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Erst Nr. 5 der Tagesordnung (die Wiederwählung Heckers) hat wieder eine kurze Debatte zur Folge, indem Hr. L. Simon nur den Wählern des betreffenden Bezirks das Recht zugesteht, über die Würdigkeit ihres Abgeordneten zu urtheilen.Friedrich Hecker ist jetzt |in Nordamerika und die Russen stehen in Sie­benbürgen." Sie lachen? Und doch liegt der Zusammen­hang vor Augen, wie denn auch Mancher unter uns, der frü­her in dem Fortbestehen der deutschen Fürsten kein Hinderniß der deutschen Einheit erblickte, sich diese Frage gegenwärtig an­ders beantworten mag. (Beifall von der Linken.) Hr. Simon will daher, daß die Versammlung ihren früheren Beschluß, der die Wahl Hecker's für ungültig erklärt, zurücknehme. Die Ab­stimmung erklärt sich jedoch, nachdem noch Hr. Reichensperger als Berichterstatter das Wort genommen, für den Antrag des Ausschusses, wornach es bei dem Beschlusse vom 10. August sein Bewenden hat und die Mittheilung der badischen Regie­rung über die Wiederwahl Friedrich HeckerS einfach zu den Akten genommen wird.

Hannover, 3. März. In der heutigen Sitzung der zwei, ten Kammer forderte Lang II. die Kammer auf, jetzt durch Aufstehen ihre Beistimmung zu seinem Wunsche zu erkennen zu geben, daß d a s M in ist er iu m bleiben möge. Wein­hagen allein bleibt sitzen, weil er ein Ministerium, welches sich so entschieden gegen die Grundrechte erklärt habe, nicht für fähig halte, dieselben zum Vortheil des Königs und Landes auSzuführen.

Wien, 1. März. 25stes Armeebulletin,Felbmarschall Windisch-Grätz ist am 24. Febr. von Ofen aufgebrochen und hat an diesem Tag sein Hauptquartier nach Hatvan und am 25. nach Gyöngyös verlegt, wodurch die Verbindung mit dem Korps des Feldmarschalllieutenants Schlick hcrgestellt wurde. Oberst Urban hat bei Bayersdorf in der Nähe von Bistriz ein siegreiches Gefecht bestanden. Die Insurgenten wurden gegen Magyaros zurückgedrängt und verloren 200 Gefangene und 3 Kanonen. Feldmarschalllieutenant Ramberg hat mit den Brigaden Götz und Jablonowsky Eperies und Kaschau am 21. Febr. besetzt." Aus Ungarn erfährt man, daß die Jnsur- genteirführer Görgey, Guyon und Klapka sich von Kaschau aus nach Süden gewendet haben; ihre Streitmacht dürfte sich auf mehr als 20,000 Mann und 40 Kanonen belaufen; hiezu käme noch die große Theiß-Armmee unter Dembinski und anderen Führern, daher man binnen kurzem entscheidenden Ereignissen entgegensetzen kann. Nach eben eingetroffenen Nachrichten sollen die k. k. Truppen neue Siege in Ungarn erfochten haben. Die Arretirungen wegen Schmähreden auf das Militär sind an der Tagesordnung und veranlassen öfters Aufläufe.

Wien, 28. Februar. Wir erhalten eben das Resultat der gestrigen Kammersitzung. §. 14 der Grundrechte war zur Ab­stimmung gekommen. Alle Amendements mit Ausnahme der Brauner'schen sind verworfen, und der Paragraph lautet so­mit vollständig:Keine Religivnsgesellschaft (Kircke) genießt vor andern Vorrechre durch den Staat. Niemand kann zu re­ligiösen Handlungen und Feierlichkeiten überhaupt oder insbe­sondere zu den Verpflichtungen eines Kultus, zu welchem er sich nicht bekennt, vom Staate gezwungen werden. Ebenso wenig darf zur Einhaltung von Verpflichtungen, welche jemand durch geistliche Weihen oder Ordensgelübde übernommen hat, ein Zwang angeordnet werden."

Das neue Preßgesetz soll, nachdem eS viermal ver­worfen und umgearbeitet worden ist, nächstens veröffentlicht werden. WaS davon bis jetzt bekannt ist, deutet auf ein sehr strenges Gesetz. So ist z. B. die Kaution eines Journals auf 10,000 fl. festgesetzt. Zwei Redakteure hiesiger halb­offizieller Blätter wurden vom Ministerium zur Berathung zugezogen.

Wien, 2. März. Eine äußerst blutige Schlacht ist von den tapfern Truppen Sr. k. k. Majestät bei Gabolna dem Görgey und Dembinski geliefert worden. Die Kaiserlichen schlugen sich zwei Tage hindurch mit den 40,000 Mann star­ken Rebellen, und erfochten einen großartigen Sieg. Die Entronnenen flohen gegen Erlau und nach der Theiß, wohin sie verfolgt werden. Das Armeebulletin wird heute Abend er­wartet.

OlmüH, 1. März. (K. Z.) Unser Kabinet ist in Ver­zweiflung darüber, daß die Russen uns freundnachbarlich ge­

holfen haben und der Krieg in Ungarn sich so hinzieht. Es ist dem Entschlusse nahe, den Belagerungszustand von Wien in den ersten Tagen des März aufzuheben.

Aus Schleswig-Holstein, 1. März. (D. Z.) Schleswig- Holstein wird wiederum der Knotenpunkt der deutschen Politik sowohl wie der nordischen werden; auf diesem Gebiete muß der Kampf ausgekämpft werden, da Dänemark sowohl wie die Herzogthümer Alles auf's Spiel setzen, um ihr Ziel zu errei­chen, und beide va banque spielen. Unsere Landesversamm­lung wird in diesen Tagen zusammentreten, um über einen ihr gewordenen Antrag zu berathen: Den König von Dä­nemark, Friedrich VII., der Schleswig-Holsteini­schen Herzogskrone für verlustig zu erklären, und dem nächsten Agnaten, m i t U e b e r g e h u n g des re­gierungsunfähigen Erbprinzen Ferdinand von Dänemark, die Krone anzutragen. Dänemark for­dert die Besetzung Nordschleswigs mit dänischen Truppen, rechtliche Anerkennung der faktischen Okkupation Alsens und endlich Theilnahme zweier Dänen an der gemeinsamen Regie­rung der Herzogthümer gegen Ausschließung zweier der bis­herigen Mitglieder. Bunsen hat diese Forderungen zurück­gewiesen.

Sprechsaal

für Stadt und Land.

Entgegnung.

Von Freunden aufmerksam gemacht, habe ich den als lei­tenden Artikel in Nr. 34 der Nass. Allg. Zeitung abgedruckten Aufsatzmehrerer Abgeordneten" gelesen und darin nach einer wortreichen Abhandlung über die Natur des Pflichtgefühls und der Ueberzeugungstreue der Verfasser, welche als Faden der Ariadne in dem Labyrinthe der in der Freien Zeitung gerüg­ten inkonsequenten Abstimmungen derselben dienen soll, einen Ausfall gegen mich gefunden, welcher durch die ausgesprochene Vermuthung, daß ich der Verfasser des Artikels in Nr. 30 der Freien Zeitung sey, veranlaßt und offenbar Zweck und Kern der ganzen Ausführung ist.

Ich erkläre hiermit, daß ich weder den Aufsatz in Nr. 30 der Freien Zeitung, noch irgend einen anderen Zeitungsartikel über oder gegen den Abgeordneten Schmidt von Hömberg ge­schrieben habe, der, wie ich wohl weiß, nur thut, was er nicht lassen und was man ihm kaum imputiren kann.

Diemehreren Abgeordneten", welche für ihre scharfsin­nige Konjektur keinen Grund angeben, und keinen, der sich nennen läßt, gehabt haben können, sind hiernach offenbar in eine ihnen gelegte Falle gegangen und, bewußt oder unbewußt, Werkzeuge der seit meiner Wahl zum Abgeordneten thätigen Intrigue geworden, welche cs sich zur Aufgabe gemacht' hat, meiner Thätigkeit als Abgeordneter ehrsüchtige Absichten zu unterlegen und zur Verbreitung dieses Verdachts vor keinem Mittel 'zurücktritt. Die ungenanntenmehreren Abgeordneten" und ihr in einer späteren Nummer zur Empfangnahme des in der Freien Zeitung seiner Schriftstellerei gespendeten nega­tiven Lobs sich meldender Konzipient werden nun wohl merken, daß ihre durch die plumpe Erfindung geweckte Leidenschaft ihrer gelammten Logik einen schlimmen Streich gespielt und sie zu dem doppelten Fehlschluß von der unerwiesenen Autorschaft auf den Ehrgeiz und von dem gleich unerwiesenen Ehrgeiz auf die Autorschaft verleitet hat.

Das ganze mühsam errichtete Gebäude des Artikels fällt daher in sich zusammen und es bleibt davon nur den Urhebern die Schande leichtfertiger Schmähsucht. Oder haben vielleicht die Herren irgend einen anderen Grund zu ihrer Vermuthung ehrgeiziger Pläne? Ich habe in einer in den hiesigen Zeitun­gen abgedruckten Entgegnung auf ähnliche Beschuldigungen, welche auch damals in der Nass. Allg. Zeitung verbreitet wur­den, schon unter dem 11. Juli v. I. unter Anderem wörtlich folgende Erklärung abgegeben:

Da bei dem Einsender das Meiden der Stelle am Mini­sterium zur großen Empfehlung zu gereichen scheint, so will ich hier zu seiner vollen Beruhigung, so wenig auch dazu eine andere Veranlassung vorliegt, die schon längst öffentlich aus-