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Thiemann, Jachimowicz, Petranovich, Eajètan Mayer, Lasser, Zwickle, Streit, Ullepitsch, Hornbostl u. m. A., theils der Rech­ten, theils dem Zentrum angehörig. Vermuthungen aller Art knüpften sich an diese in so später Nachtstunde veran­laßte Einberufung der Abgeordneten. Um halb ein Uhr nach Mitternacht war die Berathung noch nicht zu Ende. In derselben Nacht rückten 3 Bataillone von Olmüß ein. Am frühen Morgen waren alle Straßen besetzt und Niemand wurde mehr aus der Stadt gelassen. Die Nachricht von den erfolg­ten und beabsichtigten Verhaftungen hat die Stimmung merk­lich getrübt. Man war vielmehr außerordentlicher Gnadenbe­zeugungen bei dem erfolgten erfreulichen Anlaß gewärtig. Die innere Stadt war gestern aus Anlaß der ertheilten Kon­stitution aus freiem Antriebe beleuchtet.

Frankreich.

Paris. 10. März. DerKourier," seit einigen Ta­gen durch und durch russisch, sagt:Mehrere Journale haben daS Gerücht verbreitet, Rußland hätte beim Divan um die Er­laubniß gebeten, einer russischen Flotte den Durchgang durch die Dardanellen zu gestatten, widrigenfalls es sich diesen Durch­gang erzwingen werde. Diesem Gerüchte lagen angeblich Briefe aud' Malta vom 20. oder 25. Febr. zum Grunde. Wir glau­ben, erklären zu können, daß es ungegründet ist. Als daS letzte Postdampfschiff am 16. Februar Konstantinopel verließ, herrschte allerdings eine gewisse Kälte zwischen der ottomani- schen Pforte und dem Vertreter Rußlands; doch nichts deutete darauf hin, daß diese Stimmung einen Grad erreicht hätte, welchen jenes Gerücht nothwendig voraussetzen müßte. Alle offiziellen Erkundigungen, die wir eingezogen, berechtigen uns zu der Annahme, daß jenes Gerücht übertrieben, wo nicht gar erfunden wurde, wie daS Unteroffizierbankett."

DieReforme" sagt:Für den Augenblick ist keine Rede mehr von der Intervention' irgend einer Art in die An­gelegenheiten Italiens. Die fremden Diplomaten haben in dieser Hinsicht ganz positive Verhaltungsbefehle erhalten. Das geheime Motiv dieser augenblicklichen Unthätigkeit liegt in der Ungewißheit über den Ausfall der nächsten Wahlen. Entscheidet die Wahlurne zu Gunsten der Royalisten, so wird man inter- veniren, denn dann hält sich das Ministerium der Mehrheit sicher; entscheidet die Wahlurne zu Gunsten der Demokraten, dann wird die Heil. Allianz einen Schritt zurückweichen, oder andere Auskunftsmittel suchen. In diesen wie in vielen anderen Fällen macht die Diplomatie ihre Rechnung ohne den Wirth das Volk." 4

DieReforme" scheint also wenig Gewicht auf die öster­reichische Note zu legen.

Der Kassationshof hat den Rekurs derBreamor­der" verworfen. Es bleibt Letzteren also nur noch ein Ge­such an die Gnade Sr. kaiserlichen Majestät Napoleon II. als einziger Hoffnungsstrahl übrig. Diese Niederlage in einem wichtigen Kompetenzkonflikte ist dem Eifer des alten Dupin zuzuschreiben. Derselbe rief im Laufe der Debatte aus:Wenn Sie die Kompetenz der Kriegsgerichte angreifen, so öffnen Sie den scheußlichsten Verbrechen Thür und Riegel und werfen die Staatsmoral über den Haufen. Mit der Fahne der Insurrek­tion in der Hand kann man dann alle Verbrechen ausüben."

Der Minister des Innern hat den Präfekten die Er­laubniß gegeben, allen Polen Freipässe und Reisegelder bis zur Gränze zu ertheilen, falls sie darum bitten, das Gebiet der französischen Republik zu verlassen.

Polen.

Don der polnischen Grenze, 5. März. Als eine der wichtigsten, in die nordischen Verhältnisse tief eingreifenden Maßnahmen dürste das so eben kundgewordene Faktum zu be­trachten seyn, daß eine russische EScadre bereits Ordre erhalten habe, in die Ostsee auszulaufen. (Börsenh.)

Iprechjaal

für Stadt und Land.

§* Don der Lahn. Die Freie Zeitung vom 5. d. MtS. hat von Diez einen Artikel, dessen Leidenschaftlichkeit dem Ver­fasser zur Ehre gereicht. Es ist unter unserer Würde mit glei, chen Waffen zu kämpfen. Wir weisen nur die darin gegen uns erhobenen Anschuldigungen mit Verachtung zurück. WaS wir gesagt, lief durch den Mund vieler sehr braver Bürger in Diez, und wurde uns aus einer Quelle mitgetheilt, daß wir an seiner Wahrheit nicht zweifeln konnten. Wir selbst ha­ben nicht die Ehre, Mitglied des Diezer DemokratenvereinS zu seyn, haben nie nach dieser Ehre gestrebt und werden sie nie annehmen; sollte dem Vereine wirklich unrecht geschehen seyn, so bedauern wir dies recht herzlich, und beklagen nichts mehr, als daß der uns gegenüberstehende Korrespondent nicht stolz und rüstig mit der nur dem Republikaner eigenthümlichen Würde uns entgegengetreten ist.

Wie schmeichelhaft für uns sein Verlangen nach unserm Namen zu uns herüberflötet, so erheben sich doch gleiche Wünsche darnach nicht in unserer Brust.

WaS Hrn. Hast anbelangt, so hat dieser wackere Mann gethan, waS seine Pflicht ihm gebot, denn alS Bürgermeister steht er über den Parteien und darf er sich nicht zum Organe einer Fraktion erheben, sondern muß den Willen der Bürger­schaft, wie unser Gegner richtig bemerkt, zu verwirklichen suchen: dieses ist aber der Wille der Majorität, wie in jeder geordne­ten Gesellschaft, und nicht der Wille der Minorität.

Wenn Hr. N. Deul, wie man unS auf daS Standhafteste versichert, ohne Autorisation bei einer momentanen Abwesen­heit des Bürgermeisters, diese benutzte, um den Wünschen der Demokraten zu huldigen, so beweist dieses strafbare und abge­schmackte Anmaßen der Würde eines Anderen weiter nichts, als daß Hr. N. Deul seine Stelle als Mitglied des Gemeinde­rathes niederlegen müßte, weil er entweder unfähig oder un­würdig derselben ist.

X Idstein, 8. März. In derFreien Zeitung" verthei- digte sich vor einigen Tagen ein junger Angestellter gegen die Beschuldigung, als habe er zu dem bekannten FastnachtSauf, zuge in hiesiger Stadt seine Uniform geliehen. Nun hat sich zwar das darüber gehende Gerücht als unbegründet erwiesen, es ist aber doch nicht daö beste Zeichen für den jungen Herrn, daß ein solches Gerücht gegen ihn aufkommen und Glauben finden konnte. Diese Thatsache wird ihm vielleicht die Augen darüber öffnen, was man von seinem Thun und Treiben hält; denn wer auch bisher mit Ernst davon sprach, predigte immer tauben Ohren.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

182] So eben hat die Presse verlassen und bei Heinrich Christian

Sommer in Ems das Exemplar zu 1 fL zu haben:

Vorschläge

der am 16. April und 7. Mai in Limburg und am 17. Dezember v. I. in Diez versammelten Forstbeamten über die Grundzüge der neuen Forstorganisation des Herzogthums Nassau.

Zusammengestellt und motistrt durch die von den Versammlungen hierzu erwählten Mitgliedern

Speck. Metz. Scheuch sen.

Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Abends um 6 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden.