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nehmen zu wollen und zu diesem Zwecke noch Verstärkung zu erwarten. Manche Zeichen deuten auf einen Plan, die Zen­tralgewalt zu stürzen, und wenn dieß durch die Nationalver­sammlung gelingen sollte, den Bund es tag zurestauriren nnd die Versam mlung aufzu lösen. Man hofft, eine Mehrheit für den Vorschlag zu finden, den Reichsverweser auf seinen Wunsch, in Berücksichtigung der vorliegenden Verhält­nisse, seines hohen Amtes zu entbinden und eine provisorische Einrichtung zu treffen; diese sodann, weil sie von den Regie­rungen nicht anerkannt ist, durch den einzuberufenden Bundes­tag zu beseitigen, welcher alsdann auch der Nationalversamm­lung den Abschied zu geben hätte.

Mannheim, 28. März. (Köln. Z.) Die Nachricht der Wahl des Königs von Preußen zum Erbkaiser Deutsch­lands hat hier,namentlich unter den Geschäftsleuten, die freu­digste Sensation erregt; fast in allen gebilveteren Kreisen jubelte man der Hoffnung auf die glückliche Lösung der Verhältnisse entgegen.

Köln, 31. März. (Köln. Z.) Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr langte auf dem festlich beflaggten DampfbooteGöthe" die Deputation der Frankfurter Reichs-Versammlung hier an. Vielfach auf der Reise den Strom hinab durch den Festschmuck der Uferstädle begrüßt, fand sie auch hier eine freudige Auf­nahme. Wenn auch erst kurz vor ihrer Ankunft die Kunde über das Eintreffen der Deputation sich in der Stadt verbrei­tete, so hatte doch schnell eine Begeisterung sich improvistrt, die Häuser am Rheine und Schiffe hatten sich mit reichem Flag- czenschmuck bedeckt und die Direktion der Kölner Dampfschiff­fahrtsgesellschaft begrüßte die Angekommenen, die unter den fortwährenden Salven der Böller von den Quai's und den Schiffen ihren Eintritt in die alte Colonia hielten. Die De­putation nahm ihr Absteigequartier imHotel Disch". Abends erschien in den gefüllten Sälen dieses Gasthofes eine sehr zahl­reiche Abordnung des hiesigen Bürgervereins.

Leider hatte ein Haufen zusammengebrachten Gesindels unter Leitung der wohlbekannten stehenden Skandalhelden un­serer Stadt sich vor dem Hotel versammelt und gab seine Sympathien für die Republik auf seine beliebte Weise durch Zischen, Pfeifen und unverständliches Geheul kund, worunter nur Hochs auf Hecker vernehmbar waren. Wie üblich, wur­den auch ein paar Scheiben durch Steinwürfe zertrümmert. Viel Muth schien die Bande für ihre Republik nicht einzusetzen gewillt, denn als eine Postenablösung von nur vier Mann zufällig nahte, stob der Pöbel auf eine wahrhaft erheiternde Weise auseinander Eme kleine Abtheilung Militär säuberte dann nach einiger Zeit die Straße.

Auf solche Weise sprachen die verthiertenVolksbeglücker", welche stets Bildung und Humanität im Munde führen, ihre abweichende Meinung aus. Einer der Deputirten, Professor Biedermann aus Leipzig, nahm während der Tafel später Ge­legenheit, den Zwischenfall zur Erheiterung der Gesellschaft zu benutzen, indem er in humoristischer Weise aussprach, wie die Frankfurter Versammlung aus derartige Märzerrungenschasten des süßen Pöbels gleichmüthig herabzusehen gelernt habe.

Berlin, 29. März. (Köln. Z.) Seit Jahresfrist ist es bekanntlich ungemein schwierig, ja beinahe unmöglich, einen Paß nach Rußland visirt zu erhalten. Es scheint, als ob Oester­reich sich jetzt eben so hermetisch abschließen wolle, da ein Paß- Visa dorthin jetzt ebenmäßig schwer ertheilt wird. Die österrei­chischen Gesandtschaften haben dessallsige geschärfte Weisungen erhalten.

Wien, 27. März. (A. Z.) Der Eindruck, den das neueste Armeebülletin aus Italien hier hervorbringt, ist ein gewalti­ger, denn auf so schnelle Erfolge der italienischen Armee wag­ten selbst Die nicht zu rechnen, welche den Geist derselben und das Genie ihres Führers aus eigener Erfahrung kannten. Die Siegesnachrichten aus dem Süden werden gewiß die kaiserliche Armee in Ungarn zu neuen Anstrengungen anspornen, und eS läßt sich nicht läugnen, daß dieselben mehr als je nöthig sind.

Die Berichte aus den untern Gegenden lauten noch immer nicht günstig, und der zur Nothwendigkeit gewordene Einmarsch einer bedeutenden Anzahl Russen in Siebenbürgen ist nichts weniger als erfreulich. Bereits sollen wieder 30,000 Mann die Gränze überschritten haben, um Bem zur Räumung des unglücklichen Landes zu zwingen.

Von Komorn, wo das Bombardement fortgesetzt wird,

nichts erhebliches. Dem Gerüchte, daß bereits ein Theil der Vorwerke erstürmt sey, können wir mit Gewißheit widerspre­chen. Heute und gestern ist ein bedeutender Transport Bom­ben von hier abgeführt worden. DemSoldatenfreunde" zu, folge sind 5000 Stück zur Beschießung bestimmt.

Hamburg, 27. März. (K. Z.) Um 4% Uhr diesen Nachmittag trafen mit einem Ertrazuge die ersten preußischen Truppen hier ein. Es ist ein Bataillon des 18. pommer'schen Landwehrregiments, und wurde dasselbe am Bahnhöfe von der versammelten Menge sehr freundlich begrüßt. Es wird mor­gen früh auf der Eisenbahn nach Rendsburg befördert werden. Für morgen sind hier angesagt 2 Bataillone vom 3. königl. sächsischen Regimente (Prinz Georg). Prinz Albert von Sach­sen geht ebenfalls morgen früh nach den Herzogthümern ab. Die altonaer Eisenbahn-Direktion hat ihre Noth, die Tag auf Tag einander folgenden Truppenmassen so schleunig zu erpedi, ren, wie die Dringlichkeit der Umstände es erfordert.

Heute fanden wir in derBerling'schen Zeitung" einen Brief aus Stockholm vom 17. März, welcher den Dänen an, sehnliche Hoffnung macht auf die ihnen demnächst durch schwe­dische Freiwillige zugehende Hülfe. Eine Anzahl von Officieren der schwedischen Armee wird namhaft aufgeführt, die mit Er, laubniß ihrer Oberen in die dänische eintreten und bald in Kopenhagen anlangen werden.

Geborene Schleswiger, die bei der Armee auf Alsen standen und um die Vergünstigung gebeten hatten, nicht gegen ihre Landsleute fechten zu dürfen, sind wirklich sofort zur Schanz­arbeit nach Fridericia abgeführt worden.

Frankreich.

Paris, 30. März. Der Minister des Auswärtigen verlas heute folgende Depesche des französischen Gesandten in Turin: Der König ist nach Turin zurückgekehrt. Er hat über die Turiner Nationalgarde Heerschau gehalten, und ist von der Bevölkerung mit der lebhaftesten Begeisterung empfangen worden.

Paris, 30. März. Aus dem Elysöe und dem Hotel des Capucines fliegen Kuriere nach allen Richtungen. Sind wir gut unterrichtet, so hat das Ministerium die Einschiffung zweier Militärdivisionen in Toulon und Marseille .befohlen, die, wie der Constimtionel wissen will, in Civitavechia landen sollen.

Der Londoner Standard vom 29. März meldet den Einzug Radetzky's in Turin am 25. Abends. Dasselbe ver­künden einige Pariser Blätter vom 30. März ihren Lesern. Wir erhalten jedoch ein Turiner Abendblatt vom 26.,la Na- zione", welches meldet, daß sich die Kammern permanent er­klärt haben, ebenso der Gemeinderath. Die gesammte Bür­gerwehr war auf den Füßen, und es schien noch keineswegs, als ob man Alles für verloren halte.

Der LondonerGlobe" vom 28., Palmerstons Privatorgan, und der toristische Standard bringen uns so eben eine Ver­längerung des schleswig * holsteinischen Waffenstillstandes bis zum 15. April.

Die Polizei griff gestern in der Rue Saint Houvre Nro. 340 einen Agenten des Hofes in Claremont auf, bei dem viele wichtige Korrespondenzen aller orleanistischen Depar- tementschefs gefunden wurden.

Im Lurembourgschlosse fand gestern eine kleine Mili- tärrcvolte statt. Zwei Unteroffiziere sollten wegen Lesung und Verbreitung sozialistischer Zeitungen in's Loch geworfen wer, den. Aber das ganze Regiment (das 74. Linienregiment) nahm für die beiden Jnkulpaten Partei und insurgirte sich zum großen Schrecken des Obersten und des Brigadegenerals.

DieRevolution" setzt hinzu, daß es der Dazwischenkunft des Präsidenten Bonaparte bedurfte, um die Ruhe wieder her­zustellen.

Karl Albert ist noch nicht in Paris eingetroffen. Er geht derLiberte" zufolge nach Portugal.

Die Frankfurter Obcrpoftamtszeitung sagt unseren Ordnungsfreunden durch die große russische Flotte, die sie im Bosphorus aufbrechen läßt, um gegen Italien zu rücken, einen Schrecken ein. Alle Morgenblätter sprechen von dieser russischen Flotte.

Die hier noch anwesenden Italiener haben einen Hülfe, ruf an die Nationalversammlung gerichtet. Den Tert desselben findet man in fast allen Journalen.