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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

Dienstag den LV April

18419.

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Die Nass. Allg. Zeitung erscheint zweimal, die Beiblätter einmal täglich, mit Ausnahme des Sonntags. Der vierteljährige Pränume- rationSpreis ist in Wiesbaden 8 fl., für den Umfang des Herzogthums Nassau, des Großherzogthums und Kurfürstenthums Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 8 fl. 30 fr., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Verwaltungsgebietes S sl. 40 fr. __Inserate werden die dreisvaltige Petitzeile oder deren Nanm mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellen­der g'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

Uebersicht.

Amtlicher Theil.

Dienstnachrichten.

Nichtamtlicher Dh e i l.

Zeitungsschau.

Dom Kriegsschauplätze in Schleswig-Holstein.

Deutschland. Frankfurt (Telegraphische Depesche). Hannover (Adresse). Berlin (Die Frankfurter Deputation). Wien Ein großer Ministerrath in Ollmütz. Vom Kriegsschauplätze in Ungarn. Bücherzensur).

Dänemark. Kopenhagen (Blokade der deutschen Ostseehäfen).

Frankreich. Paris (Tagesbericht).

Italien. Brescia (Die Erstürmung der Stadt). Aus Sardinien (Unruhen ausgebrochen).

Amtlicher Theil.

Am 20. März ist der pensionirte Lehrer Kopper zu Ma­rienberg, und am 26. März der pensionirte Lehrer Klemm zu Sindlingen mit Tode abgegangen.

Nichtamtlicher Theil.

Zeitungsschau.

DieDeutsche Zeitung" schreibt: Die Gefahren, welche mit der Annahme der Kaiserwürde verbunden sind, wollen wir nicht ableugnen. Aber sie werden in der That denn doch mit­unter überschätzt. Man gibt sich das Ansehen, einen deutschen Bürgerkrieg und als Zugabe einen Krieg mit halb Europa zu befürchten, wenn der König von Preußen die Kaiserkrone an­nehme. Werfen wir einen Blick auf diese angeblichen Ge­fahren.

Zuerst auf die innern. Woher sollte der Bürgerkrieg kom­men? Die Reichsversammlung ist für ganz Deutschland be­schlossen; aber darüber herrscht eine ausgesprochene oder still­schweigende Uebereinstimmung, daß der neue Bundesstaat nur auf dem Wege der preußischen Note vom 23. Jan. in's Leben gerufen werden solle. Kein Staat wird mit Gewalt gezwun­gen werden, in den Bundesstaat einzutreten. Und doch ist uns um den Bundesstaat nicht bange. Die kleineren Staaten, von Oesterreich bereits zum Verschlingen verurtheilt, schließen sich an Preußen wie an ihre einzige Rettung an. Aber die vier Königreiche und ihre Hofpolitik, die vier Kardinaluntugenden von Deutschland? Irren wir nicht, so wird eS bei ihnen doch nicht ganz ohne Gewalt abgehen. Die Volksstimme wird eine sanfte Gewalt ausüben. Und in konstitutionellen Staaten, sollte man denken, wird der Volkswille den Ausschlag geben.

Die Nachrichten, welche wir in den letzten Tagen ausWürtem, berg brachten, beweisen hinlänglich , daß man im Vaterlande der Hohenzollern, wie in dem mit Preußen seit dem Zollverein so vielfach zusammengewachsenen Sachsen die Nachricht von der Errichtung des Kaiserthums weit günstiger ausgenommen hat, als zu erwarten. Ganz unzweideutig hat sich Hannover ausgesprochen. Dies Land, in welchem Abneigung gegen Preus­sen so vorherrschend war, hat klar und deutlich die Lage des Vaterlandes eingesehen; der stürmische Jubel, mit welchem die Reichsgesandten ausgenommen wurden, leistet dafür Bürge, daß Hannover seine Regierung abermals nöthigen wird, eine deutsche Politik zu verfolgen. Und mit Hannover ist das viel­verspottete Kleindeutschland fertig.

Ein hiesiges Blatt hat den artigen Einfall gehabt, eine kleine Karte von Kleindeutschland zu geben, in welchem es schwarz gezeichnet und die redlich vergrößerten österreichischen Provinzen weiß gelassen sind. Das ist ihrer Meinung nach das Ergebniß der schwarzweißen Politik. Nun, wir wollen auf den Scherz eingehen. Sie mögen sogar nach Baiern ab- ziehn. Die baierische Regierung wird sicherlich versuchen, um dem Bundesstaat herumzukommen und festzuhalten an den sieben Kurfürsten ohne Kaiser. Die Baiern kehren doch vielleicht bald zu ihrem alten Wahlspruch zurück:Besser bairisch sterben, als österreichisch verderben!" Auch Würtemberg, das sich doch zu fügen versprochen, auch Sachsen, dessen König doch mit dem preußischen Könige Abrede getroffen, mag einen Augenblick den auf die Dauer nicht haltbaren Versuch machen, außerhalb des deutschen Bundesstaates zu verbleiben. Nichts desto weniger bleibt ein in sich gerundeter Staat übrig, der von der franzö­sischen bis zur russischen Grenze zwei Meere umspannt, der durch Gleichartigkeit des Stammes, der Sitte, der Bildung einer der mächtigsten Europa's ist, den Norden und Süden, den Osten und Westen Europa's auseinander hält und dazu berufen ist, ein entscheidendes Wort in der Weltgeschichte zu sprechen. Es hat eine Zukunft diesseits und jenseits des Oceans, sein schönster Beruf ist es, den Kern abzugeben, um den die abgerissenenodersich selbst abreißenden Theile Deutschlands sich wieder an setzen werden. Die deut­schen Staaten werden nicht beeinträchtigt; die mehr als dreißig Staaten, die sich mit Preußen vereinigen, thun nichts, als wo­zu sie ihr gutes Recht sogar aus der Bundesakte von 1815 nachweisen können.

Vom Kriegsschauplätze in Schleswig- Holstein.

Telegraphische Depesche.

Berlin, 7. April Abends 9 Uhr.

Am 5. früh war ein Theil der dänischen Flotte in die Meerenge von Eckernförde eingesegelt und hatte am Hafen der Stadt das Feuer gegen die Strandbatterie be- gouuen. Nach mehrstündigem Feuer war das Linienschiff