unseren Zweck erreichen, * weder einen erheblichen materiellen noch moralischen VorP r^'
land.
,__* 2B’ j. (Schluß der heutigen Sitzung
^antwortete die Interpellation des .1 Publikation Der Nr. 10 des , daß dessen Versendung verfügt, >ey, weil wegen deS darin enthalte- .mationen von verschiedenen Regierun- oer welche auch noch verhandelt werde. : »selbe wegen einiger bei der Redaktion deS \ osung der Gülten entdeckten Schwierigkeiten lüu Vollziehung desselben einen andern GesetzeS- entwu Berathung.
*** Herborn, 28. März. In der Freien Zeitung vom 23. März wird der Herr Abgeordnete Heydenreich benachrichtigt, daß er von seinen Wählern mit einem Mißtrauensvotum bald bedacht werden würde. Wir habSn leider hier und im ganzen Wahlbezirke des Herrn Heydenreich eine ziemliche Anzahl s.g. Demokraten, denen weder die Grundsätze der Demokratie, noch auch die der konstitutionellen Monarchie, noch vielweniger aber die allgemeinsten Grundsätze der Staatswirth- schaftslehre (Nationalökonomie) bekannt sind, welche daher die Thätigkeit des Abgeordneten Heydenreich in der Kammer zu beurtheilen sich ganz außer Stand befinden. Wir hoffen, daß Herr Heydenreich sich durch das Geschrei dieser Herren Demokraten, welche gern nur Männer ^ihrcs Gelichters in der Kammer zu sehen wünschten, zu einer Antwort auf derartige, nur dieser Partei eigene Zuschriften nicht veranlaßt finden wird; denn jeder sachkundige, wie auch jeder andere, von anarchischen und kommunistischen Liebhabereien freie und rechtliche Staatsbürger wird sowohl hinsichtlich der Einkommensteuer als auch der Zehntablosung mit Den Ansichten des Herrn Heydenreich einverstanden seyn.
. Da Die Mißtrauensvota heutzutage der Partei der s.g. Demokraten so sehr geläufig geworden sind, und gar mancher Abaeordnete mit, einem solchen Votum nicht fertig zu werden weiß , so verweisen nur auf"K. S. ZachariLls vieru-a.Lücher vom Staate, wo er im dritten Theile der zweiten Ausgabe, S. 232 und 234, sagt:
„So wenig es auch die Moral gestattet, sich bei einer Wahl auS andern Gründen, als aus Gründen des öffentlichen Besten, für den einen oder für den andern Wahlwerber zu entscheiden, so ist doch keiner der Wählenden für seine Abstimmung oder für Die Gründe derselben zu recht verantwortlich. Was von den Stimmen der Wählenden gilt, gilt auch von den Stimmen der Gewählten. Auch Die Volks abgeordneten sind wegen ihrer Stimm en Niemanden zu Recht verantwortlich."
Selbst wenn Der Wahlwerber (vorausgesetzt also, daß der Gewählte sich um Die Abgeordnetenstelle beworben hat) vor seiner Wahl sich den Wählern gegenüber zur Durchsetzung bestimmter Ansichten und Maßregeln verpflichtet hätte, würde eine solche Verpflichtung moralisch und rechtlich nicht verbindend seyn! Der Abgeordnete schwört erst nach seiner Wahl in Wiesbaden den vorgeschriebenen Eid. In welche Gewissens krupel würde sich ein Abgeordneter, wenn er sich rechts- Verb ndlich auf eine, nach der baroffen Ansicht Der demokratischen Wähler zulässige Weift Hände und Füße gebunden und auf das erste Menschenrecht — die Freiheit des Willens, des Denkens und der Ueberzeugung — verzichtet hätte, verwickeln?
Möchten sich doch unsere stets träumenden Volksbeglücker erst mit Den hauptsächlichsten StaatS- und Recbtsgrundsätzen bekannt machen, bevor sie aus rein egoistischen Beweggründen das so le.icht zu bethörende, noch nicht genugsam politisch gebildete Volk zu ihren verachtungswürdigen Zwecken zu mißbrauchen sich erdreisten.
DaS Volk aber ist bald aufgeklärt genug, um sich ein richtiges Urtheil über die bloßen Phrasenmacher bilden zu können! .
Jeder Schuhflicker, jeder Rabulist, jeder f.g. Ferkelstecher, jeder Ignorant glaubt sich zur Schriftstellern in der dcrmau-
*) Worin das Gesetz über Aufhebung der ^^^^^^^»^^^ enthalten ist.
gen Zeit berechtigt und hält sich dazu qualifizirt. Männer solchen Kalibers begreifen au$ nicht, daß in einer Abgeordnetenkammer eine konservative und eine oppositionelle Partei noth, wendig sind, und daß nur durch die nach allen Richtungen hin geistreich durch- und verfochtene Ansicht beider Parteien etwas wahrhaft Gediegenes, zum Wohle des Volks Führendes im Fache der Gesetzgebung geleistet und in's Leben gerufen werden kann. Sogar ein moralisch gesunkener, jedoch für seine Partei begeisterter Abgeordneter kann in einer Kammer wesentliche Dienste leisten, wenn auch nur negativ. Denn auch durch Anregung der absurdesten Ansichten wird die Majorität der Kammer um so sicherer auf den rechten Weg geleitet werden.
Der gebildete Theil der hiesigen Gegend wünscht nur, daß sich die Majorität der Kammer, gleich der Linken, fester an einander anschließen und unsere, für rasche Ausführung der Märzerrungenschaften so sehr bedachte Regierung mehr wie bisher unterstützen möge.
Gern haben wir zugleich die Wahl deS uns hier nur von einer guten Seite bekannten Abgeordneten Karl Braun vernommen, und hoffen, daß er sich konsequent bleiben und den vielfach angerechten Verdacht Der Wankelmüthigkeit durch sein Auftreten in der Kammer beseitigen und der in seiner Broschüre:
„Das erste und oberste Gebot der Nassauer oder welche Staatsform ist die beste?" entwickelten Grundsätze eingedenk bleiben und sich der Worte Jean Pauls stets erinnern werde:
„Ein Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern. Keine glückliche Völkerzukunft war überhaupt von jeher anders aufzubauen, als von Händen, die aus Zeig- und Schreibfingern sich geistig zu Fäusten ballten."
Frankfurt, 30. März. Unser konstitutioneller Bürgerverein feiert heute den Jahrestag des Zusammentritts des Vorparlaments durch ein großes Festessen im „Wolfseck." Welch' ein Wechsel der Verhältnisse und Personen ist aber seitdem eingetreten. Gestern vor einem Jahre wurde Struve und Hecker ein Fackelzug gebracht und Dabei wurde ausgesprochen, daß nun der Grundstein zur deutschen Republik gelegt worden. Heute hat Hecker der Republik den Rücken zugewendet und weilt in Amerika. Struve steht vor den Assisen, um die Re, publik zu vertheidigen, und Deutschland erhält einen Kaiser.
*»Ä BÄ.lommmwir ins Klare. Der „Preußische StaatSanzeiger" enthält heute folgende halboffizielle Notiz: Zur Berichtigung Der von mehreren int Publikum verbreiteten Nachrichten über eine Verlängerung deS Waffenstillstandes bis zum 15. April sehen wir uns in Stand gefetzt zu melden, daß Die königlich dänische Regierung sich dahin erklärt hat, bis zum 3. April die Waffenruhe in jeder Beziehung faktisch fortbestehen zu lassen.
Frankreich.
□ Paris, 28. März. Die Nationalversammlung fuhr in ihrer heutigen Sitzung in der Berathung deS Budgets fort Im Laufe der Debatte bestieg Odilon-Barrot die Tribüne, der Versammlung folgende zwei Depeschen, welche der Negierung auS Turin vom 27. März, Morgens 2 Uhr, zugekommen waren, mittheilend: ,
Erste Depesche. „Der französische Minister in Turin an den Minister des Auswärtigen in Paris. Die picmontesische Armee ist bei Novara geschlagen und in Die Gebirge von Borgomanero zurückgeworsen- worden. Die Oesterreicher besetzten Novara und Vercelli. ES scheint außer Zweifel, daß der König Karl Albert zu Gunsten deS Herzogs von Savoyen abgedankt hat. Letzterer hat noch keine Depeschen nach Turin geschickt. Die Regierung in Turin hat den englischen Gesandten Abercromby und mich (BoiS-le-Comte) ersuchen lassen, den Abschluß eines Waffenstillstandes zum Schutze der Stadt Turin von Radetzky zu erwirken. Wir haben uns ihr zur Verfügung gestellt und erwarten ihre Befehle. Turin ist ruhig."
Zweite Depesche. N i z z a, 28. März, 5 Uhr Morgens. Diese Depesche meldet der Regierung in Paris, daß Karl Albert, nachdem er zu Gunsten seines Sohnes, des K»ron- nrinzcn Herzogs von Savoyen, abgedankt, in Anza etngc- troffen sey und sich auf das Gebiet der französischen Repu