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einzelte Stimme als den Gesinnungsauödruck der Gesammtheit der Gemeinde zu betrachten für gut gefunden Hal. An eine Verdächtigung der Regierung oder mehrerer Ständemitglieder hat hier wohl Niemand im Ernste gedacht; wenn aber der Korrespondent von einem durch Parteitreiben umnebelten Ver­stände spricht, so können wir ihn versichern, daß hierorts kein Mensch weiß, was eine solche Phrase sagen will, eS sey denn, daß der Korrespondent die Bestrebungen derjenigen hiesi­gen Bürger mit diesem banalen Ausdrucke habe bezeichnen wollen, welche bisher von diesen gemacht wurden, die gesetz­liche Ordnung zu erhalten, unv einer terroristischen Willkür- Herrschaft in unserer Gemeinde energisch entgegenzutreten. Eine solche Deulung jenes Ausdruckes annehmend, würden die hie­sigen Bürger nur eine ehrenvolle Anerkennung ihrer stets be­währten biederen Gesinnungen darin finden können. Nicht weniger sie selbst ehrend muß cs aber auch seyn, wenn sie in einem Augenblicke, wo ein Arzt auS ihrer Mitte scheiden soll, der seit 14 Jahren sich ihres Verlrauens und ihrer Sympa­thien zu erfreuen hatte, ihren Gefühlen diejenigen Worte ge­liehen haben, die sich bei einem solchen Ereignisse so ganz natür­lich, ja ganz unwiUkührlich auf die Lippen eines Jeden zu drängen pflegen, der mehr ober weniger dabei interessirt ist. Ist dieß geschehen, so fragen wir: wer in aller Welt wird in dem Ausdrucke soll er rein menschlicher Gefühle auch nur eine Spur von Parteitreiben erkennen wollen?

Was nun die Versetzung des Mebizinalbeamten Döring von Ems nach Nassau betrifft, so hält jener Korrespondent die Begründung derselben für so einfach und auf flacher Hand liegend, daß dieselbe gar nicht einmal einer Erwähnung bedürfe. Zu dem Ende wird von ihm angeführt, daß der Medizinalrath nach dem Gesetze seinen Wohnsitz am Amtsorte haben müsse. Ein Gesetz aber, welches dieses vorschreibt, besteht überall nicht, was der Korrespondent yätte wissen müssen; in dem Medizinaledikte vom 14. März 1818, was bis jetzt noch seine volle Geltung hat, heißt es vielmehr in 8. 3: »Für jeden Medizinalbezirk tollen in der Regel ein Medizinalrath , ein Assistent und ein Apotheker angestellt werden." Von einer Bestimmung über den Wohnsitz des Medizinalbeamten ist aber in diesem Paragraphen eben so wenig, wie in dem übrigen ganzen Edikte irgendwo die Rede. Der Gesetzgeber hat sich vielmehr in dieser Beziehung, wie wir sehen, völlig freie Hand gelassen, um da, wo es ihm zweckdienlich dünken würde, dem Merizinalbeamten auch einen anderen Wohnori, als den Amts­sitz, anzuweisen. Dieß war nun, wie in mehreren anderen Aemtern , and) im Amte Nassau der Fall, wo seit 33 Jahren dem zeitigen Medizinalrathe jedesmal der Badeort Ems als Wohnsitz angewiesen wurde. Einen Grund zu dieser Maßregel glauben wir iheilweise in dem Umstande zu finden, daß sich zu Ems ein Hospital befindet; jeder einsichtsvolle Mensch wird deßhalb auch zugeben müssen, daß, da nach §. 15 des EbiktS dem Medizinalrathe des Bezirks die Aufsicht über die Hospitä­ler und die ärztliche Behandlung der Hospitaliten obii-egt, dieses Geschäft im Hinblicke auf seine hohe Wichtigleit fast zur Unmöglichkeit wird, wenn der Mebizinalrath nicht zu Ems wobnen soll. Im Vorbeigehen sey übrigens hier noch bemerkt, daß der M.dizinalbeamte Döring seit 14 Jah­ren diesem Hospitale als behandelnder Arzt, und fast ebenso lang als Verwaltungsbeamter vorgestanden hat, ohne daß derselbe hierfür jemals aus irgend einer Kasse nur einen Pfennig als Vergütung erhalten hat, obgleich bei ähnlichen Etaaisanstalten, z. B. bei dem Hospitale zu Wiesbaden, bei den Kriminalgefängniffen, bei dem Korrekiions- und Zucht- Hause die behandelnden Aerzte einen nicht unbedeutenden außer­ordentlichen Funktionsgehalt beziehen. (Schluß folgt.)

1 225] Dingliche und persönliche Ansprüche an das Vermögen des Johani Philipp Ries von Esch und seiner Ehefrau Karoline geborene Hagemann über welches der Konkursprozeß rechtskräftig erkannt worden ist, sind be Vermeidung des von selbst eintrctenden Ausschlusses von der Maße Donnerstag den 3. Mai, Morgens 8 Uhr, hier geltend zu machen.

Idstein, den 12. März 1849. Herzog!. Nass. Amt.

Habel.

2051 Deutsche Zeitung

unter Mitwirkung von Gervinus, Dahlmann, Ernst Morih Arndt, Hausser, Wilhelm Beseler, Dropsen, Paul Pfizer u. s. w., redigirt von Dr. Kruse.

Die Zeitung erscheint täglich, das Hauplblatt früh Mor» gens, die Beilagen des Nachmittags. Die erste Beilagl bringt die Verhandlungen des Parlaments früher als jedeS andere Blatt in übersichtlicher Darstellung. Die zweite Beilage ist vorzugsweise der Besprechung der Tagesfragen gewidmet.

Preis: Vierteljährlich 3 Gulden; in Preußen 2 Thaler 7 Sgr., in Sachsen 2% Thaler. Bestellungen für das Viertel­jahr vom 1. April bis 1. Juli werden möglichst frühzeitig erbeteu.

2131 Offene Stellen.

Gesuche um Lehrlinge in verschiedene Geschäfte mit und ohne Lehr­geld sind eingeschrieben auf dem Geschäftsbureau von Carl Leyendecker in Wiesbaden und können zu jeder Zeit eintreten.

218] Eine frische Auswahl '7. schwarze und farbige gewirkte CliÂIes, von 9 fl. bis zu höheren Preisen, habe erhalten. Bernhard JonaS.

345] Ein Klavier von 57, Oktaven steht billig zu verkaufen. Wo, sagt die Expedition dieses Blattes.

Frankfurt a. M., den 28. März.

Mittags 1 Uhr.

Papier.

Geld.

Oesterreich, 5 "/ MetalliqueS......

72%

72

56%

56'/.

38%

38 7,.

3 % Bankactien o. D.....

1151

1146

500 fl. Loose........

124

123

250 fl. Loose........

76

7571

.

3'/, Staatsschuldscheine ä 105 kr. .

80

7971

Bayern, 37, % Obligationen.......

79%

787.

Verba cher-Eisenbahn-Actien.....

71%

71

Würtemberg, 37,% Obligationen.....

787,

78

4'/i % neue Obligationen . . .

93%

93

Baden, 37, % Obligationen von 1842 ....

76%

767,

Lotterie-Anl. â 50 ff. bei G. u. S. . .

463/.

35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

27%

27

Darmstadt, 37i % Obligationen .....

78%

777.

4 % .....

86%

85/,

50 fl. Loose........

697,

687.

25 fl. Loose.........

22

217.

Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien

327.

32%

40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

267.

26%

Nassau, 371 % Obligationen bei Rothschild . .

807,

80

25 fl. Loose . . ........

207,

207,

Frankfurt, 3% Obligationen.......

7771

77

37i% von 1839 . . .

927.

917.

371 von 1846 . . .

8871

88

Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 ff. . . .

285

282

Holland, 2'/,°/° Integralen.......

48%

48%

Spanien, 3 % Innere Schuld.......

217,

21%

5 Ardoin incl. 16 Coup.....

' '

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......

97

737,

737,

Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann

277,

D is conto..............

1

Silb er.

kr.

fl. I kr.

Gold.

fl.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Bekanntmachungen.

2211 Edictalladung

An die Konkursmasse der Johann Besier's Wittwe von Hettenhain sind persönliche und dingliche Ansprüche Mittwoch den 18. April 1 849, Morgens 8 Uhr, dahier anzumelden, bei Meldung des Ausschlusses.

Langenschwalbach, den 17. März 1849. Herzog!. Nass Amt. Th. Wiß mann.

Pistolen.....: . Pr. Friedrichsd'or. . Holl. 10 ff. Stücke . Rand- Ducaten . . . 20 FrancSstucke . . . Engl. SouverainS. .

9

9

10

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12

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56

4

38

38

3

Gold al Marco . . Laubth., ganze. . . Preuß. Thaler. . . 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber > Gering u. mittelh.

382

24

24

30

20

Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes welche an jedem Werktage, Vormittags um 11 Uhr, aus- gegeben wird.

Wie Expedition der Nast. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden.