, festen BlickeS einzulenken und Deutschland zu retten. Wir fürchten, auch sie wird ungenützt bleiben, und dem Reiche deS Bösen ein Vor­schub geschehen, welchen man zu spät bereuen wird.

Altona, 20. April. Mit dem um 8 Uhr abgegangenen Morgenzuge begab sich der Herzog Adolph von Nassau zur Armee.

Schleswig, 19. April. (O.-P.-A.-Z.) Die Dänen haben nur noch 56000 Mann auf Alsen. Alle übrige Mannschaft ist nach Jütland gebracht, wo es denn auch zu einem entschei­denden Schlag wird hoffentlich kommen können. Wir haben hier kaltes Wetter und die braven Soldaten bivouakiren aus den Düppeler Schanzen im Schnee und Eis.

Wimpel und Hauptflagge derGefion" und die Flagge des HauptbootS vonChristian A III." find bereits nach Frank­furt abgesendet. So gern wir diese Trophäen hier behalten hätten, so fühlen wir doch, daß sie dahin gehören, wo die Männer wirken, welchen wir so energischen Schutz verdanken'

Gravenstein, 20. April. Sicherem Vernehmen nach ist endlich von Frankfurt die Weisung ergangen, daß setzt unver­züglich in Jütland eingerückt werden soll. Allgemeiner Jubel herrscht darüber im ganzen Heere, denn Alles brennt vor Be­gierde, den Feind so bald wie möglich vom Festlande zu ver­treiben.

Die preußische Brigade aus Westphalen ist schon nach Hadersleben marschirt. General Bonin wird jetzt sein Haupt­quartier schon nach Christiansfelde vorgeschoben haben, und fast die gesummten schleswig-holsteinischen Truppen stehen nun unlängst der jüklândischen Grenze, völlig bereit, dieselbe in den nächsten Stunden, wo es befohlen wird, zu überschreiten. Auch Kavallerie der deutschen Reichstruppen ist schon an 2000 Mann stark dem General Bonin zur Verfügung gestellt werden, und wird er über weitere drei Regimenter in diesen Tagen noch zu gebieten haben.

Die Quartiermacher neuer deutscher Reichskruppen treffen schon hier ein, und werden 3000 Mann nassauische und braun­schweigische Infanterie erwartet. Auch der Herzog von Nassau wird eine Brigade unter dem unmittelbaren Befehl des Gene­rals Prittwitz kommandiren. Immer nur vorwärts muß die Losung seyn, gewiß der Frieden wird dann bald folgen.

Nachschrift. So eben trifft die Meldung hier ein, daß schleswig-holsteinische Truppen vor Kolbing marschier sind, ebne auf Feinde zu stoßen. Die Dänen sollen die 14,000 Mann, die sie in Jütland stehen haben, in Friederici« zusammengezo­gen haben, um einen Versuch zu machen, diesen in letzter Zeit befestigten Ort zu vertheidigen. (Börsenh.)

Wien, 19. April. Der am 10. d. M. bei Waitzen geblie­bene Generalmajor Christian Götz, geboren zu Lieben im Jabr 1783, evangelischer Religion, trat am 27. November 1800 als Gemeiner freiwillig bei Prinz Coburg Dragoner Nr. 6 in öftere. Kriegsdienste und ist bis 1815 stufenweise zum Premierritt­meister vorgerückt. 1828 quitlirte derselbe und verehelichte sich. 1831 trat er als Hauptman bei Herzog von Nassau Infanterie Nr. 29 wieder ein, ward 1835 Major, 1S3S Oberstlieutenant, 1843 Oberst und 1848 Generalmajor.

Ungarn.

Pkstb. Die eigentliche unverwüstliche Stärke der Magv- aren besteht in dem allenthalben massenhaft und kolossal auf- gebotenen Landsturm, der sich in dem Rücken und in den Flan­ken ihres StreilheereS ameisenartig voraus - und nachwälzt. ES ist kein Ort an der Theiß, der nicht fein volles Kontingent gestellt hat. Bon KossutbS Reden in Erlau uns in Gödöllö finstren hier Versionen, die den Mann in feiner ganzen wild­romantischen Raserei erkennen lassen. Es flößt uns Schrecken ein, aber es wundert unS nicht, daß auf einen Wink dieses