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Roßhirten undarme Bursche", welche dort ihr Unwesen trei- den, den Zutrieb von Schlachtvieh hemmen und mit der Blei­knopfpeitsche Gesetze schreiben, zur Vernunft zu bringen. Nach der Erzählung einiger Verpflegungsbeamten wäre die Stadt Komorn und der wohlverschanzte Brückenkopf bereits in die Hände der Kaiserlichen gefallen. Seit Sonntag weilt Feld­marschalllieutenant Graf Schlick in unserer Mitte. Die Geld­wirren auf dem hiesigen Platze gestalten sich bedenklich.

S ch w e i z.

Chur, 15. März. Die Würfel sind neuerdings geworfen; Karl Albert hat den Waffenstillstand mit Oesterreich aufgekün­digt. Ein offizielle Depesche des schweizerischen Konsuls in Mailand an unsere hohe Regierung meldet, am 12. sey der piemontcsische General Cadomo dort eingetroffen und habe die förmliche Kündigung überbracht. Am 20. d. werden die ersten Feindseligkeiten beginnen. Bereits sind die Garnisonen der lombardischen Städte gegen Westen aufgebrochen. In Mai­land selbst liegen gegenwärtig nur noch fünf Bataillone in dem neu befestigten Kastell; von den Wällen aber bedrohen mehrere Batterien die in höchstem Grade aufgeregte Stadt. Durch Tyrol ziehen Truppen nach dem Tonale; die freiwilli­gen Schützenkompagnien sind aufgeboten. Sämmtliche hiesige Handlungshäuser haben Weisung erhalten, Waarensendungen nach der Lombardei, wo dieselben sich auch befinden mögen, aufzuhalten. Oesterreichische Deserteurs, die hier eingetrof­fen sind, behaupten, unter den ungarischen Regimentern, sowie auch bei den wälschen Tyrolern, finden manche Desertionen nach Sardinien statt. (Deserteurnachrichten bilden eine unver­läßliche Quelle: unsere eigenen Briefe aus der Lombardei ver­sichern, daß vielmehr sehr viele Ausreißer vom piemontesischen Heere eintreffen.) Die sardinische Regierung hat hier wie­der, jedoch nur unter der Hand, den von den Lombarden letz­tes Jahr zurückgelassenen Waffen nachfragen lassen.

Italien.

Mailand, 13. März. (Allg. Ztg.) Vor einigen Tagen kam ein sardinischer Offizier, der seine Fahne verlassen hatte, mit 25 Mann hier an und berichtete, daß verschiedene ähnliche Abtheilungen unterwegs seyen, um zu den Oesterreichern über­zugehen. Dieser Offizier glaubte, man würde ihn hier hoch- festlich und freudig empfangen, wie man neulich einem öster­reichischen Offizier, einem Feldwebel, der kürzlich zum Offizier befördert, dankbarlichst seine Fahne verließ, in Turin gethan, aber er hat sich geirrt, und ist in aller Stille nach Verona ge­bracht worden. Von Karl Alberts Armee tagt er aus: die­selbe sey gegen 160,000 Mann stark, darunter aber viel Na- tivnalgarde und Freischärler. Die Stimmung in der Armee soll zweifelhaft seyn, und nur ein Theil dem König unbedingt ergeben. Wie man glaubt, wird Karl Albert auf zwei Punk­ten operiren: bei Piacenza am Po nnd bei Novara am Ticino.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Bekanntmachungen.

216] Nachstehender Bedarf an Materialien für das Herzogliche zweite Re­giment soll im Submissionswege an den Wenigstnehmenden vergeben wer­den; nämlich:

5400 Ellen Drillich.

Lieferungslustige werden daher aufgefordert, ihre genaueste Forderung verschloßen und unter der AufschriftSubmisston auf die zu begebende Lie- ^rung" längstens bis zum 14. April d. J. an den Verwaltungsrath des Herzog!, zweiten Regiments einzureichen, wo alsdann Vormittags 10 Uhr die Eröffnung derselben statthaben wird.

Auf später eingehende Offerten wird keine Rücksicht genommen.

Unbekannte haben sich durch amtliche Attestate über ihre Kautionsfähig­keit, welche den fünften Theil des Werthes der zu übernehmenden Lieferung betragen muß, gehörig auSzuweisen.

Die Lieferungsbedingungen und Muster find bei dem Offizier der Klei­dung einzusehen.

Wiesbaden, den IS. März 1849.

Der Derwaltungsrath des Herzog!. zweiten Regiments.

217] Nachstehender Bedarf an konfektionirten Stücken für das Herzogliche zweite Regiment soll im Submissionswege an den Wenigstnehmenven ver­geben werden, nämlich:

525 Ellen breite ]

100 schmale ) Tambourschnure,

120 " schmale | Hornistenborden,

168 Sergeantendistinktionen.

Lieferungslustige werden daher aufgefordert, ihre genaueste Forderung verschlossen und unter der AufschriftSubmission auf die zu begebende Lie­ferung" längstens bis zum 7. April d. I. an den Verwaltungsrath des Herzog!, zweiten Regiments einzureichen, wo alsdann Vormittags 10 Uhr die Eröffnung derselben statthabcn wird.

Auf später eingehende Offerten wird keine Rücksicht genommen.

Unbekannte haben sich durch amtliche Atteste über ihre Kautionsfähig­keit, welche wenigstens den fünften Theil der zu übernehmenden Lieferung betragen muß, gehörig auszuweisen.

Die Lieferungsbedingungen und Muster sind bei dem Offizier der Klei­dung einzusehen.

Wiesbaden, den 16. März 1849.

Der Verwaltn» gsrath des Herzog!. zweiten Regiments.

In der L. Schellenberg'schen Hofbuchhandlung in Wiesbaden ist erschienen und in allen Buchbandlungen vorräthig:

Ueber die Demokratie in Frankreich. Antwort an Herr» Gnizot von Pierre Margry. Preis 18 kr.

2191 Mobilien - Versteigerung.

Montag den 2. April, Morgens 9 Uhr anfangend, und nöthigenfalli die folgenden Tage , werden auf freiwilliges Anstehen wegen Wohuortsver- ânderung in der Wohnung des Herrn Hofmarschalls Grafen von Urküll (Rheinstraße London-Hotel), verschiedene auf^ beste erhaltene Möbel von Mahagoni, Nußbaum ic., als ein vorzüglicher Wiener Flügel in Mahagoni von Graf, drei 6 Fuß hohe Spiegel mit Gvldrahmen, Sopha mit Stühlen, Sessel, Sekretäre, Schränke aller Art, Kommode, ein Büffetschrank von Mahagoni, Schreib-, Spiel- und andere Tische, Bettstellen aller Art, Bettwerk, Vor­hänge, Leitern, 1 Kronleuchter, 1 Kinderwägelchen, Kinderschlitten, 1 Kin­derbillard, allerlei sonstige Kleinigkeiten, Küchengeräthschaften, 1 eiserner Kochherd rc, Sodann 1 Wiener zweisitziger Stadtwagen, 1 Tilboury mit Geschirr, diverse Geschirre, Sättel, Zäume, Decken u. s. w gegen gleich baare Zahlung an den Meistbietenden durch die Bürgermeisterei dahier ver­steigert. Wiesbaden, den 19. März 1849.

218] Eine frische Auswahl/, schwarze und farbige gewirkte CliÂles, von 9 fl. bis zu höheren Preisen, habe erhalten. Bernhard Ionas.

Frankfurt a. M., den 17. März.

Mittag

1 Uhr.

Papier.

Geld.

Oesterreich, 5 "/, MetalliqueS......

" % " : : ' : ' '

3 % Bankactien o. D.....

500 ff. Loose ........

250 fl. Loose ........

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine ....

3 7, % Staatsschuldscheine â 105 kr. .

Bayern, 37,7» Obligationen....... Verba cher-Eisenbahii- Aktien..... Württemberg, 37a% Obligationen.....

4% % neue Obligationen . . .

Baden, 37, % Obligationen von 1842 ....

Lotterie-Anl. â 50 st. bei G. u. S. . .

35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

Darmstadt, 3/2 % Obligationen.....

4 % " .....

50 st. Loose ........

25 fl. Loose .........

Kur Hesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

Nassau, S'/z °/° Obligationen bei Rothschild . .

25 fl. Loose ..........

Frankfurt, 3% Obligationen.......

3'/,% von 1839 . . .

37- von 1846 . . .

Taunus-Eisenbahn-Actien S 250 ff. . . . Holland, 27, °/« Integralen....... Spanien, 3°/, Innere Schuld..... .

5 Ardoin incl. 16 Coup.....

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose . . .' . . . .

500 fl. .........

Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethmann

73'4 57 387,

1165

125 777,

80'/, 797, 72

787, 937, 767, 48

277, 787, 867, 697, 22%

34%. 267, 80% 207, 777, 927, 887,

290

48

22%

747, 28%

72% 57

38% 1160

1247, 77 7, 99

79% 78% 71% 78 93

75 %

27 777, 86

21% 347, 267, 80 20 77 92 88

285 477, 217,

977, 74

277,

Disconto ..............

1

Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes welche an jedem Werktage, Vormittags um 11 Uhr, aus- gegeben wird.

Wie Expedition der Aass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Schelleuberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.