schwarz-roth,goldene Fahne auf unsern Bergen, die Schutzen^ an ihrer Spitze der Gesangverein, ziehen aus, und Freudensalven, Lieder und Böllerschüsse verkünden weithm die kaiserliche deutsche Gesinnung unserer Bürgerschaft.
Frankfurt, 27. März. Die Engros-Geschäfte der Messe haben gestern begonnen und lassen sich in so fern gut an, als es sehr an fertigen Waaren fehlt, sowohl in Baumwolle als Wolle, und eine verhältnißmäßig weit stärkere Frage dafür sich zeigt. Die mehrsten Fabrikanten, besonders im,Preußischen, sind vollauf seit einiger Zeit beschäftigt uud haben die hiesige Messe keinesweg durchweg oder stark beschickt. Mehrere Gattungen baumwollener Garne sind seit Kurzem nn Zollverein, in Uebereinstimmung mit den englischen Märkten, um 6 bis 7 Silbgr. pr. Pfd. im Preise gestiegen.
Frankfurt, 31. März. (D. Z.) Gestern feierte der hiesige Bürger« erein die Jahresfeier des Tages, wo in Frankfurt das Vorparlament zusammentrat. In dem festlich geschmückten Saale des Wolfseckes waren gegen 400 Theilnehmer versammelt, darunter Heinrich von Gagern und alle Minister als Gäste. Als Dr. Schlemmer auf Gagernö Wohl! trank, erhob sich Gagern. _ .
„Es ist ein Zeugniß, begann er, von der Armuth unserer Zeit, daß von dem Wenigen, was ein Einzelner gethan, so viel Aufhebens gemacht wird." (Stürmender Widerspruch in der Versammlung). Dann gab er in wenigen Sätzen einen Ueberblick dessen/was seit einem Jahre geschehen. Endlich ge, dachte er der deutschen Zukunft! Alles in seiner unnachahmlichen und unwiderstehlichen Art. Hoffmann brach ein Hoch auf den Tag der Widervereinigung mit den Oesterreichern! Möge er bald kommen!
Freiburg, 28. März, Abends 8 Uhr. Soeb en ist die V erurt Heilung Gustav Struve's und Karl Blind's erfolgt. In allen Fragen in Betreff der Aprilereignisse erklärten die Geschworenen G. Struve für „nicht schuldig", weil die Sache „in Folge der Revolution" geschehen sey. Die auf die Septemberereignisse bezüglichen Fragen beantworteten sie zum Theil mit „schuldig", aber mit Besätzen, z B.: „mit mildernden Umstand en", oder: „ohne Vorbedacht mit mildernden Umständen." — Aehnlich beantworteten sie die Fragen, welche K. Blind betrafen. Auf eine Bemerkung des Präsidenten, daß die Worte „ohne Vorbedacht" nicht klar seyen, zogen die Geschwornen sich nochmals zurück und gaben dann statt der mit den erwähnten Zusätzen versehenen Antworten entschiedene, die auf „schuldig" lauteten. Der Antrag des Staatsanwalts wurde genehmigt, und G Struve und K. Blind, jeder zu einer Zuchthausstrafe von acht Jahren oder vielmehr dem entsprechend zu fünf Jahren vier Monaten Einzelhaft verurtheilt. Ueberdieß haben sie die Prozeßkosten zu tragen. — Brentano erklärte, er werde das Rechtsmittel der Nichtigkeitserklärung ergreifen. Die Verurtheilten sprachen nichts mehr.
Regensburg, 28. März. Gestern ist auf einem unserer Dampfschiffe „Stadt Donauwöth" auf der Bergfahrt von Linz hierher der Kessel gesprungen, wobei 4 Menschen das Leben verloren und viele stark beschädigt wurden.
Leipzig, 29. März. (D. Z.) Die soeben verbreitete Nachricht, daß der König von Preußen zum deutschen Kaiser erwählt sey, hat einen Taumel der Freude erregt.
Berlin, 30. März. Von 60 Stadtverordneten ist in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung folgender Antrag gestellt worden. Die Unterzeichneten stellen den Antrag: Die geehrte Stadtverordneten-Versammlung wolle beschließen, dem früheren Präsidenten der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt, nachherigen Präsidenten des Reichsministeriums , Freiherrn Heinrich v. Gagern, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Berlin zu verleihen, in Anerkennung seiner wahrhaft patriotischen Bestrebungen und seiner warmen Hingebung für die heilige Sache des deutschen Vaterlandes. Die Versammlung trat diesem Anträge ohne alle Diskussion durch Aufstehen einstimmig bei, und wird der Ehrenbürgerbrief sofort ausgefertigt werden.
Berlin, 29. März. Die Stadtverordneten -Versammlung hat so eben mit überwiegender Majorität beschlossen, in einer Petition an des Königs Majestät die Bitte auszu sprechen, die deut, sch'e Kaiserkrone anzunehmen.
Frankreich.
□ Paris, 29. März. Alle Journale beginnen mit den Depeschen, die wir gestern flüchtig kopirtcn.
Sobald Barrot die Bühne verlassen, trat der Ausschuß der Nationalversammlung für die auswärtigen Angelegenheiten zusammen, um in geheimer Sitzung das Verfahren zu berathen, das man bei so wichtiger Sachlage einzuschlagen. Um 9 Uhr Abends in Gesellschaft des Ministers Drouyn de Lhuys wieder zusammengerufen, soll der Ausschuß die Ansicht ausgesprochen haben: „daß die Alpenarmee sofort Savoien und zwar so lange befetze, als die Oesterreicher Piemont okkupiren." Heute Nachmittag soll ein Antrag in diesem Sinne zur Berathung gebracht werden. Welcher Entschluß gefaßl wurde, finden Sie in den diesfälligen Verhandlungen der heutigen Sitzung.
— Der gestrige Tag brachte uns nicht nur einen geschlagenen König, sondern auch einen geschlagenen Volksvertreter. Um 7 Uhr Abends wurde Proudhon von der Seine-Jury mit acht Stimmen gegen vier zu drei Jahren Gefängniß und 3000 Franken Geldstrafe verurtheilt. Sein Gerant Duchène kam mit 1000 Fr. und einem Jahre davon.
— Nicht bloß in der gejammten Tagespresse, sondern in ganz Paris herrscht über die plötzliche Wendung der Dinge in Oberitalien allgemeine Versteinerung. Selbst unsere monarchischen Blätter (Debats, Constitutionnel, Presse, Courier, Siecle, Opinion, Assemblee, Univers, Patrie:c., sind in ihrem Jubel über den Sieg und die Feldherrntalente Radetzky's doch vorsichtig. Was die demokratischen Journale dazu sagen, kann man sich leicht denken. Die „Revolution" hofft, daß in Turin und Genua die Republik proklamirt werde; dann würden die vier Millionen Einwohner mit den Radetzky'schen Kroaten schon fertig werden. (?)
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Wir erhalten, schreibt die „Allgem. Ztg.," direkte Briefe aus Novara vom 26. und aus Mailand vom 27. März. Der Krieg war zu Ende; die sardinische Armee war zu sehr in Auflösung begriffen, um weiter kämpfen zu können; der neue König hatte sogar bei Radetzky angefragt, ob er auf einige österreichische Brigaden rechnen könnte, wenn die republikanischen Bewegungen um sich greifen würden. In Mailand hatten mehre Zusammenrottungen stattgefunden; in Como, Brescia und Bergamo war es zu Aufstandsversuchen gekommen.
Hauptquartier zu Novara, 26. März. (A. Z.) So eben ist der Waffenstillstand mit Piemont definitiv abgeschlossen worden. General Cossato überbrachte dieses mit der Unterschrift des jungen Königs von Piemont versehene Dokument. Radetzky sagt in einem Tagesbefehl an die Truppen: „Soldaten, mit Jubel hat uns, ihr wäret Zeuge davon, das Land unseres Feindes empfangen, das in uns Retter von Anarchie und keine Unterdrücker erblickt; ihr werdet diese Erwartung rechtfertigen, und durch Beobachtung strenger Mannszucht der Welt beweisen, daß Oesterreichs Krieger ebenso furchtbar im Kampfe, wie ehrenhaft im Frieden sind."
Chur, 28. März. Unsere heutige Zeitung erwähnt eines Berichts auS Piemont: Die Kammern in Turin hätten die königliche Familie ihres Thrones verlustig erklärt und General Chrzanowski zum Diktator ernannt. Doch ist dieses Gerücht durch nichts bestätigt.
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Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
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