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Zerstörung des Brückenkopfes abgesehen, und man Hofft bis i morgen mit dieser wichtigen Operation zu Ende zu seyn, wo#1 rauf man der unüberwindlich scheinenden Festung näher zu Leibe wird gehen können. Fällt Komorn, so ist der Feldzug in Ungaru zu Gunsten der Oesterreicher so gut wie entschie­den. Wie ich so eben höre, sind auf dem linken Donau-Ufer, in der Gegend von Neuhäusel, große Massen kaiserlicher Trup­pen auS Mähren angekommen, welche sich wahrscheinlich den etwa zum Ersatz KomornS anrückenden Ungarn entgegenstellen werden.

Frankreich

Paris , 19. April. Rybinski, letzter polnischer Gene­ralissimus aus dem 1830ger Kampfe, ist nach Rom abgereiSt, um sich an die Spitze des römisch-republikanischen Heeres zu stellen, dessen Reiterei bereits von Kersansie befehligt wird.

DieEstaffette" behauptet, der Telegraph habe dem Ministerium die Landung unseres Pabstgeschwaders in Civita- Vecchia gemeldet.

Unsere Touloner und Marseiller Blätter vom 16. Abends kennen dagegen kaum die Einschiffung desselben.

General Fabvier ist aus Kopenhagen nach Paris zu­rückgekehrt und erläßt imJournal deS Debats" eine sehr ge­harnischte Erklärung gegen die deutsche Eroberungswuth gegen das kleine Dänemark im Gegensatz aller geheiligten Verträge u. s. w. Fabvier, als Vertheidiger der Wiener BundeSakte von 1815.... Das ist zum Todtlachen!

Lyon, 12. April. Die Alpenarmee mit ihren Führern hält die überspannten Demokraten so im Zaume, daß die Trüm, mer der alten legitimistischen Partei mehr und mehr aus ihren Verstecken hervorkommen, sich zusammenschaaren, und mit Kühnheit allem entgegenarbeiten, was uns an das Wort Re­publik erinnert. Die Geistlichkeit hat bereits Gebete für die bevorstehenden Wahlen angeordnet, und der Kardinal-Erzbischof selbst hat seinen Diözesanen Belehrungen zukommen lassen, welche nicht ganz im Sinne der Verfassung sind. Dem Do- mine salvam fac rempublicam ist schon längst der Krieg er­klärt, und würde man nicht Prozesse scheuen, so wäre gewiß der Name dessen in die Gebete bereits eingeschaltet, den man als den wahren legitimen Herrscher von Frankreich betrachtet. Die Wunder-Medaillen finden wieder ihren Weg nach allen Richtungen und in alle Kreise; ja, man versichert, daß sie selbst bei mehreren Regimentern Eingang gefunden.

Ueber das Resultat der bevorstehenden Wahlen herrscht gar kein Zweifel mehr. Die Unstätigkeit und der Wankelmuth der Franzosen sind so groß, daß man heute in den Himmel hebt, was man vor wenigen Wochen verdammt hat. Wie groß war doch die Begeisterung für den Namen Napoleon, als es sich um die Präsidentenwahl handelte, und hellte ist dieser Name wieder vergessen, ja, man scheut sich nicht, von den schönen und glücklichen Tagen Ludwig's XVIII. zu sprechen! Alle Anstrengungen der wenigen noch bestehenden revolutionären Klubbs sind vergebens. Es hält schwer, Leute zu werben für die Republik.

Italien.

Genua ist durch Dekret vom 12. d. in Belagerungs­zustand erklärt worden.

Syrakus hat ohne Widerstand den königlichen Trup­pen die Thore geöffnet.

Britisch -Ostindien.

Britisch-Ostindien. Mit der neuesten ostindischen Ueber# landposi ist endlich auch dieBombay Times" mit Berichten über den bereits erwähnten glänzenden Sieg des britischen Oberbefehlshabers, Lords Gough, über die SikhS angckom- men. Es war am 21. Februar, als Lord Gough an der

Spitze eines Heeres von 25,000 Mann mit 100 Geschützen, wovon ein Drittel vom schwersten Kaliber, bei Gudschrat aus den Feind stieß, welcher nicht weniger alö gegen 60,000 Mann zählte, wovon jedoch höchstens die Hälfte den Ramen von Krie­gern verdiente. Die Zahl ihrer Geschütze belief sich aus 60, worunter 56 achtpfündige. Die Schlacht begann mit einem heftigen Geschützfeuer, während dessen Dauer das britische Fuß­volk in einer Entfernung gehalten wurde, wo es von dem feindlichen Feuer nicht erreicht werden konnte. Die schweren Achtzehnpfünver der Briten brachten die sieben- bis achtpfündi- gen Geschütze des Feindes bald zum Schweigen, und die eng­lische Artillerie rasselte nun imschönen Style" (wie sich die Bombay Times" ausdrückt) nach vorwärts gegen den Feind. Sofort drang auch das britische Fußvolk vor, warf den Feind, bemächtigte sich aller Dörfer auf der Schlachtlinie und setzte sich auch in den Besitz der Stadt Gudschrat, welche den Mit­telpunkt der feindlichen Schlachtordnnng gebildet zu haben scheint. Die Reiterei verfolgte die fliehenden Sikhs lebhaft, 10 engl. Meilen über das Schlachtfeld hinaus, bis die einbrechende Dunkelheit der Verfolgung ein Ziel setzte. Die Briten erober­ten 53 Kanonen, daS Gepäck und Lagergeräth und eine unge­heure Menge Kriegsvorräthe. Die feindlichen Anführer Tschutler Singh und Schir Singh sollen sich unter den Verwundeten befinden. Der Verlust der Briten war im Vergleich zu einem so großen Resultate nicht sehr bedeutend; getödtet waren ihnen 5 Offiziere und 92 Soldaten, verwundet 24 Offiziere und 682 Mann. Der Verlust des Feindes mag wenigstens viermal be­deutender seyn.

Durch diesen entscheidenden Sieg hat Lord Gough seinen namentlich im chinesischen Kriege erworbenen, aber durch die früheren erfolglosen und blutigen Schlachten bei Ramauggur und Tschillianwallah (Ruffel) etwas erschütterten Feldherrnruf wieder hergestellt.

Die SikhS haben in diesem Kriege, der nun fast so gut wie beendigt angesehen werden darf, ihren altberühmten Hel- benmuth zur Genüge bewiesen, sie haben den Briten die Ar­beit sauer genug gemacht, auch hat ihr oberster Anführer, Schir Singh, nach dem Geständniß dec englischen Blätter, in den Schlachten wie in den Heeresbewegungen überhaupt ein nicht gewöhnliches Feldherrntalent entwickelt, und die Briten wären schwerlich bei Gudschrat so wohlfeilen Kaufs davonge­kommen, wenn ihre furchtbaren Feuerschlünde nicht gleich an­fangs die Widerstandskräfte der Sikhs gelähmt und gebro­chen hätten.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden.