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sollen, die der Kompetenz der Reichsgewalt nicht ausdrücklich zugewiesen sind (Abschnitt von der Reichsgewalt, Art. XIII §. 58 am Ende), so ist für die Schlußabstimmung eines jeden Hauses eine Mehrheit von wenigstens zwei Dritteln der Stim­men erforderlich.

8. 105. Das Recht des Gesetzvorschlages, der Beschwerde, der Adresse und der Erhebung von Thatsachen, sowie der An­klage der Minister, steht jedem Hause zu.

8. 106. Ein Reichstagsbeschluß kann nur durch die Ueber­einstimmung beider Häuser gültig zu Stande kommen.

(Fortsetzung folgt.)

Frankfurt, 27. März. (O.-P.-A.-Z.) In der heutigen Abendsitzung wurde §. 68:die Würde des Reichsoberhauptes wird einem der regierenden deutschen Fürsten übertragen", mit 279 gegen 255 Stimmen angenommen.

8. 69 des Verfassungsausschusses :Diese Würde ist erblich im Hause des Fürsten, dem sie übertragen worden. Sie ver­erbt im Mannesstamme nach dem Rechte der Erstgeburt" wird mit 267 gegen 263 Stimmen angenommen.

Durch Aufstehen und Sitzenbleiben wurde ferner der 8. 70 angenommen: Das Reichsoberhaupt führt den Titel Kaiser der Deutschen.

Frankfurt, 27. März. (D. Z.) Das neue österreichische Prehgesetz hat den sogenannten Groß-Deutschen eine un­aussprechliche Ueberraschung gewährt, nämlich die des vollkom­mensten BankerottS ihrer Vereinigungspläne mit Oesterreich. Dieses neue österreichische Preßgesetz ist wahrhaft eine Paro­die auf die Kultur und die politische Mündigkeit deS deutschen Volkes, ein Hohn auf die Wiedergeburt Deutschlands und die dem deutschen Vvlke verliehenen Grundrechte.

Frankfurt, 27. März. DerParlamentscorresp." zufolge ist auf telegraphischem Wege von Berlin die Nachricht hier angelangt, daß das Ministerium Brandenburg seine Entlassung gegeben. Der Redaktion derObcrpostamtszeitung" ist die Mittheilung einer telegraphischen Nachricht dieses Inhalts bis heute früh nicht geworden. (Die Nachricht wurde später widerrufen.)

Berlin, 25. März. (Lith. Korr.) Das Petersburger Ka- binet stellt sich nunmehr Preußens Politik ernstlich gegenüber. Der diplomatische Verkehr zwischen Preußen und Rußland ist bereits ein schwieriger geworden. Viel hierzu hat unfehlbar eine vorgestern eingetroffene Petersburger Depesche beigetragen, die bei einer allerhöchsten Person die tiefste Entrüstung hervorgerufen hat. Preußen wird auf die ihm gemachten Zumulhungen seiner würdig antworten. Der jetzige Notenwechsel zwischen den beiden Großmächten dürfte zu einer welthistorischen Bedeutung kommen; mehr hierüber zu sagen, ist uns im Augenblick noch nicht vergönnt. So viel aber scheint gewiß, Preußens Diplomatie wird binnen Kurzem einen großen Umschwung erleben.

Berlin, 25. März. (Lith. Korresp.) Die gestern einem Privatschreiben aus Ratibor entnommene Nachricht von Dembinski'S Einmarsch in Pesth hat sich nicht bestätigt.

Frankreich.

Paris, 25. März. Die von einigen hiesigen Blättern verbreitete Nachricht, daß Guizot hier angekommen, hat sich als unwahr erwiesen. Guizot ist nach wie vor in London und beschäftigt sich dort mit literarischen Arbeiten. Er will nur dann wieder hierher kommen, wenn er in die Kammer ge­wählt werden sollte.

Die Anzeigen eines nahen Sturmes mehren sich; derConstitutionnel" verkündet sogar für morgen den Aus­bruch einer Emeute. Obwohl diese Befürchtung übertrieben zu seyn scheint, so geht doch aus ihr hervor, wie weit entfernt die hiesigen politischen und sozialen Zustände von der so lange und so sehnlich gehofften Ruhe und Sicherheit sind.

In Lyon ist der ehemalige preußische Lieutenant Wil­lich in demselben Augenblick, wo er eine neue deutsche Legion bilden wollte, verhaftet worden.

Großbritannien.

London, 24. März. Aus Sizilien ist die Nachricht hier r eingetroffen , daß die Sizilianer das Ultimatum des Königs von Neapel verworfen haben und entschlossen sind, den ener­gischsten Widerstand zu leisten.

It al i e n.

Mailand, 23. März. Die beiden Armeen sind be­reits aufeinander gestoßen. Ein Treffen hat bei Gar- lasco, zwischen Pavia und Mortara, stattgefunden. Das pie- ! montesische Hauptquartier war in Vigevano, das österreichische ' in Mortara. In Folge dieses Treffens soll, um die Verwun­deten zurückziehen zu können, ein 12stüudiger Waffenstillstand - abgeschlossen worden seyn.

Die Berichte der Zürcher Blätter bestätigen, daß ein Treffen stattgefunden hat. Das piemontesische Regiment beging sey fast gänzlich zerstreut; eine österreichische Division habe den ' Tessin überschritten und sey in der Nähe von Mortara, auf der Straße nach Turin , gelagert. Die Oesterreicher hatten bei Gallerate 8000 Mann, (bei Magenta 20,000, bei Pavia s 25,000 und bei Piazenza 25,000. Am 21. zog Radetzky das Korps von Magenta gegen Pavia .und überschritt dort den t Tessin, ließ dagegen einem Korps Piemontesen von 5 8000 Mann Zeit, bei Magenta den Tessin zu passiren und bis San# driano vorzurücken, was wahrscheinlich eine Kriegslist war.

Nordamerika.

Newyork, 5. März. Die Antrittsbotschaft des neuen Präsidenten der Union, General Taylor, ist heute dem Kon­gresse zu Whashington zugegangen und verlesen worden. Sie erinnert die schon früher von Taylor abgegebene Zusicherungen, I bei Handhabung der Verwaltung und Regierung in die Fuß- I tapsen Washingtons zu treten, keine Verfolgung gegen poli­tische Gegner zu üben, welche etwa Inhaber öffentlicher Aemter sind, nicht blos Lokalinteressen zu berücksichtigen rc. Taylor u erklärt auch, daß sein Land eine strenge Neutralität bei allen Nationalzwisten oder Erschütterungen bewahren werde, welche gegenwärtig in Europa stattfinden oder sich etwa später noch ereignen mögen. Zugleich spricht er eine innige Sympathie ! mit allen Kämpfen aus, welche die Rechte des Volkes und die Erweiterung der Segnungen der Freiheit zum Gegenstände haben.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Generalversammlung

des Deutschen Vereins

Heute Mittwoch den 28. März, Abends 8 Uhr,

3421 im Adler. -

Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Abends um 6 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

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Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.