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Großwardein in einzelnen Haufen, denn unter diesen Umstän- s den werden die Russen wohl nicht in Hermannstadt die Hände in den Schooß legen. Bei der Schlacht von Stolzenburg hatten sich 200 Kosacken als Gnade auSgebeten, die Verfol­gung übernehmen zu dürfen, und von den 700, die der Feind verlor, kommt ein großer Theil auf ihre Rechnung, sonst nah­men bei Stolzenburg keine Russen Theil.

Frankreich.

Paris, 28. Febr. Alle Welt spricht von Italien.

Sämmtliche Morgenblätter beschäftigen sich mit den dor­tigen Ereignissen, nur der Moniteur beobachtet ein räthselhaf- tes Stillschweigen über die eingelaufenen Depeschen.

Das Journal des Debats ist weniger geheimnißvoll. Es sagt in einem Postskriptum:

Wir hören diesen Abend, daß Herr de Reiset, erster Se­kretär der französischen Legation in Turin gestern in Paris ein­traf. Er reist heute wieder dahin ab. Bei seiner Abfahrt von Turin hatte Gioberti, schon aus dem Ministerium ge­schieden, auch seine Entlassung als Deputirter eingereicht. In der Nacht vom 23. zum 24. Februar hatten sich etwa 4000 Menschen versammelt, um eine Bittschrift zu Gunsten seines Wiedereintritts in das Ministerium zu unterzeichnen. Das Volk wollte diese Bittschrift dem König selbst überbringen und drängte sich an das Eisengitter des Schlosses. Allein die Bür­gerwehr bildete doppelte Reihen und sperrte ihm den Weg. Der Entwurf der Antworts - Adresse aus die Thronrede ist in der Kammerkommission vollendet. Die Kammer verlangt darin die sofortige Eröffnung des Krieges gegen Oest­reich."

DerMoniteur du soir widerlegt die Gerüchte über Unruhen in Bordeaux und sagt in Bezug auf Italien:Das Gerücht ging an der (kleinen) Börse: Sizilien habe sich als Republik ko nstituirt."

DiePatrie" will ihrerseits dem Abendkonkurrenten nicht nachstehen und meldet:Eine telegraphische Depesche benach­richtigt die Regierung davon, daß der österreichische General sich auf den Empfang einer Nachricht von einer piemontesischen Bewegung in seinem Rücken wieder hinter den Po zurückge­zogen habe."

DerNational" sagt:Die von uns veröffentlichten De­tails über die Ueberrumpelung Ferrara'S fanden viele Un­gläubige in der Kammer. Das Ministerium wurde deshalb in den Nebengängen zur Rede gestellt, aber es stand gar nicht an, den Zweifel an der Wahrheit durch die lügenhaftesten Denegationen zu erhalten. Es lag ihm daran, die Interpella­tionen um 24 Stunden hinauszuschieben. Hierdurch gewinnt aber das Kabinet nichts. Der österreichische Ueberfall ist keine jener Fragen, die man unter dem dichten Mantel diplomatischen Vorbehalts verstecken könnte."

Die Nachricht, daß Preußen eine starke Truppenmacht nach Baden werfe, um einen angeblichen Einfall politischer Flüchtlinge abzuwehren, erregt hier Aufsehen, und dürfte, falls sie sich bestätigt, zu parlamentarischen Reklamationen Veran­lassung geben. (?)

Der Jubel unserer Konservations-Presse ist unbeschreib­lich. Man höre dieAssemblee":Noch vor dem Monat April wird man eine österreichisch-russische Armee in Italien, und um dieselbe Zeit eine preußisch-deutsche (Kaiser) Armee an der Schweizergränze haben, die Reufchatel dem Preuss. Königshause wiedergeben und die Wiener Äundesakte von 1815 auch für die Schweiz wieder herstellen wird. Lord Palmerston weiß das Alles sehr genau; er wird sich nicht widersetzen. Er hat sei­nem vergeblichen Proteste gegen die Besetzung der Donaufür­stenthümer alles Gewicht verloren."

Paris, 28. Febr. Heute Mittag war im Palais Elysee großer Ministerrath, der über drei Stunden dauerte. Es soll in demselben eine französische Intervention in Italien beschlossen worden seyn. Die Nachrichten aus Italien fesseln noch immer die allgemeine Aufmerksamkeit.

Italien.

Ein Korrespondent des Corriere Mercantile von Genua schreibt aus Florenz wie folgt:Hier ist alles in Auflösung begriffen; unsägliche Verwirrung und Elend; in der großen Maße des Volkes gänzliche, unbezwingliche Gleichgültigkeit; die Soldaten laufen auseinander oder gehen zu de Laugier; Geld ist gar keines vorhanden. Wenige Rothe wollen die Na, tion seyn." Am 18. war auf öffentlichem Platze ein demokra­tisches Bankett, bei welchem Mazzini die eine untheilbare ita­lienische Republik leben ließ. Nicolini sprach:Die Regierung der Republik, die ihr ausgerufen habt, übernimmt den schweren Auftrag, aber unter einer Bedingung: daß morgen früh um 8 Uhr 3000 Mann auf dem Marktplatze erscheinen, um an die Gränze abzugehen." Und es ward Morgen und Mittag den 19., aber die Helden des Banketts erschienen nicht; nur 500 ließen sich einschreiben.

Sprechfaul

für Stadt und Land.

* Aus dem Amte Langenschwalbach, 27. Febr. Auf die in Nro. 48 d. Bl. mitgetheilten Thatsachen hat Herr Amtmann Winter eine Erklärung abgegeben, welche die ^Wahrheit der von uns gemachten Mittheilungen nicht in Zweifel zieht. ES wird dadurch zugegeben, daß in hiesigem Amte Erz esse vorge, kommen sind. Daß letztere bei Herrn Amtmann Winter keine Beunruhigung" veranlaßt haben, kann uns nur freuen; die Versicherung kann derselbe aber hinnehmen, daß sehr Viele über Vorkommenheiten, wie solche dem Hrn. Oberförster Frank in Kemel widerfahren sind und wie sie in Laufenselten noch vorkommen, sich wirklich beunruhigen.

Man hatte daher gewünscht, daß dieser Akt der Zügel­losigkeit, der sich am 20. des Nachts ereignete, anstatt am 23. schon den folgenden Tag amtlich untersucht worden wäre, und ist überzeugt, daß dieses die Familie des Herrn Oberförster Frank sehr beruhigt haben würde. Das wird uns wohl Herr Amtmann Winter zugeben müssen, wie wir denn auch gerne glauben wollen, daß Herzog!. Amt wegen dringenderer Geschäfte diese Untersuchung früher nicht wohl beginnen konnte.

Wie viele einzelne Erzesse aber in einem Amte vorkommen müssen, um sagen zu können: Gesetz- und Zügellosigkeit er­reiche nach und nach eine beunruhigende Höhe, kann wohl Niemand genau wissen. Man wird daher wohlthun, es dem subjektiven Ermessen eines jeden Einzelnen zu überlassen, über unbekannte Größen ein beliebiges Urtheil sich zu bilden. Da­her kann denn auch begreiflicher Weise von einerausgespro­chenen Verdächtigung" nicht die Rede seyn.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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