Einzelbild herunterladen
 

Ein Schreiben der würtembergischen Kainmer, welche- der Nationalversammlung mitgetheilt wird, erklärt sich für die Unterwerfung WürtcmbergS unter die Beschlusse der deutschen Nationalversammlung und für die unbedingte Aufrechthaltung der deutschen Verfassung nebst den Grundrechten und dem Reichswahlgesetze. Ein allgemeines Bravo folgt auf die Ver­lesung dieses Schreibens.

Herr Gevekoht berichtet für den Marmeausschuß, daß der­selbe beantragt, das Reichsministerium solle ersucht werden:

1) ein Gesetz über die Vertheilung der Prisengelder für den Seedienst zu entwerfen und der Reichsversammlung vor-

nsl$ Eingang der näheren Berichte über das ruhm­würdige Gefecht von Eckernförde am 5. April, diejenigen Män­ner, welche sich bei demselben besonders ausgezeichnet haben, namhaft zu machen und zu entsprechenden Belohnungen in Vorschlag zu bringen.

Diese Anträge des Marineausschusses erhebt die Versamm­lung ohne weitere Berathung zum Beschlusse, worauf der Vor­sitzende, der Tagesordnung gemäß, die Einsammlung der Stimmzettel zur Wahl zweier Schriftführer anordnet. Dem später mitgetheilten Ergebnisse dieser Wahl entsprechend treten in das Büreau des Hauses ein: die HH. Coßmann ausStet- tin und Sprengel aus Mecklenburg. (Schuß folgt)

Ulm, 13. April. (U. Schnellp.) Die Hälfte der hier garnisonirenden Oe st er reicher ist abberufen. Wohin ihr Marsch geht, wissen sie wohl selbst nicht.

München, 12. April. (F. I.) Man will wissen,, daß zwischen dem Nymphenburger und Olmützer Kabinet bereits eine innige A l lianz abgeschlossen wurde; ich erinnere hierbei an den Orden für General Radetzky. In Nymphen bürg selbst herrscht über alle zu treffenden Vorkehrungen stets das tiefste Dunkel.

Hamburg, 12. April. (F. I.) Mit dem heutigen Tage beginnt die Blokade, und nur solche Schiffe, die unter neutraler Flagge fahren, werden bis zum 30. d. M. noch aus dem Hafen gelassen, hinein aber keines mehr. Am schlimmsten ist dies für die Auswanderer, die in grosser Anzahl hier und in unserer Schwesterstadt Bremen sich angesammelt haben. Nach sicherer Nachricht sollen schon gestern einige Schiffe mit Auswanderern zurückgewiesen worden seyn. Es ist dieses um so mehr zu bedauern, da diese Leute, aus fernerem Süden kommend, aller unbeweglichen Habe und sonst nur irgend ent­behrlichen Gegenstände sich entäußert haben, um ihre Reise nach einer neuen Heimath antreten zu können; und jetzt müs­sen sie nun hier liegen bleiben und die wenigen Mittel auf­zehren, die ihnen eine Eristenz in ihrer neuen Heimath sollten gründen helfen.

Hamburg, 13. April. (O.-P.-A.-Z.) Nach den letzten Nachrichten aus Kopenhagen soll die Kunde von der Eckern- förder Katastrophe dort in allen Klassen der Bevölkerung einen betäubenden, schmerzlich tiefen Eindruck hervorgebracht haben, und gegentheils, wie man vielleicht voraussetzt, die Kriegsstim­mung selbst bei den eraltirtesten Eiverdänen hierdurch eine kühlere, besonnennere Wandlung erfahren. Der König von Dänemark hielt mit dem Kommandirenden der dänischen Armee, General Hansen, sofort nach der Bekanntwerdung des großen Ereignisses ein geheimes Konzil, in dem beschloss n wurde, sich gegen dieUebermacht" der deutschen Streitkräfte zurückzuzie­hen und auf den Inseln und in Jütland eine Defensivstellung einzunehmen.

Dieser Plan ist eigentlich ein Produkt des französischen Kondittire, des General Favbrier und der etwas eigensin­nige Kriegsminister bedauert nunmehr, daß er Anfangs diesen Plan verworfen und in Landungsversuchen und Drohungen zur See erperimentirt hat. Daß der Dänenkönig so eilig vom Kriegsschauplatz nach Kopenhagen gereist, ist nicht erwa deß­halb, um in Sturmeseile ein Linienschiff und eine Fregatte als Ersatz des Verlorenen ausrüsten zu lassen, was man gerne thun möchte, wenn es finanziell möglich wäre, sondern einfach deßhalb, um seinen vertrauten diplomatischen Agenten, Gene­ralmajor Orholm mit neuen Instruktionen für die Friedens­unterhandlungen auszurüsten. Es ist unbeschreiblich, welch günstige Wendung die Lage der Dinge in

der schleswigschen Frage seit dem 5. Sl^nf für Dentsch land genommen hat und es liegt nunmehr an der Energie, Einsicht und patriotischen Gesinnung unserer Ver- mitttler und Geschäftsträger bei den Friedenkonferenzen, um ein gedeihliches Resultat herbeizuführen.

Wien, 11. April. (O.-P.^A.-Z.) Marschall Windisch-Grätz hat eine sehr feste Stellung in dem Umkreise von Ofen einge­nommen und behauptet die Defensive; eine insofern nothwen­dige Maßregel, als die Reservetruppen nicht vor vierzehn Ta­gen unter seinem Kommando konzentrirt sein können. General Haynau zieht mit 30,000 Mann nach Ofen, welche aus der Operationsarmee gegen Venedig entlehnt werden.

Radetzky wird sich dagegen mit allen disponiblen Trup­pen an die Lagunen begeben, um auch den letzten Sitz der Empörung zur Unterwürfigkeit zu zwingen. Man vernimmt, die Flotte von Sardinien habe bereits die Rückfahrt angetre­ten, und Admiral Dalerup beschäftigt sich emsig mit der Blo­kade von Venedig, sowie denn auch im ganzen Küstengebiete dafür gesorgt worden ist, daß keine ferneren Lebensmitteln den Venetianern zugeführt werden.

Ueber die Punklationen des Friedens mit Pie­mont, sowie über die Haltung, welche Frankreich und England hierbei beobachten werden, verlautet noch nichts Bestimmtes; recht sehr ist zu wünschen, daß die Diplomatie den Marschall nicht zwinge, ein drittes Mal zum Schwerte zu greifen.

Wien, 12. April. (D. Z.) Graf Stadion, unser Mi­nister des Innern, hat gestern seine Entlassung bei Sr. Majestät ein gereicht, da er mit dem Gesammtmini- sterium in der Frage des ungarischen Generalkommandos nicht übereinstimmt, und die Verantwortung, wenn alles bleibt wie bisher, nicht länger übernehmen will. Der Kaiser hat die Entlassung nicht angenommen, Graf Stadion muß also in seiner Stellung bleiben; ob er eine anderweitige Ent­schließung in den fraglichen Angelegenheiten wird durchsetzen können, bleibt für's Erste mehr als zweifelhaft.

S ch w e i z.

Genf, 10. April. (B. Z.) Heute wurde der bekannte deutsche Demokrat August Willich mit Ketten um den Hals und unter Gensdarmeriebegleitung über die französische Gränze gebracht, nachdem er geraume Zeit in Lyon gefangen war. Den Anordnungen James Fazy's hatte er es zu ver, danken, daß er gleich an der Gränze auf freien Fuß gesetzt wurde.

Frankreich.

Paris, 14. April. Alle Morgenblätter wiederholen die telegraphische Depesche von der Kapitulation Genua's. Temps" setzt hinzu: Wir fürchten, daß an dem Tage (11) wo die Lamarmora'schen Truppen in die Stadt treten sollten, noch Ströme von Blut floßen.

Gestern hat sich Ledru-Rollin mit dem bekannten Legi­timisten Denjoy geschossen. Nach dem ersten (glücklicherweise fruchtlosen) Pistolengange erklärten die Zeugen: Felix Pyat, Baragnay d'Hilliers, Joly und v. Laursat die Ehre gerächt und der Kampf wurde eingestellt.

Das Duell hatte in der jüngsten Wahlpolizeidebatte sei­nen Anlaß.

Der Pariser Assisenhof verurtheilte gestern daS Peuple in der Person des Geranten Duchene abermals zu fünf Jahren Gefängniß und 6000 Frank Geldstrafe.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nasi. Altg. Leitung. *

Druck und Verlag der L. Scheüenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.