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Festmahl veranstaltet, an welchem auch die Minister Theil nahmen. Erst um 4 Uhr verließen wir den frohen und hoch- begeisterten Kreis, wurden in Wolfenbüttcl und Schöppenstädt ebenfalls festlich empfangen und angeredet, und kamen spät in Magdeburg an, wo ein gleich begeisterter Empfang, wie in Hannover und Braunschweig, uns erwartete. Am Bahnhöfe empfing uns eine besonders willkommene Erscheinung- eine Deputation der deutschen Vereine Sachsens in der Person der DDr. Göschen und Haupt von Leipzig und in unserm Hotel wartete unser eine andere, nicht minder werthvolle De- putation von Stadtrath und Stadtverordneten Berlins. Den ganzen Abend über füllte eine dichtgedrängte Menschenmenge den Platz vor dem Hotel; Gesang und Musik wechselte ab mit den Anreden, welche Einzelne der Deputation an'S Volk hiel­ten und welchen dieses begeistert zujubelte.

Berlin, 2. April, Abends 6y2 Uhr. Vor ungefähr drei Viertelstunden ist die Deputation der Reichsversammlung von Frankfurt in der preußischen Hauptstadt eingefahren. Schon seit 3 Uhr hatten sich große Menschenmassen in der Umgegend des Potödam-Magdeburger Bahnhofes versammelt, indem schon um diese Zeit die Ankunft erwartet wurde. Um 5 Uhr ver­breitete sich mit einem zugleich eintretenden aber bald vorüber­gehenden Regen das Gerücht, die Deputation werde erst den Abend eintreffen. In Folge dessen verlief sich ein Theil des Volks. Die Ausharrenden gehörten meist den höheren und mittleren Schichten an. Hurrah und Jubelruf erfüllte den Bahnhof und hallte wieder von den ebenfalls mit Menschen gefüllten Dächern der Nachbarhäuser, als endlich der Zug er­schien und die Deputirten, geleitet von Magistrat und Stadt­verordneten, in offenen Wagen durch die Volks- und Wagen­reihe einfuhren.

Berlin. Die Friedensunterhandlungen mit Dänemark sind, wie wir hören, an dessen festgehaltener Forderung geschei­tert, Schleswig militärisch besetzen zu dürfen.

Berlin, 1. April. Die Mittheilung des Ministerpräsi­denten in der heutigen Kammersitzung über die Annahme der deutschen Kaiserwürbe seitens unseres Königs machte einen sehr günstigen Eindruck auf die Börse.

Triest, 28. März. Soeben wird die Antwort des Kaisers an unsere Deputation, die demselben eine Dankadresse für die verliehene Verfassung überbrachte, bekannt. Triest und dessen Gebiet wird als ein eigenes Kronland mit eigenem Landtage erklärt, das ebenfalls Vertrauensmänner zur Begutachtung der Verfassung nach Wien zu schicken habe; der Stadt werden alle bisherigen Privilegien zugesichert, und schließlich versichert unser jugendlicher Monarch, baß ihm das ferne Gedeihen und Emporblühen der Stadt sehr am Herzen liege.

Ungarn.

Pesth, 29. März. (A. Z.) General Weiden ist mit 36 Kanonen und drei Bataillonen auf Dampfschiffen bereits am Montag im Lager des Belagerungsheers vor Komorn einge­troffen. Die Festung wird Tag und Nacht beschossen; schon an den ersten zwei Tagen 19. und 20. März wurden an 400 Bomben und Granaten hineingeschleudert. Gegenwärtig haben die Kaiserlichen bereits die ersten Werke der Palatinal- linie genommen. Görgey scheint wirklich die Absicht zu hegen, Komorn zu entsetzen. Noch am letzten Sonntag wurde das Dorf Aszod aus der Hatvaner Straße durch die Ungarn ge­nommen, und als cs die Oesterreicher am nächsten Morgen mit dem Bajonnet wieder erstürmen wollten, waren die Insur­genten schon vom rechten Flügel abmarschirt, um die Waag zu gewinnen, woran sie jedoch die Konzentrirung der k. k. Truppen bei Waitzen hinderte. Auch bei Baimak, in der Nähe von Theresiopel, waren die Insurgenten vom Kriegsgott be­günstigt, und die Serben, welche ihre vortheilhafte Stellung verließen und dem dreimal geschlagenen Feinde unvorsichtig nachjagten, konnten ihre zwei an die Uebermacht verlornen Ka­nonen nur durch unglaubliche Tapferkeit zurückerobern. Die Siegesbulletins von Mortara und Novara haben unsere hiesi­gen Dreifarbigen bedeutend verstimmt.

Frankreich.

Paris, 2. April. Gioberti wieder im Turiner Mi­nisterium und Radetzky auf dem Marsche nach Florenz, sowie die königl. Truppen aus Neapel wahrscheinlich schon auf dem Wege gegen Rom und Palermo das ist das Neueste, waS uns diesen Morgen die italische Post auf dem Landwege brachte.

Die Turiner Blätter vom 29. geben Aufschlüsse über die Propaganda, die der piemontesische Adel zum Besten der Oester­reicher machte. Er hatte Furcht vor der Republik.

Auf die Nachricht hin, daß die Oesterreicher und Nea­politaner gegen Florenz und Rom marschieren, ist heißt es eben im Konferenzsaale der Nationalversammlung unsere Flotille von Toulon und Marseille nach Civita-Vecchia auf­gebrochen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Bekanntmachungen.

361] Montag den 16. b. M., Vormittags 10 Uhr, lassen die Erben des Herrn Amtsapothekers Simon zu Caub die ihnen zustehende zu Caub belegene Amtsapotheke und zu St. Goarshausen errichtete Filial- avotheke auf dem Rathhause zu Caub freiwillig meistbietend versteigern.

St. Goarshausen, den 3. April 1849.

Herzogt. Nass. Landoberschultheiserei.

Schnabelius.

3*0] Bekanntmachung

D ien Sta g den 1 0. April l. I., Morgens 9 Uhr, läßt Frau I. Guyer Wittwe dahier in ihrem Wohnhause, Wilhelmsstraße Nro. 8, allerlei Mobilien, als mehrere Kanapee und Komode, Spiegel, Tische, Stühle, Schreibpulte und 1 Kaunitz, tannene und nußbaumene Bettstellen, Bettung, Matratzen, Wasch- und Nachttische, Kleiderhänge, Steinkohen- kasten, Kupfer, Zinn, Blech, Porzellan, Glaswaaren rc. gegen gleich baare Zahlung versteigern.

Wiesbadens den 24. März 1849. Der Bürgermeister.

Fischer.

Frankfurt a. M., den 4. April.Mittags I Uhr.

Papier.

Geld.

Oesterreich, 5 °/ Metalliques......

767,

757,

4 ff

60

5971

2%% " ' . . . . .

4071

40'/,

3 °/0 Bankactien o. D.....

1191

1186

500 ff. Loose ........

1277s

1267s

250 fl. Loose . .......

80

7971

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine ....

100

3/2 % Staatsschuldscheine â 105 kr. .

807,

807.

Bayern, 37- V» Obligationen.......

79 7,

787*

Berbacher-Eisenbahn-Aktien.....

737,

73

Würtcmberg, 34% Obligationen.....

79

787,

471 % neue Obligationen . . .

947,

947.

Baden, 37, % Obligationen von 1842 ....

777.

767.

Lotterie-Anl. ä 50 fl. bei G. u. S. . .

487,

487,

35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

28'4

277s

Darmstadt, 8% "/» Obligationen.....

7871

78'/,

4 % - . .

8671

867,

50 ff. Loose ........

707-

70

25 fl. Looff .........

22 7,

22

Kurhessen, Friedrich-WilhelmS-Nordbahn-Actien

337,

33

40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

277,

277,

Nassau, SV, % Obligationen bei Rothschild . .

817,

807,

25 fl. Loose..........

21

207*

Frankfurt, 3 % Obligationen.......

777«

77'/,

371 % von 1839 . . .

9271

92

371 von 1846 . . .

887,

887.

TaunuS-Eisenbahn-Actien u 250 fl. . . .

284

281

Holland, 2'/-V» Integralen .......

497,

49'/i

Spanien, 3 % Innere Schuld..... .

227s

227s

5 Ardoin incl. 16 Coup.....

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose .......

98

500 ff. .......

7471

747*

Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann

267,

257,

D isconto..............

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Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes welche an jedem Werktage, Vormittags um 10 Uhr, aus­gegeben wird.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.