wenn wir und im Sundewitt behaupten wollen, denn Sonderburg beherrscht bad' ganze sundewitt'sche Gebiet. Von Sonderburg aus kann man mit einer Büchse Düppel erreichen, und da Sonderburg höher liegt wie Düppel und das ganze diesseitige Ufer, so ist der Besitz Sonderburgs in dänischen Händen sehr gefährlich. Preußische Pioniere Weyden nun eine Schiffbrücke nach Alsen hinüberlegen.
Unsere junge Armee ist fähig, sich mit jeder alten zu meß sen. Ein Trainkutscher fragte seinen Offizier: „Dürfen wir nicht bald über die Königsau?" „Hast du so ungeheure Lust dazu, mein Junge?" „Ja, ungeheure Lust!" war seine Antwort. Züge der brennenden Ungeduld, nach Norden vorzurücken und die fliehenden Dänen in Jütland anzugreifen, könnte ich in Menge aus unserem Heere berichten. Ein wegen Disziplinarvergehen früher zu vierwöchentlichem Festungsarrest ver- urtheilter Soldat, der unterwegs erkrankt und in ein Hospital gebracht worden war, meldete sich gestern bei dem Kommandeur seines Korps mit der inständigen Bitte, erst den Feldzug mitmachen und alsdann, falls er nicht geblieben, seine Strafe in Rendsburg absitzen zu dürfen.
Das erste deutsche Kriegsschiff „Deutschland" ist mit einigen Kanonenjollen nach Krautsand, Glückstadt gegenüber, vorgegangen, um jedes Vordringen innerhalb der Elbe unmöglich zu machen. Wahrscheinlich wird das Schiff aber seine Jung- fraujchaft bewahren, da es kriegs- und seeuntüchtig ist.
Wien, 14. April. Ein außerordentlicher Kurier aus Petersburg brachte die Nachricht, daß, als am 5. die Kunde von den Siegen des tapferen Marschalls Radetzky im Kaiserlichen Hoflager eintraf, Se. Majestät der Kaiser Nikolaus unter seine Garde-Offiziere trat, ihnen den Waffenstillstand von Novara verkündete, und dabei ausrief: „Ein Hurrah dem Helden- Marschall!" Am 7. sandte dieser ritterliche Monarch einen General-Adjutanten mit seinen Glückwünschen an den Marschall Radetzky nach Mailand ab. Derselbe ist gestern hier durch- passirt, und überbringt, wie man sagt, dem Helden das Marschallsdiplom aller russischen Armeen, sowie die Ernennung zum Inhaber des Husarenregiments, welches der eben verstorbene König der Niederlande inne hatte.
Wien. Ein Brief Radetzky's an den Grafen Grünne, Generaladjutanten des Kaisers, worin er dankt für die auf ihn geprägte Medaille, und seiner Armee die glänzendsten Lobsprüche spendet, enthält zum Schluß die folgende schöne Stelle: „Einer solchen Armee vermochte der Feind, obgleich er tapfer focht, doch keinen Widerstand zu leisten, und wenn ich meinen Gegner nicht zum Aeußersten drängte, so geschah es, weil ich wußte, daß Gott die Mäßigung mehr als den Ueber- muth des Siegers schützt." Wie Radetzky hier den Gedanken ausspricht, der ihn beim Abschluß der Waffenstillstandsbedingungen leitete, so möge das österreichische Kabinet sich die Lehre seines trefflichen Feldherrn zu Herzen nehmen.
Frankreich
□ Paris, 17. April. Der Moniteur beginnt heute mit folgender Anzeige:
Florenz, 12. April 1849.
(Der französische Gesandte in Florenz an den Minister des Aeußern in Paris.) „Eine Reaktion zu Gunsten des Großherzogs hat in Florenz stattgefunden. Die ganze Bevölkerung gab ihren Enthusiasmus zu erkennen. Guerrazzi wird streng bewacht. Die Assemblee ist aufgelöst. Eine Deputation begibt sich nach Gaëta."
— Die übrigen Morgenblätter fügen hinzu: Eine Deputation der angesehensten Bürger von Florenz reiste nach Gaëta, um den Großherßfog zurückzuholen.
— Im Konferenzsaale hörten wir im Vorübergehen, daß die Herzogin von Orleans, Eisenach verlassen und bald nach Paris kommen werde.
— Am 15. brachte der Telegraph den Befehl zur Einschiffung unserer Truppen nach Toulon und Marseille. Die ersten Abtheilungen des Geschwaders können also schon am 17., spätestens 18. April vor Civita Vecchia eintreffen.
Man ist auf ihren dortigen Empfang sehr neugierig.
Wird man sie mit Jubelgrüßen oder mit Flintenschüssen empfangen?
— Der Meyerbeer'sche Prophet (Hanö von Leyden und Knipperdolling) hat sehr gefallen. Das Publikum ist jedoch wüthend, daß daS Haus schon lange im Voraus vermiethet war und gar keine Kasse stattfand.
Italien.
Briefe aus Mailand vom 14. April melden den endlichen Beginn der Friedensunterhandlungen. General La Bormida war dazu mit ausgedehnten Vollmachten von Turin eingetroffen.
Rom, 9. April. Das Osterfest ward mit Glanz begangen; an der Stelle der Kardinäle erschienen die Deputirten der konstituirenden Versammlung; beim Vorübertragen des Allerheiligsten spielte das Militärmusik-Korps die Marseillaise; die Kuppelbeleuchtung war tricolor.
Iprechsaal
für Stadt und Land.
Erwiederung
Bad-Ems, 13. April. Der frühere provisorische Oberschultheis dahier fordert in Nr. 85 d. Bl. den Einsender des Artikels, d. d. Bad-Ems, 1. April in Nr. 79 auf, sich zu nennen, weil er sonst ein Verleumder wäre. Nennt derselbe also seinen Namen, so ist er kein Verleumder mehr, hat demnach die Wahrheit gesagt: .sapienti sat! — Oder meint jener Herr, es seyen nur verzeihliche Fehler während seiner Verwaltung vorgekommen? Dann möge er auch dem Einsender des genannten Artikels verzeihen, was er gesagt hat!
Ems, 14. April. Dem anonymen Verfasser des im Sprechsale von Nr. 85 dieses Blattes befindlichen Artikels: Wiesbaden, 4. April, welcher eine so große Sympathie für daS Medizinalwesen des Amtes Nassau zur Schau trägt, diene einstweilen zur Nachricht, daß ich noch zur Zeit auf seinen kollegialischen Rath und Beistand vollkommen verzichte, und in der Lage bin, meine persönlichen und dienstlichen Angelegenheiten selbst vertreten zu können. Von den in dem angezogenen Artikel enthaltenen philantropischen Insinuationen, deren eigentliche Tendenz klar am Tage liegt, wird sich aber wohl kein Sachkundiger beirren lassen, denn den Vogel erkennt man leicht an seinen Federn. Sapienti sat! Dr. Dbring.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
4061 Generalversammlung
des
Deutschen Vereins
Freitag den 20. April, Abends 8 Uhr, im Adler.
Tagesordnung: Besprechung über das Einund Zwei-Kammer-System.
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Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokale abgeholt werden.
Die Expedition der Nast. Allg. Leitung.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden.