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Betreff der Wahl von Thiengen der Antrag des Ausschusses (die Mittheilung des badischen Bevollmächtigten vom 14. Nov. v. I. zu den Akten zu nehmen) zum Beschluß erhoben.

' Sicherem Vernehmen nach ist eine Note Les österreichischen Kabinets hier eingetroffen, worin dasselbe sich mit der Aufstel­lung eines Direktoriums für einverstanden erklärt.

Frankfurt, 4. März. In vergangener Nacht, zwischen 12 und 1 Uhr wurde gegen den in dem Nebengebäude der deutsch-reformirten Kirche wohnenden Gemeindediener B., der zugleich das Geschäft eines MechanikuS betreibt, ein Mord­anfall mittelst Einsteigens in das gleicher Erde liegende Schlafgemach desselben versucht. Der bis jetzt noch nicht aus­gemittelte Thäter, der nach den vorliegenden Verhältnissen mehr die Ausübung einer persönlichen Rache, als Raublust im Auge gehabt zu haben scheint, versetzte seinem auSersehenen Opfer, einem hochbetagten Manne, mehrere Schläge mit einem Ham­mer auf den Kopf, so daß die Verwundung lebensgefährlich ist. Auf den Hülferuf des Angegriffenen eilten zwar die im obern ^Stockwerke wohnenden Söhne desselben sogleich herbei, ohne jedoch des Verbrechers habhaft werden zu können.

Frankfurt, 3. März, Abends. (D. Z.) Nach hier ein­gelaufenen Briefen aus Galizien ist in Krakau und auf dem Lande ein Aufstand ausgebrochen. Die Russen sind in Gali­zien eingerückt.

Mannheim, 2. März. (Köln. Z.) Die badische Regie­rung beabsichtigt, die Volksvereine aufzulösen, was jedenfalls zu bedeutenden Konflikten Veranlassung geben dürfte.

Neuß, 2. März. (Düss. Z.) In unserer Stadt und Umgegend ist die Auswanderungslust , durch die traurigen Zeitereignisse hervorgerufen, wieder bedeutend im Steigen be­griffen.' Wie man erfährt, sollen aus dem Kreise Neuß bei drei Hundert Personen in diesem Monat ihre Reise antreten wollen.

Berlin, 2. März. (Köln. Z.) Von gut unterrichteten Personen erfahren wir, daß England eine Note erlassen hat, welche sich begutachtend über den Einmarsch der russischen Truppen in Siebenbürgen äußert. Die russische Regierung hat, bevor ihre Truppen in Siebenbürgen einrückten, von ihren Botschaftern verschiedener Regierungen ein Rundschreiben überreichen lassen, in welchem sie erklärt, daß sie in Sieben­bürgen einrücken müsse, so weit sie auch entfernt sey, sich in fremde Angelegenheiten zu mischen; sie verfehle nicht, darauf aufmerksam zu machen, daß es sich bei der Wendung, die der Kampf in Ungarn genommen, in neuerer Zeit um nichts weni­ger als eine beabsichtigte, weit verzweigte Schilderhebung handle, welche sich bis nach Podolien und in die Donaufürsten­thümer hinein erstrecke. Sie kämpfe nur pro domo, wenn sie Truppen in Siebenbürgen einrücken lasse.

Berlin, 2. März. (Köln. Z.) Eine Auflehnung der Arbeiter in der Goldschmidt'schen Fabrik hatte gestern einen ernsteren Charakter. Die zur Beschwichtigung herbeigerufenen Schutzmannschaften wurden von den Arbeitern gröblichst in- sultirt, so daß die Gardeschützen auö ihren benachbarten Ka­sernen herbeigeholt werden mußten, und erst als diese ange­legt hatten und das Kommando zum Feuern erwarteten, fühl­ten sich die Tumultuanten genöthigt, nach Hause zu gehen.

Breslau, 26. Febr., Abend 6 Uhr. (A. Z.) An die hiesige Oberbehörde ist die Meldung von der außerordentlichen Anhäufung russischer Truppen an der Gränze gelangt. Auf die diesseitige Anfrage nach dem Grunde soll die Antwort er­folgt seyn: daß man einer Erhebung der Polen vorbeugen wolle. Man glaubt jedoch allgemein, daß dieses nur ein Vor­wand sey, indem man das Vordringen der Russen in Sieben­bürgen hiermit in Verbindung bringt. Allerdings streuen sich auch Gerüchte umher, daß eine große Polenverschwörung, die sich von der ungarischen Gränze bis nach Westpreußen erstrecke, entdeckt worden sey, allein man schenkt dergleichen schon oft als leer sich erwiesenen Gerüchten keinen Glauben. Die außer- ordentliche Ansammlung der russischen Truppen an der Gränze ist aber ein sicheres Faktnm, denn noch diesen Vormittag sprach ich einen Reisenden, der in Kalisch drei Regimenter Infanterie mit der nöthigen Artillerie und Kavallerie, Alles in voller Kriegörüstung , gesehen hatte.

Flensburg, 27. Febr. Ein dänischer Matrose, der gestern zu Boot von Alsen auf Sundewitt zusteuerte, wurde von einem daselbst auf dem Posten stehenden Jäger durch einen losen Schuß gewarnt, ohne daß er Gehör leistete. Darauf schoß der Jäger ihm eine Kugel durch die Segel, der Matrose verhöhnte ihn dagegen und steuerte rücksichtslos dem Lande zu, bis erste­rer, in Erfüllung seiner Pflicht, den Matrosen erschoß. Ueber- einstimmend erzählt man hier allgemein diesen Vorfall so.

Aus Oesterreich. (O.-P.-A.-Z.) In Kremsier hatte man am 27. Februar Gerüchte, in Wien am 28. etwas bestimmter lautende Nachrichten von Unruhen in Krakau; nähere Angaben fehlen. Was man in Kremsier wußte, beruhte auf der Er­zählung eines Kondukteurs: es sey in der (bekanntlich im Be­lagerungszustand befindlichen!) Stadt eine Revolution ausge­brochen, und bei seiner Abfahrt habe er Kanonendonner gehört. Die WienerLithgr. Korresp." gedenkt, der Unruhen in Kvakau ebenfalls, ohne mehr mittheilen zu können als: die Stadt sey nicht bombardirt worden. Genauere und verläßliche Nachrich­ten sind also jedenfalls noch abzuwarten. Eine direkte Nach­richt aus Krakau imKonst. Bl. a. Böhmen" vatirt vom 25. Febr. und lautet mit Bezug auf kurz zuvor durch die Re, krutirung veranlaßte unerhebliche Erzesse wie folgt:Wieder ein Plakat der Rada miejska. ES wird für jetzt bei uns nicht geloost, sondern geworben werden und erst, wenn durch die Werbung nicht der ausgeschriebene Kontingent hergesteUt werden sollte, wird daS Loos entscheiden und daS Fehlenve er­gänzen. An der Sache ist dadurch gar nichts geändert, da eS hier der Freiwilligen wohl äußerst wenig geben wird, so sehr es zu wünschen wäre, daß eine gewisse Klaffe von Leuten ohne Dach und Fach,sich anwerben ließe. Der vorgestrige Vor­fall wurde vom Militärkommando in einem Straßenanschlag strenge gerügt; starke Patrouillen durchziehen jetzt fortwährend die Stadt, und das Kasino der Akavemie am Ringplatz bekam zu wiederholtenmalen Besuch von der Polizei. Die mit dem gestrigen Eisenbahntrain Abends angekommenen Briefschaften, Papiere Fässer und andere Waaren wurden sämmtlich zurück­gehalten; man fürchtet einen Waffentransport.

Nach einem andern am 27. in Kremsier verbreitet gewese­nen Gerücht sollen die ungarischen Kolonnen bis 5 Meilen vor Pest herangerückt und das Korps Schlick's bedeutend zu­rückgedrängt seyn. In galizischen Briefen wird sogar erzählt, daß man in Galizien zersprengte Mannschaft dieses Korps bemerkt habe, und daß Feldmarschall-Lieutenant Schlick ver­mißt wurde.

Szeged in ist, authentischen Berichten zufolge, in den Händen der Serben, welche der armen Stadt eine Brand­schatzung von 500,000 fl. C. M. auferlegten; es steht zu be­fürchten, daß die Erlegung dieser für Szegedin bedeutenden Summe nicht der einzige Schlag ist, welcher die Einwohner tressen wird. Die Serben haben viel zu rächen, und es ist kein Grund, zu glauben, daß sie eine großmüthige Rache üben werden.

Die neueste Wiener stenographirte Korrespondenz vom 28. Februar bestätigt die Berichte, die wir schon seit einigen Tagen über den Stand der Dinge in Siebenbürgen gegeben, indem sie sagt:Bei Deva an der Brücke bei Piski erlitten die kaiserlichen Truppen eine bedeutende Schlappe am 9. d. gegen General Bem. DaS Treffen war mörderisch und dauerte von 8 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends, worauf sich die k. k. Truppen zurückzogen. DaS Infanterieregiment Bianchi wurde fast gänzlich aufgerieben. Auch bei Alvintz wurde der rechte Flügel in der Nacht vom 10. auf den 11. zurückgedrängt. Die fliehenden Truppen konzentrirten sich am 12. d. bei Hermann­stadt. Die Insurgenten bedienten sich in ersterem Treffen einer Kriegslist, indem sie vorgaben, übergehen zu wollen und dann in der Nähe der k. k. Truppen sich zertheilten, worauf eine maskirte Batterie ihr mörderisches Feuer begann. Oberst Losenau nebst mehreren Offizieren, ohne die Mannschaft zu zählen, blieben im Treffen. In. Krakau haben Unruhen statt­gefunden; doch bestätigt eS sich nicht, daß diese etabt, ohne­hin noch von der Cholera heimgesucht, neuerdings bombardirt worden sey. DieOstdeutsche Post" enthält bittere Glossen über das Verbot der ungarischen Banknoten im Verkehr, nach, dem Windisch - Grätz, mit unumschränkten Vollmachten ausge­rüstet, die Gültigkeit der höheren Noten keineswegs verworfen, jene der 1 fl - und 2 fl.,Noten aber förmlich ausgesprochen hatte. Man erhielt heute bereits hier die preußische Thron, rede, der günstige Eindruck, den sie in Berlin hervorgebracht,