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, gewunden; und sonderbar manche Amtsangestellte legen i eine gewisse Aengstlichkeit in der Anwendung gemeinrechtlicher i Grundsätze an dèn Lag, während sie sich kein Gewissen daraus machen, wenn ein Gläubiger hülflos geblieben, und der be* , trügerische Schuldner den Ozean erreicht hat.

> Nach dem gestrigen Beschlusse der Wehrmannschaft soll

: auch bei uns der 4. März durch eine Parade und darauf fol- ! gende Reunion im Saale des Hrn. Winipf gefeiert und dieses : Fest zugleich benützt werden, die Einigung der Parteien zu be- : werkstelligen. Der Bürgerausichuß hat die Rezeption des Dr. Gerau mit 43 gegen 22 Stimmen beschlossen, und es kommt nun die Sache vor die Gesammtheit der Bürger.

Die Nachricht von der Versammlung auf dem Salz­burger Kopf beruhte wahrscheinlich auf einer Verwechselung, indem Gerau am 25. d. Mts. nach Dillenburg reißte, um den folgenden Tag ein Verhör vor dem Kriminalgerichte zu be­stehen.

Frankfurt, 2. März. (O.-P.-Z.) (Reichstag. Schluß.) Abg. Trützschler und Genossen tragen daraus an, sofort nach der ersten Lesung des Wahlgesetzes einen besonderen Aus­schuß von 15 Personen in den Abtheilungen zu erwählen und demselben die Revision des Wahlgesetzes zu übertragen. Er wird abgelehnt. Ein Dringlichkeitsantrag des Abg. Edel aus Würzburg, daß die Versammlung den Vcrfassungsaus- schuß beauftrage, so bald als möglich über die in erster Lesung angenommenen rückständigen Paragraphen der Grundrechte Bericht zu erstatten, damit die zweite Lesung derselben vollen­det werde, wird als dringlich anerkannt. Abg. Edel aus Würzburg begründet seinen Antrag. Er spricht von der hohen Bedeutung der Grundrechte. Er findet es im Interesse der Sache und der Nationalversammlung, daß man dieselben voll­ende und veröffentliche, daß man Zeit gewinne, bevor man zur zweiten Lesung der Verfassung schritte, um die Erklärung Oesterreichs abzuwarten. Er habe immer für ein ganzes Deutschland gestimmt. Er wolle nicht, daß die Nationalver­sammlung den Anlaß zur Ausscheidung Oesterreichs gebe. Er hoffe noch immer, daß Oesterreich in den Bundesstaat eintreten werde. Es seyen Schritte gethan, um von ihm eine Erklä­rung zu erhalten. Die Sympathien, welche man Oesterreich im Süden Deutschlands gezeigt, gelten ihm nur für den Fall eines guten Willens von seiner Seite. Schlage es Oester­reichs Regierung ab, in den Bundesstaat zu treten, dann wolle er lieber ein neues Deutschland, als kein Deutschland. Dann sey eS ihm qber lieber, der Schritt sey von Außen, als durch die Nationalversammlung gethan worden. Alle Ver­antwortlichkeit für was da Uebels kommen werde, könne dann der Versammlung nicht aufgebürdet werden. Wenn Oester­reichs Regierung aber glaube, daß sich das übrige Deutsch­land von seiner Politik werde in das Schlepptau nehmen las­sen, so irre es sich. Man lasse die Verhandlungen deS letzten Montag zum letzten Male zu den Ohren der österreichischen Staatsmänner kommen und warte dann auf ihre Antwort.

Abgeordneter Ri esse r: Es sey sehr rühmenswerth von dem Vorredner, sich der Grundrechte so eifrig anzunehmen, und es sey ihm ein Beweis dafür, daß die gehässigen argen Nachreden, als ob cs in Bayern Leute gebe, die das Volk gegen die Grundrechte aufregen, nicht wahr seyen. (Heiterkeit.) Es wäre jedenfalls aber zu wünschen, daß so beredte und eif­rige Männer wie der Vorredner sich in Bayern Mühe gäben, das Volk für die Grundrechte zu stimmen. (Allgemeines Bravo und Heiterkeit.) Der Edel'sche Antrag wird angenommen. Einem Antrag des Abg. Vogt, daß die zweite Lesung des Wahlgesetzes mit nächster Woche begonnen werde, wird die Dringlichkeit mit 228 gegen 211 Stimmen nicht zuerkannt. Einem Dringlichkeitsantrag der Abgg. Schoder, Rödinger und y Genossen, den NerfaffungSauöschuß mit ungesäumter Zusam­menstellung der Beschlüsse über das Wahlgesetz zu beauftragen, ' damit nach erfolgter zweiter Lesung der rückständigen Paragra­phen der Grundrechte mit der zweiten Lesung deS Wahlgesetzes begonnen werden könne, wird die Dringlichkeit nicht zuerkannt. Der Vorsitzende setzt die nächste Sitzung auf Montag fest. Tagesordnung: Die Wahl der drei Präsidenten und Bericht­erstattung mehrerer Ausschüsse und der Antrag des Abgeord­neten Fehrenbach. Abg. Wesendonck, der am Anfänge der Sitzung nicht anwesend war, frägt das Reichsministerium, ob es wahr sey, daß der Malmöer Waffenstillstand von der dä­nischen Regierung gekündigt worden sey.

Frankfurt, 1. März. (D. Z.) Seit einigen Tagen weilt, um seinen erlauchten Oheim, den Reichsverweser, zu besuchen,

der Erzherzog Stephan von Oesterreich in unserer Mitte. Der­selbe hat bisher, seit er der Palatinswürde entsagt, in stiller Zurückgezogenheit auf den ererbten mütterlichen Besitzungen im Herzogthum Nassau, in seiner Herrschaft Schaumburg, gelebt.

Mit einiger Spannung sieht man der Bestätigung eines Gerüchtes entgegen, welches das gegenwärtig hier garnisoni- rende baierische Jäger-Bataillon nebst einer Abtheilung Ka­vallerie und Artillerie nach dem Westerwald bestimmt nennt, wogegen in Frankfurt nassauische Truppen einrücken würden. Der Garnisonswechsel an und für sich würde ohne sonderliche Bedeutung seyn, aber die Bestimmung von Truppen nach dem Westerwalde soll durch eine dort in bedenklichem Grade um ; sich greifende Steuerverweigerung veranlaßt worden seyn.

Wien, 24. Febr. (D. Z.) Es ist, als ob jede neue Ere- kution einen Theil des Volkes zu neuer Tollkühnheit aufreizte! So erzählt man, daß bei der Hinrichtung Hüffner's eine Stimme aus der versammelten Masse der Zuschauer gerufen hatte: da­für müssen wieder drei Soldaten fassen; und in der That wurde gestern Abend auf dem Glacis in der Nähe des berüchtigten rothen Hauses ein Soldat des Landwehrbataillons Wocher aus der 3. Kompagnie durch einen Schuß in vaS rechte Bein leicht verwundet. Dießmal weiß man wenigstens, daß der Thäter kein Wiener war, denn er hatte den Soldaten in slo­wakischer Mundart angesprochen und sich ihm als Begleitung angeschlossen. Als sie sich trennten, schoß der Zivilist dem Sol­daten nach und entkam trotz des Allarmstgnals, das eine nahe Schildwache gab, und der Menschenmenge, die nach den bei­den Schüssen von allen Seiten zusammenströmte. Heute früh fand man in der Nähe des Platzes, wo das Attentat verübt worden, eine ârarische Reiterpistole. Der Himmel verhüte, daß in der nächsten Zukunft ein Einschreiten der bewaffneten Macht in Wien nöthig werde; daS sämmtliche Militär ist so ergrimmt, daß sie, wie das gemeine Sprüchwort sagt: daS Kind in Mutterleibe nicht verschonen werden.

Wien, 26. Febr. (A. Z.) Heutigen Berichten zufolge war Fürst Windisch-Grätz von Ofen bereits aufgebrochen, und sein Hauptquartier befand sich in Gödöllö. Die Konzentrirung der verschiedenen Trupoenkörper an der Theiß, von der ihnen neu­lich meldete, dürfte daher schon bewerkstelligt seyn, und die nächsten Nachrichten uns hoffentlich schon etwas Entscheiden­des über die gegen Debreczin beabsichtigte Operation bringen. Görgey hat sich von Kaschau zurückgezogen, und soll sich mit den ungarischen Jnsurgentenkorps unter Dembinski vereinigt haben. Die Beschießung der Festung Komorn hat, wie es heißt, bereits begonnen, und wie Reisende heute versichern, hat man vorgestern in jener Richtung eine anhaltende Kano­nade gehört. Das ungarische RegimentPrinz Preußen" wird nun zu Königgrätz reorganisirt.

Nach einem andern Briefe aus Wien, der sich auf vorlie gende Mittheilungen aus Herrmannstadt vom 12. beruft, wäre Bem, verstärkt durch aus Ungarn hereingedrungenen Insur­genten, wieder bis in die Nähe von Hermanstadt gerückt.

Italien.

Aus Rom vom 21. Febr. berichtet einer unserer Korre­spondenten, es sey gewiß, daß der Kaiser von Rußland dem Pabst in einem ehrerbietigen und dienstwilligen Briefe Hülfe an Menschen und besonders an Geld angeboten habe. Daß Pius mit dem genannten Kaiser ein Anlehen von 6 Millionen Scudi abgeschlossen habe, werde nicht ohne Grund erzählt.

Die Allg. Zeitung schreibt: Wir haben direkte Briefe auS Palermo vom 10., auS Messina vom 12. Febr. Die Nach­richt von der Flucht des Großherzogs von Toscana hatte dort natürlich das größte Aufsehen gemacht. Auf der ganzen Insel, so weit sie im Aufstand gegen den König von Neapel, zählte man etwa 20,000 Mann reguläre Truppen. An Waffen herrschte nirgends mehr Mangel; alle französischen (auch wohl die englischen?) Dampfboote brachten fort und fort Waffen, so daß z. B. die 8000 Mann zählende Nationalgarde von Palermo vollständig ausgerüstet war. In Messina, wo nach oes Königs Macht herrschte, hatte dessen Befehlshaber, Furst Satriano, eine große Musterung von angeblich 1500 Mann