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t früher vollbracht war, es auch eher zur Aburtelung komme : ölS die Struveschen Hochvcrrathsprozesse. Der Kommissions- : bericht geht darauf die Autonomie der Untergerichte nicht zu ! beschränken, die über die Zeitfolge gültig zu bestimmen haben. Aus den Aeußerungen der Minister und der badischen gemäßig- I ten Kammermitglieder geht übrigens hervor, Laß Fickler kein . hochgefährlicher Mensch sey, wenigstens kein Parforce-Republi- kaner.

1 Berlin, 1. März. Briefe aus Dresden melden, daß die politischen Verhältnisse im Königreiche Sachsen in den höchsten Regionen so große Besorgnisse erregt hätten, daß man mit einer größeren Militärmacht (jedoch nicht mit Preußen), für den Fall einer etwa einlretenden Katastrophe, im Voraus wegen einer eventuellen Unterstützung durch Truppen Verhand­lungen angeknüpft habe.

Berlin, 25. Febr. Aus guter Quelle erfahren wir, daß im Augenblick geheime Verhandlungen zwischen den Kontinen­talmächten, mit Ausschluß Frankreichs, schweben, bei gewissen Eventualitäten die Integrität der Fri ed ens-Traktate von 1815 streng au frecht zu erhalten und diese zu­gleich als fernere Basis für die europäischen Zustände zu betrachten. Die Verhandlungen werden vornämlich mit Ruß­land gepflogen, welches einigen besonderen Auffassungen Raum zu geben geneigt seyn soll. Es ist hierauf der lebhafte in jüng­ster Zeit bemerkbar gewordene Kourierwechsel bezüglich.

Wien, 25. Febr. (A. Z.) Ich kann mich von meiner an­fänglichen Meinung nicht trennen, daß ein Komplott der Um­sturzpartei besteht, auf andere Weise wären diese unaufhörlichen Attentate gegen das Militär nicht zu erklären. Ich berichtete Ihnen schön früher, daß die Sage umlaufe, jede Exekution werde ihre Racheopfer haben; auch mehrere hiesige Journale brachten dieses Gerücht. Jetzt heißt es wieder, jene Wahnsin­nigen suchten auf jede Art einen Konflikt herbeizuführen, ent­weder zwischen Militär und Bürgern, oder unter dem Militär selbst, indem nothwendig einzelne Bataillons durch die Ver­stümmelungen ihrer Kameraden so erbittert würden, daß sie nur durch Gewalt von einem Ausbruch ihrer Rache abgehalten wer­den könnten. Sey dem wie immer, so ist es unbegreiflich, daß bisher auch nicht einer dieser fluchwürdigen Meuchelmörder er­griffen werden konnte. Der Gouverneur hat 100 Dukaten, die Gemeinde Lerchenfeld 300 fl., der Gemeinderath 500 fl. Prämie ausgesetzt; wer also den Urheber des vorletzten Frevels im Lerchenfeld zur Haft bringt, erhält in Summa 1300 fl. ge­wiß ein ganz hübscher Betrag, und keine Spur!

Wien, 27. Febr. (A.Z.) Es bestätigt sich, daß Dembinski, nachdem Görgey zu ihm gestoßen war, mit dem vereinigten JnsurgentenkorpS bis sieben Meilen vor Pesth, bis Hatvan vorgerückt sey. Indessen war der Fürst Windisch-Grâtz mit allen disponiblen Truppen dem Feinde entgegengerückt, um ihn anzugreifen, und hatte sein Hauptquartier in Gödölö, wenig Stunden von Hatvan, wo es hoffentlich, wenn die Insurgen­ten Stich halten, zu einem entscheidenden Schlage kommen wird. Beim Ausrücken aus Pesth hatte der Fürst Windisch- Grätz an die Bewohner der Hauptstadt eine Proklamation er­lassen, in welcher er sie zur Ruhe während der Abwesenheit der Truppen ermahnt. Ein heute erschienenes Regierungszir­kular verbietet den Verkehr und die Annahme der ungarischen Banknoten. Nachmittags 5 Uhr. Wie ich so eben aus guter Quelle erfahre, hat sich die Jnsurgentenarmee von Hatvan wieder zurückgezogen.

OllmüH, 26. Febr. Vorgestern ist, einem Gerüchte zu­folge, an der prerauer Eisenbahnstation ein Transport von 20,000 lütticher Gewehren, welche für die Ungarn bestimmt waren, angehalten und konfiszirt worden. Ein Jude, der den Transport begleitete, soll sich, als er die Gefahr drohen sah, aus dem Staube gemacht haben. (Oesterr. K.)

Frankreich.

D Paris, 2. März. Die Posten aus Rom, Floren; und Turin trafen heute früh ein, brachten uns aber nichts Außer­ordentliches.

Zwischen Ferrara und Bologna sind in Folge der

österreichischen Besetzung die gesammten Verbindungen wieder frei geworden.

Um Mailand scheint es stark zu gähren. Wenigstens sah sich Radetzky genöthigt, in der nächsten Umgegend starke Truppenabtheilungen zusammcnzuziehen. So ist El Durino militärisch besetzt und in Belagerungsstand erklärt.

Der Moniteur, unter allen Regierungen seit vierzig, Jahren ausschließlich das Organ trockener Thatsachen, wird von dem jetzigen Kabinet als Hauptgeschütz benützt, um den Sozialismus oder Lie rothen Republikaner zu vernichten.

So enthält er heute nicht weniger als zwei volle Spalten. Man höre:

Die sozialistische Partei befanL sich am Vorabend der schrecklichen Junitage in ihrer ganzen Stärke. Sie^wagte eS, Ler Staatsgesellschaft eine Schlacht zu liefern. Im Januar 1849 nahm sie, schon durch eine erste Nieverlage geschwächt, zu der Waffe wühlerischer Minoritäten zu Komplotten ihre Zuflucht. Heute (2. März) hat sie auch dieses Stadium schon überschritten, und es bleibt ihr nur noch übrig, zu den Syste­men der Agitation und Beunruhigung zu greifen. Sie arbeitet daran, die Ruhe des Landes durch äußere Demonstrationen zu stören, da sie daran verzweifelt, das Land je wieder regieren, erobern oder überrumpeln zu können. Wir führten neulich schon mehrere Thatsachen an, welche diese Propaganda deS im Sterben liegenden Sozialismus an's Tageslicht zogen. Wir fahren heute damit fort. Solche Thatsachen an die Tageshellp ziehen, heißt sie ächten.

Ein zweiter Artikel des' Moniteur ist gegen Ledru- Rollin's Rede am vorigen Sonntagsbankette gerichtet, in wel­cher der Chef der Bergpartei gesagt hatte, daß das Ministr- rium die Pariser Besatzung häufig aus dem Grunde wechsele, um sie gegen die Pest des Kommunismus zu schützen. ES werve sich aber irren, denn auf diese Weise würde die Pest aus dem Herzen Frankreichs in seine übrigen Glieder getrie­ben. Der Moniteur erwidert darauf, daß Vie übrigen Glieder das Ungeheuer des Sozialismus zurückstoßen. Frankreich sey nicht sozialistisch.

Italien.

Rom, 21. Febr. Ich bin im Stande, Ihnen aufs zuver­lässigste zu melden, daß der Kaiser von Rußland in den letzten Tagen an Se. Heil, den Pabst ein Schreiben voll Ergebenheit und Dienstfertigkeit gerichtet hat, in welchem er erklärt, daß er für seine Sache die Sache der öffentlichen Ordnung und der Gesetzmäßigkeit Partei ergreife, und worin er ihm Un­terstützung an Mannschaft, besonders aber an Geld anbietet. Diese Nachricht ist, wie gesagt, zuverlässig. Ferner sagt man, und zwar nicht ohne Grund, Pius IX. habe mit dem Kaiser von Rußland ein Anlehen von 6 Mill. Skudi abgeschlossen.

Aus Florenz wird bestätigt, daß der Großherzog sich nach Gaëta eingeschifft. Die republikanische Regierung hat Alle, die Florenz und Toskana ohne dringenden Grund ver, lassen, mit einer Zwangssteuer bedroht. Man greift dort olso am ersten Tage der Republik zu demselben Mittel, da,s mag Radetzky in Mailand als unerhörte Tyrannei vorgcworfèn hat.

Ungarn.

Aus Ungarn, 23. Febr. Der 26. Febr. wird als der Tag bezeichnet, an welchem die entscheidende Schlacht in der Nähe von Pesth geschlagen werden soll. Mag auch der Würfel fallen wie er wolle, es steht jedenfalls eine nicht zu ferne Beendigung des Krieges zu erwarten. In neuester Zeit war zwischen den österreichischen und ungarischen Haupt­armeen eine Art Waffenstillstand eingetreten, nur einzelne Korps beider Armeen führten den Krieg aus bekannte schreck­liche Weise fort. Nun soll endlich ein Hauptschlag erfolgen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.