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Nassauische

MgeWm Zeitung.

M SS Freitag den 2S April 18LS

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Zweite Ausgabe.

Uebersicht.

Amtlicher Theil.

Dienstnachricht.

Nichtamtlicher Theil.

Zeitungsschau.

Der langsame Vollzug des Zehntgesetzes.

Deutschland. Wiesbaden (Beschluß der Kammer in der deutschen Frage.

Landtag). Frankfurt (Die preußischen Abgeordneten. Schlechter Zustand der deutschen Marine). Hannover (Offizieller Bericht über die Erstürmung der Düppeler Schanzen). Flensburg (Die Düppeler Schanzen. Die, Lazarethe. Mangel an Charpie). Schleswig- Holstein (Die Angriffe auf Sonderburg und Alsen). Wien (Der

Kaiser von Rußland an Marschall Radetzky. Mäßigung Radetzky's).

Frankreich. Paris (Tagesbericht).

Italien. Mailand (Die Friedensunterhandlungen). Rom (Das

Osterfest).

Sprechsaal für Stadt und Land.

Amtlicher Theil.

Am 29. März ist der Lehrer Klauer in Wallrabenstein mit Tod abgegangen.

Nichtamtlicher Theil.

Z e i t u it g s f ch a u.

Folgende Mittheilungen aus dem dänischen BlatteKjö- b enh a v nsp o st em" vom 10. April sind bezeichnend für die Stimmung der Dänen:

Eine verlorene Schlacht hätte niemals einen so traurigen Eindruck Hervorrufen können, als die unglückliche Affaire bei Eckernförde. Es ist nicht allein die Niederlage mit den voraus­gehenden und begleitenden Umständen, sondern die Expedition selbst, die Kummer und Besorgniß weckt. Welche kolossale Mit­tel im Verhältniß zu der Geringfügigkeit des Ergebnisses, nxl- ches sich erreichen ließ. Handelte es sich doch nur darum, einige Batterien im Eckernfvrdcr Hafen zu demontiren, die ledig­lich bestimmt waren, die Stadt vor einem Bombardement zu beschützen. Aber die Stadt wollte man ja anfänglich nicht bom- bardiren, und eine solche Absicht wäre auch schwer zu begreifen gewesen, da Eckernförde keine strategische Bedeutung hât und überdies dem Vaterlanye angehört, welches den dadurch ange­richteten Schaden mehr oder weniger mitempfindet. Ein An­deres ist es, eine im Lande des Feindes liegende Stadt zu bombardiren; dies kann als Repressalie und Abschreckungsmit­tel von Nutzen seyn. Ward aber, wie wirklich der Fall, nicht das Bombardement der Stadt, womit nur später als Mittel der eigenen Rettung gedroht wurde, sondern nur die Demon-

tirung der Batterien beabsichtigt, so fragt sich, ob diese von Bedeutung, wenn nicht gleichzeitig Landtruppen festen Fuß ge­faßt haben. So lange noch die Truppen auf Alfen standen und nur ihre Vorposten auf Sundewitt hatten, versprach eine so gefährliche Expedition nur geringen Erfolg. Oder war die­selbe vielleicht an sich nicht so gefahrvoll, und wurde dies erst durch unvorhergesehene Umstände, durch den plötzlichen Ostwind und das Festlanfen des Linienschiffs? So viel bleibt doch gewiß, daß Landbatterien allemal eine sehr vortheilhafte Stellung den Schiffen gegenüber einnehmen. Wie große Massen bieten sich nicht als Ziel den Kanonen der Batterien dar, während vom Schiffe aus schon die feindlichen Kanonen selbst getroffen wer­den müssen. So konnten die meisten Schüsse vom Lande her ihre Wirkung thun, während andererseits dies nicht wohl thun- lich; daher fielen die Unserigen massenweise, während der Feind nur Wenige verlor, oder wie erzählt wird, nur einen Mann, der noch dazu durch Unvorsichtigkeit seinen Tod sich zuzog. Gefährlich war mithin eine solche Expedition, zumal wenn sie nicht^von Wind und Wetter begünstigt wurde. Für große Schiffe ist ein Meerbusen wie eine Schlinge, der selbst durch Kreuzen schwer zu entkommen ist. Daher sahen wir, daß das Linienschiff auch, nachdem es wieder flott geworden, sich doch nicht frei bewegen konnte, und merkwürdig genug, nicht die großen Schiffe, sondern der Geiser war es, den die eine Bat­terie dergestalt beschädigt hatte, daß die verlangte Waffenruhe zugestanven wurde. Betrachtet man daher einerseits das Miß­verhältniß zwischen den ungeheuren Streitkräften und dem ge­ringen Erfolge selbst int günstigsten Falle, andererseits die Ge­ringschätzung der Gefahr, welche unser Seekommando bei die­ser Gelegenheit an den Tag gelegt hat, so gelangt man zu der Ueberzeugung, daß man nur eine imposante kriegerische De­monstration in Uebereinstimmung mit den Ideen Dahlerup's im Auge hatte, und cs bleibt in hohem Grade zu beklagen, daß der Muth der Kommandirenden nicht die gehörige Mäßi, gung im Hinblick auf die unverkennbaren Vortheile zu finden wußte, welche dem Feinde durch seine Stellung, den Schiffen gegenüber, gegeben waren.

DieTimes" behauptete dieser Tage und bis jetzt ist ihrer Angabe, auf die man anfangs wenig Gewicht legte, noch nicht widersprochen worden, daß Lord Palmerston durch seine Nachlässigkeit eigentlich die Hauptschuld des Wiederausbruchs der Feindseligkeiten in Schleswig-Holstein trage, indem er das ihm durch einen besonderen Kourier zugeschickte Ultimatum der dänischen Regierung mehrere Tage lang ungelesen habe liegen lassen, so daß der dänische Kourier wieder abgereist sey, ohne von dem Minister irgend eine Antwort auf das Ultimatum empfangen zu haben. DerStandard" macht nun Lord Pal- merston über seine Pftichtvcrsäumniß derbe Vorwürfe und ver­langt, daß er seines Postens, für den er entweder zu alt oder zu bequem sey, möglichst bald enthoben werde, damit seine oftbewährte Unachtsamkeit und Indolenz nicht noch fernere schlimme Folgen nach sich ziehe. DerStandard" meint, daß man von dem Minister für 5000 Pf. St. jährlich doch wohl