nisationen von Männern der betreffenden Fächer an Regierung und Ständekammer gebracht würden, die Bautechniker in dieser Beziehung unthätig seyen.
Wer hieraus den Schluß ziehen wollte, daß in diesem Fache Nichts zu verbessern sey, .ist im Irrthum. Aber wenn Viele sich zu Einem Ziele einigen sollen, geht die Arbeit nicht von Statten.
Dank sey darum unserer Ständekammer, daß sie mit dem VerfassungSwerk nicht allzu rasch vorschritt und uns Zeit ließ, unsere Verbesserungsvorschläge anszuarbeiten und unsere Schwächen wie Andere zu Markte zu tragen. Nur möchten wir in dieser letzteren Beziehung nicht ganz so naiv erscheinen, wie der Herr Verfasser eines Aufsatzes *) „Ueber Bauverwaltung" in Nro. 45 dieser Blätter, eines Aussatzes, dem wir im Interesse unserer Fachgenossen, und also auch deö Herrn Verfassers, eine weitere Verbreitung nicht wünschen. Die Ursache wird der geneigte Leser im Folgenden vernehmen. Doch sey zuvor bemerkt, daß der Aussatz in Nro. 30, gegen welchen der Verfasser in Nro. 45 zu Felde zieht, nicht von uns herrührt, und wir uns deßhalb auch nicht bemüßigt sehen, denselben zu einer näheren Besprechung zu bringen.
In Nro. 45 ist die Ansicht vorwaltend ausgesprochen, daß eS am zweckmäßigsten sey, die Gegenstände deS Hochbaus und des Jngenieurwesens durch eine und dieselben Techniker besorgen zu lassen, und demgemäß kleine Bezirke zu bilden.
Den Beweis, daß diese Verschmelzung das Beste und die Trennung beider Fächer unnöthig sey, will der Herr Verfasser erstens: durch die Nachweise gleicher Vorbildung und Fachstudien, zweitens: praktisch durch die Behauptung befriedigender Leistungen der Landbaumeister in den angedeuteten Zweigen des Jngenieurwesens, und drittens durch unbestreitbare Wohlfeilheit der Verwaltung führen.
Was den ersten Punkt betrifft, so hat der Herr Verfasser die Widerlegung uns leicht gemacht. Denn ein stärkerer Beleg gegen die eigene Behauptung kann nicht gebracht werden, als daß derselbe den „einzigen" Unterschied in der mathematischen Bildung des Architekten gegen die des Ingenieurs darin findet, „daß letzterer weiter gehende Kenntnisse in der Differential- und Integralrechnung, welche übrigens fast ohne allen praktischen Nutzen für die bei uns vorkommenden Bauten sind," besitzen solle.
Wer sich nur einigermaßen mit dem theoretischen und praktischen Studium deS Jngenieurwesens befaßt hat, weiß recht gut, daß gerade diejenigen Schriften, welche die eigentlichen Fachwissenschaften behandeln, fast alle — die neueren aber ausschließlich — sich auf der Höhe der Resultate der mathematischen Wissenschaften halten, und daher allen denen unzugänglich sind, welche sich mit der höheren Analysis, der Differential- und Integralrechnung nicht befaßt haben. Wir können daher in der glücklichen Erfindung, daß diese Zeit raubenden Studien bei den bei uns — in Nassau — vorkommenden Bauten „ohne allen praktischen Nutzen" sind, nur das Mittel versuchter Selbstbeschwichtigung, wenn nicht gar Un- kenntniß über den Stand dieser Wissenschaft und ihrer Literatur erkennen. Wie auch wollte man beweisen, daß Straßen - und Brückenbauten, Strombauten, Bachregulirungen, Wasserleitungen und Eisenbahnen u. s. w. bei uns — in Nassau — mit weniger Kenntnissen entworfen und ausgeführt werden können als anderwärts, oder daß man den Ingenieur blos muthwillig mit diesen Studien plagt?! — Es wird dies kein Kundiger übernehmen wollen! Will sich der Herr Verfasser also darauf steifen, daß auch der Hochbaumeister im Straßen-, Brücken- und Wasserbau eine Prüfung zu bestehen habe, und deßhalb die nöthigen Kenntnisse darin besitzen müsse, so können wir ihn schon hiermit abweisen. Aber auch die Berufung auf die Prüfungsverordnung vom 20. Januar 1845 läßt ihn im Stich, denn folgerichtig mit dem dort geforderten Maaß mathematischer Bildung heißt es darin wörtlich, daß von dem Hochbautechniker nur „die Kenntniß der allgemeinen Grundsätze des Straßen-, Brücken- und Wasserbau's" verlangt würden, gleichwie der Ingenieur nur „die Kenntniß der beim Straßen-, Brücken- und Wasserbau vorkommenden Hochbauten" nachzuweisen verbunden ist. (Fors. f.)
Deutschland.
* Aus dem Amte Königstein.. Am 10. d. Mts. sollte die Frühlingsprüfung zu Niederhöchstadt abgehalten werden. Meh
rere benachbarte Lehrer, der Lokalschulvorstand, sowie der Lehrer mit seinen Schülern hatten sich versammelt und erwarteten den Hrn. Schulinspektor , der auch bald erschien, und — mit dem Schulvorstand in die Wohnung des Lehrers gegangen — eine Ausgleichung der betrübenden Verhältnisse zwischen der Gemeinde, und ihrem Pfarrer versuchte, die jedoch scheiterte, da sämmtliche Bürger nicht dahin zu bringen sind, je dem Pfarrer ihre Kirche und Schule zu Funktionen zu öffnen.
Leid sey eS ihm für die, welche bei der Untersuchung straffällig seyn würden; er könne die Prüfung ohne den Hrn. Pfarrer nicht halten, gehe deßhalb nach Hause, und müsse sich von der Landesregierung einen andern Termin bestimmen lassen, waren seine Worte beim Weggange. Er hielt die Prüfung nicht.
Der Herr Bischof zu Limburg versprach mehreren an ihn abgesandten Bürgern von Niederhöchstavt innerhalb 14 Tagen eine Kommission zur Untersuchung zu schicken, welche bis heute — nach 7 Wochen noch nicht erschienen ist. Dies versprach er auf sein Ehrenwort.
Solche Ereignisse sind doch sehr auffallend.
Möge dieser Ort, der ruhige und friedliebende Bürger hat, bald einen Geistlichen erhalten, dem er sich mit Liebe und Vertrauen hingeben kann.
Frankfurt, 15. März. Je näher der verhängnisvolle Augenblick rückt, welcher entscheiden muß, ob die deutsche Reichs- versammlung im Stande ist, ein deutsches Reich zu schaffen, oder ob sie und ihr Werk und alle Hoffnungen des Vaterlandes in nichts zerfallen sollen, desto mehr scheint die Wichtigkeit dessen, was geschehen wird, sich Allen aufzudringen und die kleinen Leidenschaften der Parteien verstummen zu lassen. In der gestrigen Versammlung der Kaiserlichen im Wolfseck vernahm man, daß der englische Hof ein Amendement stellen wolle, um seine Theorie der Vereinbarung zu wahren, aber, wenn das Amendement falle, oder wenn der Antrag des Verfassungsausschusses zuerst zur Abstimmung käme, für diesen sich entschlossen habe, zu stimmen. Es kam zur Sprache, daß selbst die HH. Heinr. Simon von Breölau, Rappard und Temme Hoffnung gegeben hätten, eventualiter der kaiserlichen Sache beizutreten. Aber verschweigen wollen und dürfen wir es nicht, daß unsere Partei sich keineswegs voreiligen Siegeshoffnungen überlassen darf. Ucberhaupt kann von dem Siege einer Partei gar nicht die Rede seyn. Jede Partei für sich ist zu schwach, den Sieg zu erringen; nur mit der Vereinigung der Parteien, und wenn sie sich vor dem Altare des Vaterlandes brüderlich die Hand reichen, ist es möglich, einen gemeinsamen, eines großen Volkes würdigen Beschluß zu fassen. Möge das Vaterland siegen !
Mannheim, 13. März. Die Stellung Brentano's als Parteiführer ist nunmehr eine sehr unhaltbare geworden; eS ist nicht ein geordnetes Handeln, das auch belehrend auf die Massen wirken würde, sondern nur ein rein exzentrisches Auftreten, Opposition nur, um Opposition zu machen. Auch fehlt ihm der innere Halt, die innere Begeisterung Hecker's. Brentano wird uns keinen Putsch veranlassen, der zw fürchten wäre.
Nach Briefen aus dem Ob er lande gehen beständig mobile Kolonnen durch die Dörfer, was während der ganzen Geschwornen-Sitzung in Freiburg geschehen wird, indem die Geschwornen durch Drohungen eingeschüchtert wurden. Ueber die Verbringung Struve's und Blind's nach Freiburg erfährt man noch nichts Neues.
Aus Rastatt theilt man uns mit, daß der Bau eifrig fortbetrieben wird, daß man aber bei der Stauschleuse, von deren Vollendung die Vertheidigungsfähigkeit Rastatt'S abhängig ist, noch nicht einen Mann beschäftigt sehe. Die Bau- Direktion, aufgebracht über zwei ausführliche Berichte von Rastatt — den einen in der „Oberrh. Ztg.," den andern im „Mannh. Journal," — soll eine Klage gegen diese Redaktionen eingereicht haben, die bereits an das Justiz-Ministerium gewiesen sey.
Die Diebstähle nehmen'hier sehr überhand, und nach dem neuesten Funde einer Niederlage gestohlener Sachen in Oggersheim ist das Bestehen einer Bande als sicher anzunehmen. 143 Gegenstände sind heute ausgeschrieben, welche man dort fand. (K. Z.)
Kassel, 14. März. Die Proposition der Regierung, der FriedrichWilhelm Nordbahngesellschaft ein unverzinsliches