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des Vaterlandes unsere Kräfte geschwunden, wie wäre die Ein­heit getrübt worden. Ich bin überzeugt, die Bayern, und selbst die Ocsterreicher, ferner die katholischen Württemberger und Badener sind mit mir jetzt Alle von der Ueberzeugung durchdrungen, daß es nunmehr unaufschieblich ist, das Vater­land zu retten.

Meine Herren! Soll ich Ihnen nun sagen, welche Ge­fahren über uns schweben? Sehen Sie nicht die Wolken, die den Himmel Deutschlands verdüstern? Wollen Sie wachsen lassen die Kabinets-Jntrigucn und -Verhandlungen, um unser armes Deutschland wieder in die Rheinbunds- und andere trau­rige Verhältnisse kommen zu lassen? Sollen wir ungerüstet die Gegner sich rüsten lassen, und ungerüstet die Gefahr über uns hereinbrechen sehen? Nein! Ein einziger, gemeinschaft­licher, wohlgerüsteter Körper wollen wir dem Auslande gegen­über stehen, und wir werden unsere Freiheit siegreich verthei­digen! (Lebhaftes Bravo auf der Rechten und im Zentrum.)

Noth thut es, meine Herren, unsere Versammlung droht ihre Lebenskraft und den Glauben des Vaterlandes zu ver­lieren und auseinander zu fallen. Die Gelüste in den Kabi­netten wachsen, die Einheit wird täglich mehr gefährdet. Hal­len wir zusammen, retten wir die Ehre der Nationalversamm­lung durch schnellen, kräftigen und möglichst einmüthigen Be­schluß für das, was Noth thut in dem Vaterlanbe; dann werden wir nicht mit einer oktroyirten Charte nach Hause gehen, sondern eine von uns ausgehende, auf unserer Sou­veränität, wie auf der Zustimmmung durch die Fürsten, eine auf dem Nationalwillen, auf dem Rechte beruhende Verfas­sung zum Heil des Vaterlandes gründen. Lassen Sie uns, meine Herren, die Ehre der Nationalversammlung, die sou­veräne Kraft der Nation retten als Grundstein, daß diese Ver­fassung nicht willkürlich alterirt oder zerstört werden darf; lassen Sie keine Verfassung oktroyiren; wir wollen die Ver­fassung selbst machen mit Anerkennung der Rechte von Jeder­mann. Meine Herren! Ich sage Ihnen, das Vaterland ist in Gefahr; lassen Sie die Dinge nicht weiter kommen ; handeln Sie jetzt rasch und entschieden! Ich lege aber bei meinem An­träge auch daraus ein besonderes Gewicht, daß seine Annahme allein noch eine Möglichkeit gibt, daß das österreichische Kabi- net sich schnell zu dem verstünde, was nach unserer festen Ueberzeugung das Richtige ist; aber wir können nicht mehr mit ihm unterhandeln, nichr Monate und Jahre lang Frist geben; cs wird dann die Aufgabe des Königs von Preußen seyn, durch ein Ultimatum seinen Entschluß zu bedingen, und es wird vielleicht in wenigen Tagen ober Wochen eine Entscheidung da seyn. (Beifall auf der Rechten und im Zentrum.)

Ist es möglich, daß Oesterreich eintritt, so ist dann nichts verloren; ist ès nicht möglich, so wollen wir gerüstet seyn gegen die Gefahren, welche dieser Bruch hervorbringen wird; denn seyen Sie versichert, sowie dieser Bruch da ist, zwischen Oesterreich und Deutschland, sind die lauernden Feinde im Osten und Westen bereit, die Einheit des jungen Deutschlands im Keime zu ersticken. Ich sage nichts weiter, als: Das Vater­land ist in Gefahr; retten Sie das Vaterland! (Stürmisches Bravo auf der Rechten und im Zentrum.)

Deutschland.

* * Aus dem Kamberger Grund. In Nro. 59 der Nass. Allg. Zeitung vom IO. März d. J. wird eine Besprechung über die Volksschule eröffnet und zwar darüber, ob die Schule Staats- oder Gemeindeanstall seyn solle.

Da über diesen Gegenstand die Grundrechte des deutschen Volkes, welche bei uns Gesetzeskraft haben, vollständig entschie­den haben, so ist jedes fernere Verhandeln darüber eigentlich nutzlos.

Niemand ist mehr bei der Schule interessirt, als die Eltern; denn was ihnen vor Allem am liebsten und theuersten ist, ihre Kinder, kommt hier in Frage.

Auch in der Nationalversammlung haben sich Stimmen für das Alleinregiment des Staates in Schulsachen erhoben; allein man hat nicht geglaubt, daß es mit der Freiheit eines Volkes vereinbarlich sey, wenn das Urrecht der Eltern auf ihre Kinder nicht gesetzlich festgestellt würde, und es ist mit großer Weisheit beschlossen worden, daß die Lehrer nur unter Betheiligung der Gemeinden angestellt werden dürfen.

Gute und pflichs 'treue Lehrer fürchten die Mitwirkun g der Gemeinde bei der Schule nicht. Diejenigen, welche bis Schule allein dem Staate zuweisen wollen, wissen wohl, daj der Staat Niemand anders ist, als ein Schulreferent, und mii diesem gedenken sie fertig zu werden, während sie die Kontrolle der Gemeinde viel mehr zu fürchten hätten.

Was immer die Schulkommission über die Einrichtung da Volksschule berathen wird, so erwarten die nassauischen Staats, bürger, welche auch wieder diese Kosten werden tragen müssen daß sie sich nur innerhalb der Gränzen bewegen werde, welch die Grundrechte festgestellt haben.

*** Hadamar, 10. März. Heute kehrten die vor vier Wochen hier eingerückten 100 Mann nassauische Infanterie in die Garnisonsstäbte Weilburg und Diez zurück. Ihr Hierseyn hat unbezweifelt den Behörden und deren Verfügungen wieder Geltung verschafft und den etwas locker gewordenen Boden eines gesetzlichen Zustandes gekräftigt. Nicht ein Fall ist in­dessen vorgekommen, wo deren Hülfe hätte in Anspruch ge­nommen werden müssen; nicht einmal eine der so mißliebig gewordenenmilitärischen Promenaden" wurde abgehalten, Möchte indessen der Abmarsch dieser Truppen, die sich muster­haft betragen haben und sehr beliebt waren, nicht zu frühe erfolgt seyn ! Dieselben wurden von Hrn. Hauptmann Frensch, einem verdienten älteren Offizier, den Herren Oberlieutenants v. Zigesar später Lindpaintner und Stahl, dann Herrn Lieutenant Ferger befehligt. Der freundlichen Geselligkeit die­ser Herren verdanken wir manchen vergnügten Abend , und wünschen, daß sie uns und unsere Stadt in gutem Andenken behalten mögen; wir werden ihrer stets mit Hochachtung und Liebe uns erinnern. Ein Hadamarer im Namen Vieler.

Nachschrift. Auf vorigen Sonntag war von den Weil­burgern Republikanern weit und breit hin Einladung zu einer Volksversammlung bei dem Zollhause zu Ahlbach, hiesigen Amtes, ergangen. Nachmittags hatten sich von nah und fern, sogar aus dem Rheingau, viele Menschen zusammengefunden. Sie harrten mit Neugier und Spannung bis gegen Abend auf die Leiter und Redner der Versammlung, allein diese erschienen nicht, auch trat aus den Anwesenden keiner als Redner auf. Die Bauern gingen sodann mürrisch und zürnend nach Hause, unter der Erklärung, daß sie sich nicht zum zweitenmale veri- ren lassen würden. Warum die Führer nicht erschienen, ist unbekannt.

): Von der Lahn, 12. März. Gestern machten etwa 20 Demokraten von Diez eine volksbeglückende Expedition nach Elz, sprachen daselbst dem Vernehmen nach, weil die Gemarckung Elz besonders mit Gülten belastet ist, ganz passender Weise von Gülten und sammelten nebenbei Unterschriften für die Petition um Freilassung der wegen Meuterei bestraften Soldaten, weil ja die armen Leute nichts anders gethan, alses lebe Hecker" gerufen hätten.

Wie Elzer Leute selbst erzählten, konnten die gutgesinnten Bürger von Elz kein Zutrauen zu ihren genannten Mitbür­gern aus der Nachbarschaft fassen, und gaben eine Versamm­lung in Elz nicht zu, diese wurde daher auf freiem Felde ab­gehalten, und war wenig besucht.

Ob diese Expedition eine glückliche genannt werden kann, bleibt am besten dem Ermessen des Publikums anheimgestellt.

Frankfurt, 13. März. (O.-P.-A.-Z.) Eine aufaußer­ordentlichem Wege" hier eingetroffene österreichische Note hat, dem Vernehmen nach, dem Reichsministerium die Ver­fassung für Oesterreich vom 4. März amtlich mitgetheilt. Sie soll, auf das Kremsierer Programm vom 25. November Be­zug nehmend, die Verfassung als die neue und feste Form be­zeichnen, welche Oesterreich sich gegeben, und die Ansicht gel­tend machen, daß die Verfassung für Deutschland nicht unver­einbar damit seyn dürfe. Ferner wird darin bemerkt, daß die Vertretung der Nation bei der Reichsregierung (dem Direkto­rium) von Ausschüssen der Ständeversammlungen, worüber sich die Negierungen zu vereinbaren hätten, gebildet werden soll. Diese Einrichtung würde so ziemlich dem Staatenhause entsprechen; das Volkshaus würde hinwegfallen. Ueber die Befugnisse der Reichsgewalt äußert sich die Note nicht.

Wir können darin nur einen neuen Stützpunkt für die Meinung finden, daß die Politik von Ollmütz die Er­richtung eines deutschen Bundesstaates nicht zu­geben will. Dafür spricht auch das unfreundliche Beneh­men des österreichischen Kabinets gegen die Zentralgewalt,