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« ' Dies dürfte ziemlich das Abbild der Stimmung in weite- r ren Kreisen seyn, obwohl hier der geschmeichelte Stolz des . Preußen doch am Ende die Oberhand behalten wird. Bei - Hofe soll der Eindruck ein vorwiegend freudiger gewesen seyn, - wiewohl man dort über die Entschließungen des Königs noch r eben so zweifelhaft ist, als früher, und die Vermuthung sogar steigt, daß der König auf die bloße Wahl der Frankfurter Ver­sammlung, d. h. ohne Zustimmung der Fürsten, die Würde

1 nicht annehmen werde. Der Magistrat hat endlich beschlossen, * die Stadtverordnetenversammlung einzuladen, gemeinsam mit 6 ihm eine Deputation niederzusetzen, welche die zum gastlichen t Empfang der Deputation geeignet scheinenden Maßregen be- * schließen möchte.

r In gewissen Kreisen befürchtet man als nahe bevorstehend ß eine große Schilderhebung der Demokraten in Sachsen für die deutsche Republik. Die hiesigen Demokraten sollen, wie es heißt, mit denen in Sachsen dieserhalb in sehr inniger Verbin- * dung stehen. Es erheben sich deßwegen Stimmen für eine * Verschärfung des hiesigen Belagerungszustandes.

Breslau, 27. März. Nach einer uns heute zugekomme- * nen glaubwürdigen Nachricht aus Wien sind in Folge des siegreichen Vordringens des Bem'schen Korps bei Herrmann- * stabt neuerdings 20000 Russen in Siebenbürgen eingerückt.

' (Schl. Z.)

Wien, 24. März. Eine ministerielle Kundmachung warnt x Jedermann vor dem Ankauf der Kunstschätze Venedigs und f Roms, welche die provisorischen Regierungen feil bieten, da erstere österreichisches, die andern Eigenthum des Papstes seyen. Die österreichischen Behörden sind ermächtigt, wo und wie r immer sie solche antreffen, Beschlag darauf zu legen.

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;# Wien, 25. März. Zu den mancherlei Belegen für den seit tt einem Jahre so sehr herabgekommenen Wohlstand Wiens dient r auch der Umstand, daß das jährliche Abonnement in den beiden Hoftheatern in diesem Jahre um nicht weniger als 70,000 fl. h . gegen das vorige abgenommen hat.

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Ungarn.

Ä Vor Komorn, 21. März. Am 19. war der Batterienbau st beendigt, die Insurgenten feuerten heftig, jedoch ohne Erfolg, st Die am Sandberge nächst der Donau ausgeführten Batterien j find zur Reinigung der Insel und zur Demontirung der feind- { lichen Geschütze des ersten Werkes der Palatinallinie bestimmt; g eine andere Batterie bestreicht die vom Brückenkopf auslaufende, j durch Neu-Szöny führende Straße weiltrcibcnde Mörser und schwere Raketenbatterien unter Kommando des aus Italien r her wohlbekannten Oberlieutenants Friedrich Jäger des Feuer- ( werkkorps schließen den Reigen. Am 19. Morgens begannen , die Demontirbattenen ihr Feuer, am 20. 8 Uhr früh das Bom- f bardcment auS den Kesselbatterien auf die Stadt und theil- , weise auch auf die alte Festung; bis heute mögen, da auch * RachtS bombardirt wurde, an 400 Bomben und Granaten ge­schleudert worden seyn. Schon die dritte Bombe schlug in die Rosalienkirche; Neu-Szöny wurde burdfJRafeten in Brand ge­steckt, und die Verheerung der innern Stadt muß eine furcht­bare seyn. Trotzdem haben die Insurgenten bis zur Stunde keine Unterwerfungsanträge gestellt, obschon gestern die weiße i Fahne sichtbar wurde; denn ihrer Führer Mak sieht daS Schaffet vor sich und wird es auf'S äußerste treiben. Mit dem Bom­bardement wird bis morgen Abends fortgesetzt. Unser Verlust ist bisher ein geringer; Lieutenant Czullik vom 18. Infanterie- Regiment, 1 Sappeur und 2 Mann vom 35. Infanterieregi­ment blieben todt, 1 Mann vom 49. Infanterieregiment wurde verwundet. Daß der Offizier blieb, ist nur der unbegreiflichen Verfügung, wornach die Wachen größtentheils unter TageS beim heftigsten Kanonenfeuer abgelöSt werdenzuzuschreiben. An Truppen sind wir durch ein Bataillon Kaiser Infanterie verstärkt worden.

F r a n k r e i d>.

Paris, 28. März. Sämmtliche Morgenblätter be­schäftigten sich mit Italien. Bei der Ungenauigkeit der Turi­ner Berichte herrscht eine grenzenlose Verwirrung unter den

Blättern. Die Einen (z. B. La Presse) lassen den RadetzN bis auf eine Meile von Turin vorrücken; die Anderen (z. B. National und Temps) lassen den Helden der Kontre - Revolu­tion gar schon seinen Triumphzug in die Hauptstadt PiemontS halten.

Ohne in eine weitschweifige Kritik aller dieser Journal­berichte einzutreten, bemerken wir Folgendes:

Zwischen 11 und 12 Uhr Mittags traf gestern im Mini- nisterium deS Auswärtigen eine Depesche Bois-le-Comte'S auS Turin vom 24. März ein. Inhalts derselben ließ Radetzki nur einen Theil auf der in den Bülletins bereits angegebenen Stelle (bei Vigevano) über den Tessin setzen, um den Feind täuschen und auf einer anderen Stelle mit der Hauptarme« desto besser übersetzen zu können. Diese List, deren Gefahr selbst die ältesten Glieder des Radctzki'schen GeneralstaabeS in Schranken gesetzt haben soll, gelang wegen der Verrätherei oder Ungeschicklichkeit Romarino's oder Ramorino'S, wie vielt Blätter behaupten, vollständig. Ein Bataillon, das jenen Punkt des Tessins besetzte, kämpfte heldenmüthig gegen die herandrängende österreichische Uebermacht und wurde, da eS von Romarino 4 Stunden lang ohne alle Hülfe gelassen wurde, gänzlich aufgerieben. Auf diese Weise drang Radetzki in Pie­mont ein und schob seinen Vorposten bis Vercelli. SeinerseitS Hatte Karl Albert nichts Eiligeres zu thun, als seine acht Divisionen zusammen zu rufen. Laut der Depesche Bois-le« Comte's ist dieß ihm gelungen; alle acht Divisionen sind um ihn bei Novara vereinigt und die beiden Gegner stehen sich nun gegenüber, jeder an der Spitze seines Heeres. Hiermit schließt bie Depesche.

Es ist nicht unwahrscheinlich, daß hier sich der Hauptkampf am 24. entsponnen habe und der Ausgang desselben bereits im Elysee oder in der Rue Laffitte (bei Rothschild) bekannt sei. Bis Postschluß (iy3 Uhr) ist uns nichts Näheres bekannt ge­worden.

Wir verließen also die beiden Heere zwischen Mortara, Vercelli und Novaro. Beide Gegner sind an Zahl gleich stark; doch befiehlt Radetzky meist alten gedienten Soldaten, während unter den Piemontesen die Mehrzahl noch kein Pulver gerochen.

Im Elysce deliberirte man gestern Abend ziemlich lange über die Frage: WaS man im Falle einer Niederlage der Pie­montesen thun wolle; ob man die Alpen überschreite oder nicht? Die Berathung war ziemlich heiß, und man sagt sich, daß fünf gegen vier gegen Intervention stimmten; darunter Herr Bonaparte. DerNational," dem dieses Resultat zu Ohren kam, zeigt sich darüber sehr aufgebracht, und wir dür­fen, wenn Piemont unterliegt, neuen Kammerstürmen ent# gegensehen.

Die Cholera ist derUnion Medicale" zufolge im Ab- nehmen. Aus einigen Spitälern ganz verschwunden.

Bassano, Sohn des alten Napoleongenerals, geht nach Karlsruhe, als Vertreter der französischen Republik.

I t a l i e n.

Hauptquartier Bcspolato, 24. März. Nach einer unge­mein blutigen Schlacht bei Novara , wo von feindlicher Seite Karl Albert und Chzranowski kommandirten und wo die Pie­montesen auf allen Seiten geschlagen wurden und eine gänz, liche Niederlage erlitten, rückten ihnen gestern Nachmittag und während der Nacht zwei unserer Armeekorps von Bercelli her in die Flanke, und umwickelten sie dergestalt, daß der König sich heute Morgen genöthigt sah, Parlamentäre in unser Haupt­quartier zu schicken und um einen vorläufigen Waffenstillstand zu bitten. Die Bedingungen, unter welchen ihm dieser bewil­ligt ward, sind folgende: das Land bis zum Sesia bleibt von unsern Truppen besetzt, Alessandria wird übergeben, das Heer auf den Friedensfuß gesetzt, alle Lombarden, Polen re. entlas­sen, und der Kronprinz, Herzog von Savoyen, als Geisel überantwortet. Letztere Bedingung aber fällt weg, da der König Karl Albert in diesem Augenblick zu Gunsten deS Herzogs von Savoyen der Krone entsagt hat.

Die piemontesische Armee, noch in Novara, ist in vollstän­diger Auflösung. Novara brennt an allen Ecken, der König und General Chzranowski haben die Stadt verlassen und wer­den, wie eben ein Ordonnanzoffizier meldet, in'S österreichische Hauptquartier kommen. Sie können sich keinen Begriff ma­chen , wie brav die Truppen sich geschlagen haben. Details darüber werde ich Ihnen so bald wie möglich senden. Obgleich