Wohlgemuth, der aus Italien kam, ist mit drei Brigaden in Gran eingerückt. Vielfach wird bestätigt, daß General Hammerstein richtig mit 20,000 M. bis Kaschau vorgedrungen.
Donaufürstenthümer.
Tcmlin, 5. April. Eine große Bestürzung hat die Gemüther der hiesigen Bewohner ergriffen, Furcht und Angst hat sich ihrer bemeistert. Mehrere Hausväter aus Bacska kamen flüchtend todteubleich hier an. Die Magyaren, welche auch St. Thomas erobert haben, morden und fchlachten die Bewohner von Verbasz, Szenta, Ada, Mohol 2c. crbarmungs, los , und schonen selbst Weiber und Kinder nicht. Die Serben haben, der magyarischen Uebermacht weichend, Zombor räumen müssen und stark gelitten. In Neusatz wurden mehrere angesehene Bürger zum Tode verurtheilt. Die ungarischen Truppen sollen bereits bis Becse vorgedrungen seyn. Der Patriarch sah sich genöthigt, Becskerek zu verlassen und sich nach Pancsova zu begeben, von wo er heute hier erwartet wird. Der Nationalgeneral St. Knicjanin ist von hier nach einem kurzen Aufenthalt nach Sirmien abgegangen, wahrscheinlich, um sich mit einem Abgeordneten des Grafen Nugent zu besprechen, die nöthigen Maßregeln zurZurückdrângung des Feindes zu ergreifen und serbische Hülfstruppen wieder herüber zu führen. Die 'Nachricht, daß Russen in großer Zahl in Siebenbürgen angekommen und Hermannstadt den feindlichen Händen wieder entrissen haben, sowie daß General Puchner mit seinen Truppen schon bei Orsowa sich befindet, um von da über Temeswar wieder in Siebenbürgen einzurücken, dem Feinde in een Rückrn^M-ffaÜrn und allenfalls den hiesigen Bewohnern zu Hülfe zu kommen, hat hier zur Beruhigung bei# getragen. (Lloyd.)
Frankreich.
Paris, 17. April. (O.-P.-A.-Z.) Nachdem in der gen# rigen Abendfitzung der Nationalversammlung, welche bis um halb ein Uhr dauerte, der erste Paragraph des von der Regierung eingebrachten Antrags auf Bewilligung eines außerordentlichen Kredits behufs der Erpedition nach Italien mit einer Mehrheit von 112 Simmen angenommen worden war, aus formellen Gründen aber die Abstimmung über, den ganzen Antrag auf heute verschoben werden mußte, wurde dieser in der heutigen Sitzung mit 338 gegen 161 Stimmen gutgeheißen. Die nach Civita-Vecchia bestimmte Flotte, welche bereits fegelfertig war, und von dem Ministerium nur so lange zurückgehalten ward bis die Nationalversammlung einen Beschluß gefaßt haben würde, hat sofort durch den Telegraphen den Befehl erhalten, in See zu gehen.
Italien.
Neapel, 7. April. (A. Z.) Es ist höchst schwierig, etwas Gewisses über den Gang des Feldzugs in Sizilien zu vernehmen. Ein Dekret hat die Besprechung dieser Angelegenheit in örrentlichen Blättern verboten und verweist das Publikum ein, zig auf die im Giornale costihizionale zur erscheinenden om zielten Bulletins, die indessen noch auf sich warten lassen. Es scheint auch' dir briefliche Korrespondenz von Messina her überwacht USB gehemmt zu «ew. Das ass tiefem intern Weg von dorther verlautet, war eben nicht günstig für dir nestelt* rann che Armee: Es soll in ter Nii: von Cara nm ein Loncirr, tegiaeat durch Mine und Hebers all bemrchr gänzlich Lufzerirberl worden Evn. In Mrssisa Elb st, wo der Belagerungszustand herrscht, sollen Ehr viel Verhaftungen verkommen. Maa c:U barmt dort schrecken und dadurch die Armee im Rücken möglichst sicher stellen. Am 30. v. M. hatten sich auS dem drrü- gen Hafen die letzten französischen und englischen Kviegsdaw- pfer entfernt. Hier geht alles seinen gewohnten, ruhigen Gang — rückwärts.
Großbritannien.
London, 16. April. Einer Mittheilung im „Morning- Ehronicle" zufolge soll der Kaiser von Rußland am 28. März seinen Adjutanten, den General Grabbe, nach Konstantinopel geschickt haben mit einem Ultimatum, in welchem Rußland die sofortige Einstellung der Rüstungen in der Türkei und die Zu- rückberufung Ler an der Donau konzentrirten türkischen Streitkräfte fordert. Auch wird darin die Einwilligung der Pforte in die Besetzung der Walachei und Moldau durch russische Truppen, so lange die russische Regierung eine solche für nöthig halten wird, verlangt. Im Weigerungsfälle soll der russische Gesandte sofort Konstantinopel »erlassen und eine russische Armee den Balkan überschreiten, die russische Flotte in Sebastopol endlich diese Bewegung unterstützen.
Nachschrift
Frankfurt, 19. April. (D. Z.) Es ist, nach zuverlässigsten Mittheilungen aus Stuttgart , nicht zu besorgen, daß die von Ollmütz ausgesponnenen Fäden am Würtemberger Hofe zu festen Ankertauen für die österreichischen Vereinbarungswünsche, d. h. für die Bundestagsrefiauration, werden. Im Gegentheil erhebt sich, trotz aller Gegenbestrebungen, ganz Würtemberg wie ein Mann und tritt für die von der Reichsversammlung geschaffene Verfassung in die Schranken.
Auch aus Sachsen lauten die Berichte freudiger und Hannover geht, wenn auch langsamer, doch eben so sicher auf deutscher Bahn vorwärts. Bayern zögert noch und beruft v. d. Pfordten in's Ministerium. Wir werden aber bald bedeutungsvolle Ereignisse in Bayern eintreten sehen und es wird die Vorspiegelung, daß nur die anarchisch gesinnte Partei die Durchführung der Reichsverfanung wolle, die Augen des Volkes nicht lange mehr blenden.
Wien, 16. April. (O.-P.-A.-Z.) Es heißt, daß das 1 Eskadron ungarischer Husaren zu den k. k. Truvpen, in deren Händen sich Waitzen befinden soll, übergegangen sey. Die FondS sind hierauf gestiegen. Die Nachricht, daß F.-M.-L. Haynau mit einem Armeekorps von 30,000 Mann aus Italien zur ungarischen Armee stoßen werde, bestätigt sich nicht, indem F.-M. Radetzky bei der noch immer nicht beruhigenden politischen Lage Italiens nicht so viele Truppen entbehren zu können erklärt hat. Wohl aber marschirt alle disponible Kavallerie seiner Armee (Chevaur-Legers und Uhlanen) nach Ungarn, um durch Vermehrung dieser Waffengattung den Insurgenten, in deren Reihen 96 Schwadronen stehen sollen, die Spitze zu bieten. Nachdem F.-Z. -M. Weiden vorgestern auf dem Glacis eine Heerschau über die hiesige Garnison abgehalten hatte, ist er gestern nach Ungarn zur Uebernahme des dortigen Oberkommandos abgereift , ohne daß jedoch Feldmarschall Win- dischgrätz eigentlich eine Abberufung erhalten hätte. Die Operationen gegen das Jnsurgentenheer werden mit Nachdruck begonnen, da letzteres den Plan zu haben scheint, mittelst der ausgedehnten beiden Flügeln unter Kasimir Batthyany und Dembinski in Nord- und Subungarn, die k. k. Truvven um Ofen und Pesth cinzuich ließen. Die der Armee in jüngster Zeit zukommenden Verstärkungen betragen 50,000 Mann. AuS Böhmen und Galizien ist alle disponible Mannschaft dahin gezogen worden; auch von CImü$ find 2 Bataillons An Enterte, 2 Divisionen Küra' fiere und 2 Feltbatteri-n aimari::'.
Feldmarschall Radetzko wird bass eiv Bürger aü-r Siärrr i Ern. Ter Triester SemeirrSe - Ausschuß ist geEnnrn, den . Feldsarfchall das $iylew 'ines Errenrüvzers der State ar.» I Blu einer erzenen 2 er u: anen tu üb essende«.
Triest, 13. Avril. (S. Z.) Die Endliche FErrr lotete [ gestern d.e Anker und segelte nach Venedig, um die brrt te# • findüchen Pikwenrrsen an Korr zu nehmen und die zwei >rr« i tinitthtn Schisse, die man mit Gewalt zurücküalk, berovszn- sordern. Die hier üanentrtt Fregatte Guerriera hat sich zu unserer gierte in Pirano begeben.
Aus Lemberg, 11. April, schreibt man dem „Nürnberger Corrcfpoudcnt": Nun endlich ist roch die Bestimmung auS St. Petersburg zu der von Oesterreich angcsprochenen