Einzelbild herunterladen
 

Nassauische

Allgemeine Zeitung.

â 67» Dienstag den 2V Marz L8LS

Bestellungen auf das demnächst beginnende neue Quartal derNassauischen Allgemeinen Zeitung" bittet man recht frühzeitig zu machen.

In dem amtlichen Theile sind Erläuterungen, Widerlegungen, Gesetzentwürfe re. der Regierung niedergelegt, so wie der­selbe am frühzeitigsten die amtlichen Dienftnachrichten bringt.

In dem hiervon gänzlich unabhängigen nichtamtlichen Theile wird die Redaktion nach wie vor das konstitutionell- monarchische Prinzip im freisinnigsten Geiste vertreten und mit gleicher Entschiedenheit wie bisher sowohl gegen die Anarchie wie gegen die Reaktion ankämpfen.

Zur Aufnahme von Amtlichen- und Privat-Anzeigen erscheint die Zeitung ganz besonders geeignet.

Die Expedition der Nass. Allgem. Zeitung.

Die Nass. Allg. Zeitung erscheint zweimal, die Beiblätter einmal täglich, mit Ausnahme des Sonntags. Der vierteljährige Pränume­rationspreis ist in Wiesbaden 8 fL, für den Umfang des HerzogthumS Nassau, des Großherzogthums und Kizrfürsteuthums Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt Sfl. 30 fr., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Verwaltungsgebietes 2 fl. 40 fr. Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellen- berg'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

Uebersicht.

Amtlicher Theil.

Dienstnachrichten.

Nichtamtlicher Theil.

Was wird nachher kommen?

Deutschland. Weilburg (Die Volksversammlungen. Vermischtes).

Von der Lahn. (Die Geistlichen und die Schulen).Frankfurt (Reichstag. Preußisches Antwortschreiben auf die österreichische Note).

Berlin (Die Kaiserwürde. Russischer Protest). Wien (Der Oberbefehl in Ungarn. Die Verfolgten und Verhafteten. Die Feier des 13. März. Gerücht von einer Vergiftung Jellachichs. Neues Armee- bülettin). Prag Währung auf dem Lande. Ungünstige Aufnahme der oktroyirtcn Verfassung in Agram).

Frankreich. Paris (Tagesbericht).

Italien. Mailand (Die Kündigung des Waffenstillstandes). Neapel

(Kündigung des fizilischen Waffenstillstandes).

Amtlicher Theil.

Dem am Taubstummen-Institut in Eamberg beschäftigte Schulkandidat Heinrich von Niedersecibach ist die Lehrer- Vikarstelle zu Giesenhausen in provisorischer Eigenschaft über­tragen worden.

Lehrgehülfe Jung in Waldsdorf ist zum Lehrgehükfen in Münster Amts Runkel ernannt und die Lehrgehülfenstelle in Walsdorf dem Lehrgehükfen Mayer in Langendernbach pro­visorisch übertragen worden.

Der Lehrer Ludwig in Roth Amts Herborn ist zum Lehrer in Blcssenbach und der Lehrvikar Kolb von Giesen­hausen zum Lehrer in Roth ernannt worden.

Nichtamtlicher Theil.

Was wird nachher kommen?

Diese Frage wirft sich Jeder auf, der in der Politik gern weiter sehen möchte,^ als seine Nase reicht, wenn er auf den

großen Kampf in Frankfurt und seinen möglichen Ausganz blicket.

Der Welckcr'sche Antrag hat bis jetzt die Wahrscheinlich­keit deö Sieges. Und was wird nachher kommen?

Eine Parlaments-Korrespondenz aus Frankfurt antwortet auf diese Frage in folgender Weise:

In der Stunde der Entscheidung pflegen sich wohl schwache Gemüther von allerlei Befürchtungen beschleichen zu lassen; so meinen Mitglieder der National-Versammlung: daß die An­nahme der Welcker'schen Anträge keineswegs das erbliche Kai- serthum, sondern neue republikanische Ausbrüche neben ander­weitigem Zerwürfniß herbeiführen würde. Diese fürchten den Rückschlag eines solchen Beschlusses über Alles; mit dem Par- tikularismus werde sich alsbald die Demokratie verbünden, der unvermeidliche Krieg mit dem Auslande wèrde die Truppen an die Gränzen rufen und nichts als Bürgerkrieg, Chaos, vielleicht der Triumph der rothen Republik werde das traurige Resultat dieses schlecht kalkulirten Einheitsstaates seyn.

Wir sehen die bevorstehenden Gefahren gerade so deutlich, wie jene Herren, ja, vielleicht noch klarer. Wir kennen ihn sehr gut, diesen jämmerlichen Preußenhaß, die Zähigkeit und Eifersucht unserer Stämme, den Souveränitäts-Schwindel von zwei oder drei königlichen Regierungen. Es ist möglich, daß Oesterreich, wenn ihm irgend Kräfte bleiben, Gewalt nicht scheuen wird, wenn ihm auch in diesem Augenblicke lange nicht 70,000 Mann zu einem Kriege gegen Preußen zur Disposition stehen, wie man von dorther verbreiten läßt.

Wir wissen, daß Rußland nach so langen und ernsten Vorbereitungen entschlossen ist zum Kampfe gegen die ganze revolutionäre Gestaltung Deutschlands, daß durch einBünd- niß die Revolution in Oesterreich und deren Folgen bereits erstickt glaubt, daß Preußen allein noch des Zwanges bedarf zur Herstellung der heiligen Allianz. Man ist schlagfertig; die neue Verwickelung mit Dänemark, die Annahme der deutschen Kaiserkrone von Seiten deS Königs von Preußen wird den Vorwand liefern, zur See und zu Lande loszuschlagen. In diesem Konflikt würde Sachsen bald Neigung zeigen, sich an Oesterreich anzulehnen. Hannover würde versuchen, auf Eng­land gestützt, eine abwartende Sonderstellung einzunehmen, Bayern würde mindestens den Zuschauer abgeben. Und wenn nun Frankreich sich beikommen ließe, diesen Moment zu be­nutzen, würden Baden und Würtemberg nicht alsbald zu einer Rheinbundstellung gezwungen werden? würden die Demokra­ten in der Pfalz, an der Mosel, sich nicht jubelnd der Repu­blik in die Arme stürzen? Und die Radikalen in unserm Lande