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solcher Verkehr und die Eisenbahnkasse bezicht davon so­gar eine namhafte Einnahme. Wir haben oben durch eine kleine Exemplifikation bewiesen, daß und wie diese Einnahme einer bedeutenden Steigerung fähig ist. Man ermäßige nur die Fahrpreise und das Resultat wird sich ebenso bewähren, wie es auch bezüglich des Gütertransports der Fall war, der bei dem ursprünglichen Tarife der Gesellschaft wenig oder gar kein Erträgniß abgeworfen und erst, nachdem die Tarifsätze um ein Bedeutendes ermäßigt wurden, seine Rentabilität in einem gewiß sehr augenfälligen Maße erwiesen hat, da z. B. im Jahr 1847 zu der Gesammteinnahme der Station Biebrich ad 50,720 st., aus dem Güter-und Effektentransporte 16,450 fl. aufgebracht wurden.

Zahlen beweisen und wir glauben in Vorstehendem so viel < bewiesen zu haben, daß die Besorgniß eines Revenüenverlustes für die Eisenbahnkasse aus Anlaß einer Ermäßigung der Fahr­preise für die beiden unteren Wagenklaffen nicht gerechtfertigt erscheint. (Forts, folgt.)

D e u t f c!) l a n d.

L Langenschwalbach, 5. März. Wäre der 4. März v. I. nicht allzusehr, durch die Schuld theils des Irrthums, theils des bösen Willens, von Vielen im Volke verkannt worden in feiner Bedeutung, so hätte schon der heurige Jahrestag dessel­ben der hehre Fest- und Freudentag seyn können, der er, wir glauben'S fest, in künftigen Jahren seyn wird. Uns kam es damals vor, als sey das Volk in seiner Mehrheit entschlossen zur Auswanderung und mache Anstalt, sich in Masse nach Amerika zu begeben, nur mit dem besonderen Anspruch, daß die Vermögenden zum Mitgehen gezwungen werden und nicht nur die Ueberfahrt, sondern auch die Ansiedelung für Alle bestreiten sollten. Doch es zeigte sich anders; es war nicht darauf abgesehen, aus den Deutschen Amerikaner zu machen; nein, man wollte Deutschland, hier zunächst unser Nassau, urplötzlich in das Amerika der Phantasie verwandelt wissen, in das Land, in welchem Alles, was man wünscht, von selbst sich darbieten soll; und noch dazu sollte das Alles durch Zauberei von Solchen bewirkt werden, die man jetzt mit­unter noch darum verhöhnt, weil sie die übernatürlichen Kräfte nicht besitzen, die zu solchem Wunderwerke erforderlich seyn müssen. . Das ist nur höchst achtungswerth, daß nunmehr 4. März 1849 doch auch die auf der Linken stehenden Männer anerkennen, daß Vieles bereits geschehen ist und daß das Feh­lende von naher und ferner Zukunft gefaßt werden darf. Sie scheinen aber das zu schaffende von nun an nicht mehr von Aufruhr unv Gewalt, sondern nur noch von der Kraft deS Wortes und von dem Gebrauche der Vereins-, Rede- und Preßfreiheit hoffen zu wollen. In diesem Sinne sprachen sich wenigstens heute einige Mitglieder des deutschen Parlaments, welche zu Langenschwalbach den 4. März feiern halfen, durch­weg aus. Es waren: Schulz aus Weilburg, Goltz, (wenn wir den Namen recht verstanden haben, sonst müßte Scholz gewesen seyn) Zimmermann aus Stuttgart und Giskra. Ihre Reden gingen darauf hin,' freilich worauf die Bestrebungen der Linken gerichtet sind, waren aber nach dem Eindrücke, den sie auf uns machten, gemäßigt unv vor Krawall u. dgl. ernstlich warnend. Die Aeußerung zwar, die der liebenswürdige Giskra that, gibt Leute, die jetzt ein Königreich um ein Kra- wallchen gäben" zeigt mit andern zur Genüge, daß es um Ab­wendung des Belagerungsstandes dermalen gilt; und die mannigfachen silbernen und goldenen Versprechungen, welche sich vernehmen ließen, zeugten doch wieder von dem Utopien, in welchem immer noch manche dieser Herren leben wollen. He­ben wir einige der hauptsächlich gefallenen Stichwörter hervor:

Volk? Wie kommt es doch, daß diese Redner stets nur einen Theil des Volks als Volk wollen gelten lassen? Sollen denn nicht endlich Alle zum Volke gehören? Und warum bei aller Beschwichtigung den bittern Vorwurf:das deutsche Volk sey zwar schnell aufgeregt und begeistert, aber es fehle ihm an Ausdauer und es lege gern bald wieder die Hände in den Schoos?"

Kaiser? Da sprechen die Herren:das Geld der Reichen muß Euch werden," stellen England als Muster hin und Nord­amerika, und denken gar nicht daran, daß dort eben auch die Reichen sich wesentlich von den Armen unterscheiden, und sagen dann:die Spitze ver deutschen Verfassung mag hernachein schwaches'Weib seyn, die nur ihre Kinder wartet!" Aber nur

keinen Kaiser! Keinen, der die kleinen Fürstenunter diele Schürze nimmt, wenn sie bedrängt werden" u. s. w. das ist kc also die Kaiserfrage! Eine Puppe wollen wir doch nicht; wir o bedürfen einer tüchtigen Spitze oder besser eines tüchtigen di Kopfes.

Professoren? Nun ja, warum der Männer spotten, die fr eben das gethan haben, was Ihr vom Geringsten im Volks nun verlanget? Ihr sagt ja doch:lernet Geschichte!" Sagt, wer soll sie denn lehren? Und weshalb sollen dabei die a schweinsledernen Bände" verachtet werden?

Geistliche? Sie werden herabgesetzt, die Volkslehrer hoch q erhoben. Das ist Mode; aber ist's auch recht? Leider frei- y lieh gilt es hier und da; aber doch nicht immer und überall. ( Ihr wollt ja selbst, daß das Volkreligiös" sey. Da nun f geben wir unsern Rednern Recht, wo ste sagen:ein sonnen- t heller, fester Glaube muß walten in dem Volke."Aberglaube , sey ferne!" Richtig! So fangt denn auch Ihr damit an. ; Das ist das Fundament aller wahren Freiheit! Doch mitein j paar Spötteleien ist das nicht gemacht! ,

Kurz gesagt: Wir meinen nicht, daß diese heutigen Reden i unserer Ämtsstadt und ihrer Umgebung erheblich genützt oder geschadet haben können. Wo sie das Erstere vermocht hätten, ; da gingen sie zu hoch, verlangten und versprachen zu viel, : z. B. da, wo von der nöthigen Bildungdes Volkes" in aller- 1 lei Schuten, in Wirthshäusern w. die Rede war, oder von den Märkten an der Donau unv in Nordamerika, auf welchen wir unsere Waaren gegen Edelsteine umtauschen sollen u. s. w. Das Letztere, schaden nämlich, konnten sie nicht, weil unser ge­sundes Volk dergleichen schon kennt und sich nicht verleiten läßt, alte Sachen um neuer Redner willen, für neu zu halten.

Gegen das Ende kam sogar noch einer, aber kein Abge­ordneter irgend eines Hauses, doch aber ein Doktor irgend einer Wissenschaft, der an dem friedlichen Schwalbacher Bade- Hause nochmals die Kartätschen vom 18. März wollte krachen lassen unv, als wäre es gestern geschehen, des Brentano-Strei­tes gedachte u. s. w. Da ließ sich deutlich erkennen, daß das Amt Schwalbach nicht krawallig ist und solcherlei mit Ruhe anzuhören versteht. Dem Wunsche des Hrn. Dr. N. N. stim­men wir alle bei:daß bisherige politische Verirrungen nicht weiter gestraft werden möchten," fügen aber den Wunsch hin­zu, daß nun Niemand mehr sich solcher Verirrungen schuldig machen möge!

So sehen wir dann freudig dem 4. März 1850 entgegen!

Uebrigens war das Fest schön, das Betragen Aller war anständig und würdig; und was man auch sage von L. Schwal­bach unv seiner Umgegend: Unsere Brunnen sind köstlich, unsere Berge stärkenv, unsere Thäler lieblich und die Bewohner ein braves Völkchen! womit wir eben uns selbst nicht loben.

Mainz, 4. März. (O.-P.-Z.) Von unserer Garnison wurden heute den ganzen Tag zwischen Kastel, Biebrich und Wiesbaden starke Infanterie- und Kavalleriepatrouillen entsen­det. Auch in unserer Stadt zogen Gensdarmcriepatrouillen durch die Straßen. Durch den Sturm am 2. d. M. ist an der Mainspitze ein Schiff mit Bausteinen und ein anderes mit Steinkohlen zu Grunde gegangen. Es ist Niemand dabei verunglückt.

Frankfurt, 5. März. (D. Z. Reichstag.) Ueber die Präsidentenwahl haben wir bereits berichtet. Nach derselben besteigt die Tribüne der Präsident des Reichsministeriums Herr v. Gagern.

Die am 26. August 1848 zwischen Deutschland und Dä­nemark zu Malmö abgeschlossene Waffenstillstandskonvention ist dänischerseits und zwar in einer den Verhältnissen nicht ent­sprechenden unförmlichen Weise gekündigt worden. Bei der Uebergabe der Kündigungöurkunde erklärte zwar der dänische Bevollmächtigte, daß Se. Majestät der Könlg von Dänemark sich der vertrauensvollen Hoffnung hingebe, eS werde der ge­faßte Entschluß nicht zu einer Erneuerung der im vorigen Jahre stattgehabten Feindseligkeiten führen, und eS suchte der­selbe die Kündigung aus dem Gesichtspunkte der Beförderung des Friedens darzustellen.

So befremdend eS schon lautet, einen wesentlich einer er­neuerten Kriegserklärung gleichkommenden Akt als zur Beför­derung des Friedens dienend dargestellt zu vernehmen, so wird die Verwunderung dadurch noch gesteigert, daß die Kündigung der Malmöer Waffenstillstandskonvention seitens Dänemarks zu dem Zeitpunkte geschah, als eben die Eröffnung der Friedens­unterhandlungen durch die vermittelnde Macht England eingr-